Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti
Wir werden sehen wie wichtig es ist die radikale Revolution in den Köpfen der Menschen zu verursachen. Die Krise ist eine Krise des Bewusstseins. Ein Krise, die nicht mehr die alten Normen akzeptieren kann, die alten Muster, die uralten Traditionen. Wenn man in Betracht zieht, was die Welt jetzt ist, mit all dem Elend, den Konflikten, der zerstörerischen Brutalität, Aggressionen usw. Der Mensch ist immer noch wie er war. Er ist immer noch brutal, zerstörerisch, aggressiv, habgierig, wetteifernd. Er hat eine Gesellschaft darauf aufgebaut.

KOSMISCHE BOTSCHAFT an die Menschheit

KOSMISCHE BOTSCHAFT an die Menschheit
Klick das Bild an :) Wir befinden uns in einem Goldenen Zeitalter, in dem das universale Einheitsbewussstsein in uns erwachen kann, und uns Bedingungslose Liebe, Frieden, Wohlstand und Gesundheit ermöglicht. Aktuelle wissenschafftliche Erkennntnisse... Ξ~ We Are ⓞne ~Ξ

Freitag, 21. Juli 2017

Im Grunde meines Herzens sehe ich die Dinge so:

Das Leben funktioniert. Wir haben alles was wir brauchen und noch mehr.
Einen Körper - eine Lebensmittel spendende Erde - den perfekten Stand zur Sonne usw.

Wenn ich gelernt habe das ich nicht mein Ego bin,
dass je weniger ich will, so mehr ich erreiche,
so mehr ich loslasse, umso mehr kommt,
je weniger Widerstände das EGO dem Leben leistet, je leichter kann das Leben durch mich fließen.

Alles was nicht leicht von der Hand geht, hat mit dem "Leben" weniger zu tun, sondern sind Auswirkungen der Einmischung des ICH´s.
Ein Fluss fließt - mal schneller mal langsam, durch Höhen und Tiefen, doch er fließt ständig.

Das tibetanische Totenbuch || Bardo Thödol

Das tibetanische Totenbuch ist eine buddhistische Schrift aus dem 8. Jahrhundert. Es enthält Unterweisungen über den Prozess des Sterbens, die Vorstellungen von der Wiedergeburt und die Möglichkeit aus diesem Kreislauf der Reinkarnation auszubrechen.

http://www.deutschlandfunk.de/ein-reisefuehrer-fuer-sterbende.886.de.html?dram:article_id=216024

Wenn das Würfelspiel meines Lebens zu Ende ist,
Die Verwandten in dieser Welt mir nichts helfen.
Wenn ich ganz allein im Bardo wandere.
O ihr friedlichen und zornigen Sieger, übt die Macht eurer Barmherzigkeit,
Auf dass das Dunkel der Unwissenheit zerstreut werde.


"Ohne die nötige spirituelle Vorbereitung sieht sich der Sterbende furchterregenden Erscheinungen, verstörendem Lärm und blendendem Licht gegenüber. Er erkennt nicht, dass es sich um Illusionen handelt, die seine Angst ihm einflößt, weil er sich nicht von seinem Körper und vom Dasein in diesem Leben zu trennen vermag. Das ist der Bardo, der Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt - oder der endgültigen Erlösung aus dem Kreislauf dieser Wiedergeburten. Ein Mensch dagegen, der sich zuvor lange genug mit alldem beschäftigt hat, weiß, worum es sich hier handelt. Er kann den Bardo entsprechend steuern und ihn nach Belieben abkürzen oder verlängern."
So der Tibetologe Dr. John Powers von der ”Australian National University” in Canberra.
Gemäß den Lehren des tibetischen Buddhismus stellen sich in den verschiedenen Stadien des Bardo vielerlei Wahrnehmungen ein - Sinneseindrücke, die von den vier Elementen erzeugt werden. Wer sich aber bereits zuvor mit solcherart Bewusstseinszuständen vertraut gemacht hat, vermag sie als das zu entlarven, was sie sind: Erzeugnisse des Geistes, die den Sterbenden entweder in die Irre führen oder als Auslöser seiner Erleuchtung dienen können. Der Gläubige kann versuchen, dies vor seinem Tod mithilfe eines spirituellen Lehrers zu verinnerlichen. Oder er kann sich der Lektüre des Bardo Thödol widmen. Dieser 'Reiseführer durch die Totenwelt' wird oft unzureichend als 'Tibetanisches Totenbuch' bezeichnet. Während 'Bardo Thödol' in der Übersetzung aus dem Tibetischen als 'die Lehre von der Befreiung durch Hören im Zwischenzustand' bezeichnet wird.
Das Dämmern der Zornigen Gottheiten vom achten bis zum vierzehnten Tag: Jetzt wird die Art gezeigt, in der die Zornigen Gottheiten dämmern. Weil der Bardo - der Zwischenzustand - der zornigen Gottheiten von Furcht, Schrecken und Erschaudern beeinflusst wird, ist es schwerer, Erkenntnis zu erlangen.
Was die gewöhnliche, weltlich gesinnte Menschheit betrifft, was muss man sie überhaupt erwähnen? Weil sie infolge von Furcht, Schrecken und Erschaudern fliehen, stürzen sie in den Abgrund hinunter in die trostlosen Welten und leiden.


"Hier kann das Studium des Bardo Thödol ungemein wirksam sein. Es hilft übrigens auch, wenn der spirituelle Lehrer dem Sterbenden aus diesem Werk vorliest. Als ich einmal mit dem Dalai Lama darüber sprach, wie er seinem Tod entgegensieht, sagte er: 'Aber ich sterbe doch jeden Tag aufs Neue.' Er meinte damit, dass er den alten Anweisungen gemäß täglich meditiert und während dieser Meditation seinen Tod simuliert. Sodass er eines Tages, wenn es so weit ist, ganz genau wissen wird, wie er sich zu verhalten hat."

Vor mehr als achtzig Jahren sorgte die erste englische Ausgabe des "Bardo Thödol" weltweit für Aufsehen. In alternativen Kreisen wurde die Anleitung zur Sterbevorbereitung und zur Begleitung eines Sterbenden durch die diversen Zwischenstadien des Todes bald zur Standardliteratur. Hippies stellten ihre Ausgabe der buddhistischen Sterbeanleitung im Bücherregal neben Hermann Hesses 'Siddharta' und die Werke von Carlos Castaneda. Religionswissenschaftler und Tibetologen stritten darüber, welche der diversen Übersetzungen dem tibetischen Original am ehesten gerecht werde. Das Werk, das als einziger Bestseller von tibetischer Hand gilt, erfreut sich noch heute großer Beliebtheit. Der tibetische Mönch Labhdo:

"Es ist ein gutes Buch, nicht zuletzt, weil es die Erscheinungen, die im Bardo vorkommen, sehr anschaulich beschreibt. Es stellt eine Art Brückenschlag zwischen Alt Und Neu dar. Aus buddhistischer Sicht ist es ein wirklich hilfreiches Werk."

Streng genommen handelt es sich beim "Bardo Thödol" nicht um ein Buch, sondern um eine Sammlung von mehreren buddhistischen Texten. Sie gliedern sich in Abschnitte, die beschreiben, welche Visionen dem Geist bei seiner Wanderung durchs Totenreich begegnen werden. In anderen wird aufgeführt, was derjenige tun soll, der im Zwischenzustand keine Befreiung erlangen konnte. Es gibt Anweisungen für die Suche nach einem geeigneten neuen Körper, in dem der Verstorbene wiedergeboren werden kann.

Zum Schutz vor buddhismusfeindlichen Kräften ließ der Heilige Padmasambhava wichtige Schriftstücke wie das "Bardo Thödol" an geheimen Orten verstecken. In späteren Jahrhunderten, so hieß es, würden sie von sogenannten "Schatzsuchern" wiedergefunden werden - nämlich dann, wenn die Zeit reif sei, um die Texte zu verstehen. Das "Bardo Thödol" wurde im vierzehnten Jahrhundert wiederentdeckt. Die Lektüre dieser Schrift, so die übereinstimmende Ansicht tibetischer und westlicher Gelehrter, gestattet es Menschen - gleich welcher Religionszugehörigkeit - sich auf das eigene Sterben und die Zeit danach vorzubereiten. Und: Das Lesen dieser Schrift soll das Verständnis für die Vorgänge beim Sterben und im Tod und den Einblick, den der Leser aus der Sicht des Sterbens in die Mysterien des Lebens gewinnen wird, außerordentlich vertiefen.

Du könntest zwar deinen toten Körper neunmal wieder betreten.
Doch ob du diesen oder einen anderen Körper suchst,
du wirst nichts als Mühsal gewinnen.
Gib' den Wunsch nach einem Körper auf und erlaube deinem Geist, im Zustand der Entsagung zu verharren, und handle so, dass du darin verharren kannst.
So erreicht man Befreiung im Bardo.


"Der Bardo birgt ja eine große Chance, die viele Menschen vor lauter Angst nicht zu erkennen vermögen. Mit entsprechendem Training aber kann jeder seine geistigen Waffen derart schärfen, dass alle Erscheinungen dieser oder der jenseitigen Welt ihm nichts mehr anhaben können. Der Mensch wird frei. Und wenn er mag, kann er dann auch in die Existenz eines Buddhas eingehen."

"Das Wichtigste ist, dass es den Tod in den Mittelpunkt rückt, eine Tatsache in unserem Leben, die wir gern ignorieren. Das ist ein großer Verdienst dieses Buches – dass es ihm gelingt, das Interesse wieder in die richtigen Bahnen zu lenken."

Ramakrishna ♥ Die Erleuchtung eines Tigers

Aus: Yogaheft 17
Eine Tigermutter starb, nachdem sie ein Tigerbaby zur Welt gebracht hat. Das Tigerbaby wurde von Ziegen großgezogen. Natürlich glaubte der Tiger, dass er ebenfalls eine Ziege war, das war einfach, natürlich. Von Ziegen großgezogen, mit Ziegen lebend, betrachtete er sich selbst auch als Ziege. Er blieb Vegetarier, aß und kaute Gras, er konnte sich nichts anderes vorstellen. Nicht einmal in seinen Träumen konnte er davon träumen, dass er ein Tiger ist. Und er war ein Tiger!
Eines Tages kam ein alter Tiger an dieser Ziegen­herde vorbei. Und dieser alter Tiger wollte seinen Augen nicht trauen: Ein junger Tiger spazierte mitten unter den Ziegen, weder hatten die Ziegen vor dem Tiger Angst, noch wunderten sie sich, dass er mitten unter ihnen war. Der Tiger ging sogar wie eine Ziege. Irgendwie schnappte sich der alte Tiger den jungen, es war nicht einfach, ihn zu erwischen. Er flüchtete, er heulte, er schrie. er zitterte vor Angst. Alle Ziegen rannten fort und er versuchte, mit ihnen zu flüchten. Aber der alte Tiger schnappte ihn und zerrte ihn zum See. Er wollte nicht, er weigerte sich - gerade so, wie ihr es bei mir getan habt. Er wehrte sich, hatte Todesangst, heulte und weinte, aber der alte Tiger ließ ihn nicht los. Er zerrte ihn noch immer, bis zum See. Der See war still wie ein Spiegel. Er zwang den jungen Tiger, in das Wasser zu blicken. Mit Tränen in den Augen sah er ein Bild, wenn auch nicht sehr klar, aber er konnte sehen, dass er genauso aussah, wie der alte Tiger. Die Tränen verschwanden und ein neues Seinsgefühl stieg in ihm hoch. Die Ziege verschwand in seinem Bewusstsein, er war keine Ziege mehr, konnte aber seiner eigenen Erleuchtung noch nicht trauen. Noch immer zitterte der Körper, er fürchtete sich noch immer und dachte: Spinne ich? Wie kann eine Ziege sich so plötzlich in einen Tiger verwandeln? Es ist unmöglich, noch niemals ist so etwas geschehen. Es ist unmöglich. Er konnte seinen eigenen Augen nicht trauen. Aber jetzt ist der erste Funke, der erste Lichtstrahl in sein Herz gefallen, er war nicht mehr derselbe und könnte niemals wieder der alte werden. Der alte Tiger nahm ihn zu seiner Höhle, er sträubte sich nun nicht mehr so sehr, hatte keine so große Angst mehr. Er wurde langsam verwegen, sammelte Mut. Er ging bereits wie ein Tiger, als sie zur Höhle gingen. Der alte Tiger gab ihm etwas Fleisch zu essen. Das ist für einen Vege­tarier sehr schwer, fast unmöglich! Aber der alte Tiger ließ nicht locker. Als die Nase des jungen Tigers sich dem Fleisch näherte, geschah etwas durch den Geruch, etwas rührte sich tief im Innern, was dort geschlafen hat. Der erste Biss und ein ungeheures Brüllen brach aus ihm heraus. Die Ziege löste sich in diesem Brüllen auf und nun war der Tiger in seiner ganzen Schönheit und Pracht geboren. Dies ist der ganze Ablauf. Aber - du brauchst einen alten Tiger!
Ramakrishna Paramahansa
Das ist das Problem. Der alte Tiger ist hier, und du ver­suchst, nach links und nach rechts auszuweichen - es ist nicht möglich. Du bist widerspenstig, es ist schwierig, dich zum See zu bringen. Du bist wie ein Tiger, der sein ganzes Leben lang Gras gefressen hat, und der den Fleisch­geschmack vollständig vergessen hat. Wenn der Geschmack einmal kommt, dann wirst du aus vollem Herzen brüllen, und in dieser Explosion wird die Ziege verschwinden und Buddha wird geboren.

Donnerstag, 20. Juli 2017

José Mujica ehem. Präsident Uruguay #HUMAN

 Zu Besuch beim (ehem.) "ärmsten" Präsidenten der Welt

José Mujica, den alle nur Pepe Mujica nennen, war der etwas andere Präsident Uruguays. Der 79-Jährige lebt bis heute auf einem kleinen Bauernhof in der Nähe von Montevideo, den er selbst bewirtschaftet und wo er Blumen züchtet. Er fährt einen 40 Jahre alten VW Käfer, und 85 Prozent seines Präsidentengehaltes spendete er für wohltätige Zwecke. Sein schlichtes Leben lebte Mujica trotz des Staatsamtes aus tiefer Überzeugung.

"Um zu leben, braucht man Freiheit. Und um Freiheit zu haben, braucht man Zeit. Wenn ich mich um ein großes Haus kümmern muss, um dieses und jenes, dann bleibt mir doch keine Zeit mehr. Ich bevorzuge, so viel Zeit wie möglich zu haben, um das zu tun, was mir gefällt. Und das ist die Freiheit. Ich lebe so schlicht, um Zeit zu haben.

http://www.deutschlandfunk.de/uruguay-der-aermste-praesident-der-welt-tritt-ab.799.de.html?dram:article_id=312900




Eben Alexander im Interview zu »Vermessung der Ewigkeit«

»Der Tod sollte gefeiert werden – als Teil des großen Abenteuers, das wir alle teilen.«

Dr. Alexander – mit ein bisschen Abstand: Was ist von Ihrem Nahtoderlebnis besonders haften geblieben? Gibt es ein Gefühl, eine Erfahrung, die noch in Ihnen nachklingt?

Eben Alexander: Dieses Erlebnis hat alles in meinem Leben verändert, und ich erinnere mich lebhaft an die Details – so, als wäre es erst gestern passiert. Die wichtigste Botschaft, die ich damals empfing, war die Bestätigung, dass es einen allmächtigen Schöpfer gibt. Er hört nicht auf, alle Prozesse mitzugestalten: in unserem Leben, im Universum, im Jenseits. Und: Wir werden bedingungslos geliebt. Die Veröffentlichung von »Blick in die Ewigkeit« war ein wichtiger Teil meiner Reise, weil sie es mir ermöglicht hat, mich überall auf der Welt mit Menschen auszutauschen. Wo ich auch hinkam: Die Menschen teilten mir ihre eigenen Erfahrungen mit dem Tod mit. Diese Erzählungen halfen mir immer mehr zu verstehen, was mit mir passiert war, als mein Körper im Koma lag. Ein echtes Privileg: Ich konnte Story für Story mit meinen Forschungen verbinden und herausfinden, wie alles zusammenpasste.

Abgesehen davon, dass Sie ein erfolgreicher Bestsellerautor geworden sind: Inwiefern hat sich Ihr Dasein nach Ihrer Wiedergeburt verändert? Leben Sie anders, bewusster, befreiter, mehr dem Wesentlichen zugetan?

Eben Alexander: Die größte Veränderung ist nicht sichtbar. Ich verstehe jetzt, dass jeder von uns ein immer währendes spirituelles Wesen ist, das zeitweise in einen physischen Körper inkarniert. Wir alle sind durch ein riesiges Netz eines sich immer stärker entfaltenden Bewusstseins miteinander verbunden. Das ist eine radikale Veränderung meiner Sichtweise.

https://www.randomhouse.de/Eben-Alexander-im-Interview-zu-Vermessung-der-Ewigkeit/Interview-mit-Eben-Alexander/aid66622_13041.rhd 

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Wir sind nicht nur für achtzig Jahre auf dieser Erde. Wir sind hier für die Ewigkeit, denn wir hinterlassen etwas für diejenigen, die nach uns kommen.

Dienstag, 18. Juli 2017

Film: Human – Die zwei Seiten der Menschheit + Human (Original Soundtrack)

~ Yann Arthus-Bertrands filmisches Kunstwerk über menschliches Dasein ~
~Yann, einer der inspirierendsten Mensch auf dem Planeten 

Human ~ der Film ☺

Die Musik zum Film

Infos zum Film
Was macht den Menschen aus? Was ist der Sinn des Lebens? Sind wir alle tatsächlich so verschieden? Haben wir nicht mehr Werte gemeinsam, als wir denken? Wenn ja, warum ist es so schwer, einander zu verstehen? Und warum machen wir von einer Generation zur nächsten immer dieselben Fehler? Diesen und anderen elementaren Fragen des Lebens geht der französische Fotograf und Dokumentarfilmer Yann Arthus-Bertrand, der in den vergangen 40 Jahren vor allem durch seine spektakulären Luftbildaufnahmen der Erde (u. a. für die Foto- und Filmproduktion „Die Erde von oben“) bekannt wurde, in seinem Dokumentarfilm „Human – Die zwei Seiten der Menschheit“ nach. Die Antworten sucht er nicht in Zahlen und Statistiken sondern bei den Menschen selbst. Zwei Jahre führte der bekennende Umweltschützer 2.000 Interviews in 65 Ländern. Entstanden ist ein außergewöhnlicher Film, bildgewaltig und wortreich. „Ein Film, in dem die Macht der Worte über die Schönheit unserer Welt hallt – eine Reise über Landschaften, aber vor allem durch die Geschichten der Menschen“, wie der Filmemacher im Intro spricht. Und: „Jede Geschichte ist einzigartig.“

„Ich, der den Planeten so viele Jahre fotografiert hat, habe mich für die Gesichter der Menschen, ihre Ausdrücke und Worte interessiert, um so in die Seele der Menschen einzutauchen. Ein Sprichwort besagt, dass die Augen der Spiegel der Seele sind, und daran glaube ich“, sagt Yann Arthus-Bertrand am Anfang seines Films, der in weiterer Folge ohne Kommentare auskommt. Die Interviewsequenzen der Menschen, die zu Wort kommen, sind ungeschnitten. Menschen, die aus ihrem Innersten über Freud und Leid des menschlichen Daseins erzählen – von Alltäglichem, von ergreifenden Begegnungen und schweren Schicksalen – und deren kraftvolle Worte die Natur in hochauflösenden Aufnahmen widerspiegeln. Ob alte Menschen, frisch Verliebte oder Kinder, auf allen Kontinenten empfinden sie Glück und Leid, Freude und Sehnsucht. Es sind dies Geschichten über das Leben auf unserem Planeten, zusammengeführt zu einem filmischen Kunstwerk über den Menschen an sich, aber auch über die Besonderheiten des Individuums.

„Da ist nicht die Natur auf der einen Seite und der Mensch auf der anderen Seite. Wir sind Teil der Natur. Der Mensch ist immer präsent in meinen Landschaftsaufnahmen, auch wenn niemand zu sehen ist.“

Trailer ~ 7 Milliarden Andere
 

Arte - Was Tun || Die Zukunft beginnt heute...

5 Jahre altes Posting aktualisiert... 

Den Wohlstand vom Verbrauch entkoppeln - Ernst Ulrich von Weizsaecker

Verantwortung übernehmen - Jakob von Uexkuell

Widerstand leisten - Vandana Shiva

Wieder runter kommen - Dennis Meadows

Sich bilden - Klaus Wiegandt

Montag, 17. Juli 2017

Spirituelle Ökologie: Der Ruf der Erde

Alles teilt den einen Atem!
'Spirituell' leitet sich ab von 'spirare', atmen. Bei der Spirituellen Ökologie geht es darum, nicht nur zu wissen, sondern leiblich zu erfahren, dass wir als Menschen den einen großen Atem der Natur mit allen Lebewesen auf dieser Erde teilen. Was einem Teil des Gefüges zustößt, betrifft das Ganze, uns alle!
Diese brandaktuelle Sammlung von Essays, geschrieben von Leitfiguren der Spiritualität und des Umweltschutzes rund um die Welt, beleuchtet den grundlegenden Zusammenhang unserer gegenwärtigen ökologischen Krise mit unserem fehlenden Bewusstsein für die Heiligkeit der Schöpfung. Diese 20 Beiträge zeigen uns, wie die Menschheit ihre Beziehung zur Erde wandeln und erneuern kann.

https://www.amazon.de/Spirituelle-%C3%96kologie-Erde-Llewellyn-Vaughan-Lee/dp/3890606547/ref=pd_sim_14_4?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=H09T6CQXGX4BJQ3C5KMF

 Buchtrailer

Weisheit der Erde: Von der Erde lernen heißt leben lernen

Die Vorstellung vom Menschen als dem denkenden Wesen und vom Rest der Welt als der unbewußten Biosphäre ist noch relativ jung – und völlig falsch. In ihrer Rückschau in die Menschheitsgeschichte, durch ihre Fragen, was Geist, Gehirn und Denken eigentlich sind, und in ihrer Betrachtung der Lebensstufen des Menschen legt Dolores LaChapelle überzeugend dar, daß nur-menschliches Wissen allein nicht ausreicht, um ein globales ökologisches Gleichgewicht zu erreichen. Vielmehr muß sich unser menschlicher Geist wieder dem Geist-im-Großen, der Weisheit der Erde anschließen.

https://www.amazon.de/Weisheit-Erde-lernen-hei%C3%9Ft-leben/dp/3890606105

Tiefenökologie | Alles Leben auf der Erde ist miteinander verbunden in einem gigantischen Netzwerk des Lebens

Tiefenökologie ist so alt wie die Menschheit. Wann immer Menschen sich auf ihre natürliche Mitwelt in ganzheitlicher Weise beziehen, wird tiefenökologisch gelebt. Der norwegische Philosoph und Umweltaktivist Arne Naess hat Anfang der 70er Jahre den Begriff „deep ecology“ geprägt. Er benutzte diesen Begriff, um damit über die oberflächlichen Antworten auf die sozialen und ökologischen Probleme unserer Zeit hinauszugehen, diese zu vertiefen, zu erweitern. Tiefenökologie sieht die Erde als ein lebendes System, in dem alles miteinander verbunden ist. In Übungen und Ritualen, lernen wir uns wieder zu verbinden - mit uns selbst, unseren Mitmenschen, allen anderen Wesen und unserer Erde. Die Probleme, die wir mit uns tragen und der Schmerz, den wir in uns spüren sind nur zum Teil individuell, ein anderer, oftmals weitaus größere Teil, ist kollektiv.

https://tiefenoekologie.de/

wirundjetzt 
http://www2017.wirundjetzt.org/themen/basis/tiefenoekologie/

»wirundjetzt « – Die regionale Initiative, die bewegt

Ein Interview von Dieter Koschek.

D.K.: »Simon, bitte erkläre »wirundjetzt« in drei Zeilen.«

S.N.: »»wirundjetzt« hat sich zum Ziel gesetzt Nachhaltigkeit in der Region Bodensee-Allgäu-Oberschwaben zu fördern und Menschen zu begeistern, selbst Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen. Wir klären auf, vernetzen Interessierte, realisieren und stoßen konkrete Projekte an.«

http://www2017.wirundjetzt.org/ueber-uns/historie/wie-alles-anfing-und-sich-weiter-entwickelt/

Sonntag, 16. Juli 2017

Rüdiger Dahlke | Wie 10 Sekunden richtig atmen Dein ganzes Leben verändern kann

Mit dem ,,Atem“ assoziieren wir ,,das Leben – die Lebensenergie – die Verbundenheit von Körper-Geist-Seele“.
Normalerweise läuft ,,das Atmen“ bei uns unbewusst ab. Nur im Falle einer Erkrankung oder nach sportlichen Aktivitäten bemerken wir diese unangenehme ,,Kurzatmigkeit und Enge“.
Aber auch im scheinbar gesunden Zustand atmen die meisten Menschen nicht richtig bewusst und tief durch und blockieren so die Kommunikation mit sich selbst und anderen.
Doch wie kommen wir wieder in Harmonie mit uns selbst und in Verbundenheit mit anderen Menschen?
Antworten darauf gibt es in unserem Studiogespräch über die wunderbare Urkraft des ,,Verbundenen Atems“ mit Dr. med. Rüdiger Dahlke (Arzt, Psychotherapeut, Bestseller-Autor, Seminarleiter) und Dr. med. Sabine Helmbold.



Samstag, 15. Juli 2017

50 Verse || Teil 6: Der Pfad der Praxis

  1. Teil VI:  Der Pfad der Praxis
     
  2. Über die Natur der wechselseitigen Abhängigkeit zu meditieren,
    kann Verblendung in Erleuchtung verwandeln.
    Samsara und Soheit sind nicht zwei.
    Sie sind ein und dasselbe.

  3. Noch während die Blume blüht, ist sie bereits Kompost,
    und der Kompost ist schon in der Blume.
    Blume und Kompost sind nicht zwei.
    Verblendung und Erleuchtung bedingen und durchdringen einander.

  4. Fliehe nicht Geburt und Tod.
    Blicke einfach tief in deine geistigen Gebilde.
    Wird die wahre Natur der wechselseitigen Abhängigkeit erkannt,
    ist die Wahrheit des Interseins verwirklicht.

  5. Übe bewußtes Atmen,
    um die Samen des Erwachens zu gießen.
    Die Rechte Sicht ist eine Blume,
    die im Feld des Geistbewußtseins erblüht.

  6. Wenn die Sonne scheint,
    läßt sie alle Pflanzen wachsen.
    Wenn die Achtsamkeit erstrahlt,
    verwandelt sie alle geistigen Gebilde.

  7. Wir erkennen innere Knoten und latente Neigungen
    um können sie dann verwandeln.
    Wenn unsere Gewohnheitsenergien sich auflösen,
    findet Verwandlung an der Basis statt.

  8. Der gegenwärtige Augenblick
    enthält Vergangenheit und Zukunft.
    Das Geheimnis der Verwandlung liegt darin,
    wie wir mit eben diesem Augenblick umgehen.

  9. Verwandlung findet
    in unserem Alltagsleben statt.
    Übe mit einer Sangha,
    um die Arbeit der Verwandlung zu erleichtern.

  10. Nichts wird geboren, nichts stirbt.
    Nichts gibt es festzuhalten, nichts loszulassen.
    Samsara ist Nirvana.
    Es gibt nichts zu erreichen.

  11. Wenn wir erkennen, daß die Geistesplagen
    nichts anderes sind als Erleuchtung,
    können wir in Frieden auf den Wellen von Geburt und Tod reiten.
    Im Boot des Mitgefühls auf dem Ozean der Verblendung reisend,
    lächeln wir das Lächeln der Furchtlosigkeit.

Freitag, 14. Juli 2017

Homo conscius ♥ der bewusste Mensch

In Verbundenheit mit unserem großen FRIEDEN Meister Thich Nhat Hanh
 
Der Buddha gehörte zu den schönsten Exemplaren der menschlichen Gattung, die wir “Homo conscius” nennen. Wir hatten den Homo habilis (den geschickten Menschen) und den Homo sapiens (den weisen Menschen). Jetzt haben wir den Ausdruck Homo conscius (den bewussten Menschen). Homo conscius ist ein Mensch, der bewusst, der achtsam ist. Diesen Ausdruck habe ich von anderen übernommen, ich habe ihn nicht erfunden.
 
Sind Menschen sich bewusst: “ich werde krank werden... Ich werde alt werden... Ich werde sterben...”, dann bringt diese Bewusstheit Kummer, Ängste, Qualen mit sich, und das kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Andere Gattungen haben vermutlich weniger Bewusstheit und leiden nicht an Zukunftsängsten oder -Sorgen. Seit wir Menschen diese Angst haben, stellen wir philosophische Fragen wie: “Wer bin ich? Was wird mit mir geschehen? Habe ich in der Vergangenheit existiert? Wenn ja, welches Lebewesen war ich wohl? Werde ich in der Zukunft existieren? Wenn ja, welches Lebewesen werde ich dann wohl sein?” All diese Fragen erwachsen aus dieser Angst, und sie schaffen Krankheit und Unwohlsein. Auch Fragen wie: Haben mich meine Eltern gewollt? War meine Geburt ein Unfall?, haben ihre Ursache in dieser Angst und dem darauf basierendem Denken.
 
Doch die Fähigkeit, bewusst oder gewahr zu sein - das heißt, ein menschliches Wesen zu sein, dass achtsam ist -, dies wird uns retten. Dieses Gewahrsein wird uns helfen, zu erkennen, dass die Erde allen Gattungen gehört, dass aber die menschliche Gattung dabei ist, die Umwelt zu zerstören. Wird Menschen das Leiden bewusst, dass aus politischer Unterdrückung, aus gesellschaftlicher Ungerechtigkeit erwächst, und können sie diese Dinge wirklich klar sehen, dann werden sie auch in der Lage sein, damit aufzuhören. Und sie werden anderen helfen, damit aufzuhören und eine andere Richtung einzuschlagen, eine, die unseren Planeten nicht zerstört. Unser Gewahrsein schafft uns Sorgen und Ängste. Doch wenn wir wissen, wie wir dieses Gewahrsein, diese Achtsamkeit nutzen können, werden wir den Zustand in dem wir uns befinden, erkennen können. Wir wissen dann, was wir tun und was wir unterlassen sollten, um Wandel, Frieden, Glück und ein Leben für die Zukunft zu bewirken. 
 
~ S. 120 ~

50 Verse || Teil 5 - Die Natur der Wirklichkeit

  1. Teil V:  Die Natur der Wirklichkeit
     
  2. Bewußtsein beinhaltet stets
    Subjekt und Objekt.
    Selbst und andere, innen und außen
    sind sämtlich Kreationen des konzeptuellen Geistes.

  3. Bewußtsein hat drei Teile -
    Wahrnehmender, Wahrgenommenes und Ganzheit.
    Alle Samen und geistigen Gebilde
    sind gleich.

  4. Geburt und Tod sind von Bedingungen abhängig.
    Bewußtseins ist von Natur aus eine unterscheidende Manifestation.
    Wahrnehmender und Wahrgenommenes hängen voneinander ab
    als Subjekt und Objekt der Wahrnehmung.

  5. In individueller und kollektiver Manifestation
    sind Selbst und Nicht-Selbst nicht zwei.
    Der Zyklus von Geburt und Tod vollendet sich in jedem Augenblick.
    Bewußtsein entwickelt sich im Ozean von Geburt und Tod.

  6. Raum, Zeit und die vier großen Elemente
    sind sämtlich Manifestationen des Bewußtseins.
    Im Prozeß des Interseins und der wechselseitigen Durchdringung
    gelangt unser Speicherbewußtsein in jedem Augenblick zur Reife.

  7. Wesen werden manifest, wenn die Bedingungen ausreichen.
    Reichen die Bedingungen nicht mehr aus, erscheinen sie nicht länger.
    In Wahrheit gibt es kein Kommen, kein Gehen,
    kein Sein und kein Nichtsein.

  8. Wenn ein Samen ein geistiges Gebilde entstehen läßt,
    handelt es sich um die Primärursache.
    Das Subjekt der Wahrnehmung hängt vom Objekt der Wahrnehmung ab.
    Dies nennt sich Objekt als Ursache.

  9. Günstige oder nicht hinderliche Bedingungen
    sind unterstützende Ursachen.
    Die vierte Art der Bedingung
    ist die Unmittelbarkeit der Fortdauer.

  10. Wechselseitig abhängige Manifestation hat zwei Aspekte -
    verblendeten Geist und wahren Geist.
    Verblendeter Geist ist die Konstruktion von Abbildern.
    Wahrer Geist ist erfüllte Natur.

  11. Das Konstruierte erfüllt den Geist mit Samen der Verblendung,
    was zum Elend von Samsara führt.
    Das Erfüllte öffnet das Tor der Weisheit
    zum Bereich der Soheit.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Weniger ist mehr || Vom Trend, mit Nichts glücklich zu sein

Auszug im ORF
https://www.youtube.com/watch?v=1rXqw8LX1nA

Das schicke Auto, die gut bestückte Bibliothek, ein voller Kleiderschrank. Statussymbole von gestern. Heute boomen (Lebens)Projekte wie CarSharing, Tauschbörsen und der Minimalismus als ein dem Materiellen absagender Lebensstil. Der Kult um das 'Weniger ist mehr' schwappt langsam von den Vereinigten Staaten nach Europa über. Bücher, die beim befreienden Ausmisten helfen dominieren die Bestsellerlisten.

Statt Bergen an kleinem Eigentum häufen sich Internet-Blogs mit Tipps und Tricks zum spartanischen, aber hippen Leben. 100 oder gar 50 Dinge und nicht mehr verheißen das neue Glück ohne Kaufrausch. Ein Trend gegen den Kapitalismus? Oder für die Weltrettung via Ressourcenschonung? 

'Sharing economy' bzw 'Co-Konsum' heißt das neue Zauberwort, das nicht nur eine Alternative zum Kapitalismus darstellen, sondern auch dessen altbekannten Probleme lösen soll: Ressourcenverschwendung, Überproduktion, Umweltbelastung. Das Leihen, Teilen und Mieten von Gegenständen, Räumen und Kenntnissen. Eines der Aushängeschilder ist die erfolgreiche Internet-Wohnungstauschbörse 'airbnb'.

Kritiker orten in dieser Bewegung allerdings nur einen weiteren Lifestyle-Trend, der dem Mittelstand vorbehalten bleibt. Der Konsum verschiebt sich auf eine erlebnisorientierte Bedürfnisbefriedigung und darüber hinaus gilt: wer nichts hat, der kann auch nicht tauschen. Optimisten glauben aber an einen Wandel mit dem Potential, den Kapitalismus in seine Schranken zu weisen und sehen die Vorboten eines sozialeren Miteinanders sowie einer die Umwelt schonenden Lebensweise.


Der Philosoph Robert Pfaller und der Soziologe Harald Welzer reflektieren während der Fahrt in einem Original 60er Jahre 'Alpha Spider' Cabrio über die neue Lust an der Reduktion und das 'Gute Leben'.
Der Kabarettist und einstige Autonarr Roland Düringer schwärmt vom Entsagen von Besitz in der Überfluss-Gesellschaft. Dana Giesecke von der Zukunftssagentur 'FuturZwei' präsentiert Projekte, die mit kreativen Ideen die Umwelt schützen und gleichzeitig die Gesellschaft sozialer machen sollen.


Minimalismus-Blogger treffen sich in einem Hamburger Park und tauschen sich über das Glück an der Mäßigung aus.

Und wir begleiten den 65-jährigen Minimalismus-Coach Joachim Klöckner, der nur 50 ausgewählte Gegenstände besitzt, durch seinen Alltag. Seit zehn Jahren zieht er nur mit Klapprad und Handgepäck um. In seiner Tasche befinden sich zwei Hosen (eine für den Winter und eine für den Sommer), eine Klapp-Zahnbürste, Natron für die Körperpflege, sowie eine Silikonschüssel für sein Lieblings-Müsli. Und natürlich sein einziges Luxusgut: ein I-Pad. 

Quelle: https://www.3sat.de/page/?source=/dokumentationen/178127/index.html

50 Verse || 3. Geistbewußtsein und 4. Formen des Sinnesbewußtseins

  1. Teil III:  Geistbewußtsein (mano-vijñâna)
     
  2. Mit Manas als Basis
    und den Phänomenen als Objekten
    wird das Geistbewußtsein manifest.
    Der Bereich seiner Wahrnehmung ist der umfassendste.

  3. Das Geistbewußtsein verfügt über drei Arten der Wahrnehmung.
    Es hat Zugang zu den drei Felder der Wahrnehmung
    und kann von dreifacher Natur sein.
    Alle geistigen Gebilde - universelle, spezielle, heilsame,
    unheilsame und neutrale -
    werden im Geistbewußtsein manifest.

  4. Das Geistbewußtsein ist die Wurzel aller Handlungen
    von Körper und Sprache.
    Es ist seine Natur, geistige Gebilde manifest werden zu lassen,
    seine Existenz ist jedoch nicht kontinuierlich.
    Das Geistbewußtsein läßt Handlungen entstehen, die zur Reifung führen.
    Es spielt die Rolle des Gärtners, der alle Samen aussät.

  5. Das Geistbewußtsein ist ständig in Funktion,
    außer in Zuständen des Nicht-Wahrnehmens,
    den zwei Verwirklichungen,
    dem Tiefschlaf, der Ohnmacht oder dem Koma.

  6. Das Geistbewußtsein funktioniert auf fünf verschiedene Arten:
    in Zusammenarbeit mit den fünf Formen des Sinnesbewußtseins,
    unabhängig von ihnen,
    zerstreut, konzentriert oder instabil.


  7. Teil IV:  Formen des Sinnesbewußtseins
     
  8. Gegründet auf das Geistbewußtsein
    manifestieren sich die fünf Formen des Sinnesbewußtseins
    getrennt von oder zusammen mit dem Geistbewußtsein
    wie Wellen auf dem Wasser.

  9. Das Feld ihrer Wahrnehmung ist das der Dinge-an-sich.
    Der Modus ihrer Wahrnehmung ist direkt.
    Ihre Natur kann heilsam, unheilsam oder neutral sein.
    Sie arbeiten aufgrund der Sinnesorgane
    und des Empfindungszentrums des Gehirns.

  10. Sie treten mit den
    universellen, den speziellen und den heilsamen,
    den grundlegend und zweitrangig unheilsamen sowie
    den unbestimmten geistigen Gebilden in Erscheinung.

Montag, 10. Juli 2017

Botschaft von Paramahamsa Prajnanananda anlässlich Guru-Purnima

Wir gingen als kleine Kinder zur Schule und unsere Eltern haben uns (in
Indien) erklärt, dass unser Lehrer unser Guru ist, daher sollten wir voller
Respekt sein. In der Schule beobachteten wir, wie die älteren Schüler den
Lehrern Gehorsam und Achtung entgegen brachten. Es wurde uns
beigebracht, unsere Lehrer zu lieben und zu respektieren wie unsere
eigenen Eltern. Unsere Eltern haben uns das Leben geschenkt und mit
größter Fürsorge erzogen.
Als wir aufwuchsen, haben wir erfahren, dass der Begriff Guru eine
umfassende Bedeutung hatte. Die Meister zu lieben, heißt, unsere Liebe und
Dankbarkeit für ihren Beitrag zu unserer Entwicklung zu zeigen. Wir haben
viel von ihnen gelernt. Wer sind die Gurus? Ein bekannter Sanskrit- Vers
beschreibt einige Gurus, die verehrt werden sollten: 
annadata bhayatrata vidyadata tathaiva cha
janita chopaneta cha panchaite pitarah smritah 
Jemand, der uns Nahrung gegeben hat, der uns geholfen hat, frei zu sein
von Angst, der uns erzogen und gelehrt hat, der uns geboren hat, der uns
in einen spirituellen Weg eingeweiht hat, sollte als Elternteil (Guru)
betrachtet werden.”
1. Annadata - jemand, der uns genährt hat: Das kann ein Landwirt, die Mutter Erde, das Wasser, die Sonne oder die Umwelt sein. Es kann eine Mutter sein, die kocht oder jemand, der anderen Nahrung bereitstellt. Erfassen wir wirklich deren Wichtigkeit in unserem Leben?
Metaphorisch, Anna (Nahrung) kann auch spirituelles Wissen oder göttliche Gedanken sein, die von einem Meister durch göttliche Unterweisungen übermittelt werden.
2. Bhayatrata - jemand, der uns von Angst befreit hat: Als wir kleine Babys waren, konnten uns unsere Eltern, Familienmitglieder, die Gesellschaft, sogar unsere Haustiere beschützen und uns von Angst befreien. Sie sollten anerkannt und geschätzt werden. Ein Freund kann uns Mut geben und uns unterstützen oder uns von den Herausforderungen des Lebens befreien, wenn wir schwach oder ängstlich sind. Der Guru beseitigt unsere größte Angst, die Angst vor
dem Tod.
3. Vidyadata - jemand, der uns erzogen hat: Vidya bezieht sich auf zwei Arten des Wissens - weltliches Wissen, das wir in den Schulen, Hochschulen und Universitäten vermittelt bekommen, und spirituelles Wissen, das wir von unserem Meister erhalten. Es sind nicht nur Menschen, die uns erziehen. Das Bhagavatam beschreibt vierundzwanzig verschiedene Arten von Gurus (Wir haben vor einiger Zeit ein Buch zu diesem Werk als My Gurus / Meine Gurus
veröffentlicht)
4. Janita - jemand, der uns geboren hat: Unsere Eltern sind unsere ersten Lehrer, allen voran die Mütter. Ein Guru kann ein Vater oder eine Mutter sein, da er oder sie uns durch spirituelle Anweisungen ein neues Leben schenkt.
5. Upaneta - jemand, der uns in einen spirituellen Weg eingeweiht hat: So wie wir Lehrer in der Schule für unsere formelle Bildung haben, so haben wir auch Lehrer für unsere spirituelle Weiterentwicklung. Wir wurden durch das Lesen der Schriften von vielen Lehrern inspiriert, und wir sind in einen besonderen spirituellen Weg eingeweiht.

Human connection ♥ Das soziale Netzwerk

 Dennis Hack über die Idee hinter Human Connection

Der etwas ältere YouTube Kanal
https://www.youtube.com/channel/UCg3XWJRbj46nH4PRDHU50Dg/videos

Interview bei KenFM

Seegespräche

Wie funktioniert Human connection?
Einführungsvideo

Samstag, 8. Juli 2017

Manas || 50 Verse || Buddha | Leid

Zwischen unserem Speicher- und Geistbewusstsein gibt es einen Bewusstseinsbereich, manas genannt, der uns Angenehmes suchen und Leidvolles vermeiden lässt. Manas ist die Basis unseres illusorischen Glaubens, dass wir ein eigenständiges Selbst seien. Wir leiden aufgrund des unterscheidenden und verblendeten Denkens in Manas.

Manas hat viele Neigungen.
Zunächst einmal ist es immer an Vergnügen, an Angenehmen interessiert.
Zweitens versucht es, Leiden zu vermeiden.
Drittens ignoriert Manas die Gefahren, die in der Suche nach Angenehmen liegen. Es kann unseren Körper und Geist zerstören, wenn wir sinnlichem hinterherlaufen. Schauen wir tief in das Objekt unseres Vergnügens hinein, sehen wir die damit verbundenen Gefahren.
Die vierte Eigenschaft von Manas ist, dass es das Gute am Leiden ignoriert. Dem Leiden wohnt etwas gutes inne. Jeder von uns braucht ein gewisses Maß an Leiden, um erwachsen zu werden, zu verstehen und Mitgefühl, Freude und Glück zu kultivieren.
Jeder von uns hat die Neigung, vor Leidvollem davonzulaufen. Wir glauben, wenn wir Vergnügen suchen, vermeiden wir Leidvolles. Aber das funktioniert so nicht. Es hemmt unser Wachstum und unser Glück. Glück ist ohne Verstehen, Mitgefühl und Liebe unmöglich. In uns allen gibt es die Samen des Mitgefühls, der Vergebung, der Freude und Nicht-Angst. Versuchen wir fortwährend, Leiden zu vermeiden, dann können diese Samen nicht wachsen.
Wir können einen Lotus nicht auf Marmor wachsen lassen. Dafür brauchen wir Schlamm.
Die fünfte Eigenschaft von Manas besteht darin, das Gesetz des Maßhaltens zu ignorieren.
Die sechste Eigenschaft von Manas liegt darin, dass es immer versucht, sich alles anzueignen, alles zu besitzen, was es haben will. Verlangen ist einer der stärksten Impulse. Deswegen sind wir eifersüchtig und versuchen, Menschen und Dinge zu besitzen. Doch mit Gewahrsein des Interseins erkennen wir, dass es nichts zu besitzen gibt.


~ S. 62-65 ~
 
Teil II:
Ich-Illusions-Bewusstsein (manas)

(16) Samen der Verblendung bringen
die geistigen Gebilde des Begehrens und Anhaftens hervor.
Diese Kräfte bestimmen unser Bewusstsein,
sobald Körper und Geist manifest werden.

(17) Manas entsteht
gestützt auf das Speicherbewusstsein.
Seine Funktion ist das Begreifen.
Es greift nach den Samen, die es für ein «Selbst» hält.

(18) Manas' Objekt ist das Zeichen eines Selbst,
das sich im Feld der Abbilder findet,
dort, wo Manas
und Speicherbewusstsein sich berühren.

(19) Als Basis alles Heilsamen und Unheilsamen
in den übrigen sechs manifest werdenden Bewusstseinsformen,
unterscheidet Manas unaufhörlich.
Seiner Natur nach ist es sowohl unbestimmt als auch verdunkelt.

(20) Manas hängt zusammen mit den fünf universellen geistigen Gebilden,
mit «Mati» von den fünf speziellen
sowie mit den vier Haupt- und mit den acht Nebenplagen des Geistes.
Sie alle sind unbestimmt und verdunkelt.

(21) Wie der Schatten der Form folgt,
folgt Manas stets dem Speicherbewusstsein.
Manas ist der fehlgeleitete Versuch, durch die Suche nach
Dauerhaftigkeit und blinder Befriedigung zu überleben.

(22) Ist die erste Stufe des Bodhisattva-Pfades erlangt,
sind die Hindernisse des Wissens und die Geistesplagen verwandelt.
Auf der zehnten Stufe transformiert der Yogi, die Yogini,
den Glauben an ein eigenständiges Selbst,
und das Speicherbewusstsein ist von Manas befreit.


***Natürlich sagte Buddha: Ich würde meine Freunde und Kinder nicht an einen Ort schicken, an dem es kein Leiden gäbe, denn dort hätten Sie keine Gelegenheit, Verstehen und Mitgefühl zu erlernen und zu kultivieren. Der Buddha sagte weiter, dass wir nichts lernen könnten, wenn wir niemals gelitten hätten. Man sagt, der Buddha habe vollkommene Erleuchtung erlangt, weil er so viel gelitten hat.

Freitag, 7. Juli 2017

50 Verse über die Natur des Bewußtseins von Thich Nhat Hanh

https://www.mb-schiekel.de/fuenfzig-verse.htm

Im Jahre 1990 verfasste Thich Nhat Hanh seine Fünfzig Verse als eine moderne Adaption der klassischen Verse von Vasubandhu. Es war und ist das Anliegen von Thich Nhat Hanh, daß wir alle unseren Geist in seinen bewußten, unbewußten, individuellen und kollektiven Dimensionen und in seiner Dynamik tiefer erforschen und verstehen.
Dieses Bemühen um ein vertieftes Verständnis des Geistes ist im Buddhismus niemals Selbstzweck, sondern geht immer von dem Ansatz des Buddha aus, Leiden zu vermeiden oder zu überwinden und Glück und Frieden für alle Lebewesen zu ermöglichen und zu fördern.

Daher ist auch Thich Nhat Hanh's Ansatz zu einer Aktualisierung der Gedanken der Bewußtsein-Schule nicht irgendein philosophischer Idealismus, sondern der Versuch, die Erfahrungen tiefen Erforschens unseres Geistes zu nutzen für einen ganz konkreten Praxis-Weg zu mehr innerem und äußerem Frieden.

TEIL I
Speicherbewußtsein (alaya-vijñâna)

(1) Der Geist ist ein Feld
das alle Arten von Samen aufnimmt.
Dieses Geistfeld kann man auch
«alle Samen» nennen.

(2) Eine unendliche Vielfalt von Samen gibt es in uns -
Samen des Samsara und Samen des Nirvana,
Samen der Verblendung und Samen der Erleuchtung,
Samen des Leidens und Samen des Glücks,
Samen der Wahrnehmungen, der Namen und Begriffe.

(3) Samen, die als Körper und Geist manifest werden,
als Daseinsbereiche, Stufen und Welten,
sind sämtlich in unserem Bewußtsein gespeichert.
Deshalb wird es «Speicherbewußtsein» genannt.

(4) Einige Samen sind uns angeboren,
sie wurden uns von unseren Ahnen vererbt.
Andere wurden gesät, als wir uns noch im Mutterleib befanden,
wieder andere gehen auf unsere Kindheit zurück.

(5) Seien sie nun von Familie, Freunden,
der Gesellschaft oder durch Erziehung übertragen,
alle unsere Samen sind
sowohl individueller als auch kollektiver Natur.

(6) Die Qualität unseres Lebens
hängt von der Qualität
der Samen ab,
die tief in unserem Bewußtsein ruhen.

(7) Die Funktion des Speicherbewußtseins ist es,
diese Samen und ihre entsprechenden Gewohnheitsenergien
aufzunehmen und zu bewahren,
damit sie in der Welt manifest werden oder weiter ruhen können.

(8) Manifestationen aus dem Speicherbewußtsein
werden als «Dinge-an-sich» wahrgenommen,
oder als Abbilder von Dingen oder als bloße Vorstellungen.
Alle sind in den achtzehn Elementen des Seins enthalten.

(9) Sämtliche Manifestationen tragen die Zeichen
sowohl des Individuellen als auch des Kollektiven.
Die Reifung des Speicherbewußtseins funktioniert ebenso
durch seine Teilhabe an den verschiedenen Stufen und Daseinsbereichen.

(10) Unverstellt und unbestimmt
fließt das Speicherbewußtsein in dauernder Veränderung.
Gleichzeitig ist es mit den
fünf universellen geistigen Gebilden versehen.

(11) Obwohl vergänglich und ohne ein eigenständiges Selbst,
enthält das Speicherbewußtsein sämtliche Phänomene des Kosmos
- sowohl bedingte als auch unbedingte -
in Form von Samen.

(12) Samen können Samen hervorbringen,
Samen können Gebilde hervorbringen,
Gebilde können Samen hervorbringen,
Gebilde können Gebilde hervorbringen.

(13) Sowohl Samen als auch Gebilden
wohnt die Natur des Interseins
und der wechselseitigen Durchdringung inne.
Das eine wird hervorgebracht von allem,
alles hängt vom einen ab.

(14) Das Speicherbewußtsein ist weder gleich noch verschieden,
weder individuell noch kollektiv.
Gleichheit und Vielfalt bedingen und durchdringen einander.
Das Kollektive und das Individuelle bringen einander hervor.

(15) Wird Verblendung überwunden, herrscht Verstehen vor
und das Speicherbewußtsein ist keinen Trübungen mehr unterworfen.
Es wird zur Großen Spiegelgleichen Weisheit,
und spiegelt den Kosmos in allen Richtungen.
Sein Name lautet nun Reines Bewußtsein.

Brief von Aldous Huxley an George Orwell

Lieber Mr. Orwell!
 
Es war sehr liebenswürdig von Ihnen, mir durch ihren Verleger ein Exemplar ihres Buches zu schicken. Da ich mit allem übereinstimme, was die Kritiker darüber geschrieben haben, brauche ich Ihnen nicht noch einmal zu sagen, wie großartig und bedeutsam ihr Buch ist.
Darf ich stattdessen von dem sprechen, was das Thema des Buches ist, von der letzten Revolution? Erste Hinweise auf eine Philosophie der letzten Revolution, einer Revolution jenseits von Politik und Ökonomie, die sich die totale Unterwerfung von Seele und Körper des Menschen zum Ziel gesetzt hat, finden sich bei De Sade, der sich als Nachfolger, als Vollender von Robespierre und Babeuf verstand.
Die Weltanschauung der herrschenden Minderheit in "1984" ist ein Sadismus, der, insofern er jenseits der Sexualität liegt und diese negiert, nur logisch zu Ende gedacht wurde. Ob sich die Politik der schieren Gewalt - das ist der Stiefel im Gesicht der Menschheit - bis ins Unendliche fortsetzen lässt, erscheint fraglich. Meine Auffassung ist die, dass die herrschende Oligarchie weniger aufwändige und kostspielige Methoden der Herrschaft und der Befriedigung ihrer Machtgelüste finden wird, und dass diese Methoden denen in "Brave New World" beschriebenen ähneln werden.
Ich habe mich kürzlich mit der Geschichte des tierischen Magnetismus und der Hypnose beschäftigt, und fand es sehr beeindruckend, dass sich die Welt 150 Jahre lang geweigert hat, sich mit den Entdeckungen Messmer´s, Brade´s, Esday´s ernsthaft auseinanderzusetzen. Teils infolge des vorherrschenden Materialismus, teils infolge der vorherrschenden Konventionen waren die Philosophen und Wissenschaftler des 19ten Jahrhunderts nicht bereit, sich mit den ausgefalleneren Gebietender Psychologie zu beschäftigen. Es existierte folglich keine wissenschaftliche Psychologie, der sich Politiker, Militärs und Polizisten für Herrschaftszwecke hätten bedienen können.
Dank der bewussten Ignoranz unserer Väter, musste die letzte Revolution um fünf, sechs Generationen verschoben werden. Ein weiterer glücklicher Umstand war dabei Freud´s Unfähigkeit, die Hypnose erfolgreich zu praktizieren, und seine daraus sich ergebenden Geringschätzung derselben. Dies hatte zur Folge, dass die Hypnose mit mindestens 40 Jahren Verspätung in der Psychiatrie eingeführt wurde.
Heutzutage wird Psychoanalyse indes mit Hypnose verknüpft, und durch die Anwendung von Barbituraten, die selbst die widerspenstigsten Personen in einen tranceähnlichen Zustand versetzen, lässt sich die Hypnose einfacher und zeitlich unbegrenzt durchführen.
Bereits in der nächsten Generation werden die Herrschenden der Welt feststellen, dass frühkindliche Konditionierung und Narkohypnose als Herrschaftsinstrumente sehr viel effizienter sind als Schlagstöcke und Gefängnisse, und dass Machthunger sich nicht nur dann befriedigen lässt, wenn man die Leute zum Gehorsam prügelt, sondern ebenso gut, wenn man sie mittels Suggestion dazu bringt, ihr Sklavendasein zu lieben.
Ich habe, anders gesagt, den Eindruck, dass aus dem Alptraum von 1984 unweigerlich der Alptraum einer Welt entstehen wird, die mehr Ähnlichkeit hat mit der Welt, wie ich sie in "Brave New World" porträtiert habe. Diese Entwicklung wird auf das Bedürfnis nach immer größerer Effizienz zurückzuführen sein. Bis dahin allerdings ist ein Krieg, mit biologischen oder atomaren Waffen immer möglich, und dann werden wir andere und kaum vorstellbare Alpträume haben.
Für ihr Buch nochmals herzlichen Dank,
Ihr Aldous Huxley
Quelle: Letters of Aldous Huxley - edited by Grover Smith
Übersetzung gefunden auf: scribd.com

Mittwoch, 5. Juli 2017

Christian Meyer, Ein Kurs in wahrem Loslassen

Die Einzigartigkeit des Menschen, das Bedürfnis nach Lebendigkeit und das Bedürfnis, die eigenen Fähigkeiten und Talente zu entfalten, werden pervertiert zum Bedürfnis, besonders zu sein und besser zu sein als die anderen.

Welchen Sinn hat das Leben?
Was steckt hinter dem Zweifel am Sinn des Lebens, hinter der Frage nach dem Zweck und Nutzen des eigenen Daseins? Es ist der Versuch, sein Dasein zu rechtfertigen, sodass man zu Recht einen Platz bekommt, weil man nützlich ist und eine Bedeutung hat. Die Tragödie besteht genau darin, dass den meisten Menschen ihr Dasein nicht als ganz und gar selbstverständlich erscheint und die Daseinsberechtigung ebenso wenig.

Christian Meyer, Ein Kurs in wahrem Loslassen, S. 26,27

Wenn diese gefühlte und erfahrene Selbstverständlichkeit fehlt, dann besteht das ganze Leben aus dem Kampf, seinen Platz im Leben zu behaupten oder überhaupt erst zu bekommen. Es ist eine kontinuierliche Anstrengung, sein Dasein zu rechtfertigen, indem man etwas Wichtiges leistet und für andere nützlich ist. Man muss etwas geben, um da sein zu dürfen.

Die Selbstverständlichkeit dagegen ist ein Dasein ohne Zweck und Nutzen. Meister Eckhar hat gesagt, dass Leben selbst würde auf die Frage, waum es lebe, antworten: "Ich lebe, um zu leben", ohne ein Warum.

Dann bleibt der Wunsch des Menschen, zu schenken und zu geben, ohne dies als Rechtfertigung seines Daseins zu brauchen. Dies entspricht der natürlichen Bewegung der Liebe. Dieser Wunsch ist anstrengungslos und eine Freude. Es entspringt dem Gefühl, mehr las genug zu haben und im inneren Reichtum, ja sogar im Überfluss zu leben.

Zu geben, um nützlich zu sein, um einen Platz zu haben und sich zugehörig fühlen zu dürfen, ist immer eine große Anstrengung und führt zu Erschöpfung. Dann ist das Geben ein Muss, und nützlich zu sein wird zu Zwang und Bürde.
Wenn man das Gefühl hat, in der Fülle und im Überfluss zu sein, dann ist der Wunsch zu geben auch begründet in einer Dankbarkeit dem Leben gegenüber. Dann bleibt es ein Gebenwollen und wird niemals zu einem Gebenmüssen.

Christian Meyer, Ein Kurs in wahrem Loslassen, S. 28