Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti
Wir werden sehen wie wichtig es ist die radikale Revolution in den Köpfen der Menschen zu verursachen. Die Krise ist eine Krise des Bewusstseins. Ein Krise, die nicht mehr die alten Normen akzeptieren kann, die alten Muster, die uralten Traditionen. Wenn man in Betracht zieht, was die Welt jetzt ist, mit all dem Elend, den Konflikten, der zerstörerischen Brutalität, Aggressionen usw. Der Mensch ist immer noch wie er war. Er ist immer noch brutal, zerstörerisch, aggressiv, habgierig, wetteifernd. Er hat eine Gesellschaft darauf aufgebaut.

Samstag, 12. Juni 2021

Notizbücher von Paul Brunton > Kategorie 5: Der Körper > Kapitel 8: Kundalini


https://paulbrunton.org/notebooks/5/8 

1 An gegenüberliegenden Enden der Wirbelsäule stehen sich Mensch und Tier gegenüber.
2 Warum haben so viele urzeitliche Kulturen in Asien, Afrika und Amerika die Schlange verehrt? Eine vollständige Antwort würde einige der wichtigsten Prinzipien der Metaphysik und eine der am wenigsten bekannten Praktiken der Mystik beinhalten - das Erheben der Kraft, die unter dem Namen "Schlangenfeuer" symbolisiert wird. Die fortgeschrittenen Okkultisten Tibets vergleichen den Aspiranten, der diesen Versuch unternimmt, mit einer Schlange, die dazu gebracht wird, einen hohlen Bambus hinaufzusteigen. Einmal erregt, muss sie entweder aufsteigen und oben die Freiheit erreichen oder sie muss geradewegs nach unten fallen. Wer also versucht, mit dieser feurigen, aber gefährlichen Kraft zu spielen, wird entweder das Nirvana erreichen oder sich in den dunklen Tiefen der Hölle verlieren. Wenn ein Mensch versucht, die Kundalini zu erwecken, bevor er sich von Hass befreit hat, wird er nur das Opfer seines eigenen Hasses werden, wenn er sie aus ihrem schlafenden Zustand erweckt. Er würde besser daran tun, mit der Selbstreinigung in jeder Hinsicht zu beginnen, wenn er in Sicherheit und mit Erfolg enden will. Das Aufrichten des Penis ähnelt sehr dem Aufrichten der Kobra. Beide werden durch ihre eigene angeborene Kraft aufgerichtet und steif. Wenn das Schlangenfeuer von der Peniswurzel das Rückenmark hinaufsteigt, wird auch letzteres aufrecht und steif. Dennoch ist der Sex nicht die Schlangenkraft, sondern die wichtigste ihrer verschiedenen Ausdrucksformen. Die fortgeschrittenen Yogis Indiens symbolisieren durch das aufgestaute Zischen der Schlange die aggressive Energie dieser Sexualkraft. Sie stellen den dreifachen Charakter des Prozesses in ihren Texten als ein Dreieck dar, in dem sich eine Schlange aufgerollt hat. Das intensive Feuer der Liebe zum höheren Selbst muss im "mystischen" Herzen entfacht werden, entfacht, bis es auch eine physische Parallele im Körper zeigt, bis dessen Temperatur deutlich ansteigt und die Haut stark schwitzt. Die tiefe Atmung ist ein wichtiges Element in dieser Übung. Sie sorgt zum einen für die Dynamik, um die dominierenden Ideen wirksam werden zu lassen. Der andere Teil wird durch eine absichtliche Sublimierung der sexuellen Energie bereitgestellt, durch ihre imaginative Anhebung von den Organen im unteren Teil des Körpers zu einem gereinigten Zustand im Kopf.

3 Die seltsamen Phänomene einer geheimnisvollen Erregung im Herzen und eines inneren Zitterns im Sonnengeflecht, einer durch die Wirbelsäule zum Kopf emporgehobenen Sexualkraft in intensivem, von tiefem Atmen begleiteten Streben nach dem höheren Selbst, eines vorübergehenden Bewusstseins der Befreiung von der niederen Natur, sind gewöhnlich die Vorboten eines sehr wichtigen Schrittes vorwärts im inneren Leben des Schülers. Ein zweifaches Zittern kann ihn ergreifen. Körperlich mag sein Zwerchfell heftig pochen, und die Bewegung breitet sich wie eine Welle nach oben zur Kehle hin aus. Emotional kann sein ganzes Wesen von intensivem Schluchzen erschüttert werden. Es ist dieselbe körperliche Erregung, diese nervöse Rückwirkung einer höheren emotionalen Erschütterung, die sich in den Versammlungen der frühen Mitglieder der Gesellschaft der Freunde entwickelte und ihnen den Namen Quäker einbrachte. Die Erregung des Gefühls wird mit der ruhigen Wahrnehmung der Seele ein Ende finden. Da die Aktivität der Kundalini in erster Linie mental und emotional ist, sind das Zittern und Beben des Zwerchfells lediglich ihre physischen Reaktionen. Die Notwendigkeit, den Rücken aufrecht zu halten, besteht nur bei dieser Übung, nicht bei den hingebungsvollen oder intellektuellen Yogas, denn eine solche gerade Haltung erlaubt es der Wirbelsäule, frei zu bleiben für den Aufwärtsdurchgang des "Schlangenfeuers". Letzteres bewegt sich spiralförmig, wie das Schwingen einer Kobra, und erzeugt dabei Wärme im Körper. Wenn das Zittern lange genug und heftig genug anhält, entsteht im ganzen Körper ein Hitzegefühl, das wiederum zu starkem Schwitzen führt. Aber alle diese Symptome sind vorläufig, und die wirklichen mystischen Phänomene, die den Rückzug aus dem Körpergedanken beinhalten, beginnen erst, wenn sie nachgelassen haben. Diese Übung isoliert zuerst die Kraft, die im Atem und im Geschlecht wohnt, sublimiert sie dann und richtet sie neu aus. Die Ergebnisse sind, nachdem die anfängliche Erregung abgeklungen ist, (a) eine befreiende Veränderung des Körperbewusstseins, (b) eine stärkere Entwicklung der Kontrolle des höheren Willens über die tierischen Begierden und (c) eine Konzentration von Aufmerksamkeit und Gefühl, die so vollkommen ist wie die Konzentration einer Schlange auf ihre Beute. Es ist ein dreifacher Prozess, der ein dreifaches Ergebnis hervorbringt. In den Momenten, in denen die Kraft in den Kopf gebracht wird, fühlt er sich von der Herrschaft der Animalität befreit; dann befindet er sich auf dem höchsten Gipfel des höheren Willens. Kraft und Freude umhüllen ihn. Das Erreichen dieses Zustandes tiefer Kontemplation und seine Etablierung durch unablässige tägliche Wiederholung bringen ihn schließlich zu einem erhabenen, befriedigten Gefühl des Voll- und Ganzseins und damit leidenschaftsfrei und friedensverwurzelt.

4 Der Versuch, alles oder nichts und auf einmal zu gewinnen, mag vielleicht an der Börse gelingen, wird aber hier kaum Erfolg haben. Er kann nicht abrupt über die Zwischenstufen zu dieser großen Höhe springen, sondern muss sich mühsam Schritt für Schritt zu ihr hinaufarbeiten. Dennoch gibt es einen Weg, das Reich mit Gewalt zu erobern, einen Weg, der in einem halben Jahr beendet werden kann. Es ist die Erweckung des Schlangenfeuers. Aber wenn die Natur nicht gut gereinigt wurde, kann sich dieser Weg als höchst gefährlich erweisen. Nur wenige sind dafür bereit, und kein Lehrer wagt es, die Verantwortung auf sich zu nehmen, sich auf ein solch riskantes Spiel mit der Gesundheit, der geistigen Gesundheit, der Moral und der spirituellen Zukunft seines Schülers einzulassen, wenn nicht genügend sexuelle Stabilität und Willensstärke in ihm vorhanden ist. Es gibt einen langsameren Weg, den Yoga der Selbstidentifikation mit dem Guru. Ein- oder zweimal täglich praktiziert und mit kontinuierlich praktiziertem Mantramjapa kombiniert, führt er in einem zwölfmal so langen Zeitraum zum gleichen Ziel und ist vollkommen sicher. Er sollte verstehen, dass das Ziel, zu dem beide Wege führen, nicht das philosophische ist. Doch um das letztere zu erreichen, ist es unerlässlich, das Ziel des Mystikers zu durchlaufen. Aus all dem können wir nicht nur entnehmen, wie lang der Weg ist, sondern auch, wie großartig die Errungenschaft ist, um die es in der Philosophie geht.

Zeit, Raum und Geschlecht, die ihn begrenzen und gefangen halten, können auch dazu benutzt werden, ihm zu dienen und ihn zu befreien. Der Geist kann Zeit nehmen und sie verlangsamen, indem er die Prozession der Gedanken verlangsamt (Yoga), und er kann Raum nehmen, indem er den Körper während derselben Arbeit unbeweglich hält, so dass beide Phasen zum Erfolg des Yogas beitragen. Er kann das Geschlecht nehmen und die ihm innewohnende Kraft mit Hilfe des Atems und der Konzentration die Wirbelsäule hinauf zum Herzen und zum Gehirn treiben, um es zu verwandeln, indem er seinen Schrei der Einsamkeit beseitigt.
5
Was die Hindus Kundalini nennen, was soviel wie "gewundene Kraft" bedeutet, ist in Wirklichkeit eine Manifestation dieser Kraft des Überselbst. Sie muss nicht notwendigerweise bei jedem fortschreitenden Schüler auftreten; aber wo sie auftritt, ist es, als ob sich eine aufgerollte Kraft schnell die Wirbelsäule hinaufbewegt und durch den Kopf austritt, woraufhin der Meditierende für eine Weile unwillkürlich in den tiefen Trancezustand eintritt.
6
Es ist viel einfacher, die Geist-Energie zu erwecken, als sie absichtlich umzuleiten, indem man sie als transformierte geistige Kraft zum Kopf hinaufzieht. Es ist eine notwendige Voraussetzung für dieses Erwachen, dass der Körper gereinigt ist und nicht weniger der Charakter.
7
Die Erweckung des Schlangenfeuers gibt dem Nervensystem eine enorme Stimulation. Als Folge davon kann es zu Schlafschwierigkeiten kommen.
8
Nicht alle Yogas machen so viel aus der Qualität des Friedens als einem Objekt, das durch ihre Mittel gesichert werden soll: Es gibt eines, das noch mehr aus der Kraft macht. Es sucht ganz offen die Steigerung der geistigen und psychischen Energien sowie die Erlangung neuer Energien. Ihre Ausnutzung führt zu den vielfältigen Kräften und "Gaben des Geistes".
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Die gefühlte Kraft ist das, was die Hindus Kundalini nennen, und sie entsteht allmählich über die vielen Jahre, in denen er Meditation und sublimierten Sex praktiziert hat. Normalerweise führt sie, wenn man ihr erlaubt, aus dem Kopf herauszugehen, zu einer spirituellen Erfahrung ekstatischer Erleuchtung, aber das geht natürlich nur, wenn man sie ohne Angst und im vollen Glauben annimmt. Seine Aktivität stört manchmal den Schlaf für mehrere Monate, aber normalerweise nicht länger.
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Nachdem die Geist-Energie erwacht ist und beginnt, den Rumpf hinaufzusteigen, wird eine doppelte Empfindung empfunden. Durch die eigene Atem-, Denk- und Willensaktivität des Meditierenden scheint er selbst die Kraft nach oben zu treiben. Aber von dem, was er auch psychisch und intuitiv erlebt, scheint etwas über ihm seinen Kopf magnetisch nach oben zu ziehen und seinen Körper zu strecken und die Geist-Energie zu sich hinauf zu ziehen. Die beiden Einflüsse heben sich nicht gegenseitig auf, sondern herrschen abwechselnd vor.
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Im hinduistischen Chakra-System (von dem man in den yogischen Kreisen Indiens knallbunte Lithographien sehen kann) befasst sich das unterste und erste Zentrum mit dem Überleben, das zweite mit Sex, das dritte mit Macht. Die ersten drei sind also animalisch, egoistisch und materialistisch; aber wenn wir zum vierten kommen, gibt es einen Übergang, denn dieser hat mit Vergeistigung zu tun. Die fünfte ist mit der Hingabe des Egos verbunden und die sechste mit der Unterscheidung zwischen Wahrheit und Falschheit, zwischen Realität und Schein. Der siebte ist der letzte und höchste und ist mit Erleuchtung, Befreiung, Verwirklichung - nennen Sie es, wie Sie wollen - verbunden. Aber all dies bezieht sich auf den besonderen Yoga, der Kundalini Yoga genannt wird. Die Philosophie befasst sich nicht damit, weil sie nicht direkt mit der Erweckung der Kundalini zu tun hat.
12
Die Geist-Energie:
Was sind die Verbindungslinien zwischen dem Überselbst und dem Körper?
Die erste kann auf die Gedanken zurückgeführt werden. Diese drücken sich durch das physische Gehirn und das Spinalnervensystem aus und werden ihrerseits durch diese konditioniert.

Die zweite kann auf Emotionen zurückgeführt werden. Diese drücken sich durch den Solarplexus und das sympathische Nervensystem aus und werden auch durch diese bedingt.

Die dritte Linie kann zu den Vitalkräften zurückverfolgt werden. Obwohl diese jedes Organ des Körpers durchdringen und sich durch jede Zelle des Körpers ausdrücken, sind sie besonders in Herz, Lunge und Genitalien zentriert.

Diese drei Verbindungen sind deutlich zu erkennen. Aber sie sind nicht das Ganze. Es gibt noch eine vierte Linie, obwohl sie nicht in einer für die Wissenschaften der Anatomie und Physiologie annehmbaren Weise verfolgt werden kann und ohnehin sehr wenig über sie bekannt ist. Die indischen Yogis haben ihr verschiedene Namen gegeben: die Schlangenkraft, die Schlangenkraft, die Weltenergie. Die christlichen Mystiker haben sie den Heiligen Geist und die Pfingstkraft genannt. Für die Mönche des berühmten Berges Athos ist sie "das Athos-Licht", für den Heiligen Johannes war sie "das Licht der Menschen" und für den Heiligen Lukas "das Licht des Körpers". Die chinesischen Mystiker haben es das "Zirkulierende Licht" genannt.

Es ist wirklich nichts anderes als die Energie der Seele, der dynamische Aspekt des stillen Zentrums, das tief im Menschen verborgen ist. Seine erste Aktivität ist in psychischen und intuitiven Erfahrungen außerhalb des normalen Bereichs sowie in abnormalen physischen Phänomenen nachweisbar; seine letzte ist die höchste mystische Erfahrung, die das Bewusstsein des Körpers ganz und gar über Bord wirft. 

So kommt es durch Denken und Fühlen, physische Vitalität und geistige Vitalität zu einer gegenseitigen Wechselwirkung zwischen Seele und Fleisch. Jedes beeinflusst das andere. In abnormalen Zuständen kann jeder den anderen sogar so dramatisch beeinflussen, dass seine Macht über den anderen wie ein Wunder erscheint.

Die sieben wichtigsten endokrinen Drüsen des menschlichen Körpers sind mit psychischen Zentren in oder nahe der Wirbelsäulenstruktur verbunden, die für das physische Auge nicht sichtbar sind. Wenn die "Geist-Kraft" durch die Kraft der Aspiration in das erste Zentrum gebracht wird, das mit der Sakral-Drüse assoziiert ist, wird die Vitalität des Körpers deutlich erhöht und auch seine Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten entsprechend gesteigert. In den Texten der Hindus wird es unter dem Symbol einer Lotusblume mit vier leuchtenden Blütenblättern dargestellt.

Mit dem Eintritt dieser Energie in das zweite Zentrum, das bei Männern mit der Prostata und bei Frauen mit den Eierstöcken assoziiert ist, wird das Nervensystem gestärkt, die Widerstandsfähigkeit gegen nervöse Störungen entsprechend erhöht, die geistige Konzentrationsfähigkeit verbessert und eine entschlossene Entschlossenheit, sich zu erheben und in einem gewählten Vorhaben erfolgreich zu sein, manifestiert. Im dritten Zentrum, das mit der Nebenniere assoziiert ist, wird die Kraft entwickelt, den Geist anderer Menschen zu beeinflussen und sie sogar bis zu einem gewissen Grad von Krankheiten zu heilen. Damit einhergehend zeigt sich die Eigenschaft der Furchtlosigkeit in einem außergewöhnlichen Maße. Im vierten Zentrum, das mit der Thymusdrüse assoziiert ist, steigt die "Geist-Energie" in die Region des Herzens auf und berührt mit diesem Bewusstsein eine höhere Ebene des Seins. Es kommt zu einer fortschreitenden Ausdünnung des Egoismus. Mit dem fünften Zentrum, das mit der Schilddrüse assoziiert ist, werden schließlich die Emotionen durch die Intuition ausgeglichen und in ihr balanciert. Zusammen mit dieser Entwicklung wird die Illusion der Zeit verbannt. Das gibt ein Gefühl der Alterslosigkeit. Körperlich verleiht es eine verbesserte Sprachkraft in dem Sinne, dass sie kreativ, kraftvoll und erhellend für ihre Zuhörer wird. Mit dem sechsten Zentrum, das mit der Hypophyse im vorderen Bereich des Kopfes assoziiert ist, wird dem konzentrierten Willen und dem gesprochenen oder geschriebenen Wort kreative Kraft verliehen. Mit dem siebten Zentrum, das mit der Zirbeldrüse an der Basis des Gehirns assoziiert ist, wird die Illusion der Realität des Egos zerbrochen und das wahre Selbst oder die Seele wird entdeckt. Die alten indischen Bücher symbolisieren es in Form eines Lotos mit tausend Blütenblättern. Der gewaltige Kontrast zu der kleinen Zahl von vier des ersten Zentrums soll zeigen, dass hier endlich die volle und endgültige Erleuchtung ist.

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Er muss die generative Kraft umlenken, indem er sie geistig nach oben hebt und ihre Umwandlung intensiv will. Dies ist der Moment, um das Kommando über die niedere Natur auszudrücken und den Gehorsam der niederen Fähigkeiten zu erzwingen.
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Dieses Geist-Feuer soll vom Damm entlang der Wirbelsäule bis zum obersten Punkt im Kopf gebracht werden. Ein solcher Durchgang wird nicht auf einmal vollzogen, sondern nur in Stufen - insgesamt sieben. Beim Eintritt in jede Stufe gibt es eine gewaltige Erregung der Gefühle und Gedanken und eine vibrierende Ekstase der beherrschenden Kraft.
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Das Sakralgeflecht, an der Basis der Wirbelsäule und in der Beckenregion, speichert die Zeugungskraft. Wenn diese Kraft ausreichend lange gespeichert ist und während dieser Zeit nicht durch sexuelle Leidenschaften und verwandte Emotionen gestört wird, und wenn es eine bewusste Umleitung in höhere Kanäle gibt, sei es die Stärkung des Körpers und die Entwicklung seiner Muskeln, oder sei es das Erreichen beruflicher Ambitionen oder die Entfaltung spiritueller Qualitäten, wird eine Transmutation stattfinden.
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Dies erklärt, warum die alten Sanskrit-Texte sagen, dass die Geist-Energie den Yogi in seine Freiheit bringt, aber das Universum in Knechtschaft versetzt. Welche andere Knechtschaft könnte gemeint sein als die sexuelle Sklaverei?
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Wer ein ausreichendes Maß an informierter spiritueller Entwicklung und geistig-emotionaler Selbstbeherrschung mitbringt, braucht keine Angst zu haben. Aber wer das nicht tut - und ein solcher Typus ist in der Mehrheit -, wird vielleicht feststellen, dass der Solarplexus die Kraft hemmungslos durch sein Nervensystem strömen lässt und durch seinen Druck auf das Gehirn permanente Schlaflosigkeit hervorruft, bis sein Geist aus den Angeln gehoben wird.
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Diejenigen, die diese Energie erwecken, bevor sie in der Lage sind, sie angemessen zu kontrollieren, begeben sich in Gefahr. Denn sollten sie der Versuchung nachgeben und sie missbrauchen, um ihrer niederen Natur zu dienen oder anderen Menschen zu schaden, wird sie wie ein australischer Bumerang zurückkehren, um sie zu bestrafen.
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Da der Sex der früheren Manifestation der Geist-Energie so nahe ist, muss er kontrolliert und sublimiert werden, bevor diese Energie absichtlich erregt wird, denn die Gefahr, von Sex besessen zu werden, ist sehr groß.
20
Ein elektrischer Strom, der sich kraftvoll durch den Körper auflädt, ist die Erfahrung, die ihr am nächsten kommt.
21
Wenn die Geist-Energie ihn befähigt, anderen zu helfen, kann er sie von phosphoreszierendem grau-blauem Licht umgeben sehen.
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Sie sind wirklich Gehirnzentren, wenn auch von untergeordnetem Charakter im Vergleich zum großen Gehirn im Kopf. Sie befinden sich sowohl im zerebro-spinalen als auch im sympathischen Nervensystem. Der Eintritt von Geist-Energie in sie energetisiert sie und aktiviert ihre psycho-spirituellen Funktionen.
23
Diese Kraft liegt in ihm, latent und ungenutzt, bis er sich den Übungen und Disziplinen der Suche zuwendet.
24
Die Einführung von Nikotin in nennenswerten Mengen durch Rauchen versperrt der Geist-Energie den Weg zur Bewegung und verstopft die Zentren, die sie normalerweise öffnen würde. Die Einführung von Alkohol in ähnlichen Mengen durch Trinken gibt der Energie eine falsche Richtung, so dass ihr Nutzen verloren geht. Daraus ersehen wir, wie wichtig aus anderen als den üblichen und bekannten Gründen die asketische Selbstdisziplin ist, die den Gebrauch dieser beiden Gifte einschränkt oder verweigert.
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Der Fehler der Erweckung der Energie durch Atemübungen besteht darin, dass die Wirkung schließlich nachlässt und den Menschen ohne seine Kräfte zurücklässt. Ein dauerhaftes Ergebnis kann durch diese Methode nicht erreicht werden. Deshalb werden Hatha-Yogis gewarnt, nicht zu lange zu warten, bevor sie den nächsthöheren Schritt tun.
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Die Region des Solarplexus ist ein sensibler Empfangsbereich, in den die emotionalen Kräfte der niederen Natur durch Konzentration des Geistes hineingezogen werden können. Hier werden sie gereinigt und durch einen entschlossenen Willen und einen vertieften Atem nach oben in die Region des Herzens getrieben. Gelingt dies, kann die "Geist-Energie" geweckt werden, mit folgenschweren Konsequenzen. Ein Gefühl des Wohlbefindens wird sich im Körperstamm ausbreiten und in den Emotionen selbst wird ein Glücksgefühl entstehen.
27
In einigen ihrer erregten Phasen ist die Geist-Energie ziemlich widerstandslos; deshalb ist ein gereinigtes und diszipliniertes Leben unerlässlich, bevor man sie freisetzt.
28
Orientalische Traditionen sprechen von bestimmten psychonervösen Zentren, die sich in der Nähe der Knotengeflechte des physischen Körpers befinden, die selbst nicht physisch sind und daher Teil eines unsichtbaren Körpers oder einer Aura sind, die vom physischen Körper ausgeht.
29
Die schöpferische Kraft soll durch den Willen, den Geist und den Atem abwechselnd vom Sexualorgan zum Herzen und zum Gehirn hinaufgezogen werden. Diese drei Medien sollen in dem einen Bestreben vereint werden.
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Die Ägypter bezeichneten die Geist-Energie durch eine geflügelte Schlange, die Nepalesen durch einen trompetenden Elefanten in einem Dreieck.
31
Wenn der Aufwärtsfluss der Kraft sie zur Zirbeldrüse bringt, die sich im sympathischen Nervensystem und im Inneren des Gehirns befindet, und wenn andere Anforderungen erfüllt sind, wird die Drüse energetisiert und aktiviert und gibt dem Menschen spirituelle Vision.
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Es gibt ein Stadium in der Krankheit der "fortschreitenden" Syphilis (die viel schwieriger zu heilen ist als die gewöhnliche Syphilis), in dem der Leidende Illusionen von persönlicher Größe haben kann und von egozentrischen Ideen, die aus seinem geistigen Verfall und Ungleichgewicht entstehen, mitgerissen wird. Hitler war ein solcher Leidtragender. Es gibt noch eine andere merkwürdige Tatsache über die Syphilis, und das ist der Verlauf, den die Krankheit im Körper selbst nimmt. Dieser Verlauf ist identisch mit dem Weg, dem die Schlangenkraft (Kundalini) folgt, wenn sie sich vom Sexualzentrum zum Gehirnzentrum aufwärts bewegt, wo sie die wahre Erleuchtung schenkt. Die imaginäre Erleuchtung eines syphilitischen Diktators ist also ihre gefälschte satanische Kopie.
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Die Macht dieser Geist-Energie ist so groß, dass im Fall von Pater Pio, dem Stigmatisierer, seine Körpertemperatur in früheren Jahren bei bestimmten besonderen Anlässen auf eine so hohe Temperatur anstieg, dass das Thermometer sie nicht messen konnte und zerbrach!
34
Der Vagusnerv (1) ist ein Teil des zentralen Nervensystems und erstreckt sich vom Gehirn bis hinunter zum Solarplexus. Er zeichnet tatsächlich den Weg der Kundalini nach, die sich auf ihrem Rückweg befindet.
35
Sobald diese schlafende Energie erweckt ist, beginnt sich das ganze Wesen eines Menschen zu verändern. Er beginnt, Gewohnheiten zu reformieren, regelmäßiger und tiefer zu meditieren, durch entschlossene Anstrengungen zur Beherrschung seines ganzen Wesens voranzuschreiten.
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Patanjali sagt: "Dieses Licht leuchtet nur dann von innen heraus, wenn alle Unreinheiten des Herzens durch die Praxis des Yoga beseitigt worden sind."
37
Die Geist-Energie ist eine feurige Kraft. Die Yogis sagen, sie brennt sich ihren Weg, während sie spiralförmig durch den Körper läuft.
38
Diese Übungen bewirken einen besseren Fluss der Lebenskraft des Körpers. Wenn diese Kraft an irgendeinem Punkt blockiert oder behindert ist, treten dort Probleme auf. Die Übungen öffnen die Blockaden.
39
Wenn die Geist-Energie das Herz berührt, wird eine berauschende und ekstatische Freiheit empfunden, eine tiefe und grenzenlose Freude.
40
Normalerweise kommt sie sehr, sehr langsam zur Welt, während die Übungen praktiziert und die Reinigungen durchlaufen werden; aber in einer ganzen Reihe von Fällen kommt sie mit einem plötzlichen Ansturm auf.
41
Kundalini ist die treibende Kraft des Geschlechts. Sie ist die ursprüngliche Lebenskraft hinter allen menschlichen Aktivitäten - geistig und körperlich, spirituell und sexuell -, weil sie hinter der Geburt des menschlichen Wesens selbst stand.
42
Die Kraft wird konstruktiv von den Genitalorganen über progressive Stufen nach oben zur Zirbeldrüse im Gehirn und dann zur Hypophyse in der Stirn gehoben.
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Das Schlangenfeuer beginnt an den Geschlechtsorganen, geht weiter zum Solarplexus als dem wichtigsten Ganglion des sympathischen Nervensystems, setzt sich die Wirbelsäule hinauf und endet im Stirnhirn. Dies sind die fortschreitenden Stationen seines Durchgangs, wenn er vom Willen beherrscht und von der Aspiration gelenkt wird. Das erste Zeichen ist eine Erhöhung der Körperwärme, die manchmal zu Schweißausbrüchen führt. Das zweite Zeichen seiner Bewegung ist ein Zittern oder eine Erregung in der Nabelgegend des Unterleibs, wenn der Solarplexus betreten wird und sich das magnetische Zentrum darin zu öffnen beginnt. Das dritte Zeichen ist ein unbewusstes Ziehen von tieferen Atemzügen. Das letzte Zeichen ist ein Gefühl von zusätzlicher Kraft auf allen Ebenen - physisch, emotional, mental und mystisch.
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Die schöpferische Energie ist ein und dieselbe, egal wie hoch oder niedrig die Ebene sein mag, auf der sie sich manifestiert, und wie raffiniert oder grob die Form, durch die sie sich ausdrückt.
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Diese Kraft stammt ursprünglich von der Sonne. Sie ist universell, lebendig, bewusst und in ihrer dynamischen Potenz der Elektrizität ähnlich. Ihre Erscheinung in der sexuellen Energie ist nur eine, und zwar die niedrigste, ihrer Erscheinungen. So wie jedes Mitglied der Gruppe von Klang, Licht, Wärme, Elektrizität und Magnetismus entweder in eine der anderen umwandelbar ist oder sie ins Dasein bringen kann, so ist diese Sonnenkraft vom Sex, wenn sie beherrscht wird, in höhere und noch höhere Formen umwandelbar.

1: Vagus Nerv 

Die Medulla oblongata, das verlängerte Mark oder Markhirn, ist der am weitesten kaudal (hinten bzw. unten) gelegene Teil des Hirnstamms und gehört zum Gehirn und somit zum Zentralnervensystem.

Epyphyse = Zirbeldrüse
Hypophyse = Hirnanhangsdrüse 
Hypothalamus direkt über der Hypophyse

Donnerstag, 10. Juni 2021

Safi Nidiaye ♥ Wieder fühlen lernen

These 1 bis 20: Was Fühlen ist und warum Nichtfühlen Leid erzeugt

♥ 1. Fühlen ist unmittelbare Wahrnehmung. 

♥ 2. Bevor wir mit den Sinnesorganen wahrnehmen und diese Eindrücke mit dem Verstand interpretieren, fühlen wir.

♥ 3. Fühlen findet durch Kontakt statt. 

♥ 4. Wenn wir bewusst fühlen (fühlen), sind wir in Kontakt mit uns selbst und der Welt um uns. 

♥ 5. Um fühlen zu können, müssen wir sein, wo Fühlen stattfindet, nämlich bei uns statt »außer uns«.

♥ 6. Wir haben jedoch verlernt, bei uns zu sein. Wir konzentrieren uns auf das, was wir mittels der Sinnesorgane wahrnehmen, und auf unsere Gedanken darüber. Unser unmittelbares inneres Erleben, das Fühlen, haben wir aus den Augen verloren.

7. Das, was wir mit den Sinnesorganen wahrnehmen, interpretieren wir.

8. Diese Interpretation halten wir für die Realität.

9. Unsere Interpretation von Ereignissen löst in uns Gefühle aus (Emotionen). 

10. Diese Emotionen fühlen wir ebenfalls nicht, da wir mit unserer Aufmerksamkeit nicht dort sind, wo Fühlen stattfindet.

11. Anstatt unsere Emotionen bewusst zu fühlen, lassen wir uns unbewusst von ihnen beherrschen. Ohne es zu merken, halten wir sie für Tatsachen, anstatt zu erkennen, dass es Gefühle sind. 

12. Entweder fürchten wir diese vermeintlichen Tatsachen und versuchen uns gegen sie zu schützen, oder wir halten sie für erstrebenswert und trachten danach, sie uns zu eigen zu machen. Beides funktioniert nicht. 

13. Da Gefühle im Zusammenhang mit bestimmten Ereignissen und Personen auftauchen oder verschwinden, halten wir diese Ereignisse und Personen für die Erzeuger dieser »Tatsachen«. 

14. Unsere Beziehungen basieren auf diesen beiden Irrtümern: erstens auf der unbewussten und selbstverständlichen Annahme, dass unsere Gedanken die Realität und die aus ihnen resultierenden Gefühle Tatsachen seien, und zweitens auf der Annahme, unsere Gefühle würden von anderen Menschen oder äußeren Umständen erzeugt. 

15. Da wir Gefühle für Tatsachen halten, die uns betreffen, und da wir glauben, diese Gefühle würden von anderen erzeugt, betrachten wir die Menschen, mit denen wir in Beziehung stehen, als Erzeuger angenehmer oder unangenehmer Tatsachen, die uns betreffen, und verhalten uns entsprechend.

16. Zur inneren Realität dieser anderen Menschen haben wir keinen Kontakt, da wir sie nicht fühlen. Wir betrachten andere durch den Filter unserer Überzeugungen und der durch diese ausgelösten Emotionen. 

17. Da wir gewisse unangenehme Gefühle für bedrohliche, ja sogar existenzgefährdende Tatsachen halten, bekämpfen, unterdrücken, ja vernichten wir andere lieber, als diese Gefühle wahrzunehmen. 

18. Jedes Gefühl ist zugleich ein körperlicher Zustand, der mit einem bestimmten Spannungszustand verbunden ist. Da wir unsere Emotionen nicht fühlen, bleibt der spezifische Spannungszustand, der durch sie erzeugt wird, in unserem Körper zurück. Dadurch wird dieser mit der Zeit mehr und mehr beeinträchtigt und letztlich krank. 

19. Wie Nahrungsmittel, Medikamente, Drogen, Orte oder Menschen auf uns wirken, können wir fühlen. Da wir diese Gefühle aber nicht bemerken, handeln wir nicht im Einklang mit unserem Körper und schwächen und überfordern ihn auf diese Weise.

20. Zusammengefasst: Wir machen unseren Körper krank, weil wir nicht fühlen. Wir machen uns und unsere Partner in unseren Beziehungen unglücklich, weil wir nicht fühlen. Wir führen Krieg, weil wir nicht fühlen. Wir leiden, weil wir nicht fühlen. Wir verbreiten Leid, weil wir nicht fühlen. Wir ignorieren das Leid anderer, weil wir nicht fühlen. Unsere ganze Welt krankt daran, dass Menschen, die nicht fühlen, derzeit die Führung innehaben. Wenn wir aufhören möchten zu leiden, müssen wir anfangen zu fühlen. Wenn wir aufhören möchten, Leid zu verbreiten, müssen wir anfangen zu fühlen. Wenn wir dazu beitragen möchten, dass es weniger Leid in unserer Welt gibt, müssen wir aufhören zu leiden und anfangen zu fühlen.

These 21 bis 40: Warum Fühlen heilt und befreit

21. Es gibt einen Weg, dieses Leid zu beenden, und zwar sofort, in jedem Augenblick, in dem es uns einfällt, diesen Weg zu beschreiten. Dieser Weg heißt bewusstes Fühlen (Fühlen). 

22. Fühlen bedeutet, bei sich zu sein statt außer sich. Es bedeutet, der Aufmerksamkeit eine andere Richtung zu geben, sie von den Gedanken und den Projektionen unserer Gedanken, die wir für die Realität halten, abzuziehen und zu uns selbst zu bringen. 

23. Bei sich zu sein und zu fühlen, was man fühlt, tut immer gut, ganz gleich, welcher Art das momentan vorhandene Gefühl ist

24. Bewusstes Fühlen befreit uns von der Annahme, unsere Gefühle seien Tatsachen, die uns betreffen und die uns bedrohen oder zerstören können. 

25. Fühlen befreit uns von der Idee, in unserer Selbsteinschätzung, unserem Selbstwert und der Art, wie wir uns fühlen, von anderen abhängig zu sein.

26. Fühlen löst uns aus der Verstrickung. Anstatt unseren Partnern die Verantwortung für unser Befinden aufzubürden und die Verantwortung für ihr Befinden zu übernehmen, können wir wahrnehmen, dass unsere Gefühle unsere Angelegenheit sind und die Gefühle der anderen deren Angelegenheit. Und dann können wir unser Herz für beide Seiten öffnen. 

27. Fühlen rückt zurecht, was verrückt und verworren war.

28. Fühlen lässt uns in Kontakt mit der inneren Realität des anderen treten und öffnet unser Herz für die Liebe.

29. Fühlen führt zu Mitgefühl, Verständnis und Respekt.

30. Fühlen beendet den Krieg in unserem Innern.

31. Fühlen befreit uns von der Notwendigkeit, Kriege zuführen, da wir aufhören, Gefühle mit Tatsachen zu verwechseln, die wir fürchten und vor denen wir uns schützen müssen.

32. Fühlen befreit uns von der Angst vor bestimmten Gefühlen und vor Personen oder Umständen, die diese Gefühle auslösen.

33. Fühlen befreit uns von der Vorherrschaft unserer Emotionen.

34. Fühlen befreit unseren Körper von der Spannung, die unsere Emotionen in ihm hinterlassen, sodass unsere Energie wieder freier fließen kann.

35. Fühlen erlaubt uns, rechtzeitig wahrzunehmen, was uns gut tut und was nicht, und uns entsprechend unserer Natur zu verhalten.

36. Fühlen heilt.

37. Fühlen macht lebendig.

38. Fühlen ersetzt das Denken nicht, gibt ihm aber eine gesündere Basis.

39. Fühlen ist vielleicht nicht die Lösung für alle Probleme, aber auf jeden Fall der Beginn ihrer Lösung. 

40. Zusammengefasst: Um zu genesen, um Menschen zu werden, die fühlen und mitfühlen, die Intuition, Instinkt, ein offenes Herz und eine klare Bewusstheit haben, um unsere Probleme zu lösen, unsere Krankheiten zu heilen, Konflikte zu bereinigen und dazu beizutragen, dass dich Frieden, Mitgefühl, Lebendigkeit und Freude auf dieser Erde ausbreiten können, müssen wir wieder fühlen lernen.

Freitag, 4. Juni 2021

Buddha: Sutra über die Vier Verankerungen der Achtsamkeit

So habe ich gehört:
Einst weilte der Erhabene in Kammassadharma, einer Marktstadt des Kuruvolkes. Der Buddha sprach zu den Bhikkhus: "O Bhikkhus."
Und die Bhikkhus antworteten: "Ehrwürdiger Herr."
Der Buddha fuhr fort: "Bhikkhus, es gibt einen wunderbaren Weg, der den Lebewesen hilft, Läuterung zu verwirklichen, Kummer und Trauer direkt zu überwinden, Schmerz und Angst zu beenden, den rechten Pfad zu beschreiten und Nirvana zu verwirklichen. Dieser Weg besteht aus den Vier Verankerungen der Achtsamkeit.
Welches sind nun diese Vier Verankerungen?

  1. Bhikkhus, ein Übender bleibt bei der Betrachtung des Körpers im Körper verankert, beharrlich, mit klarer Einsicht, achtsam, und er hat alle Begierden und allen Abscheu gegen dieses Dasein losgelassen.
  2. Er bleibt bei der Betrachtung der Gefühle in den Gefühlen verankert, beharrlich, mit klarer Einsicht, achtsam, und er hat alle Begierden und allen Abscheu gegen dieses Dasein losgelassen.
  3. Er bleibt bei der Betrachtung des Geistes im Geist verankert, beharrlich, mit klarer Einsicht, achtsam, und er hat alle Begierden und allen Abscheu gegen dieses Dasein losgelassen.
  4. Er bleibt bei der Betrachtung der Geistobjekte in den Geistobjekten verankert, beharrlich, mit klarer Einsicht, achtsam, und er hat alle Begierden und allen Abscheu gegen dieses Dasein losgelassen.
Der Übende ist sich, wenn er geht, bewusst: 'Ich gehe.' Wenn er steht, ist er sich bewusst: 'Ich stehe.' Wenn er sitzt, ist er sich bewusst: 'Ich sitze.' Wenn er liegt, ist er sich bewusst: 'Ich liege.' In welcher Haltung sich sein Körper auch immer befinden mag, der Übende ist sich dieser Haltung seines Körpers bewusst.
Weiterhin lenkt der Übende, wenn er vorwärts oder rückwärts geht, seine ganze Aufmerksamkeit auf sein Vorwärts- oder Rückwärtsgehen. Schaut er nach vorne oder nach hinten, beugt er sich nieder oder steht er auf, so lenkt er ebenfalls seine ganze Aufmerksamkeit auf das, was er gerade tut. Er lenkt seine ganze Aufmerksamkeit auf das Tragen des Sanghati-Gewandes oder das Halten der Almosenschale. Wenn er isst oder trinkt, kaut oder das Essen schmeckt, lenkt er seine ganze Aufmerksamkeit jeweils auf diese Verrichtungen. Hat er Stuhlgang oder uriniert er, so lenkt er seine ganze Aufmerksamkeit darauf. Wenn er geht, steht, liegt, sitzt, schläft oder aufwacht, spricht oder schweigt, lenkt er seine Aufmerksamkeit jeweils auf diese Verrichtungen.
Bhikkhus, stellt euch einen Sack vor, den man an beiden Enden öffnen kann und der verschiedene Getreide und Samen enthält: braunen Reis, wilden Reis, Mungobohnen, Kidneybohnen, Sesam und weißen Reis. Wenn jemand, der scharfe Augen hat, diesen Sack öffnet, wird er das, was er sieht, so beschreiben: 'Dies ist brauner Reis, dies ist wilder Reis, dies sind Mungobohnen, dies sind Kidneybohnen, dies ist Sesam, und dies ist weißer Reis.' Ebenso betrachtet und beschreibt der Übende seinen ganzen von Haut umschlossenen Körper vom Scheitel bis zur Sohle: 'Hier sind die Kopfhaare, die Körperhaare, die Nägel, die Zähne, die Haut, das Fleisch, die Muskeln und Sehnen, die Knochen, das Knochenmark, die Nieren, das Herz, die Leber, das Zwerchfell, die Milz, die Lungen, der Darm, die Blase, der Kot, die Galle, der Schleim, die Ausscheidungen, der Eiter, das Blut, der Schweiß, das Fett, die Tränen, der Speichel, die Gelenkflüssigkeit, der Urin.'
Auf diese Weise bleibt der Übende bei der Betrachtung des Körpers im Körper verankert. Er betrachtet seinen Körper von innen oder von außen oder gleichzeitig von innen und außen. Er beobachtet den Prozess des Entstehens im Körper oder den Prozess des Vergehens im Körper oder gleichzeitig den Prozess des Entstehens und Vergehens. Oder er lenkt seine Aufmerksamkeit auf die Tatsache 'Dies hier ist ein Körper', bis Einsicht und volle Bewusstheit entstehen. Er bleibt in der Beobachtung verankert, frei und ohne sich von weltlichen Betrachtungen ablenken zu lassen. So wird die Betrachtung des Körpers im Körper geübt, ihr Bhikkhus.
Weiterhin vergleicht der Übende seinen Körper mit einem Leichnam. Er stellt sich vor, wie dieser Leichnam auf ein Leichenfeld geworfen wird und wie er dort einen, zwei oder drei Tage liegt aufgebläht, bläulich verfärbt und stinkend, und er sagt sich: 'Mein Körper hier hat dieselbe Natur. Er wird ebenso enden, und es gibt keine Möglichkeit, dem zu entgehen.'
Sodann vergleicht der Übende seinen Körper mit einem Leichnam, wobei er sich vorstellt, wie dieser Leichnam auf ein Leichenfeld geworfen wird, wie Krähen an ihm herumpicken, wie er von Habichten, Geiern und Schakalen angenagt und von Maden und Würmern befallen wird, und er sagt sich: 'Mein Körper hier hat dieselbe Natur. Er wird ebenso enden, und es gibt keine Möglichkeit, dem zu entgehen.'
Sodann vergleicht der Übende seinen Körper mit einem Leichnam, wobei er sich vorstellt, wie dieser Leichnam auf ein Leichenfeld geworfen wird, wie er nur noch ein Skelett ist, an dem noch etwas Fleisch und Blut kleben; die Knochen werden von den Bändern zusammengehalten, und er sagt sich: 'Mein Körper hier hat dieselbe Natur. Er wird ebenso enden, und es gibt keine Möglichkeit, dem zu entgehen.'
Sodann vergleicht der Übende seinen Körper mit einem Leichnam, wobei er sich vorstellt, wie dieser Leichnam auf ein Leichenfeld geworfen wird, wie er nur noch ein Skelett ist, an dem kein Fleisch mehr, aber immer noch ein wenig Blut klebt. Die Knochen werden von den Bändern zusammengehalten.
Sodann vergleicht der Übende seinen Körper mit einem Leichnam, wobei er sich vorstellt, wie dieser Leichnam auf ein Leichenfeld geworfen wird, wie er nur noch ein Skelett ist, an dem weder Fleisch noch Blut kleben, aber die Knochen werden immer noch von den Bändern zusammengehalten.
Sodann vergleicht der Übende seinen Körper mit einem Leichnam, wobei er sich vorstellt, wie dieser Leichnam auf ein Leichenfeld geworfen wird, wie er nur noch eine Ansammlung von Knochen ist, die überall verstreut liegen; hier ein Handknochen, dort ein Schienbeinknochen, ein Oberschenkelknochen, das Becken, die Wirbelsäule, der Schädel.
Sodann vergleicht der Übende seinen Körper mit einem Leichnam, wobei er sich vorstellt, wie dieser Leichnam auf ein Leichenfeld geworfen wird, wie alles, was geblieben ist, ein Haufen ausgeblichener Knochen ist, welche die Farbe von Muscheln angenommen haben.
Sodann vergleicht der Übende seinen Körper mit einem Leichnam, wobei er sich vorstellt, wie dieser Leichnam auf ein Leichenfeld geworfen wird, wie er nun bereits über ein Jahr dort liegt und alles, was geblieben ist, ein Haufen ausgedörrter Knochen ist.
Sodann vergleicht der Übende seinen Körper mit einem Leichnam, wobei er sich vorstellt, wie dieser Leichnam auf ein Leichenfeld geworfen wird, wie alles, was letztlich geblieben ist, der Staub der zerfallenen Knochen ist, und er sagt sich: 'Mein Körper hier hat dieselbe Natur. Er wird ebenso enden, und es gibt keine Möglichkeit, dem zu entgehen.'
Auf diese Weise bleibt der Übende bei der Betrachtung des Körpers im Körper verankert. Er betrachtet seinen Körper von innen oder von außen oder gleichzeitig von innen und außen. Er beobachtet den Prozess des Entstehens im Körper oder den Prozess des Vergehens im Körper oder gleichzeitig den Prozess des Entstehens und Vergehens. Oder er lenkt seine Aufmerksamkeit auf die Tatsache: 'Dies hier ist ein Körper', bis Einsicht und volle Bewusstheit entstehen. Er bleibt in der Beobachtung verankert, frei und ohne sich von weltlichen Betrachtungen ablenken zu lassen. So wird die Betrachtung des Körpers im Körper geübt, ihr Bhikkhus.

Bhikkhus, wie bleibt ein Übender bei der Betrachtung der Gefühle in den Gefühlen verankert?
Jedesmal, wenn der Übende ein angenehmes Gefühl verspürt, ist er sich bewusst: 'Ich verspüre ein angenehmes Gefühl. 'Jedesmal, wenn er ein unangenehmes Gefühl verspürt, ist er sich bewusst: 'Ich verspüre ein unangenehmes Gefühl. 'Jedesmal, wenn er ein Gefühl verspürt, das weder angenehm noch unangenehm ist, ist er sich bewusst: 'Ich verspüre ein neutrales Gefühl.'
Auf diese Weise bleibt der Übende bei der Betrachtung der Gefühle in den Gefühlen verankert. Er betrachtet seine Gefühle von innen oder von außen oder gleichzeitig von innen und außen. Er beobachtet den Prozess des Entstehens in den Gefühlen oder den Prozess des Vergehens in den Gefühlen oder gleichzeitig den Prozess des Entstehens und Vergehens. Oder er lenkt seine Aufmerksamkeit auf die Tatsache 'Dies hier ist ein Gefühl', bis Einsicht und volle Bewusstheit entstehen. Er bleibt in der Beobachtung verankert, frei und ohne sich von weltlichen Betrachtungen ablenken zu lassen. So wird die Betrachtung der Gefühle in den Gefühlen geübt, ihr Bhikkhus.

Bhikkhus, wie bleibt ein Übender bei der Betrachtung des Geistes im Geist verankert? Wenn sein Geist etwas begehrt, ist sich der Übende bewusst: 'Mein Geist begehrt etwas.' Wenn sein Geist nichts begehrt, weiß der Übende: 'Mein Geist begehrt nichts.' Ist sein Geist hasserfüllt, ist er sich bewusst: 'Mein Geist ist hasserfüllt.' Ist sein Geist frei von Hass, ist er sich bewusst: 'Mein Geist ist frei von Hass.' Wenn sich sein Geist in einem Zustand der Unwissenheit befindet, ist er sich bewusst: 'Mein Geist befindet sich in einem Zustand der Unwissenheit.' Wenn sein Geist sich nicht in einem Zustand der Unwissenheit befindet, ist er sich bewusst: 'Mein Geist befindet sich nicht in einem Zustand der Unwissenheit.' Ist sein Geist frei, ist er sich bewusst: 'Mein Geist ist frei.' Ist sein Geist nicht frei, ist er sich bewusst: 'Mein Geist ist nicht frei.'
Auf diese Weise bleibt der Übende bei der Betrachtung des Geistes im Geist verankert. Er betrachtet seinen Geist von innen oder von außen oder gleichzeitig von innen und außen. Er beobachtet den Prozess des Entstehens in seinem Geist oder den Prozess des Vergehens in seinem Geist oder gleichzeitig den Prozess des Entstehens und Vergehens. Oder er lenkt seine Aufmerksamkeit auf die Tatsache 'Dies hier ist Geist', bis Einsicht und volle Bewusstheit entstehen. Er bleibt in der Beobachtung verankert, frei und ohne sich von weltlichen Betrachtungen ablenken zu lassen. So wird die Betrachtung des Geistes im Geist geübt, ihr Bhikkhus.

Bhikkhus, wie bleibt der Übende bei der Betrachtung der Geistobjekte in den Geistobjekten verankert?
Zunächst einmal betrachtet er die Geistobjekte in den Geistobjekten im Hinblick auf die Fünf Hindernisse.

  1. Wenn sinnliches Begehren in ihm ist, ist er sich bewusst: 'In mir ist sinnliches Begehren.' Wenn kein sinnliches Begehren in ihm ist, ist er sich bewusst: 'In mir ist kein sinnliches Begehren.'
  2. Wenn Wut in ihm ist, ist er sich bewusst: 'In mir ist Wut.' Wenn keine Wut in ihm ist, ist er sich bewusst: 'In mir ist keine Wut.'
  3. Wenn Trägheit und Schläfrigkeit in ihm sind, ist er sich bewusst: 'In mir sind Trägheit und Schläfrigkeit.' Wenn keine Trägheit und Schläfrigkeit in ihm sind, ist er sich bewusst: 'In mir sind keine Trägheit und Schläfrigkeit.'
  4. Wenn Unruhe in ihm ist, so ist er sich bewusst: 'In mir ist Unruhe.' Wenn keine Unruhe in ihm ist, so ist er sich bewusst: 'In mir ist keine Unruhe.'
  5. Wenn Zweifel in ihm sind, ist er sich bewusst: 'In mir sind Zweifel.' Wenn keine Zweifel in ihm sind, ist er sich bewusst: 'In mir sind keine Zweifel.'
Auf diese Weise bleibt der Übende bei der Betrachtung der Geistobjekte in den Geistobjekten verankert. Er betrachtet die Geistobjekte von innen oder von außen oder gleichzeitig von innen und außen. Er beobachtet den Prozess des Entstehens in den Geistobjekten oder den Prozess des Vergehens in den Geistobjekten oder gleichzeitig den Prozess des Entstehens und Vergehens. Oder er lenkt seine Aufmerksamkeit auf die Tatsache 'Dies hier ist ein Geistobjekt', bis Einsicht und volle Bewusstheit entstehen. Er bleibt in der Beobachtung verankert, frei und ohne sich von weltlichen Betrachtungen ablenken zu lassen. So wird die Betrachtung der Geistobjekte in den Geistobjekten geübt, ihr Bhikkhus.
Weiterhin betrachtet der Übende die Geistobjekte in den Geistobjekten im Hinblick auf die fünf Skandhas, die sechs Sinnesorgane und die sechs Sinnesobjekte. Er ist sich der Augen bewusst, und er ist sich der Form bewusst, und er ist sich der inneren Fesseln bewusst, die in Abhängigkeit von diesen beiden Gegebenheiten entstehen. Er ist sich der Geburt einer neuen inneren Fessel bewusst, und er ist sich des Loslassens von zuvor entstandenen inneren Fesseln bewusst, und er ist sich bewusst, wenn eine bereits losgelassene innere Fessel in Zukunft nicht mehr entstehen wird.
Der Übende ist sich der Ohren bewusst, und er ist sich des Klanges bewusst, und er ist sich der inneren Fesseln bewusst, die in Abhängigkeit von diesen beiden Gegebenheiten entstehen. Er ist sich der Nase bewusst, und er ist sich des Geruches bewusst, und er ist sich der inneren Fesseln bewusst, die in Abhängigkeit von diesen beiden Gegebenheiten entstehen. Er ist sich der Zunge bewusst, und er ist sich des Geschmackes bewusst, und er ist sich der inneren Fesseln bewusst, die in Abhängigkeit von diesen beiden Gegebenheiten entstehen. Er ist sich des Körpers bewusst, und er ist sich des berührten Objektes bewusst, und er ist sich der inneren Fesseln bewusst, die in Abhängigkeit von diesen beiden Gegebenheiten entstehen. Er ist sich des Geistes bewusst, und er ist sich der Objekte des Geistes bewusst, und er ist sich der inneren Fesseln bewusst, die in Abhängigkeit von diesen beiden Gegebenheiten entstehen.
Bhikkhus, wer die Vier Verankerungen der Achtsamkeit sieben Jahre praktiziert, kann als Frucht seiner Bemühung eines von beiden erwarten: das höchste Verstehen noch in diesem Leben zu verwirklichen oder, wenn noch ein Rest von Trübung bleibt, die Frucht der Nicht-Wiederkehr zu erlangen. Wer diese Vier Verankerungen der Achtsamkeit auch nur für eine Woche praktiziert, kann als Frucht seiner Bemühung eines von beiden erwarten: das höchste Verstehen noch in diesem Leben zu verwirklichen oder, wenn noch ein Rest von Trübung bleibt, die Frucht der Nicht-Wiederkehr zu erlangen. Deshalb habe ich gesagt, dass dieser Pfad der Vier Verankerungen der Achtsamkeit der wunderbarste Pfad ist, der den Lebewesen hilft, Läuterung zu erreichen, Kummer und Trauer zu überwinden, Ängste und Schmerzen zu zerstreuen, den rechten Pfad zu beschreiten und Nirvana zu erlangen."
Die Bhikkhus waren höchst erfreut, diese Belehrung des Buddha zu hören. Sie nahmen sie sich zu Herzen und setzten sie in die Praxis um.

Majjhima Nikaya 10

Buddha: Sutra über die Kenntnis vom besseren Weg, allein zu leben

... SO habe ich gehört:
Einst weilte der Buddha im Kloster des Jeta-Hains in der Stadt Savatthi. Er rief alle Mönche zu sich und unterwies sie: "Bhikkhus!"
Die Bhikkhus antworteten: "Ja, Erhabener!"
Und der Erhabene sprach: "Ich möchte euch lehren, was es heißt, den 'besseren Weg kennen, allein zu leben'. Ich werde mit einem Überblick über die Lehre beginnen und sie danach genauer erläutern. Bhikkhus, bitte hört aufmerksam zu."
"Erhabener, wir hören dir zu." Der Buddha lehrte:

"Laufe nicht der Vergangenheit nach.
Verliere dich nicht in der Zukunft.
Die Vergangenheit ist nicht mehr.
Die Zukunft ist noch nicht gekommen.
Das Leben, wie es hier und jetzt ist,
eingehend betrachtend,
weilt der Übende
in Festigkeit und Freiheit.
Es gilt, uns heute zu bemühen.
Morgen ist es schon zu spät.
Der Tod kommt unerwartet.
Wie könnten wir mit ihm handeln?
Der Weise nennt jemanden, der es versteht,
Tag und Nacht
in Achtsamkeit zu weilen,
'jemanden, der
den besseren Weg kennt, allein zu leben.'

Bhikkhus, was meinen wir mit 'der Vergangenheit nachlaufen'? Wenn eine Person sich Gedanken darüber macht, wie ihr Körper in der Vergangenheit war, wie ihre Gefühle in der Vergangenheit waren, wie ihre Wahrnehmungen in der Vergangenheit waren, wie ihre Geistesregungen in der Vergangenheit waren, wie ihr Bewusstsein in der Vergangenheit war; wenn eine Person über diese Dinge nachdenkt, ihren Geist damit belastet und sie diesen Dingen, die der Vergangenheit angehören, verhaftet bleibt, dann läuft diese Person der Vergangenheit nach.
Bhikkhus, was meinen wir mit 'nicht der Vergangenheit nachlaufen'? Wenn eine Person sich Gedanken darüber macht, wie ihr Körper in der Vergangenheit war, wie ihre Gefühle in der Vergangenheit waren, wie ihre Wahrnehmungen in der Vergangenheit waren, wie ihre Geistesregungen in der Vergangenheit waren, wie ihr Bewusstsein in der Vergangenheit war; wenn eine Person über diese Dinge zwar nachdenkt, ihr Geist jedoch weder von diesen Dingen versklavt noch ihnen verhaftet ist, dann läuft diese Person der Vergangenheit nicht nach.
Bhikkhus, was meinen wir mit 'sich in der Zukunft verlieren'? Wenn eine Person sich Gedanken darüber macht, wie ihr Körper in der Zukunft sein wird, wie ihre Gefühle in der Zukunft sein werden, wie ihre Wahrnehmungen in der Zukunft sein werden, wie ihre Geistesregungen in der Zukunft sein werden, wie ihr Bewusstsein in der Zukunft sein wird; wenn eine Person über diese Dinge nachdenkt, ihren Geist damit belastet und sie tagträumend mit diesen Dingen, die der Zukunft angehören, beschäftigt ist, dann verliert sich diese Person in der Zukunft.
Bhikkhus, was meinen wir mit 'sich nicht in der Zukunft verlieren'? Wenn eine Person sich Gedanken darüber macht, wie ihr Körper in der Zukunft sein wird, wie ihre Gefühle in der Zukunft sein werden, wie ihre Wahrnehmungen in der Zukunft sein werden, wie ihre Geistesregungen in der Zukunft sein werden, wie ihr Bewusstsein in der Zukunft sein wird; wenn eine Person über diese Dinge nachdenkt, ihren Geist aber nicht damit belastet und sie nicht tagträumend mit diesen Dingen, die der Zukunft angehören, beschäftigt ist, dann verliert sich diese Person nicht in der Zukunft.
Bhikkhus, was ist gemeint mit 'sich von der Gegenwart hinwegtreiben lassen'? Wenn eine Person nichts studiert oder nichts lernt über den Erwachten oder über die Lehren der Liebe und des Verstehens oder über die Gemeinschaft, die in Harmonie und Achtsamkeit lebt; wenn eine Person nichts über die edlen Lehrer und ihre Lehren weiß, diese Lehren nicht praktiziert und denkt: 'Dieser Körper, das bin ich. Ich bin dieser Körper. Diese Gefühle, das bin ich. Ich bin diese Gefühle. Diese Wahrnehmungen, das bin ich. Ich bin diese Wahrnehmungen. Diese Geistesregungen, das bin ich. Ich bin diese Geistesregungen. Dieses Bewusstsein, das bin ich. Ich bin dieses Bewusstsein', dann lässt sich diese Person von der Gegenwart hinwegtreiben.
Bhikkhus, was ist gemeint mit 'sich nicht von der Gegenwart hinwegtreiben lassen'? Wenn eine Person über den Erwachten studiert und lernt oder über die Lehren der Liebe und des Verstehens oder über die Gemeinschaft, die in Harmonie und Achtsamkeit lebt; wenn eine Person die edlen Lehrer und ihre Lehren kennt, diese Lehren praktiziert und nicht denkt: 'Dieser Körper, das bin ich. Ich bin dieser Körper. Diese Gefühle, das bin ich. Ich bin diese Gefühle. Diese Wahrnehmungen, das bin ich. Ich bin diese Wahrnehmungen. Diese Geistesregungen, das bin ich. Ich bin diese Geistesregungen. Dieses Bewusstsein, das bin ich. Ich bin dieses Bewusstsein', dann wird diese Person sich nicht von der Gegenwart hinwegtreiben lassen.
Bhikkhus, damit habe ich euch einen Überblick und eine genaue Erläuterung gegeben, was es heißt, den besseren Weg zu kennen, allein zu leben."
So lehrte der Buddha, und die Bhikkhus waren erfreut, seine Lehren in die Praxis umzusetzen.

Bhaddekaratta Sutta (Majjhima Nikaya 131)

 

http://www.leerheit.de/Seiten/Sutras.html 

Mittwoch, 2. Juni 2021

Jed McKenna ♥ Juni 2021

"JEDER einzelne Mensch, jede einzelne
Stimme in einer Gesellschaft ist wichtig.
Keiner und keine ist überflüssig oder unwichtig.
Wir bilden ALLE einen gemeinsamen Klang."

(Mahatma Gandhi)

14th Die einfache Tatsache ist, dass das, was Sie sind, absolut nichts mit Ihnen zu tun hat.

13th Natürlich ziehen wir alle schöne Lügen den kalten, harten Wahrheiten vor, ich vielleicht mehr als die meisten, aber es gab eine Zeit, in der ich das nicht tat, und während dieser harten Zeit war ich äußerst ernst. Äußerst ernst. Das ist ein mächtiger Satz, wenn man weiß, was er wirklich bedeutet.

12th Es gibt keinen Grad der Wahrheit, es gibt nur in der Herde oder draußen, geschlossene oder offene Augen, halbgeboren oder vollgeboren, Kind oder Erwachsener, abgesondert oder integriert, schlafend oder wach. Es gibt keine andere Unterscheidung, und nichts anderes ist wichtig.

11th Um es ganz offen zu sagen: Ich werde für etwa fünf Minuten im Jahr ein wenig unruhig, wenn ich sehe, wie diese hochangesehenen Vorbilder intellektueller Macht unbeholfen und blind darum kämpfen, zu verstehen, was jeder Mensch mit offenen Augen in vollem Umfang versteht, indem er einfach nur hinschaut.

10th 
Kein Glaube ist wahr, also gibt es wahrheitstechnisch genau null Unterschied zwischen zwei beliebigen Überzeugungen. Newtons drittes Bewegungsgesetz ist genau so wahr wie außerirdische Overlords in geheimen Mondbasen. 1+1=2 ist genau so wahr wie 2+2=5. Unbefleckte Empfängnis ist genau so wahr wie die vier edlen Wahrheiten. Jedes Buch der Religion ist genau so wahr wie jedes Buch der Wissenschaft.

"Sie sind nur eine Reihe von Schleiern, und es gibt kein wirkliches Sie, nur ein Durcheinander von Kostümelementen. Die Schichten dessen, was du dich nennst, können so leicht abgerissen oder weggebrannt werden wie die Blätter eines Baumes. Du bist so solide und real wie ein Kopf aus Pappmaché mit deinen Gesichtszügen, und genauso leicht demontierbar."
~Jedvaita: Die Art, wie sich die Welt entfaltet (2025?)

...Sie müssen so heiß und lange brennen, dass nichts von Ihnen übrig bleibt, wenn Sie fertig sind. Der Brennstoff, den Sie verbrennen, ist Emotion, die zu ihrer besten, saubersten, reinsten Verwendung als Hass umgewandelt wird - nicht Hass auf Menschen oder Institutionen, sondern auf Lügen und darauf, eine Lüge zu sein. Der Verstand ist das Schwert und das Herz ist der Wille, es zu benutzen.

🌸 Prajnanananda im Juni 2021

Bleibe bescheiden und einfach. Strebe eifrig nach Befreiung. Die göttliche Gnade wird nur kommen, wenn du selbstlos dienst und unaufhörlich zu Gott betest.

14th DER GURU Der Guru kennt den Geist und das Herz des Schülers, selbst aus der Ferne. Der Guru kann Dinge wahrnehmen, die über die Fähigkeit eines normalen Menschen hinausgehen. Es gibt viele Mittel der Kommunikation zwischen dem Guru und dem Schüler. Ein Blick kann die Rede oder das Gespräch ersetzen. Aus der Ferne kann sich der Guru dem Schüler durch Gedanken oder Gebet anschließen. Der Schlüssel zu unserer Beziehung zu Gott ist es, Ihm unsere vollständige Hingabe und Liebe in völliger Hingabe anzubieten. Das größte Hindernis ist unser Ego. Wenn wir voll von Ego sind, verlieren wir Gott aus den Augen. Unser Stolz auf unsere Intelligenz, Schönheit, Reichtum, Bildung und soziale Stellung macht uns blind. Wir können Gott niemals unsere ungeteilte Liebe darbringen, wenn wir nicht völlig akzeptieren, dass Er die Quelle all unseres Glücks ist. Erfolg in der weltlichen Welt kann, wenn er aus der richtigen Perspektive gesehen wird, tatsächlich dazu beitragen, dass unser Leben fortschrittlicher wird. In Wirklichkeit, so lehrt uns die Mundaka Upanishad, ist nichts weltlich, alles ist spirituell. Wir können in der Welt mit einem erhabenen Geisteszustand leben. ~ Paramahamsa Prajnanananda

13th DIE DREI GUNAS Die menschliche Natur und das Verhalten sind das Ergebnis der drei Qualitäten oder Gunas, die in jedem von uns vorhanden sind. Die drei gunas sind sattva (Reinheit), rajas (Aktivität) und tamas (Trägheit). Menschen können in Gruppen eingeteilt werden, abhängig von der vorherrschenden Qualität ihres Geistes. Wenn man überwiegend sattvisch ist, ist man kontemplativ, reif und gibt den Werten und Zielen des Lebens Priorität. Wenn man überwiegend rajasisch ist, ist man sehr aktiv und ehrgeizig Wenn man tamasig ist, ist man oft faul und stumpfsinnig. Jeder von uns hat diese drei Qualitäten, in unterschiedlichem Maße. UNSERE PERSÖNLICHE BEZIEHUNG ZU GOTT Wir sind Teil des Universums und das Universum ist in Gott, also sind wir alle Teil von Gott. Aus Unwissenheit reduzieren sich die Menschen auf die winzige Größe eines Menschen und leiden unter schrecklichen Ängsten, Einsamkeit und Depressionen. Wie können wir allein sein, wenn Gott in uns ist, innen und außen? Um eine Beziehung zu Gott herzustellen, müssen wir uns in einem Zustand des Lichts befinden; dem Licht der Erkenntnis und des Verstehens. Wenn das Licht schwächer wird, setzt Verwirrung ein. Gott zu lieben ist sehr einfach. Ein Fisch liebt das Wasser, weil es die Quelle seiner Existenz ist. Wasser ist Leben für einen Fisch. Sobald er das Wasser verlässt, wird ein Fisch herumspringen und versuchen, wieder hineinzukommen. Der Fisch und das Wasser gehören zusammen. Für den Menschen ist die Quelle des Lebens der Atem; die Quelle des Atems ist die Seele, und die Quelle der Kraft der Seele ist Gott. ~ Paramahamsa Prajnanananda

12th DIE GRÖSSTE BARRIERE Das Ego ist die größte Barriere auf dem spirituellen Weg. Das Ego schafft eine Mauer des Zweifels. Zweifel führt zum Untergang. Zweifel ist eine Art von Tod. Geistig sollten wir uns Gott und den Gurus hingeben. In jedem Atemzug sollten wir uns Gott hingeben, der unser Leben und unser Atem ist. Aber wenn das Ego stark ist, sind wir nicht in der Lage, uns hinzugeben. Unsere Hingabe sollte von ganzem Herzen erfolgen, nicht nur mit Worten. Sobald wir eine universelle Sichtweise erlangt haben, sollte unsere Arbeit ein Spiegelbild dessen sein, was wir denken. Unser Geist sollte voll von positiven, konstruktiven Gedanken und Ideen sein, und wir sollten daran arbeiten, diese Ideen mit Liebe umzusetzen. Die Beziehung, die wir zu unserem Land haben, ist eine besondere. Unser Geburtsort bietet uns eine Ausbildung, eine kulturelle Identität und unzählige soziale Vorteile, die unser Wachstum fördern. Unsere Liebe zu unserem Land sollte niemals die Wertschätzung für andere Kulturen ausschließen. Wir sollten ständig danach streben, unser Herz und unseren Geist zu öffnen. Die Welt ist eine Schatztruhe, wir sollten nicht eingeschränkt oder engstirnig sein in unserer Fähigkeit, neue Erfahrungen aufzunehmen oder uns an fremde Bräuche anzupassen. ~ Paramahamsa Prajnanananda
11th GUTE GESELLSCHAFT PFLEGEN
Wenn wir uns entscheiden, ein spirituelleres Leben zu führen, brauchen wir positive Ermutigung. Dies wird helfen, unseren Fortschritt zu beschleunigen. Unser Körper ist der Spielplatz, auf dem eine Gruppe von Spielern (negative Eigenschaften) unsere Bemühungen nach unten ziehen will. Und die andere Gruppe (positive Eigenschaften), will uns nach oben heben. Deshalb brauchen wir gute Gesellschaft, einige Zuschauer, die uns aufmuntern, ermutigen und in unseren Bemühungen unterstützen, so wie die Zuschauer bei einem Fußballspiel die Mannschaft anfeuern, mit Fahnen winken und rufen: "Los, los, los! In unserem Leben brauchen wir die gleiche Ermutigung. Gute Gesellschaft wird uns helfen, erfolgreich zu sein, das Spiel zu gewinnen und das Ziel des Lebens zu erreichen. EIN SICH ERWEITERNDER KREIS Ein Job ist eine Geschäftsbeziehung. Der Zweck der Arbeit ist es, finanzielle Freiheit zu erlangen. Wir haben Glück, wenn wir eine Arbeit finden, die gut zu unserer persönlichen und intellektuellen Entwicklung passt, aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es nur eine Teilzeitbeschäftigung ist. Wenn wir zur Arbeit gehen, müssen wir uns voll und ganz auf unsere Aufgabe konzentrieren und sie nach besten Kräften ausführen, aber wenn die uns zugewiesene Zeit vorbei ist und wir zu unseren Familien zurückkehren, dürfen wir nicht den Stress und die Spannungen mitbringen, die am Arbeitsplatz so häufig sind. Unsere familiäre Beziehung ist eine dauerhafte, und emotionale Reife bedeutet, einen klaren Fokus darauf zu haben, wo unsere Prioritäten liegen. ~ Paramahamsa Prajnanananda
10th DIE EFFIZIENTE UND MATERIELLE URSACHE
Aus Gold können verschiedene Ornamente geschaffen werden, genauso wie verschiedene Namen und Formen auf Gott projiziert werden.
Um ein Ornament zu machen, brauchen wir einen "Macher", einen Goldschmied, der mit seinem Können das Gold in ein Ornament verwandelt. Philosophen sagen, dass alles, was geschaffen wird, eine effiziente Ursache hat. In diesem Beispiel ist die effiziente Ursache der "Macher", der Goldschmied, und die materielle Ursache ist das Gold.
Gold und Goldschmuck sind aus der gleichen Substanz, also kann der Schmuck wieder zu Gold geschmolzen werden.

Ein falsches Wort kann zu Mißverständnissen führen. Es ist am besten, nicht alles zu sagen, was wir denken, sondern alles zu denken, was wir sagen würden. Eine Lüge, eine Unwahrheit, kann sehr schädlich sein, denn wenn das Vertrauen erst einmal geschwächt ist, ist es fast unmöglich, es wiederherzustellen. Eine gute Umgebung und gute Gesellschaft sind eine gesunde Grundlage für den Aufbau einer Beziehung. Gemeinsame Aktivitäten wie gegenseitiges Vorlesen, gemeinsames Kochen, gemeinsames Spielen oder anderen zu helfen, sind alle sehr förderlich. Wir sollten uns bemühen, starke, feste Wurzeln zu bauen, die aus Liebe und gegenseitigem Verständnis geboren sind.
~ Paramahamsa Prajnanananda

09th DAS ZIEL DER MEDITATION Meditation soll die inneren Kanäle öffnen, Geist und Körper beruhigen und entspannen und das immense göttliche Potential eines jeden Menschen entwickeln. Menschen, die regelmäßig meditieren, erlangen auch materiellen Wohlstand, körperliche und geistige Gesundheit, kreative Inspiration, intellektuelle Fähigkeiten, gesteigerte Jugend und Vitalität. Das Ziel sollte jedoch Selbsterkenntnis und Gottesverwirklichung sein, um fest in unserer göttlichen Natur zu verankern. DAS BAND DER LIEBE Das Band der Liebe sollte eine dauerhafte Bindung sein, die in der Lage ist, alle Arten von Situationen zu überstehen, vor allem in Zeiten der Härte. Sich gemeinsam den Schwierigkeiten zu stellen, bringt Standhaftigkeit des Herzens mit sich. Moralische Unterstützung in Zeiten der Not stärkt eine Beziehung, denn Probleme sind eine Prüfung des Durchhaltevermögens. Wenn sie erfolgreich bewältigt werden, erhält eine Beziehung ein stärkeres Fundament. Kommunikation ist wesentlich für die Entwicklung und Aufrechterhaltung einer positiven Beziehung, aber wir müssen mit Liebe, bewusst und sorgfältig sprechen und die Gefühle des anderen berücksichtigen. ~ Paramahamsa Prajnanananda
08th DIE HERRLICHKEIT GOTTES
Bewundern Sie die Herrlichkeit Gottes. Um ein kleines Haus zu bauen, arbeiten wir so hart, und doch hat Gott uns die Erde und den Himmel gegeben. Die ganze Schöpfung ist durchscheinend von der Schönheit Gottes. Wir sollten unser Leben läutern, damit sich Gottes kristalline Schönheit und Herrlichkeit in uns widerspiegelt und wir dieses Licht auch weitergeben können. Seien Sie Gott in jedem Atemzug dankbar. Gott ist überall. Lasst uns die Gegenwart Gottes wahrnehmen, wohin wir auch schauen. Dies ist das Geheimnis, um Verwirklichung zu erlangen. DIE FREIHEIT ZU WACHSEN Menschliche Beziehungen sind dazu gedacht, dass wir in der Liebe wachsen und Freiheit erfahren. Das ultimative Ziel einer Beziehung ist es, frei zu sein. Das bezieht sich nicht auf die wirtschaftliche oder soziale Freiheit, sondern auf die Freiheit des Geistes. Mit jeder Beziehung sollen wir in eine positive Richtung wachsen. Eine Beziehung blüht auf, wenn wir die positive Entwicklung des jeweils anderen nicht behindern. Wir sollten der spirituellen Praxis nie im Wege stehen, auch wenn wir nicht bereit sind, den gleichen Weg zu gehen. Beziehungen werden aufblühen, wenn wir uns gegenseitig zu positiven Aktivitäten ermutigen. ~ Paramahamsa Prajnanananda
07th DIE KUNST DES GEBENS
Je mehr wir geben, desto mehr werden wir erhalten. Je mehr wir geben, desto süßer werden wir sein. Ein Fluss gibt und gibt, und sein Wasser ist süß. Der Ozean empfängt nur und nimmt, und sein Wasser ist salzig. Wenn wir nur nehmen und nehmen, werden wir so salzig wie der Ozean sein. Liebe fließt von einem Menschen zum anderen, so wie Wasser überläuft, wenn der Topf voll ist. Denken Sie nicht in Begriffen von dem, was wir gegeben haben, und dem, was wir empfangen haben. Die Liebe rechnet nicht. Liebe weiß nur, wie man gibt. ...Eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich lieben, wird solider, wenn sie in der Spiritualität fokussiert ist. Wenn die Göttlichkeit in uns präsent ist, werden viele der Schwierigkeiten des Lebens leichter akzeptiert und verstanden. Manchmal wird es als Bedrohung empfunden, wenn ein Partner vor dem anderen den spirituellen Weg beschreitet. Meditation wird fälschlicherweise als Rückzug dargestellt. Durch Geduld und gute Kommunikation kann ein Kompromiss gefunden werden. Auf jeden Fall sollte niemandem erlaubt werden, unserem spirituellen Fortschritt im Weg zu stehen, der das Rückgrat unserer persönlichen Entwicklung ist. Wir müssen an unseren Beziehungen wachsen und dürfen uns niemals durch sie schmälern lassen. ~ Paramahamsa Prajnanananda
06th GHEE
Ghee ist geklärte Butter. Um die kostbare geklärte Butter im Inneren zu erhalten, muss der Körper durch das innere Feuer der Meditation erhitzt werden. Wir können das innere Feuer der Meditation schüren, indem wir uns in der Region zwischen dem Seelenzentrum und der Fontanelle konzentrieren. Erhitzen Sie zuerst die Milch des Lebens, indem Sie tiefe, entspannte Atmung üben, dann wird die Sahne hervortreten. Halten Sie die Stille im Geist sowie die Stille des Körpers für eine gute Zeitspanne aufrecht, um die Sahne in Butter zu verwandeln. Wenn wir tiefer in unsere Meditation eintauchen, versuchen wir, die geklärte Butter oder Ghee zu erhalten und sie rein genug zu machen, um vollständig im Feuer der Weisheit zu verbrennen. Auf diese Weise werden wir die Dunkelheit der Unwissenheit und Angst vertreiben. Ein Fehler suchender Mensch kann sehr destruktiv sein. Da unsere Augen nach außen gerichtet sind, können wir die Fehler des anderen leicht erkennen. Erst wenn wir anfangen, uns nach innen zu wenden, beginnen wir, uns mit einer gewissen Demut unserer eigenen Fehler bewusst zu werden. Um eine gesunde Beziehung zu führen, müssen wir die Kunst erlernen, die Fehler des anderen zu verdauen. Wenn wir wirklich wollen, dass eine Person ihr negatives Verhalten korrigiert, sollten wir das Problem in einer Atmosphäre der Vertraulichkeit ansprechen, und zwar auf eine direkte und klare Weise, damit die Botschaft nicht missverstanden wird. Der Koran lehrt uns, nicht schlecht über andere zu sprechen, das Verbreiten von Geschichten oder Klatsch bringt allen Beteiligten Schaden. ~ Paramahamsa Prajnanananda
🍀 DER GARTEN GOTTES 🌸
Der Garten Gottes sollte mit schönen Menschen blühen, die mit Liebe, Frieden und Reinheit erfüllt sind.
Mein geliebter Meister, Gurudev Paramahamsa Hariharananda's Bewunderung für Gottes Schöpfung manifestierte sich in diesem Garten. Gurudev war nicht nur äußerlich ein Gärtner; er war auch ein spiritueller Gärtner.
Er zog eine Parallele zwischen der äußeren und der inneren Sphäre. Er verglich gerne einen Menschen mit der Frucht eines Baumes.
Wenn die Frucht klein war, war sie nutzlos. Wenn sie vom Baum fiel, noch unreif, war sie verloren und verschwendet.
Aber wenn die Frucht am Baum hängen blieb, würde sie langsam wachsen und reifen. Ihre Farbe, ihr Geruch und ihr Geschmack würden sich entwickeln und verändern. Wenn sie reif ist, würde sie sich sanft vom Baum ablösen.
Ein Guru ist wie ein Baum, und die Schüler sind die Frucht. Ein Baum ist an den Früchten zu erkennen, die er trägt.
Lasst uns unseren inneren Garten kultivieren.

🍀 DER KOMPROMISS DER LIEBE 🌸
Gott schuf Mann und Frau, um seine Schöpfung durch sie fortzusetzen. Jeder ist unvollständig ohne den anderen.
Eine enge Beziehung zwischen zwei Individuen, die auf gegenseitiger Liebe basiert, wird ihnen helfen, emotional, mental, intellektuell und spirituell zu wachsen.
Es ist jedoch notwendig, zu vergessen, dass es sich um zwei getrennte Wesen handelt, die in einer Einheit verschmelzen.
Der Erfolg hängt von dieser Einheit ab.
Wenn es wahre Liebe gibt, wird es keine Missverständnisse geben.
Um mit jemandem in Harmonie zu leben, bedarf es eines gewissen Maßes an Kompromissen.
Um erfolgreich zu sein, muss die gemeinsame Reise wie ein 'dreibeiniger Lauf' sein, die Schritte müssen gleichmäßig und rhythmisch sein, gelenkt von einer Einzigartigkeit der Absicht.

~ Paramahamsa Prajnanananda

03th DIE DREI BESONDEREN GABEN

Drei Dinge sind das Seltenste auf der Welt:

Als Mensch geboren zu werden.

Den Wunsch nach Gottverwirklichung zu haben.

Die Gesellschaft eines verwirklichten Meisters zu erhalten.

Wir sollten unser Leben so polieren, dass Gottes Schönheit und Herrlichkeit in uns widergespiegelt werden kann.

Der Meister kann uns den Weg zeigen, aber die Anstrengung ist unsere eigene.

DIE SOZIALE NATUR VON BEZIEHUNGEN  

Wenn wir in die Außenwelt treten, beginnen wir, vielen Menschen ausgesetzt zu sein, und bevor wir uns versehen, tauchen wir in viele Arten von Beziehungen ein. Unsere Beziehung zur Gesellschaft beginnt mit unseren Lehrern und Freunden. Wenn wir ins Erwachsenenalter hineinwachsen, müssen wir lernen, mit den komplexeren Beziehungen unserer Arbeitsumgebung umzugehen. Es ist nicht immer einfach, ein Gleichgewicht zwischen Vorgesetzten, Kollegen und Untergebenen zu finden. Unser ganzes Leben lang müssen wir uns bemühen, in einer Atmosphäre zu wachsen, die das Beste, was wir zu bieten haben, hervorbringt. Ein größerer Kreis umfasst den Ort, an dem wir geboren wurden, unsere jeweilige Kultur, Religionszugehörigkeit und Muttersprache. Ein noch größerer Kreis umfasst die Welt, in der wir leben, und die Umwelt. Schließlich kommt der wesentlichste, allumfassende Kreis, der unsere Beziehung zu Gott ist.

~ Paramahamsa Prajnanananda

02th SPIELEN MIT FREUDE

Das Leben ist ein Spiel.  Spielen Sie es!

Ein Spiel sollte amüsant und entspannend sein.  Der Fehler, den wir immer wieder machen, ist, dass wir angespannt und übermäßig aufgeregt werden, um das Spiel zu gewinnen.  Wenn Spannung aufkommt, wird ein einfaches Spiel zu einer Schlacht.

Aufregung oder Anspannung ist ein Zeichen für innere Schwäche.

In der spirituellen Praxis und Meditation ist es wichtig, nicht angespannt oder aufgeregt zu sein.

Ein Spiel sollte immer Spaß machen und voller Freude sein.

Wenn wir unsere Rolle mit Vertrauen in Gott spielen, wird der Erfolg unser sein.


Der Mensch wird in einer besonderen Umgebung geboren und gehört zu bestimmten ethnischen und religiösen Gemeinschaften. Das Leben selbst ist eine ausgedehnte Lernerfahrung, die die Familie als primäres Fundament hat, sich aber durch das Schulsystem, die Universität, den Arbeitsplatz oder jede gemeinschaftliche Verbindung, die wir für uns selbst schaffen, fortsetzt, sobald wir eine gewisse Reife erreicht haben. Während die familiären Beziehungen für ein sich entwickelndes Kind eine überragende Bedeutung haben, kann die Familieneinheit, wie stark sie auch sein mag, nicht die gesamte Ausbildung bieten, die für die richtige Entwicklung eines Individuums erforderlich ist.

~ Paramahamsa Prajnanananda