Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti
Wir werden sehen wie wichtig es ist die radikale Revolution in den Köpfen der Menschen zu verursachen. Die Krise ist eine Krise des Bewusstseins. Ein Krise, die nicht mehr die alten Normen akzeptieren kann, die alten Muster, die uralten Traditionen. Wenn man in Betracht zieht, was die Welt jetzt ist, mit all dem Elend, den Konflikten, der zerstörerischen Brutalität, Aggressionen usw. Der Mensch ist immer noch wie er war. Er ist immer noch brutal, zerstörerisch, aggressiv, habgierig, wetteifernd. Er hat eine Gesellschaft darauf aufgebaut.

Sonntag, 23. April 2017

Bhagavad Gita ~ Kapitel 1 || Arjuna beobachtet die Heere auf dem Schlachtfeld von Kuruksetra

Vers1
Dhrtarastra sprach: O Sañjaya, was taten meine Söhne und die Söhne Pandus, als sie sich an der Pilgerstätte von Kuruksetra voll Kampflust versammelt hatten?

Vers2
Sañjaya sagte: O König, nachdem König Duryodhana über die Armee geblickt hatte, die von den Söhnen Pandus aufgestellt worden war, ging er zu seinem Lehrer und sprach die folgenden Worte:

Vers3
O mein Lehrer, betrachte das gewaltige Heer der Söhne Pandus, das dein intelligenter Schüler, der Sohn Drupada so geschickt aufstellte.

Vers4
In diesem Heer gibt es viele heldenhafte Bogenschützen, die Bhima und Arjuna im Kampf ebenbürtig sind. Auch sind dort große Kämpfer wie Yuyudhana, Virata und Drupada.

Vers5
Dort sind auch so bedeutende, heldenhafte und mächtige Kämpfer wie Dhrstaketu, Cekitana, Kasiraja, Purujit, Kuntibhoja und Saibya.

Vers6
Dort stehen der gewaltige Yudhamanyu, der machtvolle Uttamauja, der Sohn Subhadras und die Söhne Draupadis. All diese Krieger sind große Wagenkämpfer.

Vers7
O bester der brahmanas, laß mich dir zu deiner Information mitteilen, welche Hauptleute besonders geeignet sind, meine Streitmacht zu führen.

Vers8
Es gibt dort Persönlichkeiten wie dich selbst, Bhisma, Karna, Krpa, Asvatthama, Vikarna und den Sohn Somadattas mit Namen Bhurisrava, die in der Schlacht immer siegreich sind.

Vers9
Es gibt noch viele andere Helden, die bereit sind, um meinetwillen ihr Leben zu wagen. Sie alle sind sehr gut mit verschiedenartigen Waffen ausgerüstet, und alle sind in der militärischen Wissenschaft erfahren.

Vers10
Unsere Stärke ist unermeßlich, und wir werden von Großvater Bhisma vollendet beschützt, wohingegen die Stärke der Pandavas, die von Bhima sorgfältig beschützt werden, begrenzt ist.

Vers11
Jetzt müßt ihr Großvater Bhima volle Unterstützung gewähren, indem ihr eure jeweiligen strategischen Punkte an der Heeresfront einnehmt.

Vers12
Darauf blies Bhima, der große, heldenhafte Ahnherr der Kuru-Dynastie, der Großvater der Kämpfer, sehr laut sein Muschelhorn. Es dröhnte wie das Brüllen eines Löwen und erfüllte Duryodhana mit Freude.

Vers13
Da ertönten plötzlich alle Muschelhörner, Signalhörner, Trompeten, Trommeln und Hörner, und der gemeinsame Klang war gewaltig.

Vers14
Auf der Gegenseite ließen sowohl Krishna als auch Arjuna, die auf einem großen, von weißen Pferden gezogenen Streitwagen standen, ihre transzendentalen Muschelhörner erschallen.

Vers15
Darauf ließ Sri Krishna Sein Muschelhorn mit Namen Pañcajanya erschallen; Arjuna blies in das seine, das Devadatta, und Bhima, der unersättliche Esser und Vollbringer herkulischer Taten, blies in sein furchterregendes Muschelhorn namens Paundram.

Vers16-18
König Yudhisthira, der Sohn Kuntis, ließ sein Muschelhorn, das Anantavijaya, ertönen, und Nakula und Sahadeva bliesen das Sughosaund das Manipuspaka. Der große Bogenschütze, nämlich der König von Kasi, der große Kämpfer Sikhandi, Dhrstadyumna, Virata und der unbezwingbare Satyaki, Drupada, die Söhne Draupadis und die anderen, o König, wie der Sohn Subhadras, ließen ebenfalls, mächtig bewaffnet, ihre jeweiligen Muschelhörner erschallen.

Vers19
Der Klang der verschiedenen Muschelhörner wurde tosend, und da er sowohl im Himmel als auch auf der Erde widerhallte, zerriß er die Herzen der Söhne Dhrtarastras.

Vers20
O König, da nahm Arjuna, der Sohn Pandus, der auf seinem Streitwagen saß und dessen Fahne mit dem Zeichen Hanumans versehen war, seinen Bogen auf und machte sich bereit, seine Pfeile abzuschießen, während er nach den Söhnen Dhrtarastras blickte. O König, daraufhin sprach Arjuna zu Hrsikesa [Krishna] die folgenden Worte.

Vers21-22
Arjuna sagte: O Unfehlbarer, bitte lenke meinen Streitwagen zwischen die beiden Heere, damit ich sehen kann, wer hier anwesend ist, wen es zu kämpfen gelüstet und mit wem ich mich in dieser großen Schlacht zumessen habe.

Vers23
Laß mich diejenigen sehen, die hierher gekommen sind, um zu kämpfen und so den bösartigen Sohn Dhrtarastras zu erfreuen.

Vers24
Sañjaya sprach: O Nachkomme Bharatas, so von Arjuna angesprochen lenkte Sri Krishna den vortrefflichen Streitwagen zwischen die Heere beider Parteien.

Vers25
In Gegenwart von Bhisma, DroŠa und allen anderen Herrschern der Welt sprach Hrsikesa, der Herr: O Partha, sieh nur all die Kurus, die sich hier versammelt haben.

Vers26
Da konnte Arjuna, der mitten zwischen den Heeren beider Parteien stand, seine Väter, Großväter, Lehrer, Onkel mütterlicherseits, Brüder, Söhne, Enkel, Freunde und auch seine Schwiegerväter und seine Gönner erkennen - alle waren dort versammelt.

Vers27
Als der Sohn Kuntis, Arjuna, all diese verschiedenen Grade von Freunden und Verwandten sah, wurde er von Mitleid überwältigt und sprach wie folgt.

Vers28
Arjuna sagte: Mein lieber KŠa, beim Anblick meiner Freunde und Verwandten, die so kampflustig vor mir stehen, fühle ich, wie mir die Glieder zittern und mein Mund austrocknet.

Vers29
Mein ganzer Körper zittert, und meine Haare sträuben sich. Mein Bogen Gandiva gleitet mir aus der Hand und meine Haut brennt.

Vers30
Ich bin jetzt nicht imstande, hier noch länger stehenzubleiben. Ich vergesse mich, und mein Geist taumelt. Ich sehe nur Unheil drohen, o Töter des Dämons Kesi.

Vers31
Ich kann nicht sehen, wie etwas Gutes entstehen kann, wenn ich meine eigenen Verwandten in dieser Schlacht töte; noch kann ich, mein lieber Krishna, Folgeerscheinungen wie Sieg, Königreich oder Glück begehren.

Vers32-35
O Govinda, was nützen uns Königreiche, Glück oder sogar das nackte Leben, wenn all jene, für die wir diese Dinge begehren mögen, jetzt auf dem Schlachtfeld in Reih und Glied stehen? O Madhusudana, wenn Lehrer, Väter, Söhne, Großväter, Onkel mütterlicherseits, Schwiegerväter, Enkel, Schwäger und alle Verwandten bereit sind, ihr Leben und ihre Besitztümer aufzugeben, und vor mir stehen - warum sollte ich da den Wunsch haben, sie zu töten, wenngleich ich selbst überleben mag? O Erhalter aller Geschöpfe, ich bin nicht bereit, mit ihnen zu kämpfen, nicht einmal, wenn ich dafür die drei Welten bekäme, geschweige denn diese Erde.

Vers36
Sünde wird über uns kommen, wenn wir solche Angreifer erschlagen. Deshalb ist es nicht richtig, die Söhne Dhrtarastras und unsere Freunde zu töten. Was können wir schon gewinnen, o Krishna, Gemahl der Glücksgöttin, und wie können wir glücklich sein, wenn wir unsere eigenen Verwandten erschlagen?

Vers37-38
O Janardana, zwar sehen diese Männer, von Gier überwältigt, keinen Fehler darin, die eigene Familie zu töten oder mit Freunden zu streiten, aber warum sollten wir, im Wissen um diese Sünde, genauso handeln?

Vers39
Mit der Zerstörung der Dynastie wird die ewige Familientradition vernichtet, und so wird der Rest der Familie in irreligiöse Praktiken verwickelt.

Vers40
O Krishna, wenn Irreligiosität in der Familie vorherrscht, verderben die Frauen der Familie, und wenn die Frauen entarten, o Nachkomme Vrsnis, entsteht ungewollte Nachkommenschaft.

Vers41
Wenn ungewollte Bevölkerung zunimmt, entsteht sowohl für die Familie als auch für diejenigen, die die Familientradition zerstören, eine höllische Situation. In solchen verdorbenen Familien werden den Vorvätern weder Speise noch Wasser als Opfer dargebracht.

Vers42
Durch die üblen Machenschaften derer, die die Familientradition zerstören, werden alle möglichen gemeinschaftlichen Vorhaben und Tätigkeiten, die dem Wohl der Familie dienen, zunichte gemacht.

Vers43
O Krishna, Erhalter aller Menschen, ich habe durch die Schülernachfolge gehört, daß diejenigen, die die Familienbräuche zerstören, für immer in der Hölle leiden.

Vers44
Ach, wie seltsam es ist, daß wir, getrieben von dem Wunsch, königliches Glück zu genießen, uns anschicken, schwere sündhafte Taten zu begehen.

Vers45
Ich hielte es für besser, wenn mich die Söhne Dhrtarastras unbewaffnet und widerstandslos töteten, als daß ich mit ihnen kämpfte.

Vers46
Sañjaya sagte: Nachdem Arjuna diese Worte auf dem Schlachtfeld gesprochen hatte, warf er Bogen und Pfeile zur Seite und setzte sich, von Schmerz überwältigt, auf dem Streitwagen nieder.

Während Arjuna seine Feinde beobachtete, stand er aufrecht auf dem Streitwagen; doch dann wurde er von solchem Schmerz überwältigt, daß er sich wieder nieder setzte und Bogen und Pfeile beiseite legte. Wer so gütig und weichherzig ist und sich zudem im hingebungsvollen Dienst des Herrn betätigt, ist geeignet, Wissen vom Selbst zu empfangen.

Hiermit enden die Bhaktivedanta-Erläuterungen zum Ersten Kapitel der Srimad Bhagavad-Gita mit dem Titel:
Arjuna beobachtet die Heere auf dem Schlachtfeld von Kuruksetra

Freitag, 21. April 2017

Das Ei ~ Du bist gestorben.

Das Ei
WARNUNG!
Diese Geschichte wird dich umhauen

Ja, es ist wahr. Die Geschichte, die ich dir erzählen werde, wird ohne Zweifel eine der besten Kurzgeschichten sein, die du in deinem Leben lesen wirst.
Diese Geschichte wird dich umhauen, aber auf einem ganz anderen Ebene als du es gewohnt bist. Du wirst dein Leben nie mehr auf die gleiche Weise betrachten. Wie ich das weiß?
Nun…
Ich lass dich jetzt die Geschichte lesen und du lässt mich wissen, ob ich falsch liege, ok?
Ok.
Das Ei
Du bist gestorben.
Du warst auf deinem Weg nach Hause, als du gestorben bist.

Es war ein Autounfall, nichts Besonders, aber trotzdem tödlich. Du hast eine Frau und zwei Kinder hinterlassen. Es war ein schmerzloser Tod. Die Rettungssanitäter versuchten alles, um dich zu retten, aber ohne Erfolg. Dein Körper war völlig zerschmettert und du bist tot besser dran, vertrau mir.
Und da hast du mich getroffen.
”Was…was ist passiert?” hast du gefragt. ”Wo bin ich?”
”Du bist gestorben” sagte ich sachlich.
”Es war ein… Lastwagen und er schleuderte…”
”Ja” sagte ich.
”Ich…ich bin wirklich gestorben?”
”Ja, aber fühle dich deswegen nicht schlecht. Jeder stirbt einmal” sagte ich.
Du hast dich umgesehen. Es war alles leer. Nur du und ich. ”Was ist dieser Ort?” fragtest du. ”Ist das das Jenseits?”
”Mehr oder weniger”, sagte ich.
”Bist du Gott?” fragtest du.
”Ja” antwortete ich. ”Ich bin Gott”
”Meine Kinder und meine Frau…”, sagtest du.
”Was ist mit denen?”
”Werden sie in Ordnung sein?”
”Das sehe ich gerne..” sagte ich. ”…du bist gerade gestorben und dein Hauptanliegen ist deine Familie. Das ist gut so.”
Mit Faszination schautest du mich an.
Für dich sah ich nicht aus wie Gott. Ich sah nur aus wie ein normaler Mann oder vielleicht wie eine Frau. Das Aussehen mehr von einem Lehrer, als wie der Allmächtige.
”Mach dir keine Sorgen” sagte ich. ”Es wird ihnen gut gehen. Deine Kinder werden dich als perfekt in Erinnerung haben in jeder Hinsicht. Deine Frau wird auf der Aussenseite weinen, aber heimlich ist sie erleichtert. Um fair zu sein, deine Ehe war am zerbröckeln. Wenn es ein Trost ist, sie wird sich sehr schuldig dafür fühlen, dass sie sich erleichtert fühlt.”
”Oh” sagtest du. ”…und was passiert jetzt? Gehe ich in den Himmel oder die Hölle?”
”Weder noch” sagte ich. ”Du wirst wieder geboren werden.”
”Ah”, sagtest du.” …dann hatten die Hindus also recht.”
”Alle Religionen haben auf ihre eigene Weise recht” sagte ich. ”…geh mit mir.”
Du folgtest, als wir durch die Leere schritten.
”Wohin gehen wir?”
”An keinen bestimmten Ort” sagte ich. ”…Es ist einfach schön, ein paar Schritte zu gehen, während dem sprechen.”
”Was ist denn der Punkt darin?” fragtest du. ”Wenn ich wieder geboren werde, werde ich nur eine leere Tafel sein, richtig? Ein Baby. So alle meine Erfahrungen und alles, was ich in diesem Leben gemacht und gelernt habe, werden unwichtig sein.”
”Nicht so”, sagte ich. ”Du hast in deinem Innern alle Kenntnisse und Erfahrungen aller vergangenen Leben. Du erinnerst dich einfach gerade nicht an sie.”
Ich hörte auf zu gehen und nahm dich bei den Schultern.
”Deine Seele ist prächtiger, schöner und gigantischer als man sich vorstellen kann. Ein menschlicher Geist kann nur einen winzigen Bruchteil dessen enthalten, was du bist. Es ist etwa das gleiche, wie deinen Finger in ein Glas Wasser zu stecken um zu sehen, ob es heiß oder kalt ist. Du legst einen kleinen Teil von dir selbst in das Gefäss, und wenn du es wieder herausbringst, hast du alle Erfahrungen gewonnen, die es beinhaltete.
”Du warst in den letzten 48 Jahren ein Mensch, also hast du dich noch nicht ausgedehnt und den Rest deines unermesslichen Bewusstseins gefühlt. Wenn wir hier draussen lange genug hingen, würdest du anfangen, alles zu erinnern. Aber es macht keinen Sinn, das zwischen jedem Leben zu machen.”
”Wie oft wurde ich dann wieder geboren?”
”Oh sehr oft. In vielen verschiedenen Leben” sagte ich. ”Dieses Mal wirst du ein chinesisches Bauernmädchen im Jahre 540 n.Chr. Sein.”
”Warte, was?” hast du gestottert. ”Du schickst mich zurück in der Zeit?”
”Nun, technisch gesehen ja. Zeit, wie du weißt, existiert nur in deinem Universum. Die Dinge sind anders da, wo ich herkomme.”
”Woher kommst du?” hast du gefragt.
”Ich komme von irgendwo. Irgendwo anders. Und es gibt auch andere wie ich. Ich weiß, dass du wissen willst, wie es dort ist, aber ehrlich gesagt, würdest du das nicht verstehen.”
”Oh”, sagtest du ein wenig enttäuscht”…aber warte. Wenn ich an andere Orte zurück in der Zeit reinkarniert werde, dann könnte ich irgendwann mit mir interagiert haben”
”Sicher. Passiert die ganze Zeit. Und mit beiden Leben, nur bewusst von deiner eigenen Lebensdauer, weisst du nicht einmal, dass es passiert ist.”
”Was ist der Sinn von all dem?”
”Ernsthaft?” fragte ich. ”Ernsthaft? Du fragst mich nachdem Sinn des Lebens?”
”Ist das nicht ein wenig stereotypisch?”
“Nun, es ist eine vernünftige Frage” hast du bestanden.
Ich schaute dir in die Augen.
”Der Sinn des Lebens, der Grund warum ich das ganze Universum gemacht habe ist für dich, um zu reifen.”
”Du meinst die Menschheit?” Du willst, dass wir reifen?”
”Nein, nur DU. Ich habe dieses ganze Universum für Dich gemacht. Mit jedem neuen Leben wachsen und reifen wir und werden ein größerer und größerer Intellekt.”
”Nur ich? Was ist mit allen anderen?”
”Da ist niemand” sagte ich. ”…in diesem Universum gibt es nur du und ich.”
Du starrtest mich an: ”Aber alle Menschen auf der Erde…”
”Das sind alles verschiedenen Inkarnationen von DIR.”
”Warte. Ich bin alle!?”
”Jetzt schnallst du es” sagte ich mit einem Glückwunsch-Klaps auf den Rücken.
”Ich bin jeder Mensch, der jemals gelebt hat?”
”Oder der je leben wird, ja.”
“Ich bin Abraham Lincoln?”
“Ich bin Hitler?” sagtest du entsetzt.
“Und du bist die Millionen, die er getötet hat”
“Ich bin Jesus?”
“Und du bist alle, die ihm folgten.”
Du verstummtest…
“Jedes Mal, wenn du jemanden opferst” sagte ich, “bist du dir selbst zum Opfer gefallen. Jeder Akt der Freundlichkeit, den du getan hast, hast du zu dir selbst getan. Jeder glückliche und traurige Moment, den jeder Mensch je erlebt hat, wurde oder wird von DIR erlebt.”
Du dachtest nach für eine lange Zeit.
”Warum?” fragtest du mich. ”Warum das alles?”
”Weil du eines Tages wie ich wirst. Denn das ist genau das, was du bist. Du bist einer von meiner Art. Du bist mein Kind.”
”Whoa” sagtest du ungläubig. ”Du meinst, ich bin Gott?”
”Nein, noch nicht. Du bist ein Fötus. Du bist noch immer am wachsen. Sobald du jedes menschliche Leben durch alle Zeiten gelebt hast, wirst du genug gewachsen sein, um geboren zu werden.”
”Also das ganze Universum” sagtest du ”…es ist…”
”Ein Ei” antwortet ich. ”Jetzt ist es Zeit für dich, in dein nächstes Leben weiterzugehen..”
Und ich habe dich auf deinen Weg geschickt.
Geschichte von Andy Weir, übersetzt von Erhöhtes Bewusstsein.

Das Ei – WARNUNG! Diese Geschichte wird dich umhauen |

Schlussfolgerung
Diese Geschichte hat dich umgehauen und du bist auf eine ganz neue Ebene gestiegen.
Ich wünschte, du hättest jetzt einen Spiegel vor dir, um dein Gesicht zu sehen.
Und ja, es ist unvermeidlich, darüber nachzudenken, wenn du jemand anderen triffst.
Du wirst beginnen, dich selbst zu fragen: ”Kann ich meine Mutter oder mein Bruder, mein Kind, meine Frau und mein bester Freund sein?” Du wirst darüber nachdenken, wenn du mit ihnen sprichst.
Du wirst dich noch mehr fragen: ”Kann diese hübsche Kellnerin, Leonardo DiCaprio, Ghandi und all jene Terroristen, Politiker, Soldaten ICH sein? Können die alle wirklich eine Version von mir sein?”
Das ist in Ordnung.
Hinterfrage alles.
Beginne alles mit diesen Augen zu sehen.
Stelle dir vor, wenn wir uns alle so sehen würden. Als EINS.
Auch wenn es nur eine Geschichte ist, ist es die Geschichte die zählt, welche wir glauben. Und vielleicht ist es Zeit die Geschichte zu ändern und neue zu akzeptieren. Eine Geschichte, die die Welt zu einem besseren Ort machen wird.
Es geht nicht darum, welche Geschichte wahr ist. SIE ALLE SIND WAHR.
Es ist die Geschichte, die DICH zu einer besseren Person macht.

P.S Wenn ich darüber nachdenke, schriebst du diesen Text an dich selbst.

Wie könnte es auch anders sein

Dienstag, 18. April 2017

Buch & 1 Frage-Antwort: Eckhart Tolle ~ Eine Neue Erde

"Viele Menschen, die gerade die ersten Stufen des Erwachens erleben, sind nicht mehr sicher, welche äußeren Ziele sie eigentlich noch verfolgen sollen. Was die Welt antreibt, hat für sie keinen Reiz mehr"
Eckhart Tolle

Nach seinen Bestsellern „Jetzt!“ und „Leben im Jetzt“ geht Eckhart Tolle mit seinem lange erwarteten neuen Buch einen Schritt weiter. „Eine neue Erde“ beschäftigt sich mit dem geistig-seelischen Zustand der Menschheit. Tolle geht davon aus, dass der krankhafte Zustand des menschlichen Geistes zu einer kollektiven Fehlentwicklung geführt hat und wir vor einer gefährlichen Weggabelung stehen. Unsere bisherige Sicht der Welt funktioniert nicht mehr. Wenn wir sie nicht ändern, bewegen wir uns auf zunehmend gefährlichem Terrain mit dem Potenzial zur Selbstzerstörung. Für Tolle existiert jedoch eine Alternative zu diesem düsteren Zukunftsszenario: ein innerer Quantensprung, verbunden mit einem fundamentalen Wandel von unserem alten zu einem gänzlich neuen Bewusstsein. Eckhart Tolle ist davon überzeugt, dass wir am Anfang dieser Bewusstseins-Transformation stehen.

Eckhart Tolle - Transformation der Erde & meine Verantwortung
#Verantwortung #Menschheit #DubistMenschheit
#Bewusstseinszustand #Welt #wundervollesWesen
#negativeEmotionen #Ich #erwachen #transformierteWelt #

Sonntag, 16. April 2017

Mandukya Upanishad

von Swami Krishnananda & Divya Jyoti
http://vedanta-yoga.de/narada-mandukya-karika-kommentare-zur-mandukya-upanishade/
Es wird gesagt das diese Mandukya Upanishade ausreicht um die Wirklichkeit zu erkennen, sie enthält das Wesentliche der Lehren aller Upanishaden. So sagt man auch die Essenz der Veden ist in den Upanishaden enthalten und die Essenz der Upanishaden in der Mandukya Upanishad. Hat man die Mandukya Upanishade verstanden, so sagt man, so ist Moksha die Befreiung nicht fern. So sagt Rama zu seinem Diener Hanuman:    

„Das einzige Mittel zur Erlangung der endgültigen Befreiung ist, für sich allein genommen, die Mandukya Upanishad, die für das Heil aller spirituell Suchenden ausreicht. Wird Erkenntnis dadurch nicht erreicht, dann wirst du durch das Studium der zehn Upanishaden erst Jnana und dann Meinen Platz erlangen. O Sohn des Anjana, wenn deine Erkenntnis dadurch nicht fest gegründet ist, dann befasse dich eingehend mit den 32 Upanishaden. Du sollst befreit werden. Sehnst du dich nach Videha Mukti, dann studiere die 108 Upanishaden.“

1. „Hari Om. Dieses unsterbliche Wort ist das ganze sichtbare Universum. Es umfasst: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, – alles das ist OM. Und alles, was sich jenseits dieser drei Zustände der zeitlichen Welt befindet, ist ebenfalls OM.“

2. „All dieses ist ausschließlich Brahman. Das Selbst ist Brahman. Dieses Selbst besteht und operiert aus vier Aspekten.“

3. „Der erste Aspekt ist Vaisvanara. Sein Feld ist der Wachzustand. Sein Bewusstsein ist nach außen gerichtet. Er hat sieben Glieder und neunzehn Münder. Er erfreut sich der grobstofflichen Objekte.“

4. „Der zweite Aspekt ist Taijasa. Sein Feld ist der Traumzustand. Sein Bewusstsein ist nach innen gerichtet. Er hat sieben Glieder und neunzehn Münder. Er erfreut sich der feinstofflichen Objekte.“

5. „Der dritte Aspekt ist Prajna, d.h. wo im Tiefschlaf weder Wünsche noch irgendetwas anderes wahrgenommen wird. Im traumlosen Schlaf wird man Eins mit dem Bewusstsein, das aus Glückseligkeit besteht und von ihr genährt wird. Sein Mund ist Bewusstsein.“ 

6. „Es ist der Herr von Allem, allwissend, der innewohnende Kontrolleur, die Quelle von allem. Dieses ist der Anfang und das Ende allen Seins.“

7. „Dieses ist bekannt als „das Vierte“: weder nach innen noch nach außen gerichtetes Bewusstsein, noch beides zusammen, noch eine undifferenzierte Masse des Bewusstsein, weder wissend noch unwissend, unsichtbar, unbeschreiblich, nicht greifbar, frei von Charakter, unvorstellbar, undefinierbar, sein seelisches Wesen ist das Bewusstsein des eigenen Selbst, es ist das zur „Ruhe gekommen sein“ aller verwandten Existenzen, absolut still, friedvoll, glückselig, es ist zeitloser Atman, das Selbst; dieses ist zu verwirklichen.“

8. „Dieser identische Atman oder das Selbst ist im Reich des Klangs die Silbe OM, wobei die zuvor beschriebenen vier Aspekte mit den Komponenten der Silbe identisch sind, und die Komponenten dieser Silbe mit den vier Aspekten des Selbst identisch sind. Die Komponenten der Silbe sind A, U, M.“

9. „Vaisvanara, dessen Feld der Wachzustand ist, bildet die erste Tonsilbe: A, denn es umfasst alle anderen. Wer dieses weiß, umhüllt alle wünschenswerten Objekte; er wird der Erste.“

10. „Taijasa, dessen Feld der Traumzustand ist, bildet die zweite Tonsilbe: U, weil er von außergewöhnlicher Qualität ist, denn er beinhaltet die Qualitäten der anderen beiden. Wer es weiß, erhebt seinen Fluss des Wissens und wird ebenbürtig. In dieser Familie gibt es niemanden, der Brahman nicht kennt.“

11. „Prajna, dessen Feld der Tiefschlaf ist, bildet die dritte Tonsilbe: M, weil er das Maß, in das sich alles einpasst ist. Wer es kennt, kann alles ermessen und wird zur Heimstatt aller.“

12. „Der Vierte ist ohne Klang: unsäglich, ein zur Ruhekommen für alle relativen Offenbarungen, voller Glückseligkeit, friedvoll, unteilbar. Darum ist OM der wirkliche Atman. Wer es weiß, bringt sein Selbst in das absolute Selbst ein.“

Samstag, 15. April 2017

Bhagavad Gita ~ Kapitel 18 || Schlußfolgerung - die Vollkommenheit der Entsagung

Arjuna sagte: O Starkarmiger, ich möchte den Zweck
von Entsagung [Tyaga] und des Lebensstandes der
Entsagung [Sannyasa] verstehen, o Hrsikesa, Töter des
Kesi-Dämons.

Der Höchste Herr sprach: Auf die Ergebnisse aller
Tätigkeiten zu verzichten, wird von den Weisen als
Entsagung [tyaga] bezeichnet. Und dieser Zustand wird
von großen Gelehrten der Lebensstand der Entsagung
[sannyasa] genannt.

Einige Gelehrte erklären, daß alle Arten
fruchtbringender Tätigkeiten aufgegeben werden
sollten; doch es gibt andere Weise, die der Meinung
sind, Opfer, Wohltätigkeit und Buße solle man niemals
aufgeben.

O bester der Bharatas, höre von Mir jetzt über
Entsagung. O Tiger unter den Menschen, es gibt drei
Arten von Entsagung, die in den Schriften erklärt
werden.

Opferhandlungen, Wohltätigkeit und Buße sollten nicht
aufgegeben, sondern ausgeführt werden. Selbst die
großen Seelen werden durch Opfer, Wohltätigkeit und
Buße gereinigt.

All diese Tätigkeiten sollte man ausführen, ohne ein
Ergebnis zu erwarten. Man sollte ihre Ausführung als
Pflicht betrachten, o Sohn Prthas. Das ist Meine
endgültige Meinung.

Vorgeschriebene Pflichten sollten niemals aufgegeben
werden. Wenn jemand aufgrund von Illusion seine
vorgeschriebenen Pflichten aufgibt, befindet sich solche
Entsagung in der Erscheinungsweise der Unwissenheit.

Wer vorgeschriebene Pflichten aus Furcht aufgibt oder
weil sie ihm zu mühsam erscheinen, befindet sich in der
Erscheinungsweise der Leidenschaft. Solches Handeln
führt niemals zur Stufe der Entsagung.

Die Entsagung eines Menschen jedoch, der seine
vorgeschriebene Pflicht erfüllt, weil sie getan werden
muß, und der jede Anhaftung an die Früchte seines
Tuns aufgibt, befindet sich in der Erscheinungsweise der
Tugend, o Arjuna.

Dieienigen, die in der Erscheinungsweise der Tugend
verankert sind, die weder ungünstige Arbeit hassen
noch an günstiger Arbeit haften, sind hinsichtlich ihrer
Arbeit nicht unschlüssig.

Es ist in der Tat unmöglich für verkörperte Wesen, alle
Tätigkeiten aufzugeben. Deshalb heißt es, daß derjenige,
der auf die Früchte des Handelns verzichtet, wahrhaft
entsagungsvoll ist.

Einem Menschen, der nicht entsagungsvoll ist, fallen die
dreifachen Früchte des Handelns — wünschenswerte,
unerwünschte und vermischte — nach dem Tode zu.
Diejenigen aber, die im Lebensstand der Entsagung stehen,
brauchen solche Ergebnisse nicht zu erleiden oder
zu genießen.

O starkarmiger Arjuna, lerne von Mir die fünf
Faktoren, die das Zustandekommen jeder Handlung
bewirken. Sie werden in der Sa‰khya-Philosophie
beschrieben als der Ort der Handlung, der
Ausführende, die Sinne, die Bemühung und schließlich
die Überseele.

Jede richtige oder falsche Handlung, die ein Mensch mit
Körper, Geist oder Worten ausführt, wird von diesen
fünf Faktoren verursacht.

Daher ist jemand, der sich für den alleinigen
Handelnden hält und diese fünf Faktoren nicht in
Betracht zieht, gewiß nicht sehr intelligent und kann die
Dinge nicht so sehen, wie sie sind.

Wer nicht vom falschen Ego motiviert und wessen
Intelligenz nicht verstrickt ist, ist selbst dann kein
Mörder, wenn er in dieser Welt Menschen tötet. Er wird
durch seine Handlungen nicht gebunden.

Wissen, das Ziel des Wissens und der Wissende sind die
drei Faktoren, die eine Handlung motivieren. Die Sinne,
die Arbeit und der Ausführende bilden die dreifache
Grundlage einer Handlung.

In Entsprechung zu den drei Erscheinungsweisen der
materiellen Natur gibt es drei Arten des Wissens, der
Handlung und der Ausführenden. Höre, wie Ich sie
beschreibe.

Jenes Wissen, durch das die eine ungeteilte spirituelle
Natur in allen Daseinsformen gesehen wird — ungeteilt
im Geteilten — ist Wissen in der Erscheinungsweise der
Tugend.

Das Wissen, durch das man verschiedenartige
Lebewesen in verschiedenen Körpern zu sehen glaubt,
ist Wissen in der Erscheinungsweise der Leidenschaft.

Und Wissen, durch das man an einer bestimmten Art
von Beschäftigung als dem ein und alles haftet, ohne von
der Wahrheit zu wissen, und das sehr dürftig ist,
befindet sich in der Erscheinungsweise der
Unwissenheit.

Was Handlungen betrifft, so wird jene pflichtgemäße
Handlung, die ohne Anhaftung und ohne Liebe oder
Haß von jemand ausgeführt wird, der fruchttragenden
Ergebnissen entsagt hat, als Handlung in der
Erscheinungsweise der Tugend bezeichnet.

Aber Handlungen, die mit großer Anstrengung von
jemand ausgeführt werden, der seine Wünsche zu
befriedigen sucht, und die vom falschen Ego ausgehen,
werden als Handlungen in der Erscheinungsweise der
Leidenschaft bezeichnet.

Und jene Handlungen, die in Unwissenheit und Illusion,
ohne Rücksicht auf zukünftige Knechtschaft oder
Folgen ausgeführt werden, die anderen Leid zufügen
und sinnlos sind, gelten als Handlungen in der
Erscheinungsweise der Unwissenheit.

Wer frei von allen materiellen Anhaftungen und frei
vom falschen Ego, wer entschlossen und enthusiastisch
ist und Erfolg und Mißerfolg gleichgültig
gegenübersteht, handelt in der Erscheinungsweise der
Tugend.

Wer jedoch an den Früchten seiner Arbeit haftet und
sie leidenschaftlich genießen will, wer gierig, neidisch
und unrein ist und von Glück und Leid bewegt wird,
handelt in der Erscheinungsweise der Leidenschaft.

Und wer fortwährend entgegen den Anweisungen der
Schriften handelt, wer materialistisch, eigensinnig und
betrügerisch ist und es versteht, andere zu beleidigen,
wer faul, immer verdrießlich und von zögernder Natur
ist, handelt in der Erscheinungsweise der Unwissenheit.

Jetzt, o Gewinner von Reichtum, höre bitte, wie Ich dir
im einzelnen die drei Arten von Verständnis und
Entschlossenheit in Entsprechung zu den drei
Erscheinungsweisen der Natur erkläre.

O Sohn Prthas, das Verständnis, durch das man
erkennt, was getan werden sollte und was nicht getan
werden sollte, wovor man sich fürchten muß und wovor
man sich nicht zu fürchten braucht, was bindend und
was befreiend ist, solches Verständnis gründet in der
Erscheinungsweise der Tugend.

Jenes Verständis, das zwischen religiöser und
irreligiöser Lebensweise nicht unterscheiden kann,
zwischen Handlungen, die ausgeführt, und Handlungen,
die nicht ausgeführt werden sollten — solch
unvollkommenes Verständnis, o Sohn Prthas, befindet
sich in der Erscheinungsweise der Leidenschaft.

Und solches Verständnis, o Partha, das Irreligion für
Religion und Religion für Irreligion hält, das im Bann
der Illusion und Dunkelheit steht und immer in die
falsche Richtung strebt, befindet sich in der
Erscheinungsweise der Unwissenheit.

O Sohn Prthas, jene Entschlossenheit, die niemals
gebrochen werden kann, die durch das Praktizieren von
Yoga mit Standhaftigkeit aufrechterhalten wird und so
den Geist, das Leben und die Tätigkeiten der Sinne beherrscht,
befindet sich in der Erscheinungsweise der
Tugend.

Und die Entschlossenheit, mit der man nach
fruchttragenden Ergebnissen in Religion,
wirtschaftlicher Entwicklung und Sinnenbefriedigung
strebt, befindet sich in der Erscheinungsweise der
Leidenschaft.

Und die Entschlossenheit, die über Träume, Angst,
Klagen, Verdrießlichkeit und Illusion nicht hinausgeht
— solch unintelligente Entschlossenheit befindet sich in
der Erscheinungsweise der Dunkelheit.

O bester der Bharatas, höre jetzt bitte von Mir über die
drei Arten des Glücks, das die bedingte Seele genießt
und durch die sie manchmal an das Ende allen Leids
gelangt. Das, was am Anfang wie Gift, doch am Ende
wie Nektar ist und einen zur Selbsterkenntnis erweckt,
gilt als Glück in der Erscheinungsweise der Tugend.

Jenes Glück, das aus dem Kontakt der Sinne mit ihren
Objekten gewonnen wird und das am Anfang wie
Nektar erscheint, doch am Ende wie Gift wirkt, gilt als
Glück in der Erscheinungsweise der Leidenschaft.

Und das Glück, das für Selbsterkenntnis blind macht,
das von Anfang bis Ende Täuschung ist und aus Schlaf,
Faulheit und Illusion entsteht, gilt als Glück in der
Erscheinungsweise der Unwissenheit.

Es existiert kein Wesen — weder hier noch unter den
Halbgöttern auf den höheren Planetensystemen —, das
vom Einfluß der drei Erscheinungsweisen der
materiellen Natur frei ist.

BrahmaŠas, Ksatriyas, Vaisyas und ™Sudras unterscheiden
sich durch die Eigenschaften ihres Handelns in
Entsprechung zu den Erscheinungsweisen der
materiellen Natur, o Bezwinger der Feinde.

Friedfertigkeit, Selbstbeherrschung, Enthaltsamkeit,
Reinheit, Duldsamkeit, Ehrlichkeit, Gelehrsamkeit,
Weisheit und Religiosität sind die Eigenschaften, die die
Handlungsweise der brahmaŠnas bestimmen.

Heldentum, Macht, Entschlossenheit, Geschicklichkeit,
Mut in der Schlacht, Großzügigkeit und Führungskunst
sind die Eigenschaften, die die Handlungsweise der
ksatriyas bestimmen.

Ackerbau, Kuhschutz und Handel sind die
Eigenschaften der Arbeit für die Vaisyas, und die
Aufgabe der ™Sudras besteht darin, körperliche Arbeit zu
verrichten und anderen Dienste zu leisten.

Jeder Mensch kann die Vollkommenheit erreichen,
wenn er entsprechend den Eigenschaften seiner Arbeit
handelt. Höre bitte jetzt von Mir, wie das geschehen
kann.

Durch die Verehrung des Herrn, der die Quelle aller
Lebewesen ist und der alles durchdringt, kann ein
Mensch in der Erfüllung seiner Pflicht die
Vollkommenheit erreichen.

Es ist besser, die eigene Tätigkeit zu verrichten — selbst
wenn man sie unvollkommen ausführt —, als die
Tätigkeit eines anderen zu übernehmen und sie
vollendet auszuführen. Vorgeschriebene Pflichten, die
mit der eigenen Natur übereinstimmen, werden niemals
von sündhaften Reaktionen beeinflußt.

Jede Bemühung ist von einem Fehler überschattet,
ebenso wie Feuer von Rauch verhüllt ist. Deshalb sollte
man die Tätigkeit, die der eigenen Natur entspringt,
nicht aufgeben, o Sohn Kunti…s, auch wenn solche Arbeit
fehlerhaft ist.

Man kann die Ergebnisse der Entsagung bekommen,
indem man einfach den Geist beherrscht, die Anhaftung
an materielle Dinge aufgibt und materiellen Genüssen
keine Beachtung schenkt. Das ist die am höchsten
vervollkommnete Stufe von Entsagung.

O Sohn Kunti…s, lerne von Mir in Kürze, wie man die
höchste Stufe der Vollkommenheit, das Brahman,
erreichen kann, indem man so handelt, wie Ich es jetzt
zusammenfassen werde.

Wer durch seine Intelligenz geläutert ist und den Geist
mit Entschlossenheit beherrscht, die Objekte der
Sinnenbefriedigung aufgibt, da er von Anhaftung und
Haß befreit ist, wer an einem abgelegenen Ort lebt,
wenig ißt, Körper und Zunge beherrscht, immer in
Trance versunken und losgelöst ist, wer ohne falsches
Ego, falsche Stärke, falschen Stolz, Lust und Zorn ist
und wer keine materiellen Dinge annimmt — ein solcher
Mensch wird gewiß zur Stufe der Selbstverwirklichung
erhoben.

Wer so in der Transzendenz verankert ist, erkennt
sogleich das Höchste Brahman. Er klagt niemals, noch
begehrt er irgend etwas. Er ist jedem Lebewesen
gleichgesinnt. In diesem Zustand erreicht er reinen
hingebungsvollen Dienst für Mich.

Nur durch hingebungsvollen Dienst kann man die
Höchste Persönlichkeit so verstehen, wie Sie ist. Und
wenn man sich durch solche Hingabe des Höchsten
Herrn völlig bewußt ist, kann man in das Königreich
Gottes eintreten.

Obwohl Mein Geweihter allen möglichen Tätigkeiten
nachgehen mag, erreicht er unter Meinem Schutz und
durch Meine Gnade das ewige, unvergängliche Reich.

Vertraue bei allem, was du tust, einfach auf Mich, und
handle immer unter Meinem Schutz. Sei dir bei solchem
hingebungsvollem Dienst Meiner voll bewußt.

Wenn du dir über Mich bewußt wirst, wirst du durch
Meine Gnade alle Hindernisse des bedingten Lebens
überwinden. Wenn du jedoch nicht in diesem
Bewußtsein, sondern aus falschem Ich heraus handelst,
und nicht auf Mich hörst, wirst du verloren sein.

Wenn du nicht Meiner Anweisung gemäß handelst und
nicht kämpfst, wirst du in die Irre gehen. Deine Natur
wird dich zwingen, am Kriegshandwerk teilzunehmen.

Im Banne der Illusion weigerst du dich jetzt, Meiner
Anweisung gemäß zu handeln. Doch gezwungen durch
deine eigene Natur, o Sohn Kunt…is, wirst du ohnehin
nicht anders handeln können.

Der Höchste Herr weilt im Herzen eines jeden, o
Arjuna, und lenkt die Wege aller Lebewesen, die im
Körper wie auf einer Maschine aus materieller Energie
sitzen.

O Nachkomme Bharatas, ergib dich Ihm ohne
Vorbehalt. Durch Seine Gnade wirst du
transzendentalen Frieden und das höchste, ewige Reich
erlangen.

Ich habe dir somit den vertraulichsten Teil allen
Wissens erklärt. Denke in Ruhe darüber nach, und tu
dann, was du für richtig hältst.

Weil Du Mein lieber Freund bist, teile Ich dir den
vertraulichsten Teil des Wissens mit. Höre also von Mir,
denn es ist zu deinem Nutzen.

Denke ständig an Mich, und werde Mein Geweihter.
Verehre Mich, und bringe Mir deine Ehrerbietungen
dar. Auf diese Weise wirst du ohne Fehl zu Mir
kommen. Ich verspreche dir dies, weil du Mein inniger
Freund bist.

Gib alle Arten von Religion auf, und ergib dich einfach
Mir. Ich werde dich von allen sündhaften Reaktionen
befreien. Fürchte dich nicht.

Dieses vertrauliche Wissen darf nicht denen erklärt
werden, die sich keine Entbehrung auferlegen, die nicht
hingegeben sind, nicht im hingebungsvollen Dienst tätig
sind oder die Mich beneiden.

Jemandem, der dieses höchste Geheimnis den
Gottgeweihten erklärt, ist hingebungsvoller Dienst
garantiert, und am Ende wird er zu Mir zurückkehren.

Kein Diener auf dieser Welt ist Mir lieber als er, noch
wird Mir jemals einer lieber sein.

Und Ich erkläre, daß jemand, der dieses heilige
Gespräch studiert, Mich mit seiner Intelligenz verehrt.

Und jemand, der mit Vertrauen und ohne Neid zuhört,
wird von allen sündhaften Reaktionen frei und erreicht
die Planeten, auf denen die Frommen leben.

O Arjuna, Eroberer von Reichtum, hast du all dies mit
wachem Geist vernommen? Sind Illusion und
Unwissenheit jetzt von dir gewichen?

Arjuna sagte: Mein lieber KrishnŠa, o Unfehlbarer, meine
Illusion ist jetzt vergangen. Durch Deine
Barmherzigkeit habe ich meine Erinnerung zurückgewonnen
und bin nun gefestigt und frei von Zweifel.
Ich bin bereit, nach Deinen Anweisungen zu
handeln.

Sañjaya sprach: Somit hörte ich das Gespräch der
beiden großen Seelen KŠa und Arjuna. Und so
wunderbar ist diese Botschaft, daß sich mir die Haare
sträuben.

Durch die Barmherzigkeit Vyasas habe ich diese höchst
vertrauliche Unterredung direkt vom Meister aller
Mystik, KŠrishna, gehört, der persönlich zu Arjuna sprach.

O König, wenn ich mir dieses wunderbare und heilige
Gespräch zwischen KrishnŠa und Arjuna ins Gedächtnis
rufe, erbebe ich jeden Augenblick vor Freude.

O König, wenn ich mich an die wunderbare Form Sri Krishnas
erinnere, überkommt mich noch größere
Verwunderung, und ich erfahre immer wieder neue
Freude.

Überall dort, wo KŠrishna, der Meister aller Mystiker, und
Arjuna, der größte Bogenschütze, anwesend sind,
werden gewiß auch Reichtum, Sieg, außergewöhnliche
Macht und Moral zu finden sein. Das ist meine Ansicht.

Bhagavad Gita ~ Kapitel 17 || Die verschiedenen Arten des Glaubens

Arjuna sagte: O KŠrishna, in welcher Lage befindet sich
jemand, der die Prinzipien der Schriften nicht befolgt,
sondern nach eigenen Vorstellungen Verehrung
ausführt? Befindet er sich in Tugend, Leidenschaft oder
Unwissenheit?

Der Höchste Herr sprach: Den Erscheinungsweisen der
Natur gemäß, die von der verkörperten Seele
angenommen werden, kann ihr Glaube von dreierlei Art
sein — von Tugend, Leidenschaft oder Unwissenheit.
Höre jetzt darüber.

Je nach dem Leben, das man unter dem Einfluß der
verschiedenen Erscheinungsweisen der Natur führt,
entwickelt man eine bestimmte Art von Glauben. Man
sagt, das Lebewesen habe je nach den
Erscheinungsweisen, die es angenommen habe, einen
bestimmten Glauben.

Menschen in der Erscheinungsweise der Tugend
verehren die Halbgötter; diejenigen, die sich in der
Erscheinungsweise der Leidenschaft befinden, verehren
die Dämonen, und diejenigen, die in Unwissenheit sind,
verehren Geister und Gespenster.

Diejenigen, die sich aus Stolz, Geltungsbedürfnis, Lust
und Anhaftung strenge, nicht in den Schriften
empfohlene Entbehrungen und Bußen auferlegen, die
von Leidenschaft getrieben werden und sowohl ihre
Körperorgane als auch die Überseele in ihrem Innern
quälen, sind als Dämonen anzusehen.

Selbst Nahrung — die jeder zu sich nehmen muß — ist
von dreierlei Art, je nach den drei Erscheinungsweisen
der materiellen Natur. Das gleiche gilt für Opfer,
Entbehrungen und Mildtätigkeit. Höre, und Ich werde
die Unterschiede erklären.

Nahrungsmittel in der Erscheinungsweise der Tugend
verlängern die Lebensdauer, reinigen das Dasein und
geben Kraft, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.
Solch nahrhafte Speisen sind süß, saftig, fetthaltig und
wohlschmeckend. Nahrungsmittel, die zu bitter, zu
sauer, zu salzig, zu scharf, zu trocken und zu heiß sind,
werden von Menschen geschätzt, die sich in der
Erscheinungsweise der Leidenschaft befinden. Solche
Nahrung verursacht Schmerz, Leid und Krankheit.
Nahrungsmittel, die länger als drei Stunden vor dem
Essen gekocht wurden, die ohne Geschmack, abgestanden,
faul, verwest und unsauber sind, werden von
Menschen bevorzugt, die sich in der Erscheinungsweise
der Unwissenheit befinden.

Das Opfer, das pflichtgemäß und nach den Regeln der
Schriften dargebracht wird und bei dem man keine
Belohnung erwartet, befindet sich in der
Erscheinungsweise der Tugend.

Doch jenes Opfer, das für einen materiellen Zweck oder
Nutzen oder prahlerisch, aus Stolz, dargebracht wird,
ist von leidenschaftlicher Natur, o Oberhaupt der
Bharatas.

Und jenes Opfer, das entgegen den Anweisungen der
Schriften dargebracht wird, bei dem keine spirituellen
Speisen verteilt und keine Hymnen gechantet werden,
den Priestern kein Entgelt gegeben und das ohne Glauben
ausgeführt wird — ein solches Opfer befindet sich
in der Erscheiaungsweise der Unwissenheit.

Die Enthaltung des Körpers besteht in der Verehrung
des Höchsten Herrn, der brahmanas, des spirituellen
Meisters und Höherstehender wie Vater und Mutter.
Sauberkeit, Einfachheit, sexuelle Enthaltsamkeit und
Gewaltlosigkeit sind ebenfalls Enthaltungen des
Körpers.

Enthaltung in der Rede bedeutet, wahrheitsgemäß und
zum Wohl anderer zu sprechen und Gerede zu
vermeiden, das andere verletzt. Auch sollte man
regelmäßig die Veden vortragen.

Und heitere Gemütsruhe, Einfachheit, Ernsthaftigkeit,
Selbstbeherrschung und Reinheit der Gedanken sind
Enthaltungen des Geistes.

Diese dreifache Enthaltung, die sich Menschen
auferlegen, die nicht das Ziel haben, sich selbst materiell
zu nützen, sondern den Höchsten zu erfreuen, befindet
sich in der Erscheinungsweise der Tugend.

Die prahlerischen Bußen und Enthaltungen, die man
sich auferlegt, um Achtung, Ehre und Verehrung zu
gewinnen, befinden sich in der Erscheinungsweise der
Leidenschaft. Sie sind weder beständig noch von Dauer.

Und solche Bußen und Enthaltungen, die auf törichte
Weise durchgeführt werden, indem man sich aus
Starrsinn selbst quält, oder um andere zu zerstören
oder zu verletzen, befinden sich in der
Erscheinungsweise der Unwissenheit.

Jene Gabe, die man aus Pflichtgefühl, zur rechten Zeit
und am rechten Ort einem würdigen Menschen gibt,
ohne etwas dafür zu erwarten, gilt als Wohltätigkeit in
der Erscheinungsweise der Tugend.

Doch wenn man nur wohltätig ist, weil man sich einen
Nutzen davon verspricht oder weil man sich
fruchttragende Ergebnisse wünscht, oder wenn man nur
mit Widerwillen spendet, so befindet sich diese
Wohltätigkeit in der Erscheinungsweise der
Leidenschaft.

Und Spenden, die an einem ungeeigneten Ort, zu einer
ungünstigen Zeit und unwürdigen Menschen ohne
Achtung und mit Geringschätzung gegeben werden,
gelten als Wohltätigkeit in der Erscheinungsweise der
Unwissenheit.

Seit dem Beginn der Schöpfung wurden die drei Silben
— om tat sat— verwendet, um auf die Höchste Absolute
Wahrheit [Brahman] hinzuweisen. Sie wurden von
brahmaŠas ausgesprochen, um den Höchsten
zufriedenzustellen, während sie vedische Hymnen
chanteten und Opfer darbrachten.

Um daher den Höchsten zu erreichen, bringen die
Transzendentalisten Opfer dar, sind wohltätig und
nehmen Bußen auf sich, indem sie immer mit om
beginnen.

Man sollte Opfer darbringen, sich Bußen auferlegen
und wohltätig sein, indem man dabei das Wort tat
spricht. Der Zweck solch transzendentaler Tätigkeiten
besteht darin, von der materiellen Verstrickung frei zu
werden.

O Sohn Prthas, die Absolute Wahrheit ist das Ziel des
hingebungsvollen Opfers, und Sie wird durch das Wort
sat angedeutet. Diese Werke des Opfers, der Buße und
der Wohltätigkeit, die von absoluter Natur sind, sind
zur Freude der Höchsten Person bestimmt.

Doch Opfer, Enthaltungen und Wohltätigkeiten, die
ohne Glauben an den Höchsten ausgeführt werden, sind
nicht von Dauer, o Sohn Prthas, welche Rituale auch
immer vollzogen werden. Man bezeichnet sie als asat,
und sie bringen weder in diesem noch im nächsten
Leben einen Nutzen.

Bhagavad Gita ~ Kapitel 16 || Die göttlichen und die dämonischen Naturen

Der Segenspendende Herr sprach: Furchtlosigkeit,
Läuterung seines Daseins, Kultivierung spirituellen
Wissens, Mildtätigkeit, Selbstbeherrschung,
Darbringung von Opfern, Studium der Veden, tapasya
und Einfachheit; Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und
Freisein von Zorn; Entsagung, Gleichmut, Abneigung
gegen Fehlerfinden, Mitleid und Freisein von Gier;
Freundlichkeit, Bescheidenheit und feste
Entschlossenheit; Stärke, Nachsicht, Standhaftigkeit,
Sauberkeit und Freisein von Neid und dem
leidenschaftlichen Verlangen nach Ehre — diese
transzendentalen Eigenschaften, o Sohn Bharatas,
zeichnen heilige Menschen aus, die von göttlichem
Wesen sind.

Hochmut, Stolz, Zorn, Selbstgefälligkeit, Grobheit und
Unwissenheit sind die Eigenschaften der Menschen, die
von dämonischer Natur sind, o Sohn Prthas.

Die transzendentalen Eigenschaften führen zu
Befreiung, wohingegen die dämonischen Eigenschaften
Gefangenschaft verursachen. Sorge dich nicht, o Sohn
PaЁndus, denn du bist mit den göttlichen Eigenschaften
geboren.

O Sohn Prthas, in dieser Welt gibt es zwei Arten von
Lebewesen. Die einen nennt man göttlich und die
anderen dämonisch. Ich habe dir bereits ausführlich die
göttlichen Eigenschaften erklärt. Höre jetzt von Mir
über die dämonischen.

Die Dämonen wissen nicht, was getan werden muß und
was nicht getan werden darf. In ihnen ist weder
Sauberkeit noch richtiges Betragen, noch Wahrheit zu
finden.

Sie sagen, die Welt sei unwirklich; sie habe keinen
Ursprung und es gebe keinen Gott, der sie beherrsche.
Sie sei durch sexuelles Verlangen erzeugt worden und
habe keine andere Ursache als Lust.

Weil sie sich nach solchen Schlußfolgerungen richten,
gehen die Dämonen, die sich selbst ausgeliefert sind und
keine Intelligenz haben, abscheulichen, unheilvollen
Tätigkeiten nach, die dafür bestimmt sind, die Welt zu
zerstören.

Die Dämonen, die bei unersättlicher Lust, Stolz und
falschem Prestige Zuflucht suchen und sich so in Illusion
befinden, sind unsauberer Arbeit verschworen und
fühlen sich zum Unbeständigen hingezogen.

Sie glauben, die Sinne bis ans Ende des Lebens zu
befriedigen sei die größte Notwendigkeit der
menschlichen Zivilisation. Daher haben ihre Sorgen
kein Ende. Durch Hunderttausende von Wünschen und
durch Lust und Zorn gebunden, sichern sie sich mit
illegalen Mitteln Geld für Sinnenbefriedigung.

Vers13-15
Der dämonische Mensch denkt: „So viel Reichtum
besitze ich heute, und nach meinen Plänen werde ich
noch mehr erlangen. So viel gehört mir jetzt, und es
wird in Zukunft mehr und mehr werden. Er ist mein
Feind, und ich habe ihn umgebracht, und meinen
anderen Feind werde ich ebenfalls töten. Ich bin der
Herr über alles; ich bin der Genießer; ich bin vollkommen,
mächtig und glücklich. Ich bin der reichste Mann,
umgeben von adligen Verwandten. Niemand ist so
glücklich und mächtig wie ich. Ich werde Opfer
darbringen; ich werde einige Spenden geben, und so
werde ich genießen.“ Auf diese Weise werden solche
Menschen durch Unwissenheit getäuscht.

So von vielfachen Ängsten verwirrt und in einem
Netzwerk von IIlusionen gefangen, wird man zu stark
an Sinnengenuß angehaftet und fällt in die Hölle hinab.

Selbstgefällig und immer unverschämt, von Reichtum
und falschem Prestige getäuscht, bringen sie manchmal
Opfer nur dem Namen nach dar, ohne irgendwelche
Regeln und Regulierungen zu beachten.

Verwirrt durch falsches Ego, Stärke, Stolz, Lust und
Zorn, wird der Dämon neidisch auf den Herrn, die
Höchste Persönlichkeit Gottes, der in seinem eigenen
Körper und in den Körpern der anderen gegenwärtig
ist, und lästert die wirkliche Religion.

Die Neidischen und Boshaften, die die Niedrigsten unter
den Menschen sind, werden von Mir in den Ozean der
materiellen Existenz in verschiedene dämonische Arten
des Lebens geworfen.

Da solche Menschen immer wieder unter den
dämonischen Lebensformen geboren werden, können
sie sich Mir niemals nähern. Nach und nach sinken sie
in die abscheulichsten Formen des Daseins hinab.

Es gibt drei Tore, die zu dieser Hölle führen — Lust,
Zorn und Gier. Jeder vernünftige Mensch sollte diese
drei Dinge aufgeben, denn sie führen zur Erniedrigung
der Seele.

Derjenige, der diesen drei Toren zur Hölle entgangen
ist, o Sohn Kunt…is, führt Handlungen aus, die ihn zur
Selbstverwirklichung erheben, und erreicht so
allmählich das höchste Ziel.

Wer aber die Anweisungen der Schriften mißachtet und
nach seinen Launen handelt, erreicht weder die
Vollkommenheit noch Glück, noch das höchste Ziel.

Vers24
Man sollte aus den Unterweisungen der Schriften
verstehen, was Pflicht und was nicht Pflicht ist. Wenn
man diese Regeln und Regulierungen kennt, sollte man
so handeln, daß man allmählich erhoben wird.

Bhagavad Gita ~ Kapitel 15 || Der Yoga der Höchsten Person

Der Segenspendende Herr sprach: Es gibt einen
Banyanbaum, dessen Wurzeln nach oben und dessen
Zweige nach unten gerichtet sind und dessen Blätter die
vedischen Hymnen sind. Wer diesen Baum kennt, ist der
Kenner der Veden.

Die Äste dieses Baumes, die von den drei
Erscheinungsweisen der materiellen Natur genährt
werden, breiten sich nach oben und nach unten aus. Die
Zweige sind die Objekte der Sinne. Dieser Baum hat
auch Wurzeln, die nach unten reichen und an die
fruchtbringenden Tätigkeiten der menschlichen
Gesellschaft gebunden sind.

Die wirkliche Form dieses Baumes kann nicht in dieser
Welt wahrgenommen werden. Niemand kann verstehen,
wo er endet, wo er beginnt und wo sein Ursprung liegt.
Doch mit Entschlossenheit muß man diesen Baum mit
der Waffe der Loslösung fällen und den Ort suchen, von
dem man, wenn man ihn einmal erreicht hat, nie wieder
zurückkehrt. Dort muß man sich dem Herrn, der
Höchsten Persönlichkeit Gottes, ergeben, von dem alles
begonnen hat und in dem alles seit unvordenklicher Zeit
ruht.

Wer von Illusion, falschem Prestige und falscher
Gemeinschaft frei ist, wer das Ewige versteht, die
materielle Lust hinter sich gelassen hat und von der
Dualität von Glück und Leid befreit ist und wer weiß,
wie man sich der Höchsten Person ergibt, erreicht dieses
ewige Königreich.

Dieses Mein Reich wird weder von der Sonne noch vom
Mond, noch von Elektrizität erleuchtet. Wer es erreicht,
kehrt nie wieder in die materielle Welt zurück.


Die Lebewesen in dieser bedingten Welt sind Meine
ewigen fragmentarischen Teile. Weil sie ein bedingtes
Leben führen, kämpfen sie sehr schwer mit den sechs
Sinnen, zu denen auch der Geist gehört.

Das Lebewesen in der materiellen Welt trägt seine
verschiedenen Lebensauffassungen von einem Körper
zum anderen, wie der Wind Düfte mit sich trägt.

Das Lebewesen, das einen neuen grobstofflichen Körper
annimmt, erhält eine bestimmte Art von Ohren, Zunge,
Nase und Tastsinn, die um den Geist gruppiert sind. Auf
diese Weise genießt es eine bestimmte Auswahl von Sinnesobjekten.

Die Dummköpfe können nicht verstehen, wie ein
Lebewesen seinen Körper verläßt, noch können sie
verstehen, welche Art von Körper es im Banne der
Erscheinungsweisen der Natur genießt. Diejenigen aber,
deren Augen in Wissen geschult sind, können all dies
sehen.

Der sich bemühende Transzendentalist, der
Selbstverwirklichung erreicht hat, kann all dies deutlich
erkennen. Diejenigen aber, die nicht selbstverwirklicht
sind, können trotz ihrer Bemühung nicht sehen, was vor
sich geht.

Das Licht der Sonne, das die Dunkelheit dieser ganzen
Welt vertreibt, kommt von Mir. Und das Leuchten des
Mondes und der Schein des Feuers gehen ebenfalls von
Mir aus.


Ich gehe in jeden Planeten ein, und durch Meine
Energie bleiben sie in ihrer Bahn. Ich werde zum Mond
und versorge dadurch alles Gemüse mit dem Saft des
Lebens.

Ich bin das Feuer der Verdauung in jedem lebendigen
Körper, und Ich bin die ein- und ausströmende
Lebensluft, durch die Ich die vier Arten von Nahrung
verdaue.

Ich weile im Herzen eines jeden, und von Mir kommen
Erinnerung, Wissen und Vergessen. Durch alle Veden
bin Ich zu erkennen; ja, Ich bin der Verfasser des
Vedanta, und Ich bin der Kenner der Veden.

Es gibt zwei Arten von Wesen — die Fehlbaren und die
Unfehlbaren. In der materiellen Welt ist jedes
Lebewesen fehlbar, und in der spirituellen Welt ist jedes
Wesen unfehlbar.

Außer diesen beiden gibt es die größte lebendige
Persönlichkeit, den Herrn Selbst, der in diese Welten
eingegangen ist und sie erhält.

Weil Ich transzendental bin, jenseits der Fehlbaren und
Unfehlbaren, und weil Ich der Größte bin, bin Ich
sowohl in der Welt als auch in den Veden berühmt als
die Höchste Person.

O Nachkomme Bharatas, jeder, der Mich als Höchste
Persönlichkeit Gottes kennt und daran nicht zweifelt,
muß als Kenner aller Dinge betrachtet werden, und er
beschäftigt sich daher völlig im hingebungsvollen
Dienst.

Vers20
Dies ist der vertraulichste Teil der vedischen Schriften,
o Sündloser, und Ich habe ihn dir jetzt offenbart. Wer
auch immer dieses Wissen versteht, wird weise werden,
und seine Bemühungen werden die Vollkommenheit
erreichen.

Bhangavad Gita ~ Kapitel 14 || Die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur

Der Segenspendende Herr sprach: Abermals werde Ich
dir diese erhabenste Weisheit verkünden, die Essenz
allen Wissens, durch deren Kenntnis alle Weisen die
höchste Vollkommenheit erreicht haben.

Wenn man in diesem Wissen gefestigt wird, kann man
die transzendentale Natur erreichen, die Meiner eigenen
Natur gleicht. So verankert, wird man weder zur Zeit
der Schöpfung geboren noch bei ihrer Auflösung vernichtet.

Die gesamte materielle Substanz, Brahman genannt, ist
die Quelle der Geburt, und es ist dieses Brahman, das
Ich befruchte, so daß die Geburten aller Lebewesen
möglich werden, o Sohn Bharatas.

O Sohn Kunt…is, man sollte verstehen, daß alle Arten des
Lebens durch Geburt in der materiellen Natur
ermöglicht werden und daß Ich der samengebende
Vater bin.

Die materielle Natur besteht aus den drei
Erscheinungsweisen — Tugend, Leidenschaft und
Unwissenheit. Wenn das Lebewesen mit der Natur in
Berührung kommt, wird es von diesen
Erscheinungsweisen bedingt.

O Sündloser, die Erscheinungsweise der Tugend, da
reiner als die anderen, erleuchtet und befreit einen von
allen sündhaften Reaktionen. Diejenigen, die sich in
dieser Erscheinungsweise befinden, entwickeln Wissen,
doch werden sie durch die Vorstellung, glücklich zu
sein, bedingt.

Die Erscheinungsweise der Leidenschaft wird aus
grenzenlosen Wünschen und Sehnsüchten geboren, o
Sohn Kunt…is, und deshalb ist man an materielle
fruchtbringende Tätigkeiten gebunden.

O Sohn Bharatas, die Erscheinungsweise der
Unwissenheit verursacht die Täuschung aller
Lebewesen. Die Folgen dieser Erscheinungsweise sind
Irrsinn, Trägheit und Schlaf, die die bedingte Seele
binden.

In der Erscheinungsweise der Tugend wird man durch
Glück, in Leidenschaft durch die Früchte des Tuns und
in Unwissenheit durch Irrsinn bedingt.

Manchmal gewinnt die Erscheinungsweise der
Leidenschaft die Oberhand und besiegt die
Erscheinungsweise der Tugend, o Nachkomme
Bharatas, manchmal besiegt die Erscheinungsweise der
Tugend die Leidenschaft, und ein anderes Mal besiegt
die Erscheinungsweise der Unwissenheit Tugend und
Leidenschaft. Auf diese Weise findet ein ständiger
Kampf um Vorherrschaft statt.

Die Manifestationen der Erscheinungsweise der Tugend
können erfahren werden, wenn alle Tore des Körpers
durch Wissen erleuchtet sind.

O Oberhaupt der Bharatas, wenn die
Erscheinungsweise der Leidenschaft zunimmt,
entwickeln sich Anzeichen von großer Anhaftung,
unbeherrschtem Verlangen, Begehren und großer
Anstrengung.

O Sohn Kurus, wenn die Erscheinungsweise der
Unwissenheit zunimmt, machen sich Irrsinn, Illusion,
Untätigkeit und Dunkelheit deutlich bemerkbar.

Wer in der Erscheinungsweise der Tugend stirbt,
erreicht die reinen, höheren Planeten.

Wenn man in der Erscheinungsweise der Leidenschaft
stirbt, wird man unter denen geboren, die
fruchtbringenden Tätigkeiten nachgehen, und wenn
man in der Erscheinungsweise der Unwissenheit stirbt,
wird man im Königreich der Tiere geboren.

Indem man in der Erscheinungsweise der Tugend
handelt, wird man gereinigt. Tätigkeiten, die in der
Erscheinungsweise der Leidenschaft verrichtet werden,
enden in Leid, und Handlungen, die in der
Erscheinungsweise der Unwissenheit ausgeführt
werden, enden in Dummheit.

Aus der Erscheinungsweise der Tugend entwickelt sich
wirkliches Wissen; aus der Erscheinungsweise der
Leidenschaft entwickelt sich Leid, und aus der
Erscheinungsweise der Unwissenheit entwickeln sich
Dummheit, Irrsinn und Illusion.

Menschen, die sich in der Erscheinungsweise der
Tugend befinden, gehen allmählich aufwärts zu den
höheren Planeten; diejenigen in der Erscheinungsweise
der Leidenschaft leben auf den irdischen Planeten, und
diejenigen in der Erscheinungsweise der Unwissenheit
fallen in die höllischen Welten hinab.

Wenn du erkennst, daß es in allen Tätigkeiten nichts
außer diesen Erscheinungsweisen der Natur gibt und
daß der Höchste Herr zu all diesen Erscheinungsweisen
in transzendentaler Stellung steht, kannst du Meine
spirituelle Natur verstehen.

Wenn das verkörperte Wesen fähig ist, diese drei
Erscheinungsweisen zu transzendieren, kann es von
Geburt, Tod, Alter und den damit verbundenen Leiden
frei werden und schon in diesem Leben Nektar
genießen.

Arjuna fragte: O mein lieber Herr, an welchen
Symptomen erkennt man jemanden, der zu diesen
Erscheinungsweisen in transzendentaler Stellung steht,
wie verhält er sich, und wie transzendiert er die
Erscheinungsweisen der Natur?

Vers22-25
Der Segenspendende Herr sprach: Wer Erleuchtung,
Anhaftung und Täuschung weder haßt, wenn sie
gegenwärtig sind, noch nach ihnen verlangt, wenn sie
verschwinden; wer dasitzt, als sei er unbeteiligt, weil er
sich jenseits der materiellen Reaktionen der
Erscheinungsweisen der Natur befindet; wer fest bleibt,
da er weiß, daß allein die Erscheinungsweisen aktiv
sind; wer Freude und Schmerz mit Gleichmut
betrachtet und einen Erdklumpen, einen Stein und ein
Golddück mit gleichen Augen sieht; wer weise ist und
Ruhm und Schmach als gleich ansieht; wer in Ehre und
Unehre unverändert bleibt; wer Freund und Feind
gleich behandelt und wer alle fruchtbringenden
Unternehmungen aufgegeben hat — von einem solchen
Menschen sagt man, er habe die Erscheinungsweisen
der Natur transzendiert.

Wer sich völlig in hingebungsvollem Dienst betätigt und
unter keinen Umständen zu Fall kommt, transzendiert
augenblicklich die Erscheinungsweisen der materiellen
Natur und erreicht so die Ebene des Brahman.

Vers27
Ich bin die Grundlage des unpersönlichen Brahman, das
die wesensgemäße Stellung endgültigen Glücks und das
unsterblich, unvergänglich und ewig ist.