Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti
Wir werden sehen wie wichtig es ist die radikale Revolution in den Köpfen der Menschen zu verursachen. Die Krise ist eine Krise des Bewusstseins. Ein Krise, die nicht mehr die alten Normen akzeptieren kann, die alten Muster, die uralten Traditionen. Wenn man in Betracht zieht, was die Welt jetzt ist, mit all dem Elend, den Konflikten, der zerstörerischen Brutalität, Aggressionen usw. Der Mensch ist immer noch wie er war. Er ist immer noch brutal, zerstörerisch, aggressiv, habgierig, wetteifernd. Er hat eine Gesellschaft darauf aufgebaut.

Freitag, 17. Januar 2025

Yoga Vasistha Sara deutsch || Dialog zwischen Vasishta und Sri Rama, in dem Advaita in ihrer reinen Form des Ajatavada dargelegt wird


EINLEITUNG
Das Brihat (der Große) Yoga Vasishta oder Yoga Vasishta Maha Ramayana, wie es auch genannt wird, ist ein Werk von etwa 32.000 Sanskrit-Zweizeiler, das traditionell Valmiki, dem Autor des Srimad Ramayana, zugeschrieben wird. Es handelt sich um einen Dialog zwischen dem Weisen Vasishta und Sri Rama, in dem Advaita (die Lehre von der Nicht-Dualität) in ihrer reinen Form des Ajatavada (Theorie des Nicht-Ursprungs) dargelegt wird, mit anschaulichen Geschichten dazwischen. Dieses umfangreiche Werk wurde vor einigen Jahrhunderten von Abhinanda Pandita, einem Gelehrten aus Kaschmir, in 6.000 Zweizeiler gekürzt, die unter dem Namen Laghu Yoga Vasishta zusammengefasst sind. Dies ist ein Meisterwerk für sich, wie das ursprüngliche Brihat.

Bhagavan Sri Ramana Maharshi bezog sich häufig auf Yoga Vasishta und hat sogar
sechs Zweizeiler daraus in seine Ergänzung zu den Vierzig Versen (Verse 21 bis 27) aufgenommen.

Eine weitere Verdichtung dieses Werkes wurde vor langer Zeit von einem unbekannten Autor in etwa 230 Zweizeiler, unterteilt in zehn Kapitel, als Yoga Vasishta Sara (Essenz von Yoga Vasishta) vorgenommen, von der diese Übersetzung zum ersten Mal vorgelegt wird. Mit dieser Verdichtung hat der Autor allen Sadhaks einen großen Dienst erwiesen. Dies ist in der Tat eine Goldmine, die zum wiederholten Lesen und Meditieren einlädt.
...der VERLAG

Der Yoga Vasishtha Sara (Sanskrit: योगवासिष्ठसार yogavāsiṣṭhasāra m.) oder "die Essenz (Sara) des Yoga Vasishtha" ist die kürzeste, nur 230 Verse umfassende Version des Yoga Vasishtha, das in seiner vollständigen Fassung auch als Brihad Yoga Vasishtha bezeichnet wird. Der Autor des Yoga Vasishtha Sara ist anonym. Eine etwas umfangreichere Kurzfassung des Yoga Vasishtha ist der Laghu Yoga Vasishtha.  https://wiki.yoga-vidya.de/Yoga_Vasishtha_Sara


Die Darstellung von #Gautama als sitzende, meditierende Figur symbolisiert seine grundlegende #Botschaft. Diese lautete wirklich und ganz einfach:
"Sei still - leere dich selbst - lass die Gedanken, die Wünsche und das Ego los, die diese innere Stille verhindern."
🌸 Paul Brunton 4.4.5.77

Inhaltsverzeichnis
🌸 1. Kapitel - Leidenschaftslosigkeit
🌸 2. Kapitel - Die Unwirklichkeit der Welt
🌸 3. Kapitel - Die Merkmale eines Befreiten (Jivanmukta)
🌸 4. Kapitel - Die Auflösung des Geistes
🌸 5. Kapitel - Die Auslöschung innerer Prägungen
🌸 6. Kapitel - Meditation über das Selbst
🌸 7. Kapitel - Die Methode der Läuterung
🌸 8. Kapitel - Die Verehrung des Selbst
🌸 9. Kapitel - Darlegung des Selbst
🌸 10. Kapitel ± Befreiung (Nirvana)
🌸 Die Vorstellung des Selbst im Nicht-Selbst ist Verhaftung; sie aufzugeben ist Befreiung. Es gibt weder Verhaftung noch Befreiung für das immer freie Selbst.

🌸 🙏 Für einen, der Gefallen an der Erforschung von #Fragen wie
"Was ist dieses weite Universum?" und
"Wer bin Ich?" findet,
für den wird diese Welt gänzlich unwirklich.

🌸 Ich beuge mich vor mir 🙏 selbst,
der ich in allem Sein bin, das immerdar freie Selbst,
das als inneres Bewusstsein existiert.

🌸 🙏 Die Überzeugung, dass alles das #HöchsteEineSein ist, führt einen zur Befreiung. Deshalb weise die Vorstellung der #Dualität, welche Unwissenheit ist, gänzlich zurück; weise sie gänzlich zurück.

🌸 🙏 Alles ist das #EineHöchsteSein (Brahman),
Reines Bewusstsein, das Selbst aller,
unteilbar und unveränderlich -
🌸 🙏 denke auf diese Art und Weise.

🌸 🙏 Es gibt weder ein "Ich" noch irgendein anderes Ding;
nur das #EineHöchsteSein existiert, immer voll Freude, überall -
🌸 🙏 meditiere darüber in Ruhe.

🌸 🙏 Obwohl Schmuckstücke als viele verschiedene erscheinen, so sind sie doch als Gold Eines. Obwohl die Attribute auf ähnliche Weise viele sind, so ist das Selbst in Wirklichkeit Eines.

🌸 🙏 So wie ein einziges Gesicht in einem Kristall als mehrere gespiegelt wird, so wird auch das #EineSelbst in vielen Intellekten reflektiert.

🌸 🙏 Wenn die Überzeugung unerschütterlich wird, dass alles das alles
durchdringende Bewusstsein ist, so findet das Individuum ein Ende, so
wie eine Lampe, deren Öl zur Neige gegangen ist.

🌸 🙏 So wie die Luft (oder Akash) alles im Universum durchdringt,
so weilt auch das Selbst, das Höchste,
🌸 🙏 körperlos in allem.
(Es atmet sich ein, es atmet sich aus, hält den Erlebniskörper lebendig)

🌸 🙏 Es gibt hier nur Bewusstsein;
dieses Universum ist nichts als Bewusstsein;
du bist Bewusstsein;
ich bin Bewusstsein,
die Welten sind Bewusstsein -
das ist die Schlussfolgerung.


KAPITEL VIER
AUFLÖSUNG DES VERSTANDES

1. Das Bewusstsein, das ungeteilt ist, stellt sich begehrenswerte Objekte vor und läuft ihnen nach. Es wird dann als der Verstand bezeichnet.

2. Aus diesem allgegenwärtigen und allmächtigen Höchsten Herrn entstand, wie die Wellen im Wasser, die Kraft, sich getrennte Objekte vorzustellen.

3. So wie das Feuer, das aus dem Wind geboren wird (und sich zu einer Flamme entfacht), durch denselben Wind ausgelöscht wird, so wird auch das, was aus der Vorstellung geboren wird, durch die Vorstellung selbst zerstört.

4. Der Geist ist durch diese (Vorstellung) aufgrund von Vergessenheit entstanden. Wie die Erfahrung des eigenen Todes in einem Traum hört er auf zu existieren, wenn er untersucht wird.

5. Die Vorstellung des Selbst in dem, was nicht das Selbst ist, beruht auf einem falschen Verständnis. Die Idee der Realität in dem, was unwirklich ist, oh Rama, erkenne, dass dies der Geist (chittam) ist.

6. 'Dies ist er', 'Ich bin dies', 'Das ist mein', solche (Ideen) bilden den Geist; er verschwindet, wenn man über diese falschen Ideen nachdenkt.

7. Es liegt in der Natur des Geistes, bestimmte Dinge anzunehmen und andere abzulehnen; das ist Knechtschaft, nichts anderes.

8. Der Geist ist der Schöpfer der Welt; der Geist ist das Individuum ( purusha ); nur das, was vom Geist getan wird, wird als getan angesehen, nicht das, was vom Körper getan wird. Der Arm, mit dem man die Frau umarmt, ist derselbe Arm, mit dem man die Tochter umarmt.

9. Der Geist ist die Ursache für die Objekte der Wahrnehmung (d.h. er erzeugt sie). Die drei Welten hängen von ihm ab. Wenn er aufgelöst wird, wird auch die Welt aufgelöst. Er muss durch Anstrengung geheilt (d.h. gereinigt) werden.

10. Der Geist ist durch die latenten Eindrücke (Vasanas) gebunden. Wenn es keine Eindrücke gibt, ist er frei. Deshalb, oh Rama, bringe durch Unterscheidung schnell den Zustand herbei, in dem es keine Eindrücke gibt.

11. So wie ein Wolkenstreifen den Mond befleckt (d.h. zu beflecken scheint) oder ein Tintenfleck eine mit Kalk verputzte Wand, so befleckt auch der böse Geist der Begierde den inneren Menschen.

12. Oh Rama, derjenige, der mit innerem Geist alle drei Welten wie getrocknetes Gras als Opfergabe im Feuer des Wissens darbringt, wird frei von den Illusionen des Geistes.

13. Wenn man die wahre Wahrheit über Annahme und Ablehnung kennt und an nichts denkt, sondern in sich selbst verweilt und alles aufgibt, dann entsteht der (nis) Geist nicht.

14. Der Geist ist schrecklich (ghoram) im Wachzustand, sanft (santam) im Traumzustand, dumpf (mudham ) im Tiefschlaf und tot, wenn er sich in keinem dieser drei Zustände befindet.

15. So wie das Pulver des Kataka-Samens nach dem Ausfällen des Schmutzes im Wasser mit dem Wasser verschmilzt, so wird auch der Geist (nach dem Entfernen aller Eindrücke) selbst (im Selbst) verschmolzen.

16. Der Geist ist Samsara; der Geist wird auch als Knechtschaft bezeichnet; der Körper wird durch den Geist aktiviert, so wie ein Baum durch den Wind geschüttelt wird.

17. Bezwinge zuerst deinen Geist, indem du die Handfläche mit der Handfläche drückst, die Zähne mit den Zähnen knirschst und die Glieder mit den Gliedern verdrehst.

18. Schämt sich der Narr nicht, sich in der Welt zu bewegen, wie es ihm gefällt, und über Meditation zu reden, wenn er nicht einmal den Geist bezwingen kann?

19. Der einzige Gott, der besiegt werden muss, ist der Geist. Seine Eroberung führt zur Erlangung von allem.
Ohne seine Eroberung sind alle anderen Bemühungen fruchtlos.

20. Unerschütterlich zu sein ist die Grundlage der Glückseligkeit (Sri). Durch sie erlangt man Befreiung. Für den Menschen ist selbst die Eroberung der drei Welten ohne die Eroberung des Geistes so unbedeutend wie ein Grashalm.

21. Die Verbindung mit den Weisen, das Aufgeben latenter Eindrücke, die Selbsterforschung, die Kontrolle der Atmung - das sind die Mittel, um den Geist zu bezwingen.

22. Für jemanden, der mit Leder beschlagen ist, ist die Erde so gut wie mit Leder bedeckt. Genauso ist es für den Geist, der voll (d.h. ungeteilt) ist, die Welt fließt mit Nektar über.

23. Der Geist wird durch den Gedanken 'Ich bin nicht Brahman' gebunden; er wird vollständig befreit, wenn er denkt: 'Ich bin Brahman'.

24. Wenn der Geist aufgegeben wird (d.h. sich auflöst), löst sich alles auf, was dual oder einfach ist. Was dann bleibt, ist das Höchste Brahman, friedlich, ewig und frei von Elend.

25. Es gibt nichts, was der höchsten Freude gleichkommt, die ein Mensch mit reinem Geist empfindet, der den Zustand reinen Bewusstseins erreicht und den Tod überwunden hat.


KAPITEL SECHS
MEDITATION ÜBER DAS SELBST

1. Ich, das reine, makellose und unendliche Bewusstsein jenseits von Maya, betrachte diesen Körper in Aktion wie den Körper eines anderen.

2. Der Geist, der Intellekt, die Sinne usw. sind allesamt das Spiel des Bewusstseins. Sie sind unwirklich und scheinen nur aufgrund mangelnder Einsicht zu existieren.

3. Unbeeindruckt von Widrigkeiten, ein Freund der ganzen Welt im Wohlstand, ohne Ideen von Existenz und Nichtexistenz, lebe ich frei von Elend.

4. Untätig bin ich, wunschlos, klar wie der Himmel, frei von Sehnsucht, ruhig, formlos, ewig und unbeweglich.

5. Ich habe nun klar verstanden, dass die fünf Elemente, die drei Welten und ich selbst reines Bewusstsein sind.

6. Ich stehe über allem; ich bin überall gegenwärtig; ich bin wie der Raum; ich bin das, was
(wirklich) existiert; ich bin nicht in der Lage, etwas darüber hinaus zu sagen.

7. Mögen die imaginären Wellen des Universums in mir, der ich der Ozean des unendlichen Bewusstseins bin, steigen oder fallen.
Bewusstseins bin; es gibt keine Zunahme oder Abnahme in mir.

8. Wie wundervoll, dass in mir, dem unendlichen Ozean des Bewusstseins, Wellen von Jivas (individuellen Seelen) aufsteigen, sich eine Zeit lang bewegen und entsprechend ihrer Natur wieder verschwinden.

9. Die Welt, die auf Grund meiner Unwissenheit entstanden ist, hat sich ebenfalls in mir aufgelöst. Ich erlebe die Welt nun direkt als höchste Glückseligkeit des Bewusstseins.

10. Ich werfe mich vor mir selbst nieder, der in allem Sein ist, das immer freie Selbst, das als inneres Bewusstsein wohnt.
Bewusstsein. 


KAPITEL ACHT
ANBETUNG DES SELBST

1. Wenn du dich vom Körper trennst und in der Ruhe des Bewusstseins verweilst, wirst du eins (die einzige Wirklichkeit), alles andere erscheint (unbedeutend) wie Gras.

2. Nachdem du das erkannt hast, durch das du diese (Welt) kennst, wende den Geist nach innen und dann wirst du klar sehen (d.h. erkennen), wie das Selbst erstrahlt.

3. O Raghava, das, woran du Klang, Geschmack, Form und Geruch erkennst, das erkenne als dein Selbst, das Höchste Brahman, den Herrn der Herren.

4. O Raghava, das, worin die Wesen schwingen, das, was sie erschafft, erkenne dieses Selbst als dein wahres Selbst. 

5. Nachdem du alles, was als 'Nicht-Wahrheit' erkannt werden kann, durch Vernunft verworfen hast, verbleibt das reine Bewusstsein - erkenne es als dein wahres Selbst.

6. Das Wissen ist nicht von dir getrennt, und das, was erkannt wird, ist nicht vom Wissen getrennt.
Daher gibt es nichts anderes als das Selbst, nichts Getrenntes (von ihm).

7. Alles, was Brahma, Vishnu, Siva, Indra und andere immer tun, wird von mir getan, der
Verkörperung des Bewusstseins' - denke auf diese Weise.

8. Ich bin das ganze Universum. Ich bin das unvergängliche Höchste Selbst. Es gibt weder Vergangenheit noch Zukunft außer mir' - denke auf diese Weise nach.

9. Alles ist das eine Brahman, reines Bewusstsein, das Selbst von allem, unteilbar und
unteilbar und unveränderlich - denke auf diese Weise.

10. Es gibt weder mich noch irgendetwas anderes. Nur Brahman existiert immer und überall voller Glückseligkeit' - meditiere darüber in aller Ruhe.

11. Das Gefühl, wahrzunehmen und wahrgenommen zu werden, ist allen verkörperten Wesen gemeinsam, aber der Yogi verehrt das Eine Selbst.

Donnerstag, 16. Januar 2025

Hörbuch: Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben: Ein Schlüssel zum tieferen Verständnis von Leben und Tod ♥ Sogyal Rinpoche

https://open.spotify.com/intl-de/album/20ez8mG4G7QNgv9llmRkJk

(70) Teil 2 || Sterben
 (107) Teil 3 || Tod und Wiedergeburt 

 

#Praxis001 ~ Meditation || die Haltung || Ein kostbares Geschenk aus Tibet ♥

#Praxis002 ~ Meditation || Drei Meditationsmethoden || Ein kostbares Geschenk aus Tibet ♥

Das tibetanische Totenbuch || Bardo Thödol

Tonglen "Lass Vorteil und Gewinn dem Anderen, nimm Niederlage und Verlust auf dich"



Rumi beim Tafel Gespräch
"Die Meister sagen, dass man eines auf der Welt niemals vergessen darf. Würdest du auch sonst alles vergessen, bis auf dieses eine, gäbe es keinerlei Grund zur Sorge; wenn du jedoch alles andere vollkommen im Sinn behältst und dich danach richtest, dies eine jedoch vergäßest, hättest du nichts erreicht. Es ist, als hätte der König dich in ein fremdes Land geschickt, um eine ganz bestimmte Aufgabe zu erledigen. Du gehst und erfüllst hundert wichtige Aufgaben; wenn du jedoch die eine Angelegenheit, deretwegen du geschickt wurdest, unerledigt lässt, ist es, als hättest du gar nichts erreicht. Genauso kommt der Mensch auf die Welt, um eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen, das ist sein Lebenszweck. Erfüllt er sie nicht, hat er versagt." S.159

Plato "Mythos vom Er"
Ein Krieger namens Er war nach der Schlacht für tot erklärt worden und muss wohl so was wie eine Nahtod-Erfahrung gehabt haben. Er sah während seines "Todes" viele Dinge... Kurz bevor er zurückkehrte, sah er jene, die auf die Geburt vorbereitet wurden, in schrecklicher, erstickender Hitze über das "Feld der Vergessenheit" ziehen, eine Wüste, entblößt von Bäumen und allem, was die Erde trägt. "Als es Abend wurde", so erzählt Plato, "lagerten sie beim Fluss Sorglos, dessen Wasser kein Gefäß halten kann. Ein gewisses Maß, nun von diesem Wasser sei jedem notwendig zu trinken; die aber durch Vernunft nicht bewahrt wurden, tränken über das Maß, und wie einer getrunken habe, vergesse er alles." S.115

Das Gleichnis der blinden Schildkröte,
die durch die Tiefen eines Ozean von der Größe eines ganzen Universums zieht. An der Wasseroberfläche schwimmt ein hölzerner Ring, hin und her geworfen von Wind und Wellen. Die Schildkröte kommt alle hundert Jahre nur einmal an die Oberfläche. Die Lehren sagen nun, wieder als Mensch geboren zu werden, sei weniger wahrscheinlich, als dass die Schildkröte beim Auftauchen den Kopf zufällig durch den hölzernen Ring stecke. Selbst unter denen, die eine Geburt als Mensch tatsächlich erlangt haben, so heißt es weiter, sind jene selten, die das unschätzbare Glück haben, den Lehren zu begegnen; und diejenigen, die sich darüber hinaus diese Lehren auch noch wirklich zu Herzen nehmen und sie in ihrem Handeln verwirklichen, sind so unerhört selten wie Sterne am hellichten Tag.


Den Körper verlassen 

Nun, da mir der Bardo des Todes dämmert,
will ich alles Greifen, Sehen und Anhaften aufgeben,
will unabgelenkt in das klare Gewahrsein der Lehren eintreten,
und mein Bewusstsein in den Raum des ungeborenen Rigpa
ausschleudern.
Nun, da ich diesen aus Fleisch und Blut zusammengefügten
Körper verlasse,
will ich ihn als vorübergehende Illusion erkennen.
~Tibetanische Totenbuch

Gegenwärtig ist unser Körper zweifellos das Zentrum unseres gesamten Universums. Wir identifizieren ihn, ohne nachzudenken, mit uns und unserem Ich, und diese dauernde, gedankenlose und unrichtige Gleichsetzung verstärkt wiederum unsere Illusion, Ich und Körper seien untrennbar und konkret existent. Da unser Körper so offensichtlich zu existieren - und die ganze illusorische, dualistische Welt, die wir unaufhörlich um uns herum projizieren, scheint verlässlich, solide und real. Wenn wir sterben, geht diese gesamte zusammengezimmerte Konstruktion zu Bruch.

Nach dem Tod geschieht - sehr vereinfacht ausgedrückt - folgendes: Unser Bewusstsein besteht auf seiner subtilsten Ebene ohne den Körper weiter und durchläuft eine Reihe von Zuständen, die man "Bardos" nennt. Die Lehren sagen uns, dass es letztlich keinen Grund gibt, sich vor irgendeiner der Erfahrungen nach dem Tode - wie grässlich sie auch sein mögen - zu fürchten, weil wir ja in den Bardos keine Körper besitzen. Wie kann irgend etwas einen "Nobody", einen "Niemand ohne Körper", verletzen? Das Problem besteht nun aber darin, dass die meisten Menschen mit ihrem Festhalten an einen falschen Ich und seinem gespenstischen Greifen nach einer physischen Wirklichkeit in den Bardos einfach weitermachen. Die Kontinuität dieser Illusion, die schon Wurzel allen Leidens im Leben gewesen ist, sorgt auf diese Weise im Tode für noch mehr Leiden, ganz besonders im "Bardo des Werdens". 

Wie wir sehen, ist es wesentlich, jetzt im Leben, solange wir noch einen Körper haben, seine augenscheinliche und so überzeugende Solidität als bloße Illusion zu erkennen. Am besten gelingt uns das, wenn wir nach der Meditation ein "Kind der Illusion werden", das heißt nicht mehr wie gewohnt der Versuchung erliegen, alle Wahrnehmungen von uns und der Welt solide werden lassen, sie quasi einzufrieren. Wir sollten statt dessen - wie es einem Kind der Illusion gebührt - erkennen, dass alle Phänomene illusorisch und traumgleich sind, eine Erkenntnis, die ja auch in der Meditation angestrebt wird. Diese vertiefte Verwirklichung der illusorischen Natur unseres Körpers und aller Phänomene ist eine der tiefgründigsten und inspirierendsten Erkenntnisse, die uns helfen loszulassen. 

Wenn uns dann der Tod unausweichlich mit der Tatsache konfrontiert, dass der Körper wirklich eine Illusion ist, werden wir, gerüstet und inspiriert von dieser Erkenntnis, fähig sein, seine vergängliche Natur furchtlos zu akzeptieren. Wir werden uns gelassen von allen Anhaftungen an unseren Körper freimachen und ihn freiwillig, ja sogar dankbar und freudig zurücklassen können, weil wir ihn jetzt als das erkennen, was er wirklich ist. Man könnte sagen, diese Einsicht macht uns tatsächlich fähig, zu sterben, wenn wir sterben, und so erlangen wir letztlich Freiheit. 

Denken wir uns den Tod als eigenartiges Grenzgebiet des Geistes, ein Niemandsland, in dem wir durch den Verlust unseres Körpers einerseits ungeheures emotionales Leid erfahren können, wenn wir seine illusorische Natur nicht verstehen, in dem sich uns andererseits aber die Möglichkeit grenzenloser Freiheit bietet, einer Freiheit, die gerade aus der Abwesenheit ebendieses Körpers entspringt.

Wenn wir endlich vom Körper befreit sind, der unser Selbstverständnis so lange definiert und beherrscht hat, ist die karmische Vision eines Lebens vollständig erschöpft, und all das eventuell für die Zukunft geschaffene Karma ist noch nicht manifest geworden. Im Moment des Todes öffnet sich also eine "Lücke", ein Raum, angefüllt mit ungeheuren Möglichkeiten, ein Augenblick enormer potentieller Kraft - und es zählt nur noch, wie unser Geist wirklich ist. Des physischen Körpers entledigt, steht der Geist nackt da, plötzlich entlarvt als das, was er schon immer war: der Baumeister unserer Wirklichkeit.

Wenn wir daher zum Zeitpunkt des Todes bereits eine stabile Erkenntnis der "Natur des Geistes" haben, können wir uns in einem Augenblick von allem Karma reinigen und lösen. Und wenn wir diese Erkenntnis stabil aufrechterhalten, ist es wirklich möglich, unser gesamtes Karma zum Abschluß zu bringen, indem wir in die offene Weite ursprünglicher Reinheit der "Natur des Geistes" eingehen und Befreiung erlangen. S.287-289

Mittwoch, 15. Januar 2025

Ramana ~ Summa Iru [Sei still] Wesentliche Auszüge

Summa Iru [Sei still] 

F: Wie kann ich diesen Zustand für mich selbst erreichen? 

B: Summa Iru [Sei still]! Das ist die Übung. 

F: Soll ich die ganze Zeit untätig sein? Ist es ein Verbrechen, einer gewinnbringenden oder produktiven Arbeit nachzugehen? 

B: Die Bedeutung von Summa Iru ist: „Halte deinen Geist untätig oder schlafend im Sein des Selbst“. Was den Körper betrifft, so hat er sich um sein eigenes Prarabdha [das Schicksal, das unser Leben jetzt beeinflusst] zu kümmern. Du hast kein Recht, über den Körper zu bestimmen. Du kannst nicht entscheiden, ob der Körper arbeiten oder untätig bleiben soll. Was geschehen muss, wird geschehen. Wenn der Körper dazu bestimmt ist, ohne Arbeit zu bleiben, wirst du keine Arbeit bekommen, selbst wenn du danach jagst. Wenn der Körper dazu bestimmt ist, zu arbeiten, kannst du dieses Schicksal nicht ändern, denn der Körper wird gezwungen sein, zu arbeiten. Überlasse es also der höheren Macht. Die Arbeit für den Körper kannst du nicht nach deinem Willen vermeiden oder beschaffen. Diese Freiheit hat Gott nicht bewilligt. Nur eine Freiheit ist dem Menschen gestattet – und das ist die Freiheit, in sein eigenes unsterbliches Selbst einzugehen. Dies ist ebenso der einzige „freie Wille“. 

F: Kann Meditation oder Vichara (Selbsterforschung) inmitten weltlicher Aktivitäten ausgeübt werden? 

 B: Das Gefühl „Ich arbeite“ ist das Hindernis. Frage dich: „Wer arbeitet?“ Erinnere dich daran, dich jedes Mal zu fragen: „Wer bin ich?“, wenn dich solch falsche Vorstellungen von einem Handelnden beunruhigen. Dann kann dich keine Arbeit mehr fesseln; alles wird von selbst gehen. Bemühe dich weder um Arbeit noch um den Verzicht auf Arbeit. Deine Anstrengung ist die Fessel. Bleibe einfach immer so, wie du BIST, mit einem Verstand, der mit seiner Quelle verschmolzen ist, so dass er vom Sein des Selbst nicht zu unterschieden ist, und kümmere dich nicht um die Frage, ob der Körper tätig oder müßig sein soll. Wenn du nicht anhaftend bleibst – weder anhaftend noch losgelöst, denn beides ist willentlich – wird das Prarabdha des Körpers ihn mühelos durch alle Aktivitäten tragen, die in diesem Leben für ihn vorgesehen sind. Du bleibst dem Selbst hingegeben – alles andere verschwindet. Es tauchen keine Fragen, Zweifel oder Bedenken mehr auf. Dies ist der Weg zu unerschütterlichem Shanti [Frieden]. 

(Der gesamten Text ist in – Ein totaler Laie, S. 114 – Hrsg.)




Anapanasati ♥ Die Kunst der Atemmeditation

https://ekayana-institut.de/medien/anapanasati-die-kunst-der-atemmeditation-und-achtsamkeit/ 
Lama Tilmann Lhündrup

Der Buddha sprach https://hilftachtsam.de/sutra-ueber-die-volle-vergegenwaertigung-des-atems/
https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m118z.html

Diese Übungen des Atmens in voller Achtsamkeit gehören zur ersten Verankerung der Achtsamkeit: Dem Körper.

1. Bei langem Einatmen weiß ich: »Ich atme lang ein.« Bei langem Ausatmen weiß ich: »Ich atme lang aus.«

2. Bei kurzem Einatmen weiß ich: »Ich atme kurz ein.« Bei kurzem Ausatmen weiß ich: »Ich atme kurz aus.«

3. »Ich atme ein und nehme meinen ganzen Körper bewusst wahr. Ich atme aus und nehme meinen ganzen Körper bewusst wahr.« So ist die Übung.

4. »Ich atme ein und lasse meinen Körper ruhig und friedvoll werden. Ich atme aus und lasse meinen Körper ruhig und friedvoll werden.« So ist die Übung.

Diese Übungen des Atmens in voller Achtsamkeit gehören zur zweiten Verankerung der Achtsamkeit: Den Gefühlen.

5. »Ich arme ein und empfinde ein Gefühl der Freude. Ich atme aus und empfinde ein Gefühl der Freude.« So ist die Übung.

6. »Ich atme ein und empfinde ein Gefühl des Glücks. Ich atme aus und empfinde ein Gefühl des Glücks.« So ist die Übung.

7. »Ich atme ein und nehme die Aktivitäten des Geistes in mir bewusst wahr. Ich atme aus und nehme die Aktivitäten des Geistes in mir bewusst wahr.« So ist die Übung.

8. »Ich atme ein und lasse die Aktivitäten meines Geistes ruhig und friedvoll werden. Ich atme aus und lasse die Aktivitäten meines Geistes ruhig und friedvoll werden.« So ist die Übung.

Diese Übungen des Atmens in voller Achtsamkeit gehören zur dritten Verankerung der Achtsamkeit: Dem Geist.

9. »Ich atme ein und nehme meinen Geist bewusst wahr. Ich atme aus und nehme meinen Geist bewusst wahr.« So ist die Übung.

10. »Ich atme ein und lasse meinen Geist glücklich und leicht werden. Ich atme aus und lasse meinen Geist glücklich und leicht werden.« So ist die Übung.

11. »Ich atme ein und sammle meinen Geist. Ich atme aus und sammle meinen Geist.« So ist die Übung.

12. »Ich atme ein und befreie meinen Geist. Ich atme aus und befreie meinen Geist.« So ist die Übung.

Diese Übungen des Atmens in voller Achtsamkeit gehören zur vierten Verankerung der Achtsamkeit: Den Geistesobjekten.

13. »Ich atme ein und beobachte die unbeständige Natur aller Phänomene. Ich atme aus und beobachte die unbeständige Natur aller Phänomene.« So ist die Übung.

14. »Ich atme ein und beobachte das Erlöschen der Begierde. Ich atme aus und beobachte das Erlöschen der Begierde.« So ist die Übung.

15. »Ich atme ein und betrachte die vollkommene Befreiung. Ich atme aus und betrachte die vollkommene Befreiung.« So ist die Übung.

16. »Ich atme ein und betrachte das Loslassen. Ich atme aus und betrachte das Loslassen.« So ist die Übung.

Donnerstag, 9. Januar 2025

Ramana Maharshi ♥ Aham Sphurana || Ein Einblick in die Selbstverwirklichung

F: Wird der Zustand des Bewusstseins, der – von Gedanken ungestört – beständig nur als das Selbst verbleibt, Sahajastithi [der natürliche Zustand eines Jnani] genannt?

B: Nein. Er wird Aham Sphurana genannt.

„Die Verwirklichung von Jnana ist immer ein Vritti. Es gibt einen Unterschied zwischen Jnana [geistige Veränderungen, Wissen] oder Verwirklichung und Swaroopa [Essenz], dem Wirklichen. Swaroopa ist Jnana selbst, es ist Bewusstsein; Swaroopa ist Sat Chit, das allgegenwärtig ist. Es ist immer da, erfüllt in sich selbst. Wenn du es verwirklichst, wird diese Verwirklichung Wahrhaftigkeit, Jnana genannt. Nur in Bezug auf deine Existenz spricht man von Verwirklichung oder Jnana. Wenn wir also von Jnana sprechen, meinen wir immer Vritti Jnana und nicht das Swaroopa Jnana [Wissen über die Essenz]; denn Swaroopa selbst ist immer Jnana-Bewusstsein.”

Leseprobe https://johndavidsatsang.international/de/aham-sphurana-leseprobe/

Freitag, 3. Januar 2025

Hörbuch Das Kybalion - Hermetische Philosophie ~ Das Buch der okkulten Weisheit:


0:25 Einführung 9:25 Kapitel 1 - Die hermetische Philosophie 21:24 Kapitel 2 - Die 7 hermetischen Prinzipien 22:34 · 1. Das Prinzip des Mentalismus 25:37 · 2. Das Prinzip der Korrespondenz 27:34 · 3. Das Prinzip der Schwingung 30:05 · 4. Das Prinzip der Polarität 35:26 · 5. Das Prinzip des Rhythmus 38:43 · 6. Das Prinzip von Ursache und Wirkung 41:06 · 7. Das Prinzip des Gender 43:43 Kapitel 3 - Geistige Verwandlung 54:18 Kapitel 4 - Das All-Eine 1:09:46 Kapitel 5 - Das mentale Universum 1:25:48 Kapitel 6 - Das göttliche Paradoxon 1:49:06 Kapitel 7 - Das All-Eine im Ganzen 2:10:44 Kapitel 8 - Ebenen der Korrespondenz 2:40:28 Kapitel 9 - Schwingung 2:55:14 Kapitel 10 - Polarität 3:08:54 Kapitel 11 - Rhythmus 3:24:22 Kapitel 12 - Kausalität 3:40:12 Kapitel 13 - Gender 3:53:01 Kapitel 14 - Mentales Gender 4:17:56 Kapitel 15 - Hermetische Axiome

Hörbuch OSHO: DAS BUCH DER GEHEIMNISSE Vigyan Bhairav Tantra Meditation

...gelesen von Volker Braumann ♥


Kapitel 1 Die Welt des Tantra


Kapitel 6 Der Mensch ist Schlaf

Sutra: Nimm ein einziges Sein wahr, als Erkennender und Erkanntes