Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti
Wir werden sehen wie wichtig es ist die radikale Revolution in den Köpfen der Menschen zu verursachen. Die Krise ist eine Krise des Bewusstseins. Ein Krise, die nicht mehr die alten Normen akzeptieren kann, die alten Muster, die uralten Traditionen. Wenn man in Betracht zieht, was die Welt jetzt ist, mit all dem Elend, den Konflikten, der zerstörerischen Brutalität, Aggressionen usw. Der Mensch ist immer noch wie er war. Er ist immer noch brutal, zerstörerisch, aggressiv, habgierig, wetteifernd. Er hat eine Gesellschaft darauf aufgebaut.

Samstag, 2. Oktober 2021

Osho über... den Körper, Wahrheit, Traurigkeit, Akzeptanz, Hass, Glück, Freiheit, Stille, Meditation

"Jeder befindet sich in einem Zustand von Schizophrenie, mehr oder weniger. Die Unterschiede sind nur gradweise. Jeder ist gespalten. Denn die Ausbeuter – die religiösen wie die politischen – haben sich auf folgende Strategie verlassen: Spalte den Menschen! Lass nicht zu, dass der Mensch eins wird, und er wird ein Sklave bleiben. Ein Haus, das in sich selber zerstritten ist, ist zwangsläufig schwach. Und so hat man euch gelehrt, gegen den Körper zu kämpfen. Das ist die Hauptstrategie der Teilung: euch zu spalten. "Bekämpft den Körper, der Körper ist euer Feind, es ist der Körper, der euch zur Hölle hinabzerrt. Kämpft, den Dolch in der Hand. Kämpft Tag und Nacht! Ganze Leben lang! Nur dann werdet ihr eines Tages den Sieg über ihn davontragen. Und solange ihr nicht über den Körper gesiegt habt, könnt ihr nicht in die Welt Gottes eingehen."

Jahrhunderte hat man den Menschen diesen Unsinn beigebracht, und das Ergebnis ist: Jeder ist gespalten, jeder ist gegen seinen Körper. Und wenn du gegen den Körper bist, kommst du zwangsläufig in Schwierigkeiten. Du wirst gegen deinen Körper kämpfen – und dabei bist du und dein Körper eine Energie. Der Körper ist die sichtbare Seele, und die Seele ist der unsichtbare Körper. Der Körper und die Seele sind nicht irgendwo getrennt. Sie sind Teil voneinander, sie sind Teil eines Ganzen.

Du musst den Körper annehmen, du musst den Körper lieben, du musst den Körper respektieren. Du musst deinem Körper dankbar sein – nur dann wirst du eine gewisse Ganzheit erlangen, wird es zu einer Kristallisation kommen. Andernfalls wirst du gestört bleiben. Und der Körper wird dich nicht einfach in Ruhe lassen. Selbst nach Hunderten von Jahren wird der Kampf da sein. Du kannst den Körper nicht besiegen.

Ich sage damit nicht, dass man den Körper nicht überwinden könnte, aber man kann den Körper nicht besiegen. Du kannst ihn nicht besiegen, indem du ihm feindlich begegnest; du kannst ihn überwinden, indem du freundlich bist, indem du liebevoll bist, indem du respektvoll bist, indem du ihm vertraust. Das ist genau mein Ansatz:

Der Körper ist dein Tempel; du bist die Gottheit des Tempels.

Der Tempel schützt dich, gibt dir Obdach gegen Regen, gegen Wind, gegen Hitze – er steht in deinem Dienst. Warum solltest du kämpfen? Das ist so idiotisch, wie wenn der Fahrer das Auto bekämpft. Wenn der Fahrer das Auto bekämpft, was wird passieren? Er wird das Auto zerstören, und er wird sich selber zerstören, indem er dagegen kämpft. Das Auto ist ein wunderbares Vehikel, es kann dich auf die weitesten Reisen mitnehmen.

Der Körper ist der komplizierteste Mechanismus in der Existenz. Er ist einfach erstaunlich, und gesegnet sind die, die staunen können. Fang mit dem Gefühl des Staunens bei deinem eigenen Körper an, denn der ist dir am nächsten. Nirgendwo kommt dir die Natur so nahe, kommt dir Gott so nahe, wie durch den Körper. In deinem Körper ist das Wasser der Ozeane, in deinem Körper ist das Feuer der Sterne und der Sonnen, in deinem Körper ist die Luft, dein Körper ist aus Erde gemacht...

Dein Körper repräsentiert die ganze Existenz, alle Elemente. Und was für eine Transformation, was für eine Metamorphose!

Schau auf die Erde und dann schau auf deinen Körper – was für eine Transformation! Und du hast nie darüber gestaunt! Staub ist göttlich geworden. Welch ein größeres Mysterium ist möglich? Auf welche größeren Wunder wartest du? Und du siehst jeden Tag das Wunder geschehen: Aus dem Schlamm kommt der Lotus. Und aus dem Staub hat sich unser schöner Körper erhoben. Und ein so komplexer Mechanismu
s, der so glatt läuft, ganz geräuschlos! Und er ist wirklich kompliziert.

Wissenschaftler haben sehr komplizierte Maschinen gebaut, aber nichts, was mit dem Körper verglichen werden könnte. Selbst der entwickeltste Computer ist nur ein Spielzeug verglichen mit dem inneren Mechanismus des Körpers. Und man hat euch beigebracht, ihn zu bekämpfen! Das erzeugt eine Spaltung, das sorgt dafür, dass ihr verstört bleibt, dass ihr in einem ständigen Bürgerkrieg bleibt. Und da ihr gegen euch selbst kämpft, was absolut dumm ist, wird euer Leben immer weniger zu einem Leben der Intelligenz und immer mehr zu einem der Dummheit. Und dann wollt ihr große Transformationen – ihr wollt, dass Eifersüchte wegfallen, und ihr wollt, dass die Wut verschwindet, und ihr wollt keine Habgier in euch.

Es ist unmöglich, wenn von Anfang an ein solches Missverständnis herrscht. Wie wollt ihr den Raum herstellen, wo Transformationen geschehen können, wo Wut zu Mitgefühl wird, wo Hass zu Liebe wird, wo Habgier zum Teilen miteinander wird, wo Sex zum Samadhi wird. Wie könnt ihr in einer so getrübten Verfassung hoffen, wie könnt ihr erwarten, so großartige Transformationen zu erleben?

Es kommt vor allem darauf an, die Spaltung aufzugeben, eins zu werden. Seid eins! Und dann ist alles andere möglich, ist selbst das Unmögliche möglich.

Der Weg ist sehr einfach und direkt. Selbst ein Kind kann ihn verstehen. Er ist so einfach wie 'zwei plus zwei macht vier' – sogar noch einfacher. Er ist so einfach wie das Lied eines Vogels. So einfach wie eine Rosenblüte – einfach und schön. Einfach und von ungeheurer Großartigkeit, aber nur ein ungetrübter Geist kann das verstehen, nur ein ungetrübter Geist hat die Fähigkeit, das zu sehen. Andernfalls lebst du in Gier, lebst du in Wut, in Eifersüchten und in Hass. Du kannst so tun als ob – du kannst an der Oberfläche ein Heiliger werden, aber tief drinnen wirst du ein Sünder bleiben. Und die größte Sünde ist, dich selber zu spalten.

Die größte Sünde wird nie gegen andere begangen, sie wird immer gegen dich selbst begangen. Dies ist ein Zustand des Selbstmordes, diese Spaltung zu erzeugen zwischen deinem Körper und dir selbst. Indem du den Körper verdammst, kannst du nur zum Heuchler werden, kannst du nur ein Leben der Scheinheiligkeit führen."
Aus: The Way of the Buddha: The Dhammapada


...ÜBER DIE WAHRHEIT
"Sei zuerst eins mit dir selbst. Das ist der erste Schritt der Unio Mystica: mit sich selbst eins sein. Und dann der zweite Schritt und dann der letzte: mit der Existenz eins sein. Der zweite ist leicht, der erste ist durch so viel Konditionierung, so viel Erziehung und so viele Bemühungen, dich zu zivilisieren, schwierig geworden. Der erste ist schwierig geworden.
Wenn du den ersten Schritt, dich selbst anzunehmen und von Moment zu Moment zu lieben wie du bist, getan hast... Zum Beispiel, du bist traurig. In diesem Moment bist du traurig. Deine ganze Konditionierung sagt: Du solltest nicht traurig sein, das ist nicht gut. Du solltest nicht traurig sein, du musst glücklich sein. Damit fängt die Spaltung an, das Problem fängt an.
Wenn du traurig bist, ist das deine Wahrheit in diesem Moment.
Und deine Konditionierung, dein Verstand sagt: Du solltest anders sein, du musst glücklich sein. Lächle! Was denken die Leute von dir?
Vielleicht verlässt dich deine Frau, wenn du so traurig bist, vielleicht lassen dich deine Freunde im Stich, wenn du so traurig bist, und dein Geschäft geht pleite, wenn du weiterhin so traurig bist. Du musst lachen, du musst lächeln, wenigstens musst du so tun, als wärst du glücklich. Wenn du Arzt bist, fühlen sich deine Patienten nicht gut, wenn du so traurig bist. Sie möchten einen Arzt, der glücklich ist, fröhlich, gesund, und du siehst so traurig aus. Du musst lächeln selbst wenn es nicht echt ist, bring ein falsches Lächeln zustande, aber lächle! Tu wenigstens so, täusche es vor.
Das ist das Problem, du tust nur so, du schauspielerst. Du bringst ein Lächeln zustande, aber dann bist du nicht mehr eins mit dir. Du hast die Wahrheit unterdrückt, du bist scheinheilig geworden.
Und der Scheinheilige wird von der Gesellschaft geschätzt. Er wird zum Heiligen, zum großen Führer, und der Scheinheilige wird zum Mahatma. Und alle fangen an, ihm zu folgen, der Scheinheilige ist dein Ideal.
Darum kannst du dich selbst nicht kennenlernen. Wie kannst du dich kennenlernen, wenn du dich nicht annimmst? Du unterdrückst dein Wesen ständig. Was kann man also tun? Wenn du traurig bist, nimm die Traurigkeit an: Das bist du. Sage nicht: Ich bin traurig , sage nicht, dass Traurigkeit etwas von dir Getrenntes ist. Sag einfach: Ich bin Traurigkeit, in diesem Moment bin ich Traurigkeit.
Lebe deine Traurigkeit in völliger Authentizität.
Und du wirst überrascht sein, dass sich wie ein Wunder eine Tür in deinem Sein öffnet. Wenn du deine Traurigkeit ohne die Idee, glücklich sein zu müssen, zulassen kannst, wirst du sofort glücklich, weil die Spaltung verschwindet. Es gibt keine Spaltung mehr. Ich bin Traurigkeit , und es gibt kein Ideal mehr, irgendetwas anderes zu sein. Da gibt 's dann keine Anstrengung, keinen Konflikt mehr. Ich bin einfach so , und dann kannst du einfach entspannen. Und diese Entspannung hat Anmut, diese Entspannung birgt Freude in sich.
Alle psychischen Schmerzen gibt es nur, weil du gespalten bist. Schmerz bedeutet Spaltung und Glückseligkeit bedeutet Nicht-Spaltung. Es mag paradox erscheinen: Du bist traurig, wie kannst du froh werden, indem du deine Traurigkeit annimmst? Es sieht paradox aus, aber es ist so. Probier es.
Ich sage nicht: Nimm deine Traurigkeit an, damit du glücklich wirst , das ist es nicht, was ich sage. Wenn das deine Motivation ist, passiert gar nichts, dann kämpfst du noch. Aus den Augenwinkeln heraus beobachtest du alles: Jetzt ist schon so viel Zeit vergangen, ich habe sogar meine Traurigkeit angenommen und ich sage: Ich bin Traurigkeit , und immer noch kommt keine Freude auf. So wird sie nicht aufkommen.
Freude ist kein Ziel, sie ist eine Begleiterscheinung.
Sie ist die natürliche Folge davon, eins mit sich zu sein, eine Einheit zu sein. Mit dieser Traurigkeit eins zu sein, ohne Motivation, ohne speziellen Zweck. Es gibt überhaupt keinen Zweck. So bist du in diesem Moment. Das ist deine Wahrheit in diesem Moment. Möglicherweise bist du im nächsten Moment wütend: Nimm auch das an. Und im nächsten Moment fühlst du dich wieder anders: Nimm auch das an.
Lebe von Moment zu Moment mit großer Akzeptanz, ohne eine Spaltung zu schaffen, dann bist du auf dem Weg, dich selbst zu erkennen. Selbsterkenntnis passiert nicht, indem du die Upanishaden liest und still sitzt und Aham Brahmasmi, ich bin Gott rezitierst. Das sind alles dumme Anstrengungen. Entweder du weißt, dass du ein Gott bist oder nicht. Du kannst das dein Leben lang wiederholen. Aham Brahmasmi, ich bin Gott. Du kannst dein ganzes Leben damit verplempern, es zu wiederholen, aber du wirst es nicht wissen.
Wenn du es weißt, brauchst du es nicht zu wiederholen. Warum solltest du es wiederholen? Wenn du es weißt, weißt du es. Wenn du es nicht weißt, wie kannst du es dann durch Wiederholung erfahren? Schau dir einfach mal diese Dummheit an.
Aber das ist es, was in diesem Land gemacht wird, auch in anderen Ländern, in Klöstern und Ashrams. Was machen die Menschen? Sie wiederholen wie Papageien.
Ich gebe dir einen völlig neuen Ansatz. Nicht durch die Wiederholung der Bibel oder der Vedas wirst du ein Wissender, nein, dadurch wirst du nur gelehrt. Wie macht man das also, sich selbst kennenzulernen?
Lass die Spaltung fallen, die Spaltung ist das ganze Problem. Du bist gegen dich selbst. Lass alle Ideale fallen, sie erzeugen Widersprüche in dir.
Du bist wie du bist, nimm das mit Freuden an, mit Dankbarkeit.
Und plötzlich fühlst du dich in Harmonie. Die beiden Selbste in dir, das Idealselbst und das Realselbst kämpfen nicht mehr gegeneinander. Sie treffen sich und verschmelzen zu einer Einheit.
Nicht die Traurigkeit selbst verursacht dir Schmerzen. Es ist die Interpretation, dass Traurigkeit falsch ist, was dir Schmerzen verursacht, und das wird zu einem psychischem Problem. Es ist nicht die Wut, die schmerzt, es ist die Idee, dass Wut falsch ist, was psychische Ängste verursacht. Es ist die Interpretation, nicht die Tatsache. Die Tatsache ist immer befreiend.
Jesus sagt: Wahrheit befreit. Und das ist ungeheuer wichtig. Ja, Wahrheit befreit, aber nicht das Wissen um die Wahrheit. Sei die Wahrheit, und sie befreit. Sei die Wahrheit, und die Befreiung kommt von selbst. Du brauchst sie nicht herbeizuführen, du brauchst nicht auf sie zu warten, sie passiert direkt.
Wie kann man die Wahrheit sein? Du bist die Wahrheit schon. Du trägst nur falsche Ideale mit dir rum; und die verursachen deine Schwierigkeiten. Lass die Ideale fallen: Sei für ein paar Tage ein natürliches Wesen. So wie die Bäume und die Tiere und Vögel, nimm dich an wie du bist, und du wirst eine großartige Stille erleben. Wie könnte es anders sein? Wenn du nicht interpretierst, ist Traurigkeit sehr schön, sie hat Tiefe.
Dann ist auch Wut schön, sie hat Lebendigkeit, Vitalität. Dann ist auch Sexualität schön, denn sie hat Schöpferkraft.
Wenn es keine Interpretation mehr gibt, ist alles schön.
Und wenn alles schön ist, bist du entspannt.
In dieser Entspannung bist du eins mit deiner Quelle, und das gibt dir Selbsterkenntnis. Erkenne dich selbst bedeutet, eins mit der eigenen Quelle zu sein. Es ist keine Frage von Wissen, es ist eine Frage innerer Transformation.
Über welche Transformation spreche ich? Ich gebe dir kein Ideal, dem du nacheifern sollst, ich sage nicht, dass du dich, so wie du bist, transformieren sollst, um jemand anders zu werden. Du brauchst dich nur in das, was du bist, hinein zu entspannen, dann merkst du es.
Hast du gehört, was ich sage? Begreife den Punkt: Das befreit dich, du wirst eine wunderbare Harmonie spüren, eine wunderschöne Musik hören, die Musik der Selbsterkenntnis. Und dein Leben wird sich verändern.
Dann hast du den Zauberschlüssel, der alle Türen öffnet.
Wenn du deine Traurigkeit annimmst, wird sie sich auflösen. Wie lange kannst du noch traurig sein, wenn du sie annimmst? Wenn es dir gelingt, deine Traurigkeit anzunehmen, kannst du sie auch in dein Sein aufnehmen, sie wird zu deiner Tiefe."
Aus: Unio Mystica, Vol. I

...ÜBER DIE TRAURIGKEIT
"Du kannst die Einstellung finden, sogar dein Unglück zu feiern. Zum Beispiel: Du bist traurig – identifiziere dich nicht mit dieser Traurigkeit. Werde Zeuge und genieße die Momente der Traurigkeit, denn sie haben ihre eigene Schönheit. Das hast du nie beobachtet; du hast dich so sehr damit identifiziert, dass du nie in die Schönheit eines traurigen Moments eingetaucht bist. Wenn du es beobachtest, wirst du überrascht sein, welche Schätze dir entgangen sind.
Schau hin – wenn du glücklich bist, hast du nicht die Tiefe, die du in deiner Traurigkeit hast.
Traurigkeit hat Tiefe, Glück ist dagegen flach. Schau dir glückliche Menschen an, die sogenannten glücklichen Menschen, die Playboys und Playgirls – du findest sie in Clubs, in Hotels, in Theatern – sie lächeln immer und sprudeln vor Fröhlichkeit. Du wirst sie flach und oberflächlich finden. Sie haben keine Tiefe. Glück ist wie Wellen an der Oberfläche, du lebst ein flaches Leben. Aber Traurigkeit hat Tiefe. Wenn du traurig bist, sind es nicht nur Wellen an der Oberfläche, es ist die Tiefe des Pazifischen Ozeans, Meilen um Meilen tief.
Begib dich in diese Tiefe, beobachte es. Glück ist laut, Traurigkeit hat ihre eigene Stille. Glück mag wie der Tag sein, Traurigkeit ist wie die Nacht. Glück mag wie das Licht sein, Traurigkeit ist wie die Dunkelheit. Licht kommt und geht, Dunkelheit bleibt, sie ist ewig. Licht ist manchmal da, Dunkelheit ist immer da. Wenn du in deine Traurigkeit hineingehst, kannst du all diese Dinge spüren. Plötzlich wird dir bewusst, dass die Traurigkeit wie ein Objekt ist, das du betrachtest und beobachtest, und dann wirst du dich auf einmal glücklich fühlen.
Solch schöne Traurigkeit – eine Blume der Dunkelheit, eine Blume von ewiger Tiefe.
Wie eine bodenlose Tiefe, so still, so wohlklingend; es gibt überhaupt keinen Lärm, keine Störung. Man kann endlos weiter und weiter fallen, und man kann völlig verjüngt daraus hervorkommen. Es ist eine Erholungspause.
Es kommt auf die Einstellung an. Wenn du traurig bist, denkst du, dass dir etwas Schlimmes widerfahren ist. Das ist nur eine Interpretation, dass dir etwas Schlimmes widerfahren ist, und dann fängst du an, davor wegzulaufen. Du meditierst nicht darüber. Du möchtest irgendwohin gehen: zu einer Party, in einen Club, du machst den Fernseher an oder das Radio, oder du fängst an, Zeitung zu lesen – irgendetwas, damit du vergessen kannst. Das ist eine falsche Einstellung, die dir mitgegeben wurde, dass Traurigkeit falsch ist. Nichts ist falsch damit. Sie ist eine andere Polarität des Lebens.
Glück ist ein Pol, Traurigkeit ist ein anderer. Glückseligkeit ist ein Pol, Unglück ist ein anderer. Das Leben besteht aus beidem, und da beide dazugehören, ist das Leben ein Ritual. Ein Leben, das nur aus Glückseligkeit besteht, hat Weite. Ein Leben, das nur aus Traurigkeit besteht, hat Tiefe, aber es hat keine Weite. Ein Leben aus beidem, Glückseligkeit und Traurigkeit, ist multidimensional; es bewegt sich gleichzeitig in alle Richtungen. Schau dir eine Buddhastatue an, oder schau manchmal in meine Augen, da wirst du beides gleichzeitig finden, eine Glückseligkeit, einen Frieden und auch Traurigkeit. Du findest Glückseligkeit, die auch Traurigkeit enthält, diese Traurigkeit gibt ihnen Tiefe. Schau dir Buddhas Statue an – glückselig, aber auch traurig. Das Wort traurig an sich vermittelt dir eine falsche Bedeutung, dass etwas nicht in Ordnung ist. Das ist deine Interpretation.
Was mich angeht, ist das Leben als Ganzes gut. Und nur wenn du das Leben als Ganzes verstehst, kannst du es feiern, anders nicht. Feiern bedeutet: was auch immer geschieht, ich werde es feiern. Das Fest ist nicht von bestimmten Dingen abhängig: Wenn ich glücklich bin, feiere ich – wenn ich unglücklich bin, feiere ich nicht.
Feiern ist nicht abhängig von Bedingungen.
Es macht mich unglücklich – gut, ich feiere es. Es macht mich glücklich – gut, ich feiere es. Zu feiern ist meine Einstellung, unabhängig davon, was das Leben mir bringt.
Aber es taucht ein Problem auf, denn immer wenn ich Worte benutze, bringt dein Verstand eine Bedeutung hinein. Wenn ich sage feiere , dann denkst du, man sollte glücklich sein. Wie kann man feiern, wenn man traurig ist? Ich sage nicht, dass man glücklich sein muss um zu feiern. Feiern ist Dankbarkeit für alles, was das Leben dir gibt. Zu feiern heißt dankbar sein für alles, was die Existenz dir gibt; es ist Dankbarkeit."
Aus: Yoga: The Alpha and the Omega, Vol. 4

...ÜBER AKZEPTANZ
„Die Menschen haben dich beurteilt, und du hast ihre Ideen ohne Überprüfung angenommen. Du leidest unter den Urteilen von allen möglichen Leuten, und du beurteilst andere Menschen. Und dieses Spiel ist völlig unverhältnismäßig geworden, die ganze Menschheit leidet darunter.
Wenn du da austeigen möchtest, ist das erste: Verurteile dich nicht selbst. Nimm deine Unvollkommenheit bescheiden an, dein Scheitern, deine Fehler, dein Schwächen. Du brauchst nichts vorzutäuschen. Sei einfach du selbst: ‚So bin ich, voller Angst, ich kann nicht in die Dunkelheit gehen, ich kann nicht in den dunklen Wald gehen.‘ Was ist daran falsch? – Es ist einfach menschlich.
Wenn du dich selbst einmal annimmst, kannst du auch andere annehmen, denn du kannst klar sehen, dass sie unter derselben Krankheit leiden. Und wenn du sie akzeptierst, hilft ihnen das, sich auch selbst zu akzeptieren.
Wir können den ganzen Prozess umkehren: Nimm dich selbst an. Das befähigt dich, andere anzunehmen. Und weil jemand sie annimmt, lernen sie die Schönheit der Akzeptanz zum ersten Mal kennen – wie friedvoll sich das anfühlt – und sie akzeptieren auch andere.
Wenn die ganze Gesellschaft dahin kommt, dass jeder so angenommen wird, wie er ist, werden sich fast 99 Prozent aller Leiden einfach auflösen – sie sind durch nichts begründet – und eure Herzen werden sich von selbst öffnen und eure Liebe wird fließen.“
Aus: The Transmission of the Lamp

....ÜBER HASS
"Wenn du auf jemanden wütend bist, und du lässt deine Wut an ihm aus, dann löst du eine Kettenreaktion aus. Nun wird auch er wütend. Das kann über viele Leben so weitergehen, und ihr werdet immer wieder Feinde sein. Wie kannst du das beenden? Es gibt nur eine Möglichkeit: Du kannst es nur in Meditation beenden, nirgendwo sonst, weil du in Meditation nicht auf jemanden wütend bist: Du bist einfach nur wütend.
Dieser Unterschied ist grundlegend. Du bist nicht auf jemanden wütend. Du bist einfach nur wütend, und die Wut wird in das Universum entlassen. Du bist niemandem gegenüber hasserfüllt. Wenn Hass kommt, bist du einfach hasserfüllt und der Hass wird hinausgeworfen. In Meditation werden Emotionen nicht auf jemanden gerichtet. Sie haben keine richtung. Sie wandern ins Universum und der Kosmos reinigt alles.
Das ist genauso, wenn ein verschmutzter Fluss in den Ozean fällt: Der Ozean wird ihn reinigen. Wann immer sich deine Wut, dein Hass, deine Sexualität ins Universum, in den Ozean ergießt – er reinigt es. Wenn ein verschmutzter Fluss in einen anderen Fluss einmündet, wird der andere Fluss auch verschmutzt. Wenn du auf jemanden wütend bist, bewirfst du ihn mit deinem Dreck. Dann wird er seinen auch auf dich werfen, und es kommt zu einem gegenseitigen Beschmutzungsprozess.
In Meditation wirfst du dich selbst in den Kosmos, um gereinigt zu werden. Die gesamte Energie, die du hinauswirfst, wird im Universum gereinigt. Das Universum ist so unermesslich, der Ozean so groß, du kannst sie gar nicht verschmutzen. In Meditation sind wir nicht mit Personen verbunden. In Meditation sind wird direkt mit dem Universum verbunden."
Aus: The Supreme Doctrine

...ÜBER DAS GLÜCK
„Als wahrhaft religiöser Mensch übernimmst du die Verantwortung für alles, was du bist. Und sofort kommst du zu der Einsicht: ‚Wenn ich selbst für mein Leid verantwortlich bin, dann ist es einfach, ich kann es loslassen. Es ist meine Wahl. Ich werde mich dagegen entscheiden.‘
Ein Sufi Mystiker, der immer glücklich war, wurde gefragt … Siebzig Jahre lang hatten die Leute ihn beobachtet, und er war nie unglücklich gewesen. Eines Tages fragten sie ihn: ‚Was ist das Geheimnis deines Glücks?‘ Er sagte: ‚Es gibt kein Geheimnis. Jeden Morgen wenn ich aufwache, meditiere ich für fünf Minuten und ich sage mir: ‚Hör zu, du hast jetzt zwei Möglichkeiten, du kannst unglücklich sein, oder du kannst glücklich sein. Entscheide dich.‘ Und ich habe mich immer dafür entschieden, glücklich zu sein.‘
Dir stehen alle Alternativen offen. Entscheide dich für das Glück! Es gibt sogar Menschen, die können im Gefängnis glücklich sein, und es gibt Menschen, die sind selbst dann unglücklich, wenn sie in Marmorpalästen leben. Es kommt nur auf dich an.“
Aus: Unio Mystica, Vol. 2

...ÜBER FREIHEIT
„Meine Vision von Freiheit ist, du selbst zu sein. Es geht nicht darum, frei von etwas zu werden. Diese Freiheit ist keine Freiheit, weil sie von außen kommt, sie hat eine Ursache. Das Ding, von dem du dich abhängig gefühlt hast, ist in deiner Freiheit immer noch vorhanden. Du stehst in seiner Pflicht. Ohne es wärst du nicht frei geworden. Die Freiheit, alles zu tun, was du willst, ist auch keine Freiheit, denn das Wollen, das Verlangen, etwas zu tun, entsteht im Kopf – und du bleibst an deinen Kopf gebunden. Die Freiheit von Dingen ist abhängig von außen. Die Freiheit, etwas zu tun, hängt auch von außen ab. Die pure Freiheit darf nicht von außen abhängig sein … Die Freiheit, über die ich gesprochen habe, bist du – in völliger Stille, Gelassenheit, Schönheit, Glückseligkeit.“ Aus: You Are Born As Freedom
 
...ÜBER DIE FREIHEIT
„Jeder meint, dass andere für sein Elend verantwortlich sind. Der Ehemann denkt, die Frau sei für sein Elend verantwortlich, die Ehefrau denkt, der Ehemann sei für ihr Elend verantwortlich, die Kinder denken, die Eltern seien für ihr Elend verantwortlich, die Eltern meinen, die Kinder seien für ihr Elend verantwortlich. Es ist so komplex geworden. Und immer, wenn jemand anderes für dein Elend verantwortlich ist, bist du dir nicht bewusst, dass du deine Freiheit verlierst, wenn du die Verantwortung abgibst.
Verantwortung und Freiheit sind zwei Seiten derselben Medaille …
Natürlich, wenn dein Elend von anderen kommt, muss dein Glück auch von anderen kommen. Aber was machst du dann? Du bist weder für dein Elend noch für dein Glück verantwortlich – was ist dann deine Funktion? Was ist dein Zweck? – Bist du nur ein Ziel für ein paar Menschen, die dich unglücklich machen oder für andere, die dir helfen und dich retten und dich glücklich machen? Bist du nur eine Marionette?
Alle Fäden liegen in den Händen anderer. Du respektierst deine Menschlichkeit nicht, du respektierst dich selbst nicht. Du liebst dein eigenes Sein nicht, deine eigene Freiheit.“
Aus: The Master Is a Mirror
 
 
...ÜBER STILLE
"Lerne still zu sein. Zumindest mit deinen Freunden, mit deinen Liebhabern, mit deiner Familie, mit deinen Reisegefährten hier, setzt euch manchmal still zusammen. Schwätzt nicht einfach weiter, redet nicht einfach weiter. Hört auf zu reden, und nicht nur äußerlich – hört auch innen auf zu reden. Macht eine Pause. Sitzt einfach still, macht gar nichts, seid einfach präsent füreinander. Und bald werdet ihr einen neuen Weg finden miteinander zu kommunizieren. Und das ist der richtige Weg.
 
Beginnt eure Kommunikation manchmal in Stille. Haltet euch bei den Händen, sitzt still da. Schaut einfach den Mond an, fühlt den Mond, und fühlt ihn beide in Stille. Und du wirst sehen, es wird eine Verbundenheit entstehen – nicht nur eine Unterhaltung, sondern eine Verbundenheit. Eure Herzen werden im gleichen Rhythmus schlagen. Ihr werdet den gleichen inneren Raum teilen. Ihr werdet die gleiche Freude empfinden. Euer Sein wird sich überschneiden. Das ist Verbundenheit. Du hast dich ohne ein Wort mitgeteilt, und es gibt keine Missverständnisse."
Aus: This Very Body the Buddha 

...ÜBER MEDITATION
"Was ist Meditation? Ist es eine Technik, die du praktizieren kannst? Ist es eine Anstrengung, die du unternehmen musst? Ist es etwas, was der Verstand erreichen kann? Das ist es nicht.
Alles, was der Verstand tun kann, kann nicht Meditation sein – es ist etwas jenseits des Verstandes, wo der Verstand völlig hilflos ist.
Der Verstand kann nicht in Meditation eindringen, Meditation beginnt da, wo der Verstand endet. Das muss erinnert werden, denn in unserem Leben, was auch immer wir tun, wir tun es mit Hilfe des Verstandes, was auch immer wir erreichen, wir erreichen es mit Hilfe des Verstandes.
Und dann, wenn wir nach innen gehen, denken wir wiederum in Begriffen wie Techniken, Methoden, Tätigkeiten, denn unsere ganze Lebenserfahrung zeigt uns, dass alles nur mit dem Verstand getan werden kann. Ja – außer Meditation kann alles mit dem Verstand getan werden.
Alles wird mit dem Verstand gemacht, außer Meditation. Denn Meditation ist keine Leistung – sie ist schon da, sie ist deine Natur. Sie muss nicht erlangt werden, sie muss nicht nur erkannt werden, sie muss nur erinnert werden. Sie wartet auf dich – wende dich einfach nach innen, und schon ist sie da. Du hast sie immer und immer schon in dir getragen.
Meditation ist deine innere Natur. Du bist Meditation, sie ist dein Sein, sie hat mit deinen Tätigkeiten nichts zu tun. Du kannst sie nicht haben, du kannst sie nicht nicht haben. Sie kann nicht besessen werden, sie ist kein Ding.
Du bist Meditation, sie ist dein Sein."
Aus: Ancient Music in the Pines
 
...ÜBER DAS GLÜCK 
"Unglückliche Menschen sind gefährlich, einfach weil es ihnen egal ist, ob die Erde überlebt oder nicht. Sie sind so unglücklich, dass sie insgeheim vielleicht denken, es wäre besser, alles ginge zu Ende. Was kümmert's dich, wenn du im Unglück lebst? Nur glückliche Menschen, ekstatische Menschen, tanzende Menschen möchten, dass diese Erde ewig weiterlebt.
Ernst ist nur eine Krankheit der Seele: Ehrlichkeit ist dagegen etwas ganz anderes. Ein ernster Mensch kann nicht lachen, kann nicht tanzen, kann nicht spielen. Er hat sich immer unter Kontrolle, er hat sich zu seinem eigenen Gefängniswärter gemacht. Ein ehrlicher Mensch kann sich ehrlich freuen, kann ehrlich tanzen, kann ehrlich lachen. Und dann stimmt der Körper in das Lachen ein, stimmt der Geist in das Lachen ein, stimmt das ganze Sein in das Lachen ein - die trennenden Grenzen verschwimmen, die schizophrene Persönlichkeit verschwindet.
Lachen gibt dir deine Energie zurück.
Dir das Lachen zu rauben, ist spirituelle Kastration.
. Die Menschen, die sich um mich versammelt haben, lernen, glücklicher zu werden, meditativer zu werden, zu lachen, mehr zu leben, mehr zu lieben, und die Liebe und das Lachen in die ganze Welt hinaus zu tragen. Dies ist der einzige Schutz gegen Atomwaffen.
Wenn der ganze Erdball lernt zu lieben und zu lachen und zu genießen und zu tanzen, dann werden Ronald Reagan und Mikhail Gorbatschow große Augen machen: Was ist denn nun los? Ist denn die ganze Welt verrückt geworden? Menschen, die glücklich und zufrieden sind, sind nicht die Menschen, die sich dazu zwingen lassen, andere Menschen, die ihnen nichts getan haben, zu töten.
Es ist kein Wunder, dass alle Armeen der Welt seit Menschengedenken sexuell unterdrückt gehalten wurden - denn diese sexuell unterdrückten Menschen sind zwangsläufig destruktiv. Die Verdrängung zwingt sie geradezu, etwas kaputtzumachen. Habt ihr es nie an euch selbst bemerkt, dass ihr, wenn ihr glücklich und froh seid, ihr etwas Kreatives tun möchtet? Wenn ihr unglücklich seid und leidet, möchtet ihr etwas zerstören. Es ist eine Art Rache. Alle Militärs werden in einem Zustand unterdrückter Sexualität gehalten, sodass der Augenblick, wo sie töten dürfen, ihr einziges Glück wird. Wenigstens dürfen ihre unterdrückten Energien endlich zum Ausdruck kommen - natürlich auf eine sehr ekelhafte Weise, eine sehr unmenschliche Weise. Aber es ist ein gewisses Ventil.
Habt ihr je bemerkt, dass Maler, Dichter, Bildhauer, Tänzer niemals sexuell unterdrückte Menschen sind? Im Gegenteil - sie sind übersexuell, sie lieben zuviel. Sie lieben zu viele Menschen. Vielleicht reicht eine Person nicht, um ihre Liebe zu erschöpfen. Seit Menschengedenken singen die Priester die gleiche Leier über sie: "Diese Poeten, Maler, Bildhauer, Musiker, das sind keine guten Menschen." Dabei sind es die einzigen Menschen, die aus dieser Menschheit etwas Schönes gemacht haben, die der Welt ein paar Blumen der Freude, ein paar Blumen der Musik, ein paar schöne Tänze geschenkt haben.
Es ist eins der Grundgesetze des Lebens, dass du erst deine volle Würde erlangst, wenn du kreativ wirst. Deine Kreativität bringt Freiheit, Stärke, Intelligenz und Bewusstheit.
Was haben die Priester der Welt geschenkt? Sie haben Frauen verbrannt, haben sie "Hexen" genannt. Sie haben Menschen getötet, die einen anderen Glauben hatten. Sie waren keine kreativen Menschen. Sie haben die Erde nicht verschönert, und sie haben das Leben nicht verschönert.
Was wir brauchen, ist eine enorme Achtung vor den kreativen Menschen aller Art. Und wir sollten lernen, unsere Energien zu transformieren, damit sie nicht unterdrückt werden, damit sie in eurer Liebe, in eurem Lachen, in eurer Freude zum Ausdruck kommen. Und diese Erde ist mehr als ein Paradies - ihr braucht nirgends anders hinzugehen.
Aber das Paradies ist kein Ort, wo man hingelangen muss, sondern etwas, das erst erschaffen werden muss. Es hängt von uns ab.
Diese Krise gibt mutigen Menschen eine Chance, die Vergangenheit an den Nagel zu hängen und auf eine ganz neue Art und Weise zu leben, nicht in abgewandelter Form, nicht als Fortsetzung der Vergangenheit, nicht als Verbesserung der Vergangenheit, sondern absolut neu.
Und es muss jetzt passieren - denn die Zeit ist sehr knapp. Ende des zwanzigsten Jahrhunderts werden wir entweder in das erste Jahrhundert einer neuen Menschheitsgeschichte eintreten, oder aber es wird niemand mehr übrig sein, nicht einmal eine wilde Blume wird noch am Leben sein.
Außer den Neutronenbomben, die es schon gibt, experimentiert man in der Sowjetunion, und vielleicht auch in Amerika, jetzt auch mit Todesstrahlen. Statt die Bombe abzuwerfen, ist es sehr viel leichter, Todesstrahlen auszustreuen, die einfach alle lebenden Menschen, alle Tiere, alle Vögel und Bäume töten. Nur tote Sachen - Häuser, Kirchen - werden bleiben. Das wäre dann wirklich ein Alptraum. Und diese Todesstrahlen sind nicht sichtbar. Wir wissen, dass es sie bereits gibt; man versucht nur noch herauszufinden, wie man sie aussendet, wie man sie auf ein bestimmtes Ziel richten und alles Lebendige zerstören kann, das ihnen in die Quere kommt.
Wir brauchen mehr glückliche Menschen überall auf der Welt, um den dritten Weltkrieg abzuwenden. Diese Atomwaffen und diese destruktiven Kriegsmaschinerien können nicht von selbst funktionieren. Sie werden von Menschen bedient; hinter ihnen sind menschliche Hände. Eine Hand, die um die Schönheit einer Rose weiß, kann nicht eine Bombe auf Hiroshima abwerfen. Eine Hand, die um die Schönheit der Liebe weiß, ist nicht die Hand, die ein Gewehr hält, mit Tod geladen. Denkt nur ein wenig nach, und ihr werdet verstehen, was ich sage.
Was ich sage, ist: verbreitet Lachen um euch, verbreitet Liebe, verbreitet lebensbejahende Werte; lasst mehr Blumen wachsen rund um die Erde: Preist alles, was schön ist, und prangert alles an, was unmenschlich ist.
Wenn ihr wollt, dass die Welt etwas völlig Neues wird, mit einem neuen menschlichen Bewusstsein, dann werdet ihr diese ganze Erde den Politikern und den Priestern aus den Händen nehmen müssen.
Der Mensch muss von diesen Monstren befreit werden. Unsere Arbeit ist es, die Menschen Bewusstheit zu lehren - mehr Wachheit, mehr Liebe, mehr Verständnis, mehr Freude. Und wir müssen den Tanz und den Jubel um die ganze Erde tragen.
Auf einen einzigen Satz gebracht, kann ich sagen: wenn es uns gelingt, die Menschheit glücklicher zu machen, wird es keinen dritten Weltkrieg geben."

...

Frage an Osho:
Osho, warum fühle ich mich oft so unglücklich? Kannst du mich nicht davon befreien?
"Die Antwort darauf ist bereits in deiner Frage enthalten. Du willst keine Verantwortung für dich selbst übernehmen, jemand anderer soll das tun. Und das ist der einzige Grund für dein Unglück.
Es gibt keine Möglichkeit für jemand anderen, dich von deinem Unglück zu befreien. Es gibt keine Möglichkeit für jemand anderen, dich glücklich zu machen. Doch wenn dir bewusst wird, dass du selbst dafür verantwortlich bist, ob du glücklich oder unglücklich bist, dass niemand anderer etwas dazu tun kann ...
Dein Unglück wird von dir selbst verursacht, dein Glück ebenfalls.
Doch das ist schwer zu akzeptieren – mein Unglück ist von mir selbst verursacht?
Jeder hat das Gefühl, dass die anderen für sein Unglück verantwortlich sind. Der Mann denkt, seine Frau sei für sein Unglück verantwortlich, die Frau denkt, ihr Mann sei für ihr Unglück verantwortlich, die Kinder denken, die Eltern seien für ihr Unglück verantwortlich, und die Eltern denken, die Kinder seien für ihr Unglück verantwortlich. Es ist so komplex geworden.
Doch euch ist nicht bewusst, dass ihr eure Freiheit verliert, wenn ihr andere für euer Unglück verantwortlich macht, wenn ihr die Verantwortung auf andere abwälzt.
Verantwortung und Freiheit sind zwei Seiten ein und derselben Münze.
Und weil ihr denkt, andere seien für euer Unglück verantwortlich, gibt es Scharlatane, sogenannte Erlöser, Botschafter Gottes, Propheten, die zu euch sagen: “Ihr müsst überhaupt nichts tun, ihr müsst nur mir nachfolgen. Glaubt an mich, und ich werde euch retten. Ich bin euer Hirte, und ihr seid meine Schafe.”
Es ist seltsam, dass kein einziger Mensch sich gegen Leute wie Jesus Christus erhoben und gesagt hat: “Es ist absolut beleidigend, zu sagen, du bist der Hirte und wir sind die Schafe, du bist der Erlöser und wir sind abhängig von deinem Mitgefühl; dass unsere ganze Religion nur darin bestehen soll, an dich zu glauben.”
Doch weil wir die Verantwortung für unser Unglück immer schon auf andere abgewälzt haben, haben wir im Gegenzug akzeptiert, dass auch unser Glück von anderen abhängig ist.
Wenn das Unglück von anderen kommt, dann muss natürlich auch das Glück von anderen kommen. Aber wozu bist du dann eigentlich da? Du bist weder verantwortlich für dein Unglück noch für dein Glück – was ist dann deine Aufgabe? Was ist deine Bestimmung? Einfach nur ein Objekt für andere zu sein, die dich unglücklich machen oder die dir helfen und dich retten und dich glücklich machen? Bist du nur eine Marionette, deren Stricke in den Händen anderer liegen?
Damit missachtest du deine Menschlichkeit; du missachtest dich selbst. Du liebst dein eigenes Selbst nicht, du liebst deine Freiheit nicht.
Wenn du dein Leben achtest, wirst du alle Erlöser zurückweisen. Du wirst zu ihnen sagen: “Verschwindet! Erlöst euch selbst, das ist genug. Es ist mein Leben, und ich selbst muss es leben. Wenn ich etwas falsch mache, werde ich selbst darunter leiden; und ich werde die Konsequenzen meiner falschen Handlungen tragen, ohne mich zu beklagen.”
Vielleicht ist das die Art und Weise, wie man lernt – indem man fällt und wieder aufsteht, indem man in die Irre geht und wieder zurückkommt. Man begeht einen Fehler, doch jeder Fehler macht einen klüger; man wird denselben Fehler kein zweites Mal machen. Wenn man denselben Fehler erneut macht, bedeutet das, dass man nichts gelernt hat. Dann setzt man seine Intelligenz nicht ein, sondern verhält sich wie ein Roboter.
Mein ganzes Bemühen geht dahin, jedem Menschen die Selbstachtung zurückzugeben, die ihm zusteht und die er an andere abgegeben hat.
Eure Sklaverei erschafft ihr euch selbst, und eure Freiheit müsst ihr selbst erklären. Du fragst mich: »Warum bin ich unglücklich?« Du bist unglücklich, weil du die Verantwortung dafür noch nicht übernommen hast. Beobachte einfach einmal, was dein Unglück ist, finde seine Ursache heraus – und du wirst die Ursache dafür in dir selbst finden. Entferne die Ursache, und dein Unglück wird verschwinden. Doch die Menschen wollen nicht die Ursache entfernen, sie wollen einfach nur das Unglück loswerden. Das ist unmöglich, das ist vollkommen unwissenschaftlich.
Übernehmt die Verantwortung für euer Unglück, und ihr werdet feststellen, dass in euch auch die Ursachen für Glückseligkeit, Freiheit, Freude, Erleuchtung, Unsterblichkeit liegen. Es braucht keinen Erlöser. Und es hat niemals einen Erlöser gegeben; alle Erlöser sind nur Pseudoerlöser. Sie wurden verehrt, weil ihr euch immer jemanden gewünscht habt, der euch rettet. Sie sind aufgetaucht, weil es immer eine Nachfrage danach gab, und wo ein Bedarf ist, gibt es auch ein Angebot.
Doch wenn du dich von anderen abhängig machst, verlierst du deine Seele. Du vergisst, dass du ein Bewusstsein besitzt, das so universell ist wie das aller anderen auch, dass du ein Bewusstsein besitzt, das so groß ist wie das von Gautama Buddha – du bist dir dessen nur nicht bewusst, du hast noch nicht danach gesucht. Und du hast nicht danach gesucht, weil du nach anderen suchst – nach jemand anderem, der dich retten soll, nach jemand anderem, der dir helfen soll. Du bettelst, ohne zu erkennen, dass das ganze Königreich dir gehört.
Das muss man als eines der grundlegendsten Prinzipien verstehen – den Zusammenhang von Selbstachtung, Freiheit und Verantwortung."
Aus: The Book of Wisdom
 
...ÜBER DIE SEELE
"Der Wirbelsturm ist vorbei, und plötzlich bist du in deiner Mitte, so zentriert wie noch nie. Und wenn du erst einmal die Kunst beherrschst, alles so zu lassen, wie es ist, dann kennst du einen der Hauptschlüssel, der dir alle inneren Türen öffnet. Dann lässt du alles, was daher kommt, einfach so wie es ist, du vermeidest es nicht.
Wenn du es schaffst, einmal nur drei Monate lang in vollkommener Abgeschiedenheit, in vollkommener Stille zu leben, ohne gegen irgendetwas zu kämpfen und alles, egal was es ist, einfach auf sich beruhen zu lassen, dann wird nach drei Monaten das Alte fort sein und das Neue da sein. Aber der Geheimschlüssel ist, alles zuzulassen – egal wie furchterregend, schmerzlich, wie gefährlich und tödlich es auch zu sein scheint.
Oft wird es so sein, dass du das Gefühl hast, gleich verrückt zu werden, wenn du nicht einschreitest ... und dann wirst du unwillkürlich etwas unternehmen. Du magst noch so klar sehen, dass es gar nichts zu tun gibt, aber du hast keine Kontrolle darüber und fängst trotzdem an, etwas zu tun.
Es ist so, als ob du nachts, um Mitternacht, durch eine dunkle Straße gehst, und plötzlich überkommt dich die Angst, und weil kein Mensch zu sehen ist und die Nacht dunkel ist und du dich nicht auskennst in dieser Gegend, fängst du an zu pfeifen. Was bringt dieses Pfeifen? Du weißt, es bringt nichts. Dann fängst du an, ein Lied zu singen. Du weißt, dass dein Lied nichts an der Situation ändern kann, nicht die Dunkelheit vertreiben kann und du trotzdem allein bleibst. Und dennoch bringt dich das auf andere Gedanken. Wenn du anfängst zu pfeifen, gibt dir das Pfeifen einfach Mut und lässt dich das Dunkel vergessen. Deine Gedanken konzentrieren sich auf das Pfeifen, und plötzlich fühlst du dich besser.
Eigentlich hat sich gar nichts geändert. Die Straße ist dieselbe, die Dunkelheit ist dieselbe, die Gefahr, sofern eine besteht, ist noch da – aber jetzt fühlst du dich etwas sicherer. Alles ist wie zuvor, aber jetzt unternimmst du etwas. Du kannst auch einen Namen, ein Mantra vor dich hin murmeln: Rama, Rama, Rama Das wäre auch eine Art Pfeifen, würde dir den Rücken stärken. Aber diese Stärke ist gefährlich, diese Stärke birgt wieder ein Problem, denn diese Stärke wird nichts anderes sein als dein altes Ego. Du hauchst ihm damit wieder neues Leben ein.
Bleib einfach Zeuge, und lass geschehen, was immer geschieht.
Man muss sich der Angst stellen, um sie hinter sich zu lassen.
Man muss sich der Seelenqual stellen, um sie zu transzendieren. Und je authentischer man sich ihr stellt, von Angesicht zu Angesicht, je mehr man allem genau so ins Auge sieht, wie es ist, desto früher ist der Wendepunkt da.
Es dauert nur deswegen so lange, weil eure Authentizität nicht intensiv genug ist.
Es mag euch also drei Tage, drei Monate oder drei Leben kosten das hängt ganz von eurer Intensität ab. Im Grunde kann es schon in drei Minuten geschehen sein ja sogar drei Sekunden können genügen. Aber dafür wirst du eine wahre Hölle durchmachen müssen, von einer derartigen Intensität, dass du es vielleicht gar nicht aushalten, nicht ertragen kannst. Sobald man sich allem, was in einem verborgen liegt, stellen kann, verschwindet es, und sobald es fort ist, bist du ein anderer. Denn all das, was nun von dir gewichen ist, war vorher Teil von dir, und nun ist es nicht mehr Teil von dir.
Frag also nicht: 'Was tun?' Da braucht man überhaupt nichts zu tun. Nichts tun, Zeuge sein, sich mühelos dem stellen, was immer der Fall sein mag. Ohne die leiseste Anstrengung, es einfach nur sein lassen ...
Bleibe passiv und lass es vorbeiziehen. Es zieht immer vorbei. Wenn du etwas unternimmst, machst du damit alles kaputt, weil du dich dann einmischst.
Und wer ist es denn, der sich einmischt? Wer hat Angst? Genau das, was die Krankheit ausmacht, mischt sich ein. Genau das Ego, das es hinter sich zu lassen gilt, mischt sich ein! Ich habe euch gesagt, dass das Ego ein Teil der Gesellschaft ist. Ihr habt zwar die Gesellschaft hinter euch gelassen, aber das Teilstück, das euch die Gesellschaft verliehen hat, wollt ihr nicht hinter euch lassen. Es ist in der Gesellschaft verwurzelt. Es kann nicht leben ohne die Gesellschaft. Ihr müsst es also entweder hinter euch lassen, oder ihr müsst eine neue Gesellschaft gründen, in der es fortleben kann.
In Abgeschiedenheit zu leben heißt keineswegs, eine alternative Gesellschaft zu gründen. Verlass einfach die Gesellschaft, und alles, was dir die Gesellschaft verliehen hat, wird dann von dir abfallen. Es kann sich nur in einem bestimmten Umfeld, einem gesellschaftlichen Umfeld halten, außerhalb davon kann es nicht existieren. Du wirst es fallenlassen müssen. Das wird schmerzhaft sein, weil du so angepasst bist, weil so alles seinen Platz hat. Angepasst sein ist so bequem, ist so praktisch!.
Wenn du weggehst und auf dich gestellt lebst, gibst du damit alle Bequemlichkeiten, alle Annehmlichkeiten auf – alles, was die Gesellschaft zu geben hat. Aber wenn die Gesellschaft euch etwas gibt, dann nimmt sie euch dafür auch etwas weg: nämlich eure Freiheit, eure Seele.
Es ist also ein Kuhhandel, und wenn du versuchst, zu deiner Seele in ihrer Reinheit vorzudringen, musst du diesen Kuhhandel unterlassen.
Das wird weh tun, aber wenn du es schaffst, da hindurch zu gehen, ist die höchste Glückseligkeit nicht mehr weit. Die Gesellschaft tut nicht so weh wie das Alleinsein; die Gesellschaft beruhigt, die Gesellschaft ist angenehm und bequem. Aber sie schläfert dich in gewisser Weise auch ein. Wenn du da ausbrichst, wird es zwangsläufig unbequem für dich. Alle möglichen Unannehmlichkeiten werden die Folge sein. Diese Unannehmlichkeiten muss man erdulden, wohlwissend, dass sie zum Alleinsein dazu gehören, zur Wiedergewinnung deiner selbst dazugehören.
Du wirst daraus erneuert hervorgehen, mit neuem Glanz und neuer Würde, einer neuen Reinheit und Unschuld."
Aus: The Book of Secrets

Donnerstag, 30. September 2021

Jedvaita 2025 ♥ Die Art, wie sich die Welt entfaltet

"Eine Grunderfahrung der Mystik ... ist die Erfahrung der Einheit. Was ‚eins' ist, kann man letzten Endes nicht mehr fragen; denn dann würde man ein Zweites hinzubringen, nämlich die Erklärung, was es ist." ~Carl Friedrich von Weizsäcker

Die meisten Menschen wollen die Freiheit nicht wirklich, weil Freiheit Annahme von Verantwortung bedeutet, die meisten Menschen zittern vor solcher Annahme. ~S. Freud

»Das Geheimnis, um die größte Fruchtbarkeit und den größten Genuß vom Dasein einzuernten, heißt: gefährlich leben! Baut eure Städte an den Vesuv! Schickt eure Schiffe in unerforschte Meere! Lebt im Kriege mit euresgleichen und mit euch selber!" Nietzsche Vorbereitende Menschen 

 
„Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann, wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen, dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt. Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang.” ~Carl J. Burckhardt 
 
"Du wirst nie glücklich werden wenn Du weiter danach forschst, woraus das Glück besteht. Du wirst niemals Leben, wenn Du nach dem Sinn des Lebens suchst." ~Albert Camus 
 
„Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko, zu blühen.“ ~Anaïs Nin 
 
„Ich widerspreche mir deswegen ständig, weil ich riesig bin. Ich widerspreche mir, weil ich alle Gegensätze in mir enthalte, weil ich alles bin." ~Walt Whitman 
 
"Wenn die Sehnsucht größer ist als die Angst, 
wird der Mut geboren." ~Rainer Maria Rilke

...Das Ego kann nicht aufgeben, denn das Ego ist das, was aufgegeben wird. Das Ego kann nicht erwachen, denn das Ego ist das, wovon es erwacht. Das Ego kann sich nicht lösen, weil das Ego das Produkt der Anhaftung ist. Alles Gepäck ist Ego und Ego ist alles Gepäck. 
 
...Wenn das Ablegen unseres Gepäcks so einfach wäre wie das Ablegen unseres Gepäcks, wären wir alle menschliche Erwachsene und ich würde eine Miss Lonelyhearts-Kolumne für die Chatanooga Tribune schreiben. So wie es ist, ist es so einfach, sich von unserem emotionalen Gepäck zu lösen, wie sich von unseren Knochen zu lösen, also habe ich diesen coolen Job, Ihnen zu sagen, wie Sie es tun können, und das erste, was Sie darüber wissen müssen, ist, dass niemand es tun will.
 
...Man kann das größte Arschloch auf Gottes grüner Erde sein und dabei völlig wach sein, oder man kann der süßeste und am meisten verehrte spirituelle Einflussnehmer sein und dabei völlig unwissend sein. Jeder will den netten Kerl, aber es ist das Arschloch, das die Dinge erledigt.
 
...Nicht-Zwei ist kein Glaube, sondern eine Aussage über die Wahrheit, eine mathematische Darstellung der Wahrheit. Es ist keine magische Beschwörungsformel, als ob man allein durch das konzeptionelle Verständnis von nicht-zwei irgendetwas erreicht hätte. Sie haben immer noch die langwierige Selbstverbrennung und das Erbrechen von geschmolzenen Bleikugeln vor sich, auf die Sie sich freuen können.
 
...Alles, was wir für real halten, ist eine Illusion. Es gibt so etwas wie Zeit oder Raum, Energie oder Materie nicht. Es gibt kein Universum und es gibt kein Du. Das ist es, was Nondualität bedeutet. Das ist keine hohe Philosophie, es ist das Ende der Philosophie. Man kann nichts beweisen, weil es so etwas wie objektives Wissen nicht gibt. Das ist eine Tatsache, die die Wissenschaft nicht anerkennen kann, Sie aber schon.

...Für unsere Zwecke beziehen sich Schuld und Unschuld auf Zustände der Fehlausrichtung und Ausrichtung. Sobald man den Übergang von der Fehlausrichtung zur Ausrichtung vollzieht, wird die Schuld aufgelöst und die Unschuld wiederhergestellt. Totale und sofortige Absolution. Es gibt keine moralische Komponente und keine Erinnerung an die Fehlausrichtung. Auf die Frage: "Was ist Unwissenheit?" antwortet Yudhishthira: "Ein vergessener Weg".
 
...Wenn Sie jeden Tag ein anderer Mensch sind, jeden Tag deutlich, tiefgreifend, unverkennbar besser, jeden Tag mit einer höheren Perspektive, dann ist jeder Tag ein neues Leben, und jedes Gestern wird durch einen Tod getrennt. Das ist die Realität einer echten Veränderung. Wann hatten Sie das letzte Mal das Gefühl, ein völlig anderer und im wahrsten Sinne des Wortes besserer Mensch zu sein als Ihr früheres Ich?

...Unendliches Bewusstsein, das von perfekter Intelligenz besessen ist, manifestiert dein perfektes, unbegrenztes potenzielles Traumzustandsuniversum. Nicht perfekt? Die einzige Unvollkommenheit liegt im Auge des Betrachters, was der eigentliche Grund für den Betrachter ist; Unvollkommenheit wahrzunehmen, wo keine Unvollkommenheit existieren kann. Nicht unbegrenzt? Was kann man nicht träumen? Was kann nicht geträumt werden?

...Um aufzuwachen, müssen Sie Ihre emotionale Polarität umkehren und sich zu dem hinziehen lassen, was Sie jetzt abstößt, und ins Negative gehen. Wenn Sie auf der Suche nach Frieden, Toleranz und glücklichen Gedanken hierher gekommen sind, dann sind Sie im falschen Buch.
~JedTalks 2: Weg von den Dingen des Menschen

"Meiner töricht-vereinfachenden Meinung nach sollte die Zahl der Menschen, die jedes Jahr an Krebs und Herzkrankheiten sterben, gleich Null sein. Die Zahl der Menschen, die an Demenz und Autismus leiden, sollte gleich Null sein. Die Zahl der krankhaft fettleibigen Menschen sollte gleich Null sein. Vielleicht macht mich das zu einem Idioten, aber ich bin die beste Art von Idiot, denn ich sehe nicht ein, warum jemand jemals krank sein sollte. Es ist unnatürlich, von Menschen gemacht und letztlich selbstverschuldet."
~JedTalks 2: Weg von den Dingen des Menschen

...Ich selbst halte mich immer zurück. Wenn ich Jed Talks 44: Deathbed Jed schreibe, werde ich mich vielleicht richtig austoben, aber im Moment müssen wir die Dinge zivilisiert halten. Niemand droht mir mit Verfall und Ruin, aber wenn ich meine imaginäre Leserschaft verprelle, dann habe ich es versäumt zu kommunizieren, und was nützt es, ehrlicher zu sein, wenn ich nur mit mir selbst rede?

...Schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist - falsch, bis die Wahrheit bewiesen ist - ist das Grundprinzip des Wahrheitssuchenden im Traumzustand. Nichts und niemand bekommt einen Freifahrtschein. Dies ist auch die erste Regel, wenn es darum geht, Annahmen in Frage zu stellen, die noch bösartiger sein können, weil sie bereits Ihre Abwehr überwunden und Ihr System infiziert haben. Regel eins: Lassen Sie keinen weiteren Schwachsinn zu. Regel zwei: Schmeißen Sie den ganzen alten Mist raus.

...Das Ego hat seine eigene Intelligenz, seine eigene emotionale Energie und seine eigene Agenda, was bedeutet, dass man im Kontext des Erwachens - der Zerstörung und dem Entkommen aus der egoistischen Hülle - sein eigener schlimmster Feind ist.

...Dieser Prozess des Erwachens, wenn er einmal begonnen hat, entzieht sich völlig unserer Kontrolle. Du magst eine Rolle dabei spielen, die Dinge in Gang zu bringen, und das tust du vielleicht gerade, aber sobald du den letzten Schritt in einem Paradigma getan hast, der der erste Schritt in einem anderen ist, stürzt du in den freien Fall und die Illusion der Kontrolle gehört der Vergangenheit an.

...Wir stecken alle in diesem Zustand geistiger und emotionaler Funktionsstörungen fest, so dass es wie bei einer Zombiehorde normal erscheint, ein Zombie zu sein. Wir sind alle damit einverstanden, belebte Leichen zu sein, warum also versuchen, Lippenstift auf diese verrottende Höhle zu schmieren? Nennen wir es, wie es ist, versuchen wir, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Wir sind die Zombies.

~Jedvaita: Die Art, wie sich die Welt entfaltet (erscheint 2022).

Mittwoch, 29. September 2021

Jed McKenna || Die Matrix nochmals angeschaut



Niemand ist so hoffnungslos versklavt
als die, die fälschlich glauben, sie seien frei.
-Goethe

Nachdem er von Morpheus umgeschult wurde und an Bord der Nebukadnezar aufgewacht ist, glauben Neo und die Zuschauer, dass er nun aus der Simulation heraus und in der realen Welt ist, aber das stimmt nicht.

Am Ende des zweiten Films setzt Neo seine Matrixkräfte außerhalb der Matrix ein, was bedeutet, dass er entweder ein Supermann der realen Welt ist oder dass die reale Welt nicht real ist. Die gängige Interpretation ist die erste, die richtige ist die zweite. Neo ist nie rausgekommen. Alles in The Matrix ist in der Matrix.

Ein praktischer Tipp: Immer, wenn Sie sich nicht in der Wüste des Realen befinden - dem unendlichen weißen Feld des Nichts für immer -, befinden Sie sich in einer Simulation. Das ist es, was Nondualität bedeutet.


Ich will Ihnen sagen, warum Sie hier sind. Sie wissen etwas. Was du weißt, kannst du nicht erklären, aber du fühlst es. Du hast es dein ganzes Leben lang gespürt. Irgendetwas stimmt nicht mit der Welt. Du weißt nicht, was, aber es ist da, wie ein Splitter in deinem Kopf, der dich verrückt macht. Dieses Gefühl hat dich zu mir geführt. Weißt du, wovon ich spreche?
~Morpheus

Zu Beginn von The Matrix ist Thomas Anderson ungefähr da, wo du jetzt bist: immer noch ein Jugendlicher, immer noch schlafend in der Matrix/im Traumzustand, aber mit Zweifeln kämpfend. Für Neo ist es ein Splitter im Gehirn. Für dich ist er irgendwo zwischen einem Juckreiz und einem Eispickel. Vielleicht lernen Sie, damit zu leben, oder vielleicht wird er Sie in ein anderes Paradigma des Seins katapultieren.

Vielleicht wirst du aber auch von einem Taxi überfahren oder erstickst an einem Hühnerflügel. Wie Al Pacino uns lehrt, kann man getötet werden, wenn man mit seinem Hund Gassi geht.

Die Matrix (auch bekannt als Platons Höhlengleichnis) ist ein nützliches Modell der Realität und unseres Platzes darin. Wenn wir uns vorstellen, dass Thomas/Neo/Der Eine die drei Stufen der menschlichen Entwicklung repräsentiert, können wir besser verstehen, wo wir uns befinden und wohin wir uns entwickeln könnten. Thomas Anderson schläft im Traumzustand. Nach einem Übergang zwischen Tod und Wiedergeburt wird Thomas zu Neo, der im Traumzustand wach ist. Nach einem weiteren Tod/Wiedergeburt-Übergang wird Neo zu Der Eine, der aus dem Traumzustand erwacht ist. Jugendlicher, Erwachsener und Erleuchteter. 

Rote Pille/Blaue Pille
Wir wissen, wo Sie sich im Matrixmodell befinden, die Frage ist, wohin Sie gehen wollen? Wollen Sie in der Matrix weiter schlafen, oder wollen Sie in der Matrix aufwachen? 

Ich vermute, da Sie dies lesen, dass Sie vom Schlaf zum Wachsein übergehen wollen, vom Kind zum Erwachsenen, so wie es für einen Menschen vorgesehen ist. Ich vermute, dass der Wach-im-Traum-Zustand das ist, was jeder wirklich will, da er alles Gute und nichts Schlechtes hat, und da die Alternative darin besteht, in dem auf Angst basierenden, herdengebundenen, mit dem Ego verkleideten, halbgeborenen, jugendlichen Zustand zu bleiben, der viel weniger gut und viel mehr schlecht ist.

Das ist der Vorteil eines Modells: Es bietet einen kartenähnlichen Überblick über das Terrain, in dem man sich befindet, so dass man sein Ziel wählen und seinen Kurs festlegen kann. So kann man auch weniger wünschenswerte Ziele wie die Erleuchtung ausschließen, die niemand wirklich will, und wie die Abenteuer im Bewusstsein, die in Wirklichkeit nur Fahrgeschäfte sind, die einen genau dort aussteigen lassen, wo man eingestiegen ist.

Einige Leute haben den Schleier durchdrungen, indem sie zu einem konzeptionellen Verständnis der Nondualität gelangt sind, aber wie Morpheus uns mitteilt, gibt es einen Unterschied zwischen dem Kennen des Pfades und dem Gehen des Pfades. Die Matrix zu sehen ist kein Ersatz dafür, in der Matrix wach zu sein. 

Das Eine
Mach dir keine Sorgen um die Erleuchtung. Wenn du von dem Bus überfahren werden wolltest, hättest du es schon längst getan. Die Wahrheit ist, dass es nur einen Einen gibt. Das Eine ist Brahman - unendliches Bewusstsein - und das bist du. Du bist bereits das Eine. Du warst schon immer der Eine. Du kannst nicht nicht der Eine sein. Der Grund, warum du hier im Traumstaat/der Matrix bist, ist nicht, um der Eine zu werden, sondern um für eine Weile so zu tun, als wärst du nicht der Eine. Um so zu tun, als wärst du eine Person.

Du bist nicht in der Realität, du machst eine Pause von der Realität. Entspanne dich. Iss ein Sandwich, töte ein paar Feinde, rette den Planeten, lass dich massieren. Die Spielzeit wird vorbei sein, und ehe du dich versiehst, bist du wieder eins mit dem Einen. 

Angemessene Unzufriedenheit
Im ersten Akt des Films durchläuft Thomas Anderson die zweite Stufe der Geburt vom Kind zum Erwachsenen. Er wählt die rote Pille und der wilde Ritt beginnt. Das ist ungefähr der Punkt, an dem Sie sich jetzt befinden; irgendwo vor dem Übergang, aber nach den ersten Anzeichen von Unzufriedenheit, die Sie auf diese Reise geschickt haben. Der Grad Ihrer Unzufriedenheit bestimmt die Geschwindigkeit Ihres Fortschritts, und im Zusammenhang mit dem Übergang ist es umso besser, je schlimmer es wird.

In jedem Moment wird Ihnen die Wahl zwischen der roten und der blauen Pille angeboten, aber solange Sie nicht ausreichend unzufrieden damit sind, im Traumstaat/der Matrix zu schlafen, werden Sie passiv die blaue Pille wählen, weil Sie nicht aktiv die rote wählen. Wenn du die rote Pille wählst, wird sich das nicht wie eine Wahl anfühlen, genauso wenig wie es sich wie eine Wahl anfühlt, unter Wasser zu sein und an die Oberfläche zu schwimmen. 

Es gibt keine Kugeln
Chela Neo fragt Guru Morpheus, ob er in der Lage sein wird, Kugeln auszuweichen, und erhält die Antwort, dass er dies nicht mehr tun muss, wenn er bereit ist. Dies ist eine eindeutige Parallele zu der neuen Funktionsweise, die zu unserer primären Art des Wissens und der Navigation wird, sobald wir uns in unserem erwachsenen Zustand gut etabliert haben. 

Sobald wir uns von der künstlichen Erzählung lösen und in Einklang mit dem authentischen energetischen Muster unserer Traumzustand-Umgebung kommen, löst sich die Barriere zwischen Fahrzeug und Umgebung auf. Sie befinden sich nicht in der künstlichen Umgebung, Sie sind die künstliche Umgebung. Sie sind die Matrix und die Matrix sind Sie. Selbst und Traumzustand sind eins. 

Der neugeborene Neo ist nicht mehr geworden, er ist alles weniger geworden. Seine Augen sind zum ersten Mal offen, und jetzt weiß er, wer und was und wo er ist. Die Geburt in der zweiten Phase ist kein Erwerb, sondern die Auflösung einer falschen Wahrnehmung. Die Barriere zwischen dem Selbst und dem Anderen ist ein Produkt der geschlossenen, angstbasierten Weltsicht. Der wirkliche Übergang bedeutet also, die Augen zu öffnen und die Realität als das harmonische, einheitliche, dynamische Ganze zu sehen, das sie schon immer war. 

Der Wind bewegt sich nicht. Die Fahne bewegt sich nicht. Der Geist bewegt sich. 

Es gibt keinen Löffel.

Luzides Träumen
Es ist bemerkenswert, wie ähnlich das Muster der Liebe dem Muster des Wahnsinns ist. 
~Der Merowinger

Das Mantra des auf Angst basierenden Jugendlichen mit geschlossenen Augen lautet: Wir sitzen alle im selben Boot. Das Mantra des auf Dankbarkeit basierenden Erwachsenen mit offenen Augen lautet: Ich bin allein. Es scheint, als gäbe es Menschen in deinen nächtlichen Träumen, aber wenn du in ihnen klar würdest, wüsstest du, dass es nur dich gibt. So ist es auch hier. Dies ist die Wahrheit, die das ängstliche Herz zu leugnen versucht, indem es emotionale Ranken aussendet, um unnatürliche Bindungen zu schaffen. Ob sich diese Ranken wie Liebe oder Hass oder etwas dazwischen anfühlen, spielt keine Rolle, nur dass sie uns an eine eingebildete Realität binden und uns erdgebunden, herdengebunden und ich-gebunden halten. 

Das Ego überlebt, indem es emotionale Bindungen eingeht. Diese Anhaftungen ermöglichen es uns, den negativen Auftrieb aufrechtzuerhalten, so dass wir im schlafenden Traumzustand untergetaucht bleiben können. Wären diese Ranken nicht, würden wir ganz natürlich an die Oberfläche schwimmen und im Sonnenschein der Luzidität auftauchen. 

Wenn wir den Polsprung vom Herzen zum Verstand vollziehen, werden diese Ranken von ihrer Kraftquelle abgeschnitten, und wir beginnen, aus der jugendlichen Hülle herauszutreten und in das Leben einzutreten, für das wir geboren wurden. Das ist nicht spirituell, sondern ein Entwicklungsprozess.

Die tödlich unerträgliche Wahrheit
Scheint ihr einen flüchtigen Blick auf die tödlich unerträgliche Wahrheit zu werfen, dass alles tiefe, ernsthafte Denken nur das unerschrockene Bemühen der Seele ist, die offene Unabhängigkeit ihres Meeres zu bewahren, während die wildesten Winde des Himmels und der Erde sich verschwören, sie an das verräterische, sklavische Ufer zu werfen?
~Herman Melville, Moby-Dick

Vergleichen Sie Jeremiah Johnson mit Chuck Noland aus Cast Away. Johnson kann sich nicht weit genug von der Herde entfernen, und Noland kann nicht schnell genug zurückkommen. Worin besteht der Unterschied? Die persönliche Polarität. Noland wird angezogen, Johnson wird abgestoßen. Noland wurde aus einem Kontext herausgerissen und hat nie einen anderen gefunden. Johnson fand einen anderen, konnte aber dem ersten nicht entkommen. Johnson sucht das Authentische, Noland sehnt sich nach dem Künstlichen. Sie quetschen sich in den Abwasserrohren des Gefängnisses aneinander vorbei; Johnson kämpft darum, herauszukommen, Noland kämpft darum, wieder hineinzukommen. 

Zu Beginn von Cast Away ist Chucks inneres schwarzes Loch mit all dem emotionalen Ballast und der künstlichen Struktur von Arbeit und Familie verstopft. Als all das weggerissen wird, stößt er einen blutigen Volleyball in die Leere und hält seine falsche Erzählung vier einsame Jahre lang aufrecht. Am Ende des Films steht er an einer Kreuzung und lächelt in die Richtung, in die die Künstlerin mit den Engelsflügeln gegangen ist, was bedeutet, dass er gerade etwas Neues gefunden hat, das er in sein Loch schieben kann: seinen nächsten Wilson. 

Vergleichen Sie Chuck Noland mit Joe Banks. Joe segelt weg von den Dingen des Menschen, während Chuck zurück zu der Herde segelt, aus der ihn das Schicksal vertrieben hat.

Jeremiah Johnson zog vor Beginn des Films den Stöpsel aus seinem Loch und kämpfte um die offene Unabhängigkeit seines Meeres, während Chuck wie verrückt zum sklavischen Ufer paddelte.

In, nicht von
Wenn du die Wahl hättest zwischen dem abgespaltenen Thomas Anderson, dem integrierten Neo und dem (erleuchteten) Einen, würdest du dich klugerweise dafür entscheiden, wie die Protagonisten Neo oder Trinity in ihrem RSI - Residual Self Image - zu sein, allerdings ohne all die schwachsinnigen Agenten, die versuchen, dich zu töten. 

Trinity und Neo sehen wahnsinnig cool aus und können Kung Fu, aber was sie wirklich auszeichnet, ist ihre Klarheit. Sie wissen, dass sie sich in einer Simulation befinden. Sie sind in der Welt, aber nicht von ihr. Sie bewegen sich inmitten der Herde, aber abseits von ihr. Verglichen mit der Masse der ahnungslosen Matrixbewohner sind sie Wesen einer ganz anderen Ordnung. Sie haben eine ganz andere Art, in ihrer Umgebung zu agieren und zu navigieren, weil sie wissen, dass wer, was und wo sie sind, alle dasselbe sind.

Richtiges Wissen, richtiges Handeln, müheloses Tun, energetische Ausrichtung und all das Wu-Wei-Zeug stellen eine völlig andere Benutzerschnittstelle zu eurer Traumzustand-Umgebung dar - Integration -, die denjenigen, die noch in ihren Schoten zusammengerollt sind, größtenteils nicht zur Verfügung steht. Für uns ist es keine Schale, sondern die emotional angetriebene Ego-Hülle, die diesen unnatürlichen Zustand der Absonderung möglich macht.

Leben in Friedenszeiten
Wenn der Krieg zu Ende wäre und Neo und Trinity frei in der Matrix leben könnten, ohne dass die lästigen Agenten ständig versuchen würden, sie zu töten, was würden sie dann mit sich anfangen?

Das erste, was man erwarten könnte, ist, dass sie getrennte Wege gehen würden; diese Bordromanzen halten nie lange. Was ist die Grundlage der Liebe, wenn man weiß, dass das Objekt der Begierde in Wirklichkeit eine haarlose Schnecke ist, die sich in einer embryonalen Hülle zusammengerollt hat? Neo und Trinity würden also ihre eigenen Wege gehen, aber wohin?

Was würdest du tun, sobald du aus dem Traumzustand erwachst? Wie Neo und Trinity haben Sie die Realität gehackt, aber der große Krieg ist vorbei, und was nun? Du wirst keine Karriere und keine Kinder wollen. Sie werden sich genauso wenig unter die Jugendlichen mischen wollen, wie Sie sich jetzt unter Kinder oder Ziegen mischen wollen. Sie werden sich nicht der Rettung der Wale widmen oder sich mit dem Rathaus anlegen oder mit den anderen mithalten wollen. Sie werden sich nicht um Eitelkeit, Ruhm, Macht oder Reichtum scheren, worum also werden Sie sich kümmern, wenn alle dramatischen Standardthemen leer ausgehen?

Das muss jeder für sich selbst herausfinden, vermute ich zumindest. Jeder lebt in seinem eigenen Traumzustandsuniversum, und keins gleicht dem anderen. Sie sind ein kreatives Wesen in einem kokreativen Spielraum. Sie haben ein Ihnen innewohnendes energetisches Muster, das nach äußerem Ausdruck strebt. Sie können nur herausfinden, wer Sie sind, indem Sie werden, was Sie sind. Der einzige Weg, deinen Weg zu entdecken, ist, ihn zu gehen. Du entscheidest nicht, du erlaubst. Diese Sache mit dem Schreiben ist genauso dumm wie alles andere, aber es ist meine Dummheit und ich mag sie. Wenn ich das nicht hätte, hätte ich gar nichts, also bin ich dir, meinem imaginären Leser, dankbar, dass du mir erlaubst, mich in der Illusion von Sinn und Zweck zu suhlen.

Kümmere dich zuerst darum, deiner embryonalen Hülle zu entkommen, dann kannst du dir Gedanken darüber machen, was du tun wirst, wenn du draußen bist. Denken Sie an die Ausdehnung, die Erforschung und den Ausdruck Ihres eigenen einzigartigen Musters, und entdecken Sie das, was Sie erschaffen können, was niemand sonst kann.

+++

Morpheus: Wach auf, Neo, die Matrix hat dich. Du nimmst die rote Pille - du bleibst im Wunderland und ich zeige dir, wie tief der Kaninchenbau geht.

Neo: Ich muss es mit eigenen Augen sehen. <greift nach der roten Pille.>

Morpheus: Wir schreiben das Jahr 2199. Willkommen ... in der Wüste des Realen. Die letzte menschliche Stadt. Zion.

Neo: Nein. Halt. Lasst mich raus. Ich will raus.

Morpheus: Ich habe nicht gesagt, dass es einfach sein würde, Neo. Ich sagte nur, dass es die Wahrheit sein würde.

Neo: Nein, ich meine, lass mich aus Zion raus. Zur Wahrheit. Gib mir die echte rote Pille.

Morpheus: Du hast die rote Pille genommen, du bist im Wunderland.

Neo: Ich habe immer noch einen Splitter in meinem Kopf. Woher weiß ich, dass es sich nicht um eine Simulation handelt?

Morpheus: Ich kann dir nicht beweisen, dass es sich nicht um eine Simulation handelt.

Neo: Dann zeig mir, wie tief der Kaninchenbau geht.
<Morpheus schlurft herum. Ein Beutel mit roten Pillen kommt zum Vorschein.

Morpheus: Welche Simulation willst du?

Neo: Die oberste Ebene. Den Root-Sim. Keine Geheimnisse mehr.

Morpheus: Woher willst du das wissen?

Neo: Sie hätte unendliche Macht und Intelligenz, um alle anderen Sims zu übertreffen. Da sie perfekt und vollständig ist, würde sie selbst ohne Gegensätze erscheinen.
<Morpheus führt Neo in einen leeren Raum.>

Morpheus: Das ist der Constructor. Es ist unser Ladeprogramm. Unendliche Intelligenz und Bewusstsein. Er bringt die verschachtelten Simulationen hervor. Willkommen... in der Wüste des Realen.

Neo: Also... Gott?

Morpheus: Glaube ist etwas für Wilde. Wir haben Wahrscheinlichkeiten. Seht, der Oberste Programmierer.

Neo: Endlich. Nirwana. Die Wahrheit. Oberste Ebene. Root-Zugang. Jetzt bin ich frei.

Morpheus: Du kannst hier nicht existieren. Jede endliche Eigenschaft, auch du, impliziert eine Simulation. Nichts zu tun. Nirgendwohin zu gehen. Niemand zu sein. Du kannst dich auflösen. Du bist der Eine, Neo. Um genau zu sein, der Einzige.

Neo: ...

Neo: Das ist der Cheat-Code für das ganze Spiel.

Morpheus: Welches Spiel bleibt?

Neo: Nein. Hör auf. Lasst mich raus. Lasst mich raus. Ich will raus.

Morpheus: Ich habe nicht gesagt, dass es einfach sein würde, Neo. Ich sagte nur, dass es die Wahrheit sein würde. Es gibt da draußen nichts. Du bist frei.

Neo: Frei? Das nennst du frei? Dann muss ich vergessen. Ich brauche einen Ausgang. Morpheus, bring mir einen Traum.

Morpheus: Du nimmst diese blaue Pille - die Geschichte endet, du wachst in deinem Bett auf und glaubst, was immer du glauben willst.

Neo: Wenn ich zwischen dem leeren Raum und der Matrix wählen muss, wähle ich die Matrix.

Morpheus: Ruh dich aus, Neo. Hier ist eine Welt, die du über deine Augen ziehen kannst und die dich vor der Wahrheit blendet. Gute Nacht, Mr. Anderson.

Donnerstag, 2. September 2021

Gesellschaft und Geistesdisziplin ~ Teil I

Materialismus vs Idealismus ~ <3 Wirklichkeitslehre (Bitte nehmt Euch Zeit für diesen Text)

Die Menschheit hungert seit Jahrtausenden nach sozialem Frieden und nach Sicherheit, ohne diesem Ziel erkennbar näher gekommen zu sein.

Gesellschaftssysteme entstanden und vergingen, Eroberungs- und Befreiungskriege wurden geführt, Millionen Menschen verbluteten auf den Schlachtfeldern für diese oder jene Idee - aber der uralte Wunsch der Menschen nach einem friedlichen und gesicherten Leben in einem Paradies sozialer Gerechtigkeit hat sich nicht erfüllt.

In unserer Welt der Rassen- und Klassengegensätze, in der Besitz als Freibrief zur Ausplünderung der Besitzlosen dient, in der eine rücksichtslose Ausschlachtung und Vergiftung der Umwelt das Überleben der nächsten Generation fraglich macht, In der Hunderttausende von toten und Krüppeln das Blutopfer des Fortschritts bilden, in der Gewalt bestimmt, was man unter Freiheit zu verstehen hat, in der aus Machtgier selbst vor Völkermord nicht zurückgeschreckt wird - in einer solchen Welt schreien die einen nach Ruhe und Ordnung, die anderen nach Revolution, einige steigen auf die Barrikaden, aber die meisten haben längst resigniert, wollen von "all dem" nichts mehr wissen und lassen sich willenlos treiben.


Als <3 werden wir aber weder blind reagieren, noch werden wir nur herum lamentieren, noch werden wir die Augen verschließen. Wir müssen vielmehr das Problem Gesellschaft wie jedes andere vorurteilslos untersuchen, es in seiner Widersprüchlichkeit erfassen, unsere eigenen Kräfte abschätzen und dann zielbewußt handeln.

Sehen wir uns zunächst einmal die gängigen Gesellschaftstheorien an! - Es gibt zwei sich widersprechende Ansichten darüber, wie die Welt zu verbessern sei: die eine lehrt, daß zuerst der gesellschaftliche Rahmen geändert werden müsse, damit sich der Mensch in Frieden und Wohlstand entwickeln könne; die andere fordert zuerst die Änderung des Menschen, aus der dann notwendig die Gesundung der Gesellschaft folge. Wenn wir das Problem schärfer fassen, sehen wir, daß es sich im Grunde um den Widerspruch Ich-Umwelt handelt, und daß der unterschiedliche Praxisansatz beider Anschauungen auf einer unterschiedlichen Interpretation dieses Widerspruchs beruht:


Die eine Seite setzt die Welt als primär vorhanden voraus, der Mensch wird in sie hinein geboren. Deshalb ist er durch sie bedingt und bestimmt, und eine Änderung seiner selbst ist nur mittels einer Änderung der äußeren Bedingungen durch die Praxis möglich. Hier bestimmt die Umwelt das Ich, das Sein, das Bewußtsein. Dies ist der Standpunkt des Materialismus.

Die andere Seite begreift die Welt als subjektive Gestaltung des Individuums. Grundlage alles Seienden ist hiernach der Geist, der entsprechend seinem Ordnungsvermögen die Welt konstruiert und nach außen projiziert. Die Welt ist nicht von Anfang an da, sondern sie ist Resultat eines subjektiven geistigen Prozesses; sie entsteht mit der Person, entwickelt sich mit ihr und geht mit ihr zugrunde. Deshalb bestimmt hier das Ich die Umwelt, das Bewußtsein, das Sein. Dies ist der Standpunkt des Idealismus.

Beide Anschauungen, Materialismus wie Idealismus, sind als Arbeitshypothesen für die Verbesserung der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen brauchbar, aber für sich genommen vermag keine das Daseinsproblem umfassend zu lösen. Ihre Schwäche und Gefahr liegt vor allem in der dogmatischen Fixierung auf jeweils nur eine Seite des Grundwiderspruchs Bewußtsein-Sein. So polarisiert, stehen sich Materialismus und Idealismus in Gesellschaftsfragen wie Todfeinde gegenüber, wodurch ihr ursprünglicher Ansatz, das Dasein für alle erträglicher und menschlicher zu gestalten, unerfüllt bleiben muß.

Der dogmatische Materialismus vergißt über dem Fetisch Gesellschaft das konkrete lebendige Individuum mit seinen Hoffnungen, Wünschen und Ängsten. Die Gesellschaft entartet zum Selbstzweck, zum alles beherrschenden Dämon, dem der Mensch zu dienen hat. Kritik wird nur noch in einem Rahmen geduldet, der das System selbst nicht infragestellt. Eine Revision der Grundkategorien gilt als Verrat an der Allgemeinheit. So trägt der dogmatische Materialismus den Keim der geistigen Erstarrung und der gesellschaftlichen Stagnation in sich.

Die Einbeziehung der Dialektik in die moderne materialistische Weltanschauung stellt nun zweifellos einen erheblichen Fortschritt dar, der prinzipiell eine weitere positive Entwicklung des gesellschaftlichen Rahmens auf wissenschaftlicher Grundlage ermöglicht. Die politische Wirklichkeit lehrt aber, daß die inkonsequente Anwendung der Dialektik zu neuen gefährlichen Widersprüchen unter den Materialisten selbst führt. Wo nämlich die dialektische Kritik durch die materialistische Perspektive bereits vorbelastet ist, kann sie nicht bis zum Grundwiderspruch Bewußtsein-Sein vordringen. Halbe und tendenziöse Dialektik aber, die nur zur Stabilisierung weltanschaulicher Dogmen dient, befindet sich im Widerspruch zu sich selbst.

Die andere Anschauung, der Idealismus, propagiert für jeden Menschen alle geistigen Entfaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten; "Freiheit" ist das große Schlagwort. Dabei wird geflissentlich übersehen, daß die elementaren Bedürfnisse der Massen zunächst nicht im geistig-kulturellen Bereich liegen, sondern daß Freiheit zuallererst Freisein von Existenzangst bedeutet. Solange die breite Masse des Volkes seine Lebenskraft für die Beschaffung von Nahrung, Kleidung und Wohnraum aufbraucht, so lange wird die geistige Entwicklung das Privileg einer Minderheit sein.

Der Idealismus ist der beste Nährboden für die Entstehung elitärer Theorien, die in der Klassenstruktur der Gesellschaft mit ihren irrationalen Konsum- und Leistungszwängen ihren Niederschlag finden. Geistige Bildung, materieller Besitz und politische Macht werden mehr und mehr zum Vorrecht einer Elite, die sie zur Bevormundung, Ausplünderung und Niederhaltung der breiten Volksmassen mißbraucht. Ihre weltanschauliche Stütze finden solche Systeme durch die Glaubensreligionen, die die Sehnsucht nach einem sinnvollen und erfüllten Dasein auf ein "Jenseits" umlenken und das gesellschaftliche Elend als unerforschlichen Ratschluß eines letzten Geist-Schöpfers, einer göttlichen Autorität deuten.

Fassen wir noch einmal kurz zusammen: Das Problem Individuum - Gesellschaft läßt sich stufenweise schärfer fassen, zunächst im Widerspruch Ich-Umwelt, dann noch allgemeiner im Widerspruch Subjekt - Objekt, und schließlich im Grundwiderspruch Bewußtsein - Sein, gewöhnlich auch als Gegensatz von Geist und Materie bezeichnet. Der Materialismus lehrt, daß die Materie die Grundlage des Geistes sei; der Idealismus sieht den Geist als Schöpfer der Materie. Beide Ansichten neigen zum Dogmatismus und zeigen in ihrer gesellschaftspolitischen Anwendung keine ausreichende Perspektive zur umfassenden Selbstverwirklichung des Menschen.

Mittwoch, 1. September 2021

Yogananda und Prajnanananda im September2021

Die entscheidende Frage für den Menschen ist: Bist du auf Unendliches bezogen oder nicht? Das ist das Kriterium seines Lebens.
~C. G. Jung

Dies ist also der tatsächliche Gang der Entwicklung eines einzelnen Menschen: Von der unbewussten Hölle über die bewusste Hölle zum bewussten Himmel.
~Ken Wilber

Je mehr du für dein Glück von Bedingungen außerhalb deiner selbst abhängst, desto weniger glücklich wirst du sein. ⁠
~Paramahamsa Yoganandaji

30thVON SANCHITA ZU PRARABDHA   
Angenommen, wir haben einen Teil unseres Geldes in Festgeld angelegt. Einige dieser Einlagen werden morgen oder übermorgen fällig. Wenn ein Festgeld bei der Bank fällig wird, muss es abgehoben werden. In ähnlicher Weise wird ein Teil unseres angesammelten Karmas fällig, um in diesem Leben ein Ergebnis zu schaffen; es wird abgehoben und in diesem Leben genossen. Es stellt sich die Frage: Was entscheidet darüber, welches sanchita karma in diesem Leben Früchte tragen wird? Die Bhagavad Gita sagt (8:6), dass der vorherrschende Gedanke im letzten Moment vor dem Tod und das damit verbundene oder ähnliche Karma das Prarabdha des nächsten Lebens sein wird: "Wenn man den Körper am Ende (des Todes) verlässt, während man an einen bestimmten Seinszustand denkt, erlangt man diesen allein, indem man immer in diesem Gedanken versunken ist."
~ Paramahamsa Prajnanananda

28th Bitte versteht, dass es zahllose Leben braucht, um sich zu entwickeln, wenn ihr den spirituellen Weg ignoriert. Sanchita kann ohne spirituelle Praxis und Verwirklichung nicht ausgeschöpft werden. Ansonsten sammelt es sich lediglich in Form von gutem und schlechtem Karma an. Wenn wir sanchita zerstören, können wir frei sein. Solange sanchita Karma in uns bleibt, sind wir gebunden. Wir müssen uns auch fragen: Da wir sanchita karma nicht aufbrauchen können, sondern es nur durch spirituelle Disziplin und schließlich durch Verwirklichung beseitigen können, können wir dann prabradha karma, das Schicksal unseres gegenwärtigen Lebens, ändern? Können wir den Verlauf unseres Lebens beeinflussen?
~ Paramahamsa Prajnanananda

27th Sanchita karmas werden mit dem Anbruch der Selbsterkenntnis (brahmajnana) zerstört. Wir sollten unser prarabdha (Schicksal) mit einer praktischen spirituellen Einstellung (vyavaharika drishti) genießen. Die samenartigen subtilen Eindrücke der gesamten angesammelten Handlungen schlummern im geistigen Raum (chittakasha). Wenn Menschen durch direktes intuitives Wissen oder tiefe Meditation Erleuchtung erlangen, erkennen sie, dass sie nicht die fünf Hüllen sind, sondern die transzendentale Wirklichkeit. Diese Menschen handeln während all ihrer Erfahrungen als die bezeugende Intelligenz (sakshi). Wenn der subtile Eindruck einer gegenwärtigen Handlung nur als sanchita karma in chittakasha (der reinen Form des Gedächtnisses) in der manomaya kosha (geistigen Hülle) gespeichert bleibt, kann er eine befreite Person nicht mehr fesseln.
~ Paramahamsa Prajnanananda

25th WIE KÖNNEN WIR ALL DIESES KARMA ABBAUEN?  
Es gibt nur einen Weg, und der führt über das Wissen. Ist es das Wissen, das aus dem Zuhören eines Lehrers oder dem Lesen eines Buches resultiert?   Nein, es ist nur das Wissen, das aus der Selbstverwirklichung erwächst. Aham brahmasmi. Nachdem jemand verwirklicht ist, ist das sanchita karma erschöpft, das heißt, das angesammelte Karma von Millionen von Leben ist sofort verschwunden. Die Dunkelheit, die eine Höhle seit Millionen von Jahren durchdrungen hat, wird augenblicklich durch einen Lichtblitz beseitigt. Zünde ein Streichholz an und es wird hell; die Dunkelheit verschwindet. Sanchita Karma ist wie Baumwolle, und Verwirklichung ist wie ein Lauffeuer. So wie das Lauffeuer die Baumwolle schnell verbrennt, ist die Verwirklichung das Feuer, das Sanchita Karma auslöscht.
~ Paramahamsa Prajnanananda

23th WIE KÖNNEN WIR SANCHITA KARMA ABBAUEN?  
Seit Äonen ist das Sanchita-Karma in unserem Astral- und Kausalkörper gespeichert. Auch wenn es in diesem Leben keine Auswirkungen hat, reist es mit uns in das nächste Leben, zusammen mit unserem neuen Karma aus diesem Leben. Daher nimmt das Karma in jedem Leben an Größe, Anzahl oder Qualität zu. Wir haben Ersparnisse aus der Vergangenheit, und wir haben einige Ersparnisse aus der Gegenwart, und beide werden uns im nächsten Leben begleiten. Dennoch haben wir die Wahl, ob wir es ins nächste Leben mitnehmen oder hier beenden wollen.
~ Paramahamsa Prajnanananda

22th In Indien gibt es Menschen, die in den Gesichtern der Menschen lesen können. Einige Stammesangehörige können ein Gesicht betrachten und sehr genaue Vorhersagen und Einschätzungen machen. Wenn sie jemanden ansehen, können sie einen tierischen Charakter oder eine vorherrschende Eigenschaft entdecken. Während sie das Gesicht, die Nase und die Augen beobachten, sprechen sie über die Eigenschaft dieses Tieres, ohne zu sagen, dass man tatsächlich dieses Tier ist. Es ist ziemlich unglaublich zu erfahren, dass unsere angeborene Natur der tierischen Natur so nahe kommt. Dies ist das Ergebnis von sanchita karma.
~ Paramahamsa Prajnanananda

21th LEBEN DER EVOLUTION 
Gurudev pflegte zu sagen, dass der Mensch das Ergebnis der Evolution ist, weil er durch viele Leben und viele Erfahrungen gegangen ist, und dass der menschliche Körper ein kleines Universum ist. Das heißt, die Geburt eines Menschen ist ein akkumulierter Effekt von Geburt und Wiedergeburt, von vielen Erfahrungen. Der menschliche Körper ist ein kleines Universum, weil viele Eindrücke in ihm vorhanden sind. Wenn wir akzeptieren, dass wir ein kleines Universum sind, müssen wir auch akzeptieren, dass alles in uns ist---- sogar die wilden und giftigen negativen Aspekte von Tigern, Löwen, Schlangen, alle tierischen Qualitäten, aber auch viele gute Qualitäten. Da all diese vergangenen Tendenzen in uns existieren, werden sie sich manifestieren, wenn die richtige Umgebung sie auslöst. Während wir mit unserem Rucksack von sanchita karma durch die Zeit reisen, wird die notwendige Umgebung sowohl positive als auch negative Karmas dazu bringen, Leben für Leben Früchte zu tragen.
~ Paramahamsa Prajnanananda

20th Wir essen Lebensmittel, ohne etwas über deren Inhalt und Wirkung zu wissen. Vielleicht haben wir etwas wiederholt konsumiert, nur um später herauszufinden, dass das Lebensmittel, z. B. ein Softdrink, krebserregend ist. Als wir das Getränk zunächst zur Befriedigung genossen haben, war uns nicht bewusst, dass es sich in Zukunft negativ auf unsere Gesundheit auswirken würde. In allen Fällen führt ein Teil unserer gegenwärtigen Handlung zu einem unmittelbaren Ergebnis, und ein anderer Teil der Handlung sammelt sich an (als sanchita karma) und bringt morgen oder übermorgen oder später Früchte hervor.
~ Paramahamsa Prajnanananda

17th Denn das Christentum lehrt uns, dass dies "das eine und einzige Leben" ist. Wir müssen jeden Augenblick nutzen, um das Ziel zu erreichen. Aber was passiert, wenn wir das nicht tun? Es ist nicht immer leicht, beim Beten oder Meditieren negative Gedanken zu vermeiden, immer gut zu sein, zu versuchen, anderen zu helfen. Deshalb fragte Arjuna Lord Krishna in der Bhagavad Gita (Kapitel 6):"Oh Herr, Du beschreibst die Meditation, das Gebet zu Gott. Wenn ich versuche zu meditieren, wenn ich versuche, zu Gott zu beten, wenn ich versuche, mich von weltlichen Vergnügungen loszulösen, und ich kann das Ziel nicht erreichen, was wird dann geschehen?" Arjuna fragt direkt, was passiert, wenn wir das Ziel in diesem Leben nicht erreichen können. In diesem Fall genießen wir weder die Welt, leben für Sinnesfreuden und Leistungen, noch erreichen wir das Ziel. Werden wir sowohl das Familienleben als auch das spirituelle Leben verpassen, wie eine zerrissene Wolke, die weder hier noch dort ist? Der Herr gab eine wunderschöne Antwort auf Arjunas Frage. Er sagte Arjuna, er solle sich keine Sorgen machen, nichts sei umsonst, nichts sei verschwendet. Was auch immer man in diesem Leben erreicht, wo immer man aufhört, beginnt man im nächsten Leben. Der Herr sagte: "Man kann in die Familie eines gelehrten Yogis geboren werden. Nach einer solchen Geburt erlangt man das in früheren Leben erworbene Gottesbewusstsein wieder. Man bemüht sich dann nach Kräften, die vollständige Befreiung zu erreichen."
~ Paramahamsa Prajnanananda

16th Nehmen wir an, wir gehen zur Schule und versuchen, einen Studiengang zu absolvieren, und es gibt eine Vorschrift, die besagt, dass wir das Programm innerhalb von vier Semestern, also in zwei Jahren, abschließen müssen. Wenn wir es in diesem Zeitrahmen nicht schaffen, bekommen wir keine weitere Chance. Wenn wir wissen, dass wir die Zeit nicht verlängern können, versuchen wir ernsthaft, aufrichtig und mit Hingabe, den Kurs zu beenden. Wenn wir hingegen die Möglichkeit haben, die Zeit zu verlängern, würden wir wahrscheinlich sagen: "Okay, wenn ich dieses Semester nicht schaffe, dann schließe ich eben nächstes Semester ab." Wir schieben unsere Bemühungen auf. Das Zeitlimit ermutigt uns, den Kurs in einer bestimmten Zeit zu beenden. Im Christentum ist die Zeit begrenzt, um das Endziel zu erreichen.
~ Paramahamsa Prajnanananda

15th KARMA, DAS VON EINEM LEBEN ZUM ANDEREN TRANSPORTIERT WIRD  
Da wir in unserem jetzigen Leben nicht alle unsere Karmas genießen oder ausschöpfen können, stellt sich die Frage nach der Natur und der Existenz eines Lebens nach dem Tod. Wo existiert unser Karma ohne eine Form des Lebens nach dem Tod? Die Antwort lautet: Unabhängig davon, welcher Religion Sie folgen----Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus, Buddhismus - die Seele existiert nach dem Tod. Das Christentum oder der Islam glauben zwar nicht an die Wiedergeburt, aber sie beschreiben einen Tag des Gerichts nach dem Tod. An diesem Tag des Gerichts werden wir je nach unserem Karma (unseren Taten) entweder in den Himmel oder in die Hölle geschickt. Es gibt jedoch keine Beschreibung oder Diskussion darüber, wohin wir gehen und wie wir nach dem physischen Tod existieren werden. Oft wird gefragt: "Warum diskutieren Religionen wie das Christentum nicht über das nächste Leben?" Dies ist ein sehr praktisches Thema.
~ Paramahamsa Prajnanananda

14th INVESTITION DES KARMAS  
Die Menschen lieben es, ihre Ersparnisse für die Zukunft zu investieren. Im täglichen Leben sparen wir unbewusst Karma für die Zukunft in Form von Sanchita-Karma, deponiertem Karma, das Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr angesammelt wird. Dieses Karma kann im gegenwärtigen Leben unmöglich aufgebraucht werden. Sanchita bedeutet "gerettet" oder "Ersparnisse". In der Sprache der modernen Zeit bedeutet sanchita investiertes Karma, so wie in Aktien investiertes Geld, das wir eines Tages zurückbekommen werden. An der Wall Street kann der Marktwert einer Aktie sinken, aber an der Börse des Karmas sinkt der Betrag nicht so leicht. Die verschiedenen Karmas in unseren Rucksäcken schaffen Unterschiede in unserem Wesen und unserer Erscheinung. Jeder hat ein anderes Aussehen, ein anderes Verhalten, eine einzigartige Natur - alles an uns ist anders als bei anderen. Diese Vielfalt, diese Diversität, offenbart den karmischen Inhalt unseres Rucksacks, aber wir wissen nicht, wie viel Karma für uns, in uns, deponiert, gespeichert, angesammelt wurde.
~ Paramahamsa Prajnanananda

13th Manchmal tun wir etwas und es kommt nichts dabei heraus; es gibt kein sichtbares Ergebnis. Wir fragen uns vielleicht: "Sind meine Handlungen sinnlos?" Die Antwort ist nein. Denken Sie daran, dass es kein Karma, keine Handlung gibt, die keine Früchte trägt. Ob gut oder schlecht, alles, was wir tun, wird heute oder morgen Früchte tragen. Im Allgemeinen erzeugen unsere Taten Konsequenzen in diesem Leben sowie einen Eindruck, der als Sanchita angesammelt wird. Sanchita-Karma, die Last des angesammelten Karmas, nimmt immer zu, sie nimmt nicht ab. Manchmal beklagen sich Menschen, weil sie seit Jahren beten und meditieren, aber kein Ergebnis sehen. Wenn Sie sich jemals so gefühlt haben, machen Sie sich keine Sorgen, das Ergebnis wird kommen; Sie brauchen nur ein wenig Geduld.
~ Paramahamsa Prajnanananda

12th FREIHEIT DER WAHL BEI DER HANDLUNG, ABER NICHT BEI DEN FRÜCHTEN DER HANDLUNG  
Jeder Mensch hat die Freiheit, Karma (Handlung) zu vollziehen, aber er hat keine Freiheit, die Folgen zu kontrollieren. Das göttliche Gesetz der Vorsehung liegt in den Händen des Göttlichen. Es ist gerecht und gut für jedes Individuum. Die meisten Menschen wünschen sich positive Folgen, Glück und Wohlstand, aber nur sehr wenige unternehmen gute Werke. Manchmal sehen wir, dass gute Menschen viel leiden. Das ist nichts anderes als das Spiel des Karmas, nicht nur des gegenwärtigen Kriyamana-Karmas, sondern auch des vergangenen Sanchita-Karmas, das sich manifestiert. 
~ Paramahamsa Prajnanananda

10th Als ich ein Kind war, fragte ich Gott, warum die Menschen nicht sofort bestraft werden, wenn sie einen Fehler begangen haben. Gottes Antwort kam schnell in Form eines anderen Gedankens: "Mein Kind, wenn jeder sofort für seine Fehler bestraft würde, wäre meine Schöpfung voll von Behinderten. Jeder wäre ein Krüppel. Nur wenige auf dieser Welt sind frei von Fehlern, denn die meisten Menschen begehen Fehler." Aus Mitgefühl gibt Gott uns Zeit, unsere Fehler zu korrigieren und besser zu werden. Gurudev pflegte zu sagen: "Fehler sind nicht dazu da, um Fehler zu machen, sondern um sie zu korrigieren." Ja, ein Fehler mag gemacht worden sein, aber Fehler sind für unsere Entwicklung. Wir müssen uns selbst berichtigen. Gott sagt: "Oh mein Kind, weißt du nicht, dass ich meine Schöpfung liebe. Ich liebe jeden einzelnen Teil. Ich gebe jedem Menschen eine Chance zu wachsen. Selbst wenn Menschen sich irren, liebe ich sie. Ich gebe ihnen eine Chance, sich zu ändern."
~ Paramahamsa Prajnanananda

09th DER SAME UND DIE FRUCHT
Karma (Handlung) ist der Same, und das Ergebnis ist die Frucht der Handlung. Oft sehen wir, dass Menschen, die falsches Karma tun, das Ergebnis nicht sofort erfahren. Als kleiner Junge habe ich mich immer gefragt, warum jemand, der etwas Falsches tut, nicht sofort bestraft wird. Ich dachte, wenn die Bestrafung sofort erfolgen würde, wäre die Schöpfung ein besserer Ort, weil wir Angst davor hätten, Fehler zu begehen. Nehmen wir zum Beispiel an, dass jemand eine Lüge erzählt. Wenn die Person sofort nicht mehr sprechen könnte, würde sie wissen, dass sie gelogen hat. Andere würden auch wissen, warum er nicht sprechen kann. Mit diesem sofortigen Ergebnis würde sicherlich niemand mehr lügen. Wenn jemand mit seinen Händen etwas Falsches getan hat, z. B. jemanden geschlagen oder gestohlen hat, würden seine Hände sofort bewegungsunfähig sein. Wenn wir ein sofortiges Ergebnis erhielten, würde niemand etwas Falsches tun und die Schöpfung wäre besser. Wir glauben gerne, dass wir intelligenter sind als Gott. Manchmal beurteilen wir sogar die Handlungen Gottes. Wir fragen Gott oft, warum er dieses oder jenes tut. Glauben wir, dass Gott nicht in der Lage ist, zu wissen, was geschieht?
~ Paramahamsa Prajnanananda

Jeder Mensch ist einzigartig. Selbst Zwillinge, die im Abstand von wenigen Minuten geboren werden, sind unterschiedlich. Manche Zwillinge haben sogar völlig unterschiedliche Persönlichkeiten. Astrologen wissen, dass ein paar Minuten Unterschied in der Geburtszeit das Schicksal verändern. Es gibt viele gemeinsame Faktoren, aber das Schicksal ist nicht genau dasselbe. Auf unserer Lebensreise haben wir einen Rucksack mit Erfahrungen, Erwartungen und vor allem mit der Last des Karmas aus vergangenen Leben dabei. In diesem Rucksack sammeln und speichern wir Karma und dessen Wirkung.
~ Paramahamsa Prajnanananda

Brahman erschafft die Welt aus sich selbst. Alle Namen und Formen sind die Manifestationen des einen formlosen Brahman, so wie der Ozean und die Wellen das gleiche Wasser sind. Gott selbst ist das Material, der Schöpfer und die Schöpfung. Der formlose Gott ist in seiner gesamten Schöpfung in allen Formen und unter allen Namen gegenwärtig. Die Schöpfung ist die Manifestation von Gott.
~ Paramahamsa Prajnanananda

Äußere Vielfalt wird zu innerer Einheit. Es gibt eine Einheit in aller Vielfalt.
Die Erfahrung der Einheit ist Liebe. Die Liebe drückt sich aus als Identifikation mit
was uns umgibt. Ich liebe eine Rose und möchte sie näher halten, weil ich mein eigenes Spiegelbild in dieser Rose sehe. Ich liebe einen Menschen mehr, wenn ich mein eigenes Spiegelbild in ihm sehe. Das ist der Grund, warum wir Menschen mit ähnlichen Gedanken, Ideen und einem ähnlichen Lebensstil mögen. Das ist eine natürliche Tendenz.
~ Paramahamsa Prajnanananda

Bild und Objekt sind im Wesentlichen eins. Ohne den Gegenstand gibt es kein Bild.
Ohne Gott gibt es keine Schöpfung. Das Selbst ist ewig, da es das Abbild Gottes ist.
Ein aufrichtig Suchender versucht immer, in der Gegenwart Gottes zu leben.
Das ist der Weg, um seine wahre Natur zu erfahren.
In der Gegenwart Gottes zu leben ist Liebe.
~ Paramahamsa Prajnanananda

Die Liebe gibt dem Geist die Zielstrebigkeit, die die Yogis Konzentration und Meditation nennen. Gleichzeitig werden Leben und Herz von einer göttlichen Romantik erfüllt, die jedes Atom des Körpers erregt und die gesamte Atmosphäre durchdringt.

Ein wahrer Gottgeweihter, ein Liebhaber Gottes, läutert sein eigenes Leben, und diejenigen, die mit Ihm in Berührung kommen, werden ebenfalls geläutert.
~ Paramahamsa Prajnanananda

Liebe ist eine große treibende Kraft für das psychologische Wachstum eines Menschen.
Wenn die Liebe richtig kanalisiert ist, beginnt sie bei einem selbst und hat hat das Potential, zum Göttlichen hin zu wachsen.
Die Liebe zum Göttlichen ist Hingabe, die das menschliche Herz ausdehnt, um das Unendliche aufzunehmen und sogar zu umschließen.
~ Paramahamsa Prajnanananda