Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti
Wir werden sehen wie wichtig es ist die radikale Revolution in den Köpfen der Menschen zu verursachen. Die Krise ist eine Krise des Bewusstseins. Ein Krise, die nicht mehr die alten Normen akzeptieren kann, die alten Muster, die uralten Traditionen. Wenn man in Betracht zieht, was die Welt jetzt ist, mit all dem Elend, den Konflikten, der zerstörerischen Brutalität, Aggressionen usw. Der Mensch ist immer noch wie er war. Er ist immer noch brutal, zerstörerisch, aggressiv, habgierig, wetteifernd. Er hat eine Gesellschaft darauf aufgebaut.

Mittwoch, 26. Juni 2019

Wozu bin ich hier? Die eigene Lebensaufgabe erkennen und leben

von Julia Schneider
"Stell dir vor, Gott schenkt dir ein Leben.
Was machst du damit?" ~Julia Schneider 

"Die zwei wichtigsten Tage in deinem Leben sind der Tag, an dem du geboren wirst, und der Tag an dem du herausfindest, warum.“ ~Mark Twain

u.a.
10 Zeichen, dass du deine Lebensaufgabe bereits lebst /S.9
15 Zeichen, dass du auf dem „falschen“ Weg bist /S.11
Typische Gründe, warum du deine Lebensaufgabe (noch) nicht lebst /S.13
2. Es ist zu spät für mich, meine Berufung zu leben.
3. Du hast Angst vor Veränderungen.
4. Bequemlichkeit
5. Fehlendes Selbstvertrauen
6. Kein Durchhaltevermögen
7. Die Wenn-dann-Falle.
8. Fehlendes Vertrauen

In 10 Schritten die eigene Lebensaufgabe entdecken und leben /S.16
1. Macht der Gedanken: Überprüfe deine Glaubenssätze
Vier Fragen, die helfen 
 „The Work“-Methode von Byron Katie 
1. Ist das wahr, was ich da glaube? Stimmt dieser Gedanke? 
2. Kann ich hundert Prozent sicher sein, dass es wahr ist? 
3. Was passiert in meinem Leben, wenn ich das glaube? Wie fühle ich mich dabei? Was passiert mit meiner Arbeit, meinem Erfolg? Wie schränkt mich dieser Glaubenssatz ein? Wer bin ich mit diesem Glaubenssatz? Wenn es ein beengender, also einschränkender und hinderlicher Glaubenssatz ist, wirst du das körperlich spüren, wenn du dir diese Frage stellst. Du kannst dadurch genau erkennen, wie dich dieser Glaubenssatz davon abhält, deine Ziele zu erreichen und dein volles Potential zu leben. 4. Wer wäre ich ohne diesen negativen Glaubenssatz? 
2. Die richtigen Fragen stellen
„Die Qualität deiner Fragen bestimmt die Qualität deines Lebens.“
Stelle dir Fragen wie:
• Was will mein Herz wirklich?
• Wonach sehne ich mich in meinem tiefsten Inneren?
• Wozu bin ich hier?
• Was muss ich loslassen, um meine Bestimmung zu finden?
• Wie kann ich diese Welt zu einem besseren Ort machen?
• Warum mache ich die Dinge nicht, von denen ich eigentlich weiß, dass ich sie tun sollte?
• Was sind meine Werte und bin ich ihnen treu?
• Was kann ich jetzt tun, um auf meinem Seelenweg voranzuschreiten?
• Was bringt mich wirklich weiter?
• Welche Blockaden muss ich lösen, um mein volles Potential zu leben?
• Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?
Empfehlung von en - vielleicht nicht für Dich selbst, sondern für jemanden den du kennst

"Wenn Sie das Leben eines anderen nicht besser machen, verschwenden Sie Ihre Zeit. Dein Leben wird besser, indem du andere Leben besser machst." ~Will Smith

von Julia
"Mein Geschenk für dich: Gratis E-Book
Hol dir mein E-Book "Wozu bin ich hier? Die eigene Lebensaufgabe entdecken und leben" vollkommen gratis in dein Postfach und werde regelmäßig über aktuelle Beiträge informiert."
http://roadheart.com/was-ist-deine-lebensaufgabe/

3. Nimm dir Zeit für dich 

4. Erkenne deine Einzigartigkeit

Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg, deine Lebensaufgabe zu erkennen und zu leben, sind deine natürlichen Gaben, Talente und Fähigkeiten. Wenn du dir dieser noch nicht bewusst bist, helfen evtl. Fragen wie:

Was kannst du besonders gut?
Womit hilfst du ständig anderen, ohne dir dessen überhaupt bewusst zu sein, weil es so natürlich für dich ist?
Wofür bekommst du Komplimente?
Was tust du, auch wenn dich niemand dafür bezahlt oder du sonst irgendeinen Nutzen daraus ziehst?
Wobei vergisst du die Zeit?
Was ist dein bevorzugter Zustand? Wann bist du richtig glücklich? Wenn du dich geliebt fühlst, selbst Liebe gibst, wenn du inspiriert bist, wenn du besonders kreativ bist, dich bewegst, etwas mit deinen eigenen Händen erschaffst? Welche Tätigkeit führt dazu, dass du dich so fühlst? Kochen, Singen, Malen, Programmieren, Spazieren in der Natur, Zeit mit deinen Liebsten verbringen?
Wenn du noch ein Leben geschenkt bekommen würdest, wer würdest du in diesem anderen Leben sein wollen? (Jorge)
Was würdest du am liebsten machen? Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern könntest?
Selbst wenn du „scheiterst“, was würdest du trotzdem gern tun? Was wäre es trotzdem wert?
Was fällt dir immer wieder auf? Die schlampige Rechtschreibung selbsternannter Internet-Gurus, schlecht oder auch brillant gestaltete Webseiten, fehlender Sinn für Humor, Alltagsrassismus, Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen oder Menschen, die gestresst und schlecht gelaunt durch die Gegend laufen? Das, was dir immer wieder ins Auge springt, hat sehr wahrscheinlich etwas mit deiner Lebensaufgabe zu tun.



5. Das Gesetz der Anziehung

6. Akzeptiere und liebe dich so wie du jetzt bist

7. Lerne, auf dein Herz zu hören 

8. Die Freude als Wegweiser 
„Folge deiner Glückseligkeit und das Universum wird Türen öffnen,
wo es nur Mauern gab."
~Joseph Campbell

9. Innere Saboteure identifizieren

10. Losgehen, auch wenn die Umstände noch nicht perfekt sind

"Es spielt keine Rolle, wie langsam Sie sind - solange Sie nicht aufhören."
~Konfuzius

„Wege entstehen, indem wir sie gehen.“
Chinesische Weisheit

Dienstag, 25. Juni 2019

Matrix: 12. Kapitel: Das Verhör || Smith morph

(Regierungsgebäude: Verhörraum)
Agent Smith: "Können Sie mich hören, Morpheus?
Ich will ehrlich mit ihnen sein. [setzt seine Brille ab und entfernt den Ohrstöpsel] Die Wahrheit sagen. Ich hasse diesen Planeten! Diesen Zoo, dieses Gefängnis! Diese Realität, wie auch immer man dazu sagen mag, ich halte es nicht länger aus. Vor allem den Geruch! Falls so was existiert. Ich bin seiner sozusagen überdrüssig!
Ich kann riechen, wie Sie stinken, und jedes Mal wenn ich es rieche fürchte ich mich infiziert zu haben. Es ist abstoßend, finden Sie nicht!? [er wischt Schweiß von Morpheus' Glatze und hält seine Finger an seine Nase] Ich muss hier irgendwie raus, ich will endlich frei sein, und in diesem Gehirn steckt der Code, mein Schlüssel. [er umfasst Morpheus Kopf] Sobald Zion zerstört ist, werde ich hier nicht mehr gebraucht, verstehen Sie!? Ich brauche die Codes, ich muss in den Rechner von Zion [I have to get inside Zion] und Sie werden mir dabei helfen! Wenn Sie sich weigern, ist dass ihr Ende."

(Regierungsgebäude: Verhörraum)
Agent Smith: [schaut aus dem Fenster] "Haben Sie sie jemals genau betrachtet, bestaunt wie makellos und schön sie ist? Milliarden Menschen leben einfach vor sich hin, und haben keine Ahnung. Wussten Sie, dass die erste Matrix als perfekte Welt geplant war, in der kein Mensch hätte leiden müssen? Ein rundum glückliches Leben! Es war ein Desaster. Die Menschen haben das Programm nicht angenommen, es fielen ganze Ernten aus. Einige von uns glauben, wir hätten nicht die richtige Programmiersprache euch eine perfekte Welt zu schaffen, aber... ich glaube, dass die Spezies Mensch ihre Wirklichkeit durch Kummer und Leid definiert. Die perfekte Welt war also nur ein Traum, aus dem euer primitives Gehirn aufzuwachen versuchte. Die Matrix wurde neu designt - zu dem was sie heute ist, der Höhepunkt eurer Zivilisation. Ich sage eurer Zivilisation, obwohl sie, als wir für euch das denken übernahmen, auch zu unserer Zivilisation wurde, was natürlich der Grund für das ganze Unternehmen war. Evolution, Morpheus, Evolution! Wie die Dinosaurier. Sehen Sie aus dem Fenster! Eure Zeit ist abgelaufen. Die Zukunft gehört den Maschinen, Morpheus! Unsere Zukunft ist angebrochen."

Agent Smith: "Ich kam zu einer interessanten Entdeckung, seit ich in Matrix bin. Es fiel mir auf, als ich versuchte, eure Spezies zu klassifizieren. Ihr seid im eigentlichen Sinne keine richtigen Säugetiere! Jedwede Art von Säuger auf diesem Planeten entwickelt instinktiv ein natürliches Gleichgewicht mit ihrer Umgebung. Ihr Menschen aber tut dies nicht. Ihr zieht in ein bestimmtes Gebiet, und vermehrt Euch und vermehrt Euch, bis alle natürlichen Ressourcen erschöpft sind. Und der einzige Weg zu überleben ist die Ausbreitung auf ein anderes Gebiet.
Es gibt noch einen Organismus auf diesem Planeten, der genauso verfährt. Wissen Sie, welcher? Das Virus! Der Mensch ist eine Krankheit! Das Geschwür dieses Planeten! Ihr seid wie die Pest... und wir sind die Heilung!"


https://www.youtube.com/watch?v=5Fu_eBNeL-8 

Struktur der Heldenreise - nach Campbell

Mythologie Heldenreise
1. Erwachen = Bewusstwerdung
2. Konfrontation mit der Wahrheit
3. Leugnung, ein Nicht-Wahrhaben-Wollen des realen Zustandes
4. Entscheidung - welchen Weg wähle ich
5. Höllenfahrt - bzw. Abstieg in die Unterwelt (Treffen mit den Schatten)
6. Akzeptanz seines eigenen Schicksal
7. Selbst-Aufopferung für ein höheres Ziel

Die Heldenreise stellt ein Ritual dar = ein Spiel = griechisch DRAMA genannt!


https://dramaqueen.info/wiki/archetypen-und-mythologie/
Archetypen & Mythologie


  • Ausgangspunkt ist die gewohnte Welt des Helden - oft eine Krise.
  • Der Held wird zum Abenteuer gerufen - durch einen Zufall, einen Fremden, eine Stimme.
  • Dem Ruf zu folgen verweigert er sich zumeist.
  • Ein Mentor überredet ihn, die Reise anzutreten. Das Abenteuer beginnt.
  • Der Held überschreitet die erste Schwelle, nach der es kein Zurück mehr gibt.
  • Erste Bewährungsproben - der Held trifft dabei auf Verbündete und Gegner.
  • Der Held dringt bis zur tiefsten Höhle vor und trifft dabei auf seinen größten Feind.
  • Die entscheidende Prüfung - Konfrontation, Überwindung des Feindes (als Feind).
  • Der Held wird belohnt, indem er einen Schatz bekommt oder ihn raubt.
  • Der Held tritt - mit seinem Schatz - den Heimweg an.
  • Durch das bestandene Abenteuer ist der Held zu einer neuen Persönlichkeit gereift.
https://www.die-goetter.de/archetypische-muster

Nach Joseph Campbell lässt sich eine Heldenreise in folgendem Ablauf beschreiben.
  • Ruf
    Erfahrung eines Mangels oder plötzliches Erscheinen einer Aufgabe
     
  • Weigerung
    Der Held zögert, dem Ruf zu folgen, beispielsweise, weil es gilt, Sicherheiten aufzugeben.
     
  • Aufbruch
    Er überwindet sein Zögern und macht sich auf die Reise.
     
  • Prüfungen
    Auftreten von Problemen, die als Prüfungen interpretiert werden können.
     
  • Hilfe
    Der Held trifft unerwartet auf einen oder mehrere Mentoren.
     
  • Konfrontation
    Schwere Prüfungen, Kampf mit dem Gegner, Dämon / Drachen. Die Konfrontation erweist sich letztlich als ein Kampf gegen die eigenen Blockaden.
     
  • Initiation
    Die Verwandlung / Transformation des Helden: Empfang oder Raub eines Elixiers oder Schatzes, der die Welt des Alltags, aus der der Held aufgebrochen ist, retten könnte. Dieser Schatz kann in einer inneren Erfahrung bestehen, die durch einen äußerlichen Gegenstand symbolisiert wird.
     
  • Verweigerung der Rückkehr
    Der Held zögert in die Welt des Alltags zurückzukehren.
     
  • Verlassen der Unterwelt
    Der Held wird durch innere Beweggründe oder äußeren Zwang zur Rückkehr bewegt, die sich in einem magischen Flug oder durch Flucht vor negativen Kräften vollzieht.
     
  • Rückkehr
    Der Held überschreitet die Schwelle zur Alltagswelt, aus der er ursprünglich aufgebrochen war. Er trifft auf Unglauben oder Unverständnis, und muss das auf der Heldenreise Gefundene oder Errungene in das Alltagsleben integrieren. (Im Märchen: Das Gold, das plötzlich zur Asche wird)
     
  • Herr der zwei Welten
    Der Heros vereint Alltagsleben mit seinem neugefundenen Wissen, und lässt somit die Gesellschaft an seiner Entdeckung teilhaben
https://www.die-goetter.de/heldenreise

Montag, 24. Juni 2019

Tony Parsons || Das offene Geheimnis || Diese Freiheit || Das ist es || Einfach nur Dies

enjoy this week

Liebe so viel du willst
tanze nach Herzenslust
sei verrückt, wann immer dir danach ist
singe doch einfach, nicht nur unter der Dusche
Happyhour könnte jede Stunde sein
Du bist Schöpfer (d)eines Leben -
mach was draus - sonst machen es andere...
Du bist der Mittelpunkt deiner Welt und das ist absolut in Ordnung so - aus der Fülle kannst du überquellen
wenn du dabei triffst, liegt am Fluss der Fülle. Nicht an Dir
Ist das nicht schön?!
Einfach sein
das ist doch das simpelste im Universum, denn wir können ja nicht nicht sein

m.p.

Diese Freiheit: Worte weisen auf das Wortlose
https://www.pranahaus.de/media/dokumente/leseprobe/Diese_Freiheit.pdf

„Es gibt nur dies...
...das Eine, das als Zwei erscheint
...Nichts, das als Alles erscheint
...das Absolute, das als das Relative erscheint
…das Nicht-Verursachte, das als das Verursachte erscheint
...All-Einheit, die als Trennung erscheint
...das Subjekt, das als Objekt erscheint
...das Singuläre, das als das Vielheit erscheint
...das Unpersönliche, das als das Persönliche erscheint
...das Unbekannte, das als das Bekannte erscheint

Es ist klingende Stille und Reglosigkeit in Bewegung,
und diese Worte erscheinen als Hinweis auf das Wortlose

...und dennoch geschieht nichts“


„Die Vorstellung, dass der scheinbar Suchende noch stiller, ruhiger, bewusster, offener, ehrlicher, frei von Anhaftungen oder sonst was werden müsse, wird als eine weitere Illusion innerhalb der Traumgeschichte des „Ich“ erkannt. Die Abwesenheit eines persönlichen Plans, einer persönlichen Absicht kann sehr befreiend, aber auch sehr bedrohlich sein.„
Tony Parsons || Diese Freiheit: Worte weisen auf das Wortlose, 25. Juli 2016


Ist es möglich, dass diese ganze Trennungsgeschichte nichts anderes ist als das Ganze, das als scheinbar vom Ganzen getrennter Teil des Ganzen erscheint, der nach Ganzheit sucht? Und weil es das Wesen des Individuums ist, in einer scheinbar separaten Geschichte in der Zeit eingeschlossen zu sein, kann es nur aus dieser persönlichen Perspektive funktionieren:
Innerhalb der Grenzen seiner eigenen Bemühungen, etwas für sich selbst zu finden, sogar spirituelle Erfüllung. Daher auch die Anziehungskraft spiritueller Wege, Formeln, Methoden und Lehren zur eigenen Entwicklung, die dem Suchenden persönliche Erfüllung in der Zukunft versprechen. 

Tony Parsons Bücher
2004 Das ist es ~ Vom Ende der Illusion des Getrenntseins
2008 Einfach nur Dies: Unspektakuläre Gespräche über alles und nichts
2013 Das offene Geheimnis
2016 Diese Freiheit: Worte weisen auf das Wortlose

Sonntag, 23. Juni 2019

Jiddu Krishnamurti || Vom Werden zum Sein || Gespräche (15.2) mit David Bohm || Lässt sich der geistige Konflikt beenden?

#Illusion #Widerspruch #Weihrauch #Liebe

DB: Aber warum macht der Geist damit nicht Schluss? Wir müssen auch auf die Frage eingehen, warum man in diesen Illusionen gefangen ist.

K: Wie überzeugen Sie mich davon, dass ich in einer Illusion gefangen bin? Sie können es nicht, wenn ich es nicht selbst erkenne. Ich kann es aber nicht erkennen, weil meine Illusion so stark ist. Jene Illusion ist genährt worden, ist von der Religion, von der Familie und so weiter herangezüchtet worden. Sie ist so tief verwurzelt, dass ich mich weigere, sie loszulassen. Das geht in vielen Menschen so vor sich. Sie sagen: »Ich möchte dieses tun, aber ich kann es nicht.« Was sollen Sie in dieser Situation tun? Werden Ihnen Erklärungen, die Logik und die ganzen verschiedenen Widersprüche und Theorien helfen? Offensichtlich nicht.
DB: Weil das alles in die Gesamtstruktur hineingenommen wird.

K: Was ist also das nächste?
DB: Sehen Sie, wenn die Leute sagen: »Ich möchte mich wandeln«, ist das auch der Wunsch, sich nicht zu wandeln.
K: Natürlich, der Mensch, der sagt: »Ich will mich wandeln«, hat im Hinterkopf auch den Gedanken: »Wirklich, warum sollte ich mich eigentlich wandeln?« Das geht beides Hand in Hand.
DB: Wir haben also einen Widerspruch.
K: Ich lebe seit je in diesem Widerspruch. Ich habe ihn akzeptiert.
DB: Aber warum sollte ich ihn akzeptiert haben?
K: Weil er zu einer Gewohnheit geworden ist.
DB: Aber wenn der Geist gesund ist, wird er keinen Widerspruch akzeptieren.
K: Aber unser Geist ist nicht gesund. Der Geist ist so krank, so verdorben, so durcheinander, dass er sich weigert, die Gefahren zu erkennen, selbst wenn man sie ihm alle aufzeigt. Wie verhelfen wir also einem Menschen, der darin gefangen ist, dazu, die Gefahr klar zu erkennen, die das innerliche, psychische Werden darstellt? Wir wollen es so ausdrücken. Psychisches Werden schließt die Identifizierung mit einer Nation, mit einer Gruppe und ähnliches ein.
DB: Ja, das Festhalten an Meinungen.
K: An Meinungen und am Glauben. Ich habe eine Erfahrung gemacht, die mir Befriedigung schenkt, und deshalb werde ich daran festhalten. Wie wollen Sie mir helfen, mich von all dem freizumachen? Ich höre Ihre Worte – sie scheinen ganz richtig zu sein, aber ich kann mich von all dem nicht lösen. Ich frage mich, ob es da nicht einen anderen Faktor gibt, einen anderen Weg der Kommunikation, der nicht auf Worten, auf Wissen, Erklärungen, auf Belohnung und Strafe gründet. Gibt es eine andere Art der Kommunikation? Sehen Sie, auch darin liegt eine Gefahr. Ich bin ganz sicher, dass es einen Weg gibt, der nicht begrifflich, der nicht analytisch oder logisch ist – und das heißt nicht etwa, dass er verrückt wäre.

DB: Vielleicht gibt es einen.
K: Mein Geist teilt sich einem anderen immer durch Worte, Erklärungen, Logik oder auch Suggestion mit. Es muss noch ein anderes Element geben, das all das überwindet.
DB: Das die Unfähigkeit zuzuhören überwindet.
K: Ja, die Unfähigkeit zuzuhören, die Unfähigkeit zu beobachten, zu hören und so weiter. Es muss eine andere Methode geben. Ich bin verschiedenen Menschen begegnet, die vorher einen bestimmten Heiligen aufgesucht hatten. Sie sagten, in seiner Gegenwart seien alle ihre Probleme gelöst gewesen. Als sie aber in den Alltag zurückkehrten, war alles wieder beim alten.
DB: Sehen Sie, das hatte eben nichts mit Intelligenz zu tun.
K: Das ist die Gefahr dabei. Jener Mann, jener Heilige … da sie in der Gegenwart jenes Heiligen ruhig und wortlos waren, waren sie beruhigt und dachten, dass ihre Probleme gelöst seien.
DB: Aber das kam immer noch von außen.
K: Natürlich. Das ist wie bei einem Kirchgang. Man fühlt sich in einer alten Kirche oder Kathedrale ungewöhnlich ruhig. Das liegt an der Atmosphäre, an dem Bauwerk, sehen Sie. Die bloße Atmosphäre lässt Sie ruhig werden.
DB: Ja, sie vermittelt das, was mit Stille gemeint ist. Sie vermittelt es wortlos.
K: Das ist nichts! Das ist wie Weihrauch!
DB: Es ist oberflächlich.
K: Total oberflächlich. Es verfliegt wie Weihrauch! Deshalb schieben wir all das beiseite. Und was bleibt uns dann noch? Kein äußerer Vermittler, kein Gott noch irgendein Erlöser. Was bleibt uns? Was bleibt, das man vermitteln kann, das die Mauer überwindet, die die Menschen um sich herum aufgebaut haben? Ist es die Liebe? Dieses Wort ist verdorben, überbeansprucht, beschmutzt worden. Wenn man das Wort aber läutert – ist Liebe das Element, das dieses kluge, analytische Vorgehen überwinden wird? Ist die Liebe jenes fehlende Element?
DB: Nun, darüber müssen wir sprechen. Vielleicht sind die Menschen etwas vorsichtig mit diesem Wort.
K: Ich bin über alle Maßen vorsichtig!
DB: Und deshalb sträuben sie sich gegen die Liebe, wie sie sich ja auch weigern zuzuhören.
K: Deshalb habe ich gesagt, dass das ein recht riskantes Wort ist.
DB: Wir haben neulich festgestellt, dass die Liebe Intelligenz enthält.
K: Natürlich.
DB: Die auch Fürsorge ist. Mit der Liebe meinen wir jene Energie, die auch Intelligenz und Fürsorge in sich birgt, das alles …


Jiddu Krishnamurti || Vom Werden zum Sein || Gespräche (15.3) mit David Bohm || Lässt sich der geistige Konflikt beenden?

Eigenschaften, Isolation, Aufmerksamkeit, Erkenntnis, Intelligenz, Liebe,
Fürsorge, Illusion, Kummer, universal, Erbarmen

K: Erbarmen, Liebe und Intelligenz. Sie können ohne Intelligenz kein Erbarmen haben.
DB: Damit sagen wir, dass auch die Intelligenz universal ist!
K: Offensichtlich.


DB: Wir haben neulich festgestellt, dass die Liebe Intelligenz enthält.
K: Natürlich.
DB: Die auch Fürsorge ist. Mit der Liebe meinen wir jene Energie, die auch Intelligenz und Fürsorge in sich birgt, das alles …

K: ...Sie haben diese Eigenschaft, und ich bin in meinem Elend, meiner Angst und so weiter gefangen. Und Sie versuchen, mit jener Intelligenz diese Masse an Dunkelheit zu durchdringen. Wie wollen Sie das anstellen? Wird das funktionieren? Wenn nicht, sind wir Menschen verloren. Verstehen Sie, mein Herr? Deshalb haben wir Jesus, Buddha, Krishna erfunden – Bilder, die bedeutungslos geworden sind, die oberflächlich und sinnlos geworden sind. Was soll ich also tun? Das ist der andere Faktor. Aufmerksamkeit, Erkenntnis, Intelligenz und Liebe – Sie bringen mir all das, und ich bin unfähig, das zu empfangen. Ich sage: »Das klingt schön, ich spüre es, aber ich kann es nicht halten. Ich kann es nicht festhalten, weil ich in dem Augenblick, in dem ich diesen Raum verlasse, wieder verloren bin!«
DB: Das ist wirklich das Problem.
K: Ja, das ist das wirkliche Problem. Ist die Liebe etwas, das wie der Himmel ›draußen‹ ist – wie alles andere da draußen? Ist die Liebe etwas Äußeres, das Sie mir bringen, das Sie in mir erwecken, das Sie mir schenken wie eine Gabe? Oder ist diese Eigenschaft in meiner Dunkelheit, in meiner Illusion, in meinem Leiden vorhanden? Offensichtlich nicht, sie kann es nicht sein.
DB: Wo ist sie dann?
K: Das ist es ja gerade. Die Liebe gehört weder Ihnen noch mir. Sie ist nichts Persönliches, nicht etwas, das irgend jemandem gehört. Das ist die Liebe nicht.
DB: Das ist ein wichtiger Punkt. In ähnlicher Weise haben Sie von der Isolation gesprochen, die keinem Menschen angehört, obgleich wir dazu neigen, Isolation als persönliches Problem anzusehen.
K: Natürlich. Sie ist uns allen gemeinsam. Auch die Intelligenz ist nichts Persönliches.
DB: Aber sehen Sie, das widerspricht schon wieder unserer ganzen Art zu denken.
K: Ich weiß.


DB: Es ist erfunden worden, aber wir haben das von Kindheit an sowohl verbal als auch nicht-verbal, als Implikation, in uns aufgenommen. Deshalb durchdringt es alles, es ist der Grund unserer Gedanken, all unserer Wahrnehmung. Das also muss man in Frage stellen.
K: Wir haben es in Frage gestellt – dass Kummer nicht mein Kummer ist. Kummer ist etwas allgemein Menschliches und so weiter.
DB: Aber wie sollen die Menschen das verstehen? Denn jemand, der Kummer erfährt, empfindet diesen als seinen persönlichen Kummer.
K: Ich denke, das liegt zum Teil an unserer Erziehung, zum Teil an unserer Gesellschaft und ihren Traditionen.
DB: Aber das ist unserer ganzen Art zu denken innewohnend. Sehen Sie, da müssen wir hinausspringen.
K: Ja. Und das Hinausspringen wird zu einem Problem. Was soll ich also tun?

DB: Mir fällt gerade ein Beispiel aus der Physik ein. Wenn ein Wissenschaftler oder ein Chemiker ein Element wie Natrium studiert, sagt er nicht, dass es sein Natrium ist oder dass irgendein anderer Wissenschaftler sein Natrium studiert. Und natürlich vergleichen sie ihre Notizen und so weiter.
K: Genau. Natrium ist Natrium.
DB: Natrium ist universal Natrium. Deshalb müssen wir feststellen, dass die Liebe universal Liebe ist.
K: Ja, aber sehen Sie, mein Geist weigert sich, das zu erkennen, weil ich so schrecklich persönlich, so schrecklich mit ›mir und meinen Problemen‹ beschäftigt bin. Ich weigere mich, das loszulassen. Wenn Sie sagen, dass Natrium Natrium ist, ist das sehr einfach. Das kann ich verstehen. Aber wenn Sie sagen, dass Kummer uns allen gemeinsam ist, wird das schwierig.


K: Ich bin nicht sicher, dass sie nicht existiert. Erbarmen ist nicht: »Ich bin barmherzig.« Erbarmen ist da, ist etwas, das nicht ›mir‹ gehört.
https://www.jkrishnamurti.de/WzS13-5.673.0.html


DB: Es ist vernünftig, nach Sicherheit zu verlangen, aber wir packen das falsch an. Wie machen wir deutlich, dass die Liebe universal und nichts Persönliches ist? Wie vermitteln wir das einem Menschen, der ganz in der engen, eingefahrenen Spur seiner persönlichen Errungenschaften lebt? Es scheint da zuerst die Frage aufzutauchen, ob er überhaupt seine enge ›einzigartige‹ Persönlichkeit in Frage stellen will?
K: Manche Menschen stellen das in Frage. Sie erkennen die Logik dessen, worüber wir hier sprechen. Doch seltsamerweise haben Menschen, die in diesen Dingen sehr ernsthaft sind, die Ganzheit des Lebens durch Hungern, durch Selbstquälerei, durch alle möglichen Dinge zu erreichen versucht. Sie wissen das. Aber man kann die Ganzheit nicht durch Quälerei begreifen oder wahrnehmen. Was sollen wir also tun? Angenommen, ich habe einen Bruder, der sich weigert, all das zu sehen. Und da ich große Zuneigung für ihn hege, möchte ich, dass er das Gespaltensein überwindet. Und ich habe versucht, ihm das durch Worte und manchmal auch wortlos durch eine Geste oder durch einen Blick zu übermitteln. Aber das kommt dann immer noch alles von außen. Und vielleicht ist das der Grund, warum er sich widersetzt. Kann ich meinen Bruder darauf hinweisen, dass diese Flamme in ihm selbst entfacht werden kann? Das bedeutet, dass er mir zuhören muss. Aber mein Bruder weigert sich, mir zuzuhören.

DB: Es scheint so, als gäbe es einige Handlungen, die einfach nicht möglich sind. Wenn ein Mensch von einem bestimmten Gedanken wie dem des Gespaltenseins gefangen ist, kann er das nicht ändern, weil dahinter eine Menge anderer Gedanken stehen.
K: Natürlich.
DB: Gedanken, von denen er nichts weiß. Er ist nicht wirklich frei zu handeln, denn die gesamte Struktur des Denkens bindet ihn.
K: Wie helfe ich also – ich verwende das Wort mit großer Vorsicht – meinem Bruder? Was ist die Wurzel von all dem? Wir sprechen davon, dass er gewahr werden soll? Aber das sind alles Worte. Das lässt sich auf verschiedene Weise erklären – mit Ursache, Wirkung und all dem anderen. Nachdem ich das alles erklärt habe, sagt er: »Ich bin immer noch da, wo ich war.« Und meine Intelligenz, meine Zuneigung sagt: »Ich kann ihn nicht so gehen lassen.« Heißt das, dass ich ihn unter Druck setze? Ich verwende keine Art von Druck oder Lockmittel. Es liegt in meiner Verantwortung, dass ich einen Menschen einfach nicht so gehen lassen kann. Das ist nicht eine Verantwortung, die mit Pflicht und diesem ganzen schrecklichen Kram zu tun hat. Sondern es ist die Verantwortung, ihm all das zu sagen, die aus der Intelligenz kommt. In Indien gibt es eine Überlieferung, die besagt, dass jemand, den man den Maitreya Buddha nennt, ein Gelübde abgelegt hat, dass er nicht die höchste Befreiung erlangen wolle, ehe er nicht die anderen Menschen befreit habe.
DB: Alle ganz und gar?
K: Ja. Sie sehen, dass die Überlieferung nichts verändert hat. Wie kann man diese Reinheit einem anderen übertragen, wenn man diese Intelligenz, diese Barmherzigkeit, diese Liebe hat, die keinem Land, keiner Person gehört, die weder ein Ideal noch ein Erlöser ist? Indem man mit ihm lebt, mit ihm spricht? Sehen Sie, das alles kann mechanisch werden.
https://www.jkrishnamurti.de/WzS13-6.674.0.html

DB: Würden Sie sagen, dass diese Frage niemals wirklich beantwortet worden ist?
K: Ich denke, so ist es. Aber wir müssen sie beantworten, verstehen Sie? Sie ist nicht beantwortet worden, aber unsere Intelligenz sagt: »Beantworte sie!« – Nein, ich denke nicht, dass die Intelligenz das sagt. Die Intelligenz sagt: »Das sind die Tatsachen« – und vielleicht wird es einige geben, die das begreifen.

Die Karte ist ausgebreitet worden, und er hat das alles sehr genau gesehen: die Konflikte, das Elend, die Verwirrung, die Unsicherheit, das Werden. Das ist alles äußerst klar. Aber am Ende des Kapitels ist er wieder am Anfang. Oder vielleicht erhascht er einen kurzen Einblick, und dann wird das in seinem Verlangen, ihn einzufangen und festzuhalten, zu einer Erinnerung. Verstehen Sie? Und der ganze Alptraum fängt wieder an.
 
Während wir ihm die Karte zeigen, können wir ihn auch darauf hinweisen, dass es da etwas viel Tieferes gibt, nämlich die Liebe. Er will danach greifen, aber das Gewicht seines Körpers, des Gehirns, der Überlieferung, das alles zieht ihn zurück. So wird das zu einem fortgesetzten Kampf – und ich denke, dass das Ganze so verkehrt ist.

DB: Was ist verkehrt?

K: Die Art, wie wir leben.

DB: Erkennen Sie in der menschlichen Natur irgendeine Möglichkeit zu einem wirklichen Wandel?
K: Natürlich. Sonst wäre alles sinnlos. Wir wären sonst Maschinen, Affen. Sehen Sie, die Fähigkeit, eine radikale Veränderung herbeizuführen, wird einer äußeren Instanz zugesprochen, und deshalb halten wir danach Ausschau und verlieren uns dabei. Wenn wir nach niemandem Ausschau halten und ganz frei von Abhängigkeit sind, dann ist die Einsamkeit uns allen gemeinsam. Das ist keine Isolation. Es ist eine offensichtliche Tatsache, dass Sie auf ganz natürliche Weise allein sind, wenn Sie all das sehen, die Dummheit und die Unwirklichkeit des Gespaltenseins und der Trennung. Jenes Gefühl des Alleinseins ist allgemein und nichts Persönliches.

K: Einsamkeit ist nicht dasselbe wie Alleinsein.

K: Wenn der Geist fähig ist, vom Besonderen zum Allgemeinen zu gehen und vom Allgemeinen zum …
DB: … zum Absoluten, zum Universalen. Aber viele Menschen würden sagen, dass das sehr abstrakt ist und nichts mit dem täglichen Leben zu tun hat.
K: Ich weiß, und doch ist es das Praktischste überhaupt und gar nichts Abstraktes.
DB: In der Tat ist es ja das Besondere, das die Abstraktion ist.
K: Das Besondere, Vereinzelte ist das Allergefährlichste.
DB: Es ist auch das Abstrakteste, denn zum Besonderen gelangt man nur durch die Abstraktion.
K: Natürlich, natürlich.

DB: Ich denke, das mag ein Teil des Problems sein. Die Menschen möchten etwas, das uns im täglichen Leben wirklich betrifft. Sie wollen sich nicht bloß im Reden verlieren, deshalb sagen sie: »Diese ganzen leeren Verallgemeinerungen interessieren uns nicht.« Es ist wahr, dass das, worüber wir sprechen, im täglichen Leben funktionieren muss. Doch enthält das tägliche Leben nicht die Lösung seiner Probleme.
K: Nein. Das tägliche Leben ist das Allgemeine und das Besondere.
DB: Die menschlichen Probleme, die im täglichen Leben entstehen, können auf dieser Ebene nicht gelöst werden.
K: Man muss sich vom Besonderen zum Allgemeinen bewegen, und vom Allgemeinen noch weiter in die Tiefe – und da ist dann vielleicht die Reinheit dessen, was man Erbarmen nennt, Liebe und Intelligenz. Aber das setzt voraus, dass man seinen Geist, sein Herz, sein ganzes Sein diesem Forschen hingibt. Wir haben nun lange miteinander gesprochen. Ich denke, dass wir etwas erreicht haben.
27. September 1980, Brockwood Park, Hampshire

Samstag, 22. Juni 2019

Jiddu Krishnamurti || Vom Werden zum Sein || Gespräche (15.1) mit David Bohm || Lässt sich der geistige Konflikt beenden?

https://www.jkrishnamurti.de/WerdenSein-WzS.257.0.html

K: Ich frage in diesem Gespräch, ob es möglich ist, dass man überhaupt keine menschlichen Probleme hat, sondern nur technologische, die zu lösen sind. Die menschlichen Probleme scheinen doch unlösbar zu sein. Liegt es an unserer Erziehung, an unseren tiefverwurzelten Traditionen, dass wir die Dinge so akzeptieren, wie sie sind?

K: wir sprechen jetzt über die Probleme der Beziehungen, Probleme, die sich aus einem Mangel an Freiheit ergeben, aus diesem Gefühl fortwährender Ungewissheit und Angst, aus dem ein Leben lang währenden Kampf um den Lebensunterhalt. Das Ganze scheint so unerhört falsch zu sein.

K: Mit einem Problem meine ich etwas, das gelöst werden muss, etwas, das Sie beschäftigt, etwas, das Sie anzweifeln und mit dem Sie sich endlos befassen. Dazu gehören auch Zweifel und Ungewissheiten und das Gefühl, dass Sie irgend etwas tun müssen, das Sie am Ende bereuen könnten.

https://www.jkrishnamurti.de/WzS13-1.669.0.html

K: Man kann dafür viele Gründe anführen, aber jene Ursachen, Gründe und Erklärungen lösen das Problem nicht. Wir kommen auf dieselbe Frage zurück: »Was kann den Geist eines Menschen umwandeln?« Wir sehen die Notwendigkeit der Umwandlung, und doch sind wir unfähig oder nicht gewillt, uns zu wandeln. Welcher Faktor, welcher neue Faktor, ist dafür notwendig?

K: Zunächst wollen wir darüber sprechen, was Aufmerksamkeit ist.

K: Wo Aufmerksamkeit ist, gibt es kein Problem. Wo Unaufmerksamkeit ist, kommt es zu allen möglichen Schwierigkeiten. Ohne dass wir daraus ein Problem machen wollen: Was meinen wir eigentlich mit Aufmerksamkeit? Können wir Aufmerksamkeit in der Tiefe, in unserem Blut verstehen – nicht begrifflich, nicht intellektuell? Ganz offensichtlich ist Aufmerksamkeit keine Konzentration. Sie ist kein Bemühen, keine Erfahrung, kein Ringen darum, aufmerksam zu sein. Sie müssen mir das Wesen der Aufmerksamkeit nahe bringen, das darin besteht, dass es da kein Zentrum gibt, von dem aus ›Ich‹ aufmerksam bin.

https://www.jkrishnamurti.de/WzS13-2.670.0.html

DB: Wie vermitteln wir also die wahre Bedeutung von ›Aufmerksamkeit‹?
K: Oder wollen wir lieber sagen, dass wir diskutieren sollten, was Unaufmerksamkeit ist, um herauszufinden, was Aufmerksamkeit ist?
DB: Ja.

K: Um durch die Verneinung auf die Bejahung zu kommen. Was geschieht, wenn ich unaufmerksam bin? In meiner Unaufmerksamkeit empfinde ich Einsamkeit, bin deprimiert, angstvoll usw.

DB: Der Geist beginnt auseinander zu brechen und in Verwirrung zu geraten.
K: Es kommt zur Zersplitterung. Und in meinem Mangel an Aufmerksamkeit identifiziere ich mich mit vielen anderen Dingen.

DB: Also zuerst einmal: Was ist das Wesen der Unaufmerksamkeit?
K: Trägheit, Nachlässigkeit, Eigeninteresse, innere Widersprüchlichkeit – all das ist die Natur der Unaufmerksamkeit.
DB: Ja, sehen Sie, ein Mensch, der mit sich selbst beschäftigt ist, könnte meinen, er sei aufmerksam. Dabei ist er bloß mit sich selbst beschäftigt.

K: Ist es nicht sehr schwer, mein Herr, sich vom Werden zu befreien? Das ist die Wurzel. Man muss aufhören, etwas zu werden.

DB: Dann sind wir wieder da, wo wir waren. Sehen Sie, da ist wieder der Versuch, etwas zu werden.
K: Ja, darauf will ich hinaus. Ist das also die Wurzel? Ist es das Verlangen, etwas zu werden?
DB: Nun, das kommt dem wohl sehr nahe.

DB: Warum kann ich nicht damit aufhören?
K: Wir wollen das betrachten. Zum Teil möchte ich etwas werden, weil am Ende eine Belohnung dafür winkt oder weil ich dem Schmerz oder der Bestrafung aus dem Wege gehen will. Und in diesem Kreislauf bin ich gefangen. Das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum der Geist damit fortfährt, etwas werden zu wollen. Und der andere Grund ist vielleicht die tiefverwurzelte Angst oder Furcht, dass ich verloren bin, wenn ich nichts werde. Ich bin ungewiss und unsicher, und so akzeptiert der Geist diese Illusionen und sagt: »Ich kann mit diesem Prozess des Werdens sowieso nicht Schluss machen.«

https://www.jkrishnamurti.de/WzS13-3.671.0.html

Freitag, 21. Juni 2019

Jiddu Krishnamurti und Dr. Alan W. Anderson, San Diego 1974 Gespräche || Anders Leben || 13. Eine andere Art zu leben

Was für ein Gespräch ~ Zeitlos
Jiddu lässt die große Seele sprechen
der Ozean

Krishnamurti: ...jeder Mensch, in welche Schublade er auch immer passen mag, befindet sich im Kampf. Das nennen wir Leben. (obwohl es langsames sterben ist) Und jemand, der das auf intelligente Weise betrachtet, würde sagen: Um Gottes willen, das ist nicht die richtige Art zu leben, lasst uns herausfinden, ob es eine andere Art zu leben gibt.
Aber keiner fragt das. (ich tue es - mindestens so leben wie auf dem "Grünen Planeten", oder der paradiesischen Welt, oder der Welt, die unsere Herzen schon kennt usw.)
...niemand sagt, das ist falsch, das ist kein Leben. Es ist zum Verrücktwerden. 

Manche jungen Leute haben sich die Frage gestellt, werden aber Außenseiter: Entweder sie treten einer Kommune bei oder werden Hindu, gehen in irgendein altertümliches Land und geben sich einfach auf, tun nichts, denken nichts, leben dahin.

Seite 2
Konflikt bedeutet Teilung
Konflikt heißt Kampf der Gegensätze. Konflikt bedeutet: Du und ich, wir und sie, Amerikaner und Russen, Teilung, Teilung, Teilung – nicht nur innere, sondern auch äußere Zersplitterung. Wo es Zersplitterung gibt, muss es Kampf geben. Ein Fragment übernimmt die Macht und dominiert die anderen Fragmente. Ein intelligenter Mensch – falls es einen solchen gibt, muss eine Art zu leben finden, die nicht bedeutet halb zu schlafen, zu vegetieren, die nicht Flucht in irgendeine schwärmerische, mystische Vision und dieses ganze Zeug ist, sondern eine alltägliche Lebensweise, in der jede Art von Konflikt ein Ende gefunden hat. Es ist möglich. 

...Ich habe all diese Kämpfe um mich herum während der letzten fünfzig Jahre beobachtet, die spirituellen, die wirtschaftlichen und die sozialen, die Kämpfe der Diktaturen, der Faschisten, der Kommunisten, der Nazis und einer Klasse, welche die andere bekämpft
...für mich persönlich bedeutet diese Lebensweise, auf die zerstörerischste, unschöpferischste Art zu leben. Ich werde so nicht leben. Ich würde lieber verschwinden.  

A. W. Anderson: Sie haben in unseren früheren Gesprächen sehr klar darauf hingewiesen, dass wir zwischen Angst und Gefahr unterscheiden müssen. Bei Gefahr reagieren Tiere in ihrer eigenen Umgebung sofort und eindeutig.

Krishnamurti: das wird uns von Kindheit an beigebracht. Das ist unsere Erziehung: Kämpfen, nicht nur mit uns selbst, sondern mit dem Nächsten und ihn trotzdem lieben, nicht wahr? Es wird so lächerlich. Gibt es also, nachdem wir dies klargelegt haben, einen Weg, ohne Konflikt zu leben?  

Unsere Lebensweise ist die unbrauchbarste, unsinnigste Art zu leben. Und wir wollen diese unsinnige Weise praktischer machen. Das verlangen wir immer. Wir sagen niemals: Lasst uns eine Lebensweise finden, die ganz ist und daher gesund, vernünftig und heilig. Wenn man auf diese Weise das Leben wahrnimmt, ist das Handeln die Freisetzung totaler Energie,

Um nun einen solchen Geist hervorzubringen, solch eine Lebensweise, muss man beobachten, was wirklich äußerlich und innerlich stattfindet, in uns und außerhalb von uns. Es anschauen, nicht versuchen, es umzugestalten, nicht versuchen, irgendeine Anpassung vorzunehmen, sondern wirklich die Tatsachen sehen: Ich schaue einen Berg an, ich kann ihn nicht verändern, nicht einmal mit einem Bulldozer kann ich ihn verändern. Aber wir wollen das, was wir sehen, verändern. Der Beobachter ist das Beobachtete. Darum gibt es nichts daran zu verändern. Wobei es bei der Wahrnehmung keinen Beobachter gibt. Es gibt nur das Sehen und darum das Handeln.


Seite 1

Krishnamurti: Sollten wir nicht eigentlich das betrachten, was wir heutzutage Leben nennen, was tatsächlich stattfindet?
Was wir Existenz, Leben nennen, diese zwei Worte decken das ganze Feld des menschlichen Bemühens ab, sich selbst zu bessern. Nicht nur technisch, sondern ebenso psychisch möchte der Mensch sich verändern, möchte er mehr sein als er ist. Wenn wir den Menschen in irgendeinem Land betrachten, welcher Rasse oder Religion er auch immer angehören mag, sehen wir:
Es ist ein unablässiges Ringen vom Augenblick der Geburt bis zum Augenblick des Todes. Es ist ein Kampf, nicht nur in den intimen oder anderen Beziehungen zu anderen Menschen, sondern auch wirtschaftlich, sozial und moralisch ist es eine große Schlacht. Ich denke, dem stimmt jeder zu. Es ist offensichtlich. Der Konflikt, das Ringen, das Leiden, der Schmerz, die Frustration, die Seelenqual, die Verzweiflung, die Gewalt, die Brutalität, das Töten, all das ist es, was wirklich vor sich geht.

Vierzig oder fünfzig Jahre in einem Büro oder in einer Fabrik verbringen, gelegentliche Ferien für einen Monat, und das auf abenteuerliche Weise, weil Ferien die Reaktion auf ein eintöniges Leben sind. Man sieht sie überall in Europa: Amerikaner, die von einem Museum zum anderen gehen, sich dieses ansehen, jenes ansehen, herumrennen auf der Flucht vor der Eintönigkeit ihrer täglichen Routine. Und sie fahren nach Indien. Ich glaube, da gibt es ungefähr 15000 merkwürdig gekleidete sogenannte Hippies in verschiedenen Klöstern und Städten, wo sie die phantastischsten Dinge tun. Einige von ihnen verkaufen Drogen, ziehen sich indische Kleider an oder verkleiden sich als Mönche. Es ist eine Art großer romantischer, sentimentaler Flucht vor ihrem täglichen eintönigen routinierten Leben. Das nennen wir Leben: Den Kampf innerhalb der Beziehung, den Kampf im Geschäftsleben, im wirtschaftlichen Umfeld. Es ist ein ständiges Ringen. 

A. W. Anderson: Aber was Sie gesagt haben, scheint im Leben selbst enthalten zu sein. Es gibt den Spruch: »Das Leben ist ein Kampf«, und wir interpretieren ihn so, wie Sie es ausdrückten.
Krishnamurti: Und niemand scheint sich zu fragen, warum es so ist? Wir alle haben es akzeptiert. Wir sagen: »Ja, das gehört zu unserer Existenz. Wenn wir nicht kämpfen, werden wir zerstört. Es ist Teil unseres natürlichen Erbes. Beim Tier sehen wir, wie es kämpft, und wir sind teilweise noch Tier, teilweise noch Affe und so müssen wir also weiter kämpfen, kämpfen, kämpfen.« Wir haben uns nie gefragt, ob das richtig ist! Ist das die Art zu leben? Ist das die Art, sich zu verhalten, die Schönheit des Lebens zu würdigen?
A. W. Anderson: Gewöhnlich geht es nur darum, wie der Kampf noch effektiver geführt werden kann.

Lehrer / Schule
Seite 3
Krishnamurti: Ich muss mich zuerst transformieren, damit ich lehren kann. Wissen Sie, es gibt etwas dabei, was nicht ganz klar ist: Ich muss warten, bis ich mich verändere. Warum kann ich mich als Erzieher nicht im Moment des Unterrichtens ändern? Die Jungen, die Mädchen, die Studenten leben in Konflikt; der Erzieher lebt in Konflikt. Wenn ich ein Erzieher mit vielen Schülern wäre, würde ich als erstes sagen: »Ich lebe in Konflikt, ihr lebt in Konflikt, lasst uns in einer Diskussion, in der uns unsere Beziehung klar wird, herausfinden, ob es für mich und für euch nicht möglich wäre, diesen Konflikt aufzulösen. Das ist dann Handeln. Aber wenn ich warte, bis ich frei von jedem Konflikt bin, kann ich bis zum jüngsten Tag warten.
Das ist das erste, was ich diskutieren würde, nicht die technischen Fächer. Denn das ist Leben. Und auch beim Unterrichten eines technischen Faches würde ich sagen: »Gut, lasst uns sehen, wie wir dies angehen und daraus lernen«, so dass sowohl die Schüler als auch der Erzieher ihre Konflikte kennen und engagiert sind, sie aufzulösen. Und darum sind sie außerordentlich interessiert. Das schafft eine außergewöhnliche Beziehung. Ich habe es beobachtet. Ich besuche mehrere Schulen in Indien und in England, und dort findet es statt. Die Energie, die durch Konflikt geschaffen wird, ist zerstörerisch. Die Energie, die durch Konflikt, Anstrengung und Kampf entsteht, produziert Gewalt, Hysterie und neurotisches Handeln. Wogegen die Handlung durch Wahrnehmung total ist, nicht fragmentarisch, und daher ist sie gesund und vernünftig. Sie bringt intensivste Fürsorge und Verantwortung mit sich. Das also ist der Weg zu leben: Sehen, handeln, sehen, handeln, zu jeder Zeit. Ich kann nicht sehen, wenn sich der Beobachter vom Beobachteten unterscheidet. Der Beobachter ist das Beobachtete.

Sie sehen also, dass der gesamte Inhalt unseres Bewusstseins Kampf ist, ein Schlachtfeld, und das nennen wir Leben. Und wie kann in diesem Kampf Liebe existieren? Wenn ich Sie schlage, wenn ich Ihnen Konkurrenz mache, wenn ich versuche, Sie zu überrunden, wenn ich erfolgreich und unbarmherzig bin, wie soll dann die Flamme der Liebe oder des Mitleids, der Zartheit, der Güte entstehen? Sie entsteht nicht. Und darum hat unsere Gesellschaft, so wie sie jetzt ist, keinen Sinn für moralische Verantwortung hinsichtlich des Handelns oder der Liebe. Sie existiert nicht.

Jiddu Krishnamurti und Dr. Alan W. Anderson, San Diego 1974 Gespräche || Anders Leben || 6. Angst

Was ist Angst? Ich muss das herausfinden. Nicht Sie sagen es mir, sondern ich muss es selbst herausfinden, so wie ich selbst herausfinde, dass ich Hunger habe. Niemand muss mir sagen, ich sei hungrig. Ich selbst muss es herausfinden. Ich weiche also nicht aus! Ich rationalisiere nicht, ich analysiere nicht, weil Analyse wirklich Lähmung ist.

Kann also der Verstand physische Sicherheit hervorbringen – Nahrung, Kleidung und Unterkunft für jeden? Kann das getan werden – nicht als Kommunist, Kapitalist, Sozialist oder Maoist –, sondern indem wir uns als Menschen zusammensetzen, um dieses Problem zu lösen? Es kann getan werden, aber niemand will es tun, weil sich keiner dafür verantwortlich fühlt.
(Wir wollen darauf hinaus, wie dumm der Verstand ist. Er will Sicherheit, er muss Sicherheit haben und tut dennoch alles, um diese Sicherheit zu zerstören. Das ist also ein Faktor.)

...fast jeder hat Angst vor etwas – sei es die Angst vor dem Tod, Angst vor der Einsamkeit, Angst, nicht geliebt zu werden, Angst, nicht berühmt oder erfolgreich zu werden, und auch die Angst, keine physische Sicherheit zu haben. Es gibt so viele unterschiedliche Formen der Angst.

Äußerlich, physisch ist es klar, dass wir Sicherheit, physische Sicherheit, haben müssen. Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf sind absolut notwendig,

Physische Sicherheit ist für das Gehirn notwendig.
Das Gehirn kann nur in völliger Sicherheit funktionieren. Dann funktioniert es effizient und gesund, nicht neurotisch, und seine Aktivität ist nicht unausgeglichen. Das Gehirn braucht Sicherheit, genau wie ein Kind Sicherheit braucht.

Dann gibt es die Angst vor körperlichen Schmerzen, körperlichen Schmerzen im Sinne vergangener Schmerzen, sagen wir, der letzten Woche. Der Verstand hat Angst davor, dass es wieder passieren wird; das wäre also diese Art von Angst.

Dann gibt es die Angst vor der Meinung anderer Leute, davor was die Leute sagen, vor der öffentlichen Meinung. Der gute Ruf.
Sehen Sie, all dieses ist aus Unordnung heraus entstanden.

Es gibt also die äußere Form von Angst: Angst vor der Dunkelheit, Angst vor der öffentlichen Meinung, Angst, seine Arbeit zu verlieren, Angst, nicht überleben zu können

die Ängste vor Abhängigkeit. Innerlich hänge ich von meiner Frau ab, von meinem Guru, von meinem Priester usw. – so viele Abhängigkeiten! Und ich habe Angst, sie zu verlieren, allein gelassen zu werden, abgelehnt zu werden. Wenn diese Frau sich von mir abwendet, bin ich verloren. Ich werde wütend, brutal, gewalttätig und eifersüchtig, weil ich von ihr abhänge. Abhängigkeit ist also einer der Faktoren von Angst. Und innerlich fürchte ich mich. Ich fürchte mich vor Verlassenheit.

die Angst, nichts darzustellen, die sich in der Identifizierung mit etwas ausdrückt: »Ich muss mich mit etwas identifizieren. Um etwas zu sein, muss mich mit meinem Land identifizieren.« Ich sage mir: »Das ist zu dumm!« – und sage folglich: »Ich muss mich mit Gott identifizieren.« Den ich erfunden habe. Gott hat nicht den Menschen nach seinem Bilde geschaffen, sondern der Mensch hat Gott nach seinem Bilde geschaffen. Also, nichts zu sein, nichts zu vollbringen, nichts zu erreichen, schafft ein kolossales Gefühl von Unsicherheit, ein schreckliches Gefühl von Unfähigkeit, etwas zustande zu bringen, nicht »dabei« zu sein, und es kommt zum Aufschrei: »Ich muss ich selbst sein!« Was Unsinn ist. Da sind nun all diese Ängste, sowohl logische Ängste, als auch irrationale Ängste, neurotische Ängste und Ängste ums Überleben, ums physische Überleben.


Physisches Überleben ist nur möglich, wenn Menschen zusammenkommen, nicht als Kommunisten, Sozialisten oder sonst was, sondern als Menschen, die sagen: »Seht her, dieses ist unser Problem, lasst es uns um Gottes Willen lösen!« Aber sie werden das nicht tun, weil sie mit Problemen und mit Plänen zu deren Lösung schon überlastet sind. Sie haben Ihren Plan, ich habe meinen Plan, er hat seinen Plan.

So wird das Planen höchst wichtig, Pläne werden wichtiger als das Verhungern. Und wir bekämpfen einander: Während doch gesunder Menschenverstand, Zuneigung, Fürsorge und Liebe all das ändern können. Dann die Angst vor der öffentlichen Meinung, vor dem was mein Nachbar sagen wird. Und ich hänge von meinem Nachbarn ab. Wenn ich ein in Italien lebender Katholik bin, wäre ich von meinem Nachbarn abhängig. Ich könnte dort meinen Job verlieren, falls ich ein Protestant wäre. Also akzeptiere ich es, ich werde meinen Hut vor dem Papst oder sonstjemandem ziehen, es hat keinerlei Bedeutung. Ich habe Angst vor der öffentlichen Meinung. Sehen Sie, worauf sich der menschliche Verstand selbst reduziert hat. Ich sage nicht: »Zum Teufel mit der öffentlichen Meinung, die Menschen sind konditioniert, sie haben genausoviel Angst wie ich.« Das ist also diese Art von Angst. Und dann gibt es die physische Angst vor dem Tod, die immens ist. Diese Angst muss man anders angehen, wir werden darauf kommen, wenn wir über den Tod sprechen.

T3 vor 2. Frage
Was tue ich also? Sind Träume die Antwort? Träume sind nur die Fortsetzung dessen, was während des Tages passiert ist. Wie soll das alles geweckt und freigelegt werden? Die rassischen Ängste, die Ängste, welche die Gesellschaft mich gelehrt hat, die Ängste, die mir die Familie auferlegt hat, der Nachbar – alle diese schleichenden, hässlichen, brutalen Dinge, die da versteckt sind, wie sollen sie alle auf natürliche Weise aufsteigen und freigelegt werden, so dass der Geist sie als Ganzes sehen kann? Verstehen Sie?


Was ist die Antwort auf die Tatsache Angst, die von Generation zu Generation erhalten, genährt und weitergegeben worden ist? Kann der Geist diese Angst beobachten, ihre Bewegung, nicht nur einen Teil der Angst, beobachten ohne das Denken, das den Beobachter geschaffen hat. Kann also diese Tatsache beobachtet werden, die ich »Angst« genannt habe, weil der Verstand sie erkannt hat, denn er hat schon früher Angst gehabt? Durch Wiedererkennen und Assoziation also stellt er fest: »Das ist Angst.«

Das Denken ist für die Angst verantwortlich. Es hat sie gestärkt und ermutigt, es hat alles getan, sie aufrecht zu erhalten. Ich fürchte, dass der Schmerz, den ich gestern hatte, morgen wiederkommen wird, was eine Bewegung des Denkens ist. Das Denken kann nur auf dem Gebiet des Wissens funktionieren, das ist seine Grundlage. Angst ist jedes Mal etwas Neues. Angst ist nicht alt. Sie wird alt gemacht, indem ich sie wiedererkenne.


Wichtig ist, den Menschen zu ernähren, zu kleiden und ihn glücklich leben zu lassen.« Aber leider ist unsere Lebensweise so unordentlich, dass wir für nichts anderes Zeit haben. Unsere Unordnung frisst uns auf.

A. W. Anderson: An diesem Punkt werden einige junge Leute vielleicht sagen: »Weg mit dem ganzen alten Kram.« Doch dann erhebt sich augenblicklich das Problem der Verlassenheit.
Krishnamurti: Das ist Leben. Sie können nicht einen Teil ablehnen und den anderen Teil akzeptieren. Leben bedeutet all das: Freiheit, Ordnung, Unordnung, Kommunikation, Beziehung, Verantwortung – das alles ist Leben. Wenn wir nicht verstehen, wenn wir sagen: »Damit will ich nichts zu tun haben«, dann leben wir nicht, dann sterben wir. Welchen Platz hat Wissen in der Erneuerung des Menschen? Unser Wissen sagt: »Du musst von anderen getrennt sein, du bist ein Amerikaner, ich bin ein Hindu.« Das wissen wir. Unser Wissen sagt: »Wir müssen uns auf unseren Nachbarn verlassen, er ist kundig, er ist angesehen, Gesellschaft bedeutet Ansehen, Gesellschaft bedeutet Moral.« Also akzeptieren Sie das. Das Wissen hat also all diese Faktoren hervorgebracht. Und plötzlich fragen Sie mich: »Welchen Platz hat das, welchen Platz hat Tradition? Welchen Platz hat das in Jahrtausenden angesammelte Wissen?« Das angesammelte Wissen in der Naturwissenschaft und in der Mathematik ist wesentlich. Aber welchen Platz nimmt Wissen ein, das ich durch Erfahrung angesammelt habe, durch menschliches Streben von Generation zu Generation? Welchen Platz hat es in der Umwandlung von Angst? Keinen, überhaupt keinen!

Wissen wird zu Unwissenheit, wenn wir wirklich zu verstehen versuchen »was ist«. Was ist, das ist diese Angst, diese Unordnung, diese Unverantwortlichkeit. Um das zu verstehen, benötigen Sie kein Wissen. Alles, was Sie tun müssen, ist: Zu schauen. Schauen Sie sich an, außen und innen, dann sehen Sie deutlich, dass Wissen absolut überflüssig ist. Es hat keinen Wert in der Umwandlung oder Erneuerung des Menschen, weil Freiheit nicht aus Wissen geboren ist. Freiheit ist, wenn all die Bürden nicht sind. Nach Freiheit müssen Sie nicht suchen. Sie kommt, wenn das andere nicht ist.

https://www.jkrishnamurti.de/ALn06-1.1014.0.html

https://www.youtube.com/watch?v=TvNIRAEjOdM&list=PLP4fPvTnzYK5XbigK8vlmgz-ajE1Qtpe8&index=6

Donnerstag, 20. Juni 2019

Eckhart Tolle - Durch die Augen von Krishnamurti + Washington (1985)

Eckhart Tolle - Durch die Augen von Krishnamurti

 Das Notizbuch – Krishnamurti’s Notebook
1961–1962: Tagebuchaufzeichnungen von Krishnamurti während seiner Vorträge und Reisen durch drei Kontinente. Die Neuauflage von 2009 enthält 32 zusätzliche Seiten, die im Jahre 2000 entdeckt wurden.

Selbstgespräche – Das letzte Tagebuch
Krishnamurti to Himself – His Last Journal.
1983-1984: Fortsetzung seines Tagebuches in Form von 26 Diktaten auf Tonband vom 25. Februar 1983 bis 30. März 1984.

https://www.jkrishnamurti.de/Schriften.78.0.html

Jiddu Krishnamurti - Washington (1985)
Part 1 https://www.youtube.com/watch?v=P0-lnVBwybY

Jiddu Krishnamurti - Washington (1985)
Part 2 https://www.youtube.com/watch?v=Zcwh84Zx7ro